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Rollenspiele und Bühnenstücke Eigene Bühnenstücke, Rollenspiele und Dialoge.

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Alt 09.10.2015, 13:53   #1
männlich dr.Frankenstein
 
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Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
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Standard Dazwischen Kapitel 5

Kapitel 5
Die Hoffnung und die Geburt Mephistos

Dr. Faust:Hier die Straße der Hoffnung.
Hoffen das etwas geschieht verblendet nur meine Sicht.
Trügerisches Gedankenbild Hoffnung, tötest alle Ehrlichkeit.

Ja für die Hoffnung hab ich mich verbogen,
die Hoffnung die heißt: es wird schon werden.

Stoffwechselstörung haben sie Mephisto genannt.
Das Dopamin das mein Hirn ausschüttet,
belohnt mich für das gelernte,
wenn es normal fließt,
aber bei dieser „Stoffwechselstörung“,
die zur dauernden Ausschüttung des Dopamins führte,
wurde mein Sprachzentrum mehr und mehr für autonomes Handeln,
also selbständiges sprechen belohnt.
So wurde mein böser Dämon Mephisto geboren,
lange hat er mich gequält.
Er sollte weg aus meinem Kopf.

Mephisto:
Aber Doktorchen, du wusstest nur nicht,
dass die in dir verborgenen Kräfte darauf warten sich zu entfalten
und dich nur deine Gewohnheit daran hinderte mich zu akzeptieren.
Ich bin dein Berater, dein Freund,
bin für dich da wenn du mich brauchst.

Faust: Die kränksten Dinge hast du mir ins Ohr gebetet:
Deine Zeit ist vorbei!
Sie sehen dich Minderwertiger!
Dein Kopf zerbricht!
und so weiter.

Bis ich auf einem Flohmarkt deinen Körper entdeckte.
Eine Teufelshandpuppe,
die Stimme und die Puppe vereinigten sich
und ich musste sie kaufen,
denn endlich war da ein Gegenüber,
der einem Streitgespräch garantiert nicht standhält.

So begann ich mit dir zu streiten, dann zu reden.
Ich übertrat eine gefährliche Grenze,
nur warum bin ich auf dieser Seite glücklicher?

Mephisto: Wie jeder Gedanke trat ich in deine Welt als ein Same, der erst zu einem Baum heranwächst,
wenn du ihn wässerst, indem du ihn beachtest,
ihm Sonne gibst, indem du an ihn glaubst,
ist er dann noch auf dem richtigen Boden,
dem verstehenden Gedankensystem,

fängt der Gedanke an zu wachsen,
egal ob gut oder schlecht.

Als du dich vor mir fürchtetest,
glaubtest du an mich und beachtetest mich,
aber nährtest nur die Angst vor mir.
Die ich natürlich ausnutzte,
um mich zu einem unbezwingbaren Monster auszudehnen.
Bis du mich anfingst zu Akzeptieren und ernst zu nehmen,
so nahm ich auch dich ernst und wurde zu deinem Freund.

Je öfter du an mich glaubst und dich mir zuneigst,
desto wirklicher werde ich.

Faust:
Du brauchst es nicht schön zu reden,
ich bin ein Verrückter,
der am Rande dessen lebt was andere Wirklichkeit nennen.
Ein Träumer in den Träumen von einer besseren Welt gefangen
und am Übergang in die Wirklichkeit gescheitert.

Einer der Märchen in seine eigene Wahrheit schreibt.

Manchmal frage ich mich:

Wann beginnt mein Leben?

Und dann merke ich, ich stecke ja mitten drin.
Ich kann die Stille hören,
das Rauschen des Windes in den Blättern,
das Zwinkern meiner Augen trotz des Lärms der Stadt.

Ich sehe die Wahrheit die in der Lüge liegt
und doch weiß ich nicht was ich tun soll.

Mephisto: Will! Will, meinst du.

Faust: Wo liegt mein Weg, mein Zuhause?
Ich bin oftmals über kleine und große Dinge glücklich,
wie die Sterne, den Mond,
den Wind der mein Gesicht streift,
Ideen,
einen Nieselregen wenn ich traurig bin,
raschelnde Blätter und Schwärme von Vögeln.

Oft bin ich auch traurig und betrübt und fühle mich so einsam,
spüre so eine Leere, dass sie scheinbar nichts füllen kann.
Mir fehlt der Mut, Mut mich dem Schlechten zu stellen,
um dann den Weg des Scheiterns zu gehen,
als wenn alles wie Sandkörner zwischen meinen Fingern zerrinnt.

Wohin will ich noch gehen?

Mephisto: Das musst du selbst doch wissen.

Faust:
Der Friedhof taucht vor mir auf
und in mein Blickfeld ist der Alte gerahmt.
Ist der den ganzen Tag hier?

Vor mir seh ich ihn als jungen Mann
mit einer scharfen Frau, wie er sie im Rhythmus des Swings
durch die Luft schleudert.
Als er plötzlich vor mir steht.

Alter: „Ich hab letzt mal gar nicht mitbekommen,
dass sie gegangen sind.“


Faust: „Ich wollte dir die Momente deiner Erinnerung
nicht mit meiner Anwesenheit zerstören, Alterchen.
Dein Blick war entfernt von dieser Welt.

Ich frage mich wie ihr wohl aussaht als ihr jung wart,
welche Haarfarbe du hattest und welche Tänze ihr tanztet?“


Er ist schon wieder in Gedanken versunken, hört der nie zu?

Alter: „Ich geb dir einen Rat Jungchen,
meine Mutter sagte immer:
Hör weder auf den Engel auf deiner rechten Schulter,
noch auf die Teufelin auf deiner linken.
Hör auf beide.

Der Engel spricht die Wahrheit über die Gefühle
und die Teufelin die Wahrheit über das Erreichen der Körper
und anderer materieller Dinge,

aber in der Mitte bist du.

Die Teufelin Angst ist dein Streben nach Sicherheit und Stabilität.
Der Engel die Liebe ist das Erdulden
und die Überheblichkeit des einzigen Anrechts auf die Wahrheit.

Hör auf beide, lass sie nicht entscheiden.
Ratgeber sind sie mal gut und mal schlecht,
wie die Eltern für ihr Kind.“


Faust: Das war alles, er geht schon wieder zum Grab,
ob seine Frau wohl zu ihm spricht?

Mephisto:
Materielle Teufelin, das ich nicht lache.
Ja, das Tier, Henne oder Ei,
was war zuerst, der Hahn war sicher nicht der Erste,
die Urmutter die große Teufelin.

Faust: Ganz schön gereizt Heute.
Ich werde mal die Rune Raido in den Stamm dieser Eiche ritzen,
sie steht für das Lebensrad, für Anfang, Mitte und Ende.

Hier ist die Reise eines Jeden zu Ende,
aber trotzdem sind noch Kinder und Partner da,
die das Grab pflegen und einen Teil derer in sich tragen
die gegangen sind.

Nach dem Tod geht das Leben weiter,
das Leben derer die nach uns kommen.

Ob sie sich über die selben Absurditäten den Kopf zerbrechen?

Es wächst immer mehr der Gedanke in mir
wie mysteriös doch unser Leben ist oder das Leben überhaupt.
Ich glaube an die Veränderung,
etwas mächtiges ruht in jedem von uns.

Es liegt auf dem Weg des Windes,
des Mondlichts und der Erfahrung der Natur.

Ich glaube an die Kraft der Illusion,
der Leidenschaft des Wolfes und der Katze.

Das Verständnis des unendlich unsterblichen Lebensrades rückt näher
und der Unglaube spricht aus mir zu dem der nicht versteht,
nein,
Verstehen reicht nicht.

Ich muss das Tier in mir ergründen,
verstehen und handeln.

Es wartet lechzend auf mich,
auf den Moment der Vereinigung,
wenn die Geduld es zu lässt. Wenn es sein soll, dieses Schicksal.

Mephisto: Widersprechen kannst du dir selbst am besten.
Was ist wenn es nicht dein Schicksal ist?
Gesetzt den Fall das es so etwas gibt.

Faust: Dann lern ich aus meinem Fehler
und geh wieder ins nichts zum Anfang mit den Konsequenzen.
Einfach wird’s nicht.

Das Schicksal ist ein wahrscheinlicher Plan zukünftiger Ereignisse
in Bezug auf mein jetziges Handeln.


Bist du für mich das eng verbundene Sprachrohr?

Es wird Zeit zu sähen und geduldig überlegend die Ernte zu erwarten.

Mephisto:
Deine Welt ist genauso Scheinwelt, wie die der anderen. Deine Vorstellung von dir in der Welt,
soll dir dabei helfen dich zu verwirklichen.

Die Scheinwelt der Knechtschaft unter anderen,
hilft dir nur zu funktionieren als Teil der Maschine,
welche die Erde zerstört.

Darum fliehst du vor deinem Leben,
weil es dir nicht erlaubt war immer mehr von dir zu erfahren,
um dich zu entfalten wie die Blüten im Frühling.

Nein, du wurdest gezwungen Dinge zu tun die der Faulheit
und dem Vergnügen der Menschen dienen.
Deshalb hast du dich abgewannt, um deine Wahrheit zu erkennen.

Faust: Bloß was ist die Wahrheit?

Mein Gefühl ist die Überheblichkeit des einzigen Anrechts auf Wahrheit, sagte doch der Alte.

Unser Gefühl lässt uns Dinge wahr erscheinen und mit unserer Angst,
dem Streben nach Sicherheit,
prüfen wir sie.

Mein Gefühl erfand die Welt und mein Verstand will sie erprüfen.

So wächst mein Wunsch etwas zu finden in meiner Scheinwelt,
das meiner Prüfung standhält.

Die Eiche und den Friedhof hinter mir,
laufe ich wieder durch die Straßen an der Bushaltestelle vorbei,
entdecke ich auf den Stühlen vor dem Kaufhaus
wieder die Frau mit dem Kind.
Als ich auf sie zukomme bestätigt sich mein Verdacht,
sie weint und keinen der vorbeistreifenden Menschen interessiert es,
also setze ich mich zu ihr.

„Wieso bist du traurig?“


Entsetzt sieht sie mich an, nimmt ihren Kinderwagen und geht.
Ich beobachte ihren Gang, bis sie im Gewühl der Häuser verschwindet.
So viele Möglichkeiten könnten sie zum weinen gebracht haben,
aber nur eine ist die Richtige.
Ob sie sich gefangen fühlt oder verlassen?
Am wenigsten wird sie bestimmt ihr Leben ändern wollen,
außer vielleicht durch die verschlossene Tür in die Vergangenheit.

Die Tür heißt: Hätte ich doch bloß!

Die Entscheidung, auch in den hätte Momenten,
ist eine Wegkreuzung die das Ross „Jetzt“ immer vorwärts passiert, manchmal sehen wir sie vom Weiten
und zu anderen Zeiten taucht sie plötzlich hinter den Büschen auf.

Schnell müssen wir uns entscheiden welchen der Wege wir nehmen,
danach gibt es kein zurück, nur in der Erinnerung,
aber sie kann nicht anders abbiegen,
außer zu hätte.

Mephisto: Noch mal zu deinem Schicksal,
du als Teil,
sehr winziger Teil des riesigen Universums,
bist doch so ein komplexer chemischer Cocktail
elektrischer Wechselwirkung,
das es schon Schicksal ist, das du existierst!

Manche deiner Bestandteile sind einfacher,
manche schwieriger und jedes Teil steht in Wechselwirkung
zu anderen und verändert sich,
je nach deiner Lebensweise,
entwickelst du das Universum mehr und mehr ins Detail.

Faust: Ja stimmt unsere Entscheidungswege beeinflussen Gehirn und Organe genauso wie auch die äußeren Verstrickungen der Wechselwirkung mit Anderen.
Wie ein Netz ziehen die Wege in die Zukunft
und verstricken sich mit jeder Entscheidung neu.
Vielleicht suche ich ja nach einem Navigationssystem
das mir den einfachsten Weg berechnet,
den überraschungslosen Weg,
wie langweilig.

Mephisto: Fliegen entscheiden sich chaotisch,
Bienen Systematisch.
Die Fliege entscheidet sich ins Wohnzimmer zu fliegen,
ohne sich dessen Bewusst zu sein
und der Bewohner entscheidet sich sie zu erschlagen,
ohne sich dessen Bewusst zu sein.

Das ist Schicksal, zwei verstrickte Lebenswege.

Faust: Ja! ja! Die Göttin der Gewohnheit leitet ihre Entscheidung.
Die Gewohnheit irrgendwo hin zu fliegen
und die Gewohnheit Ungeziefer zu erschlagen.

Wobei die chaotische Gewohnheit viel spannender ist,
wenn ich nicht weiß wo es mich hinträgt
und ich nicht immer dem ausgetretnen Entscheidungspfad folge.

Die Fliege hat die Gewohnheit auf ihr Gefühl zu vertrauen,
das sehr chaotisch ist, weil sie so am leichtesten Nahrung findet.

Die Biene muss sich da schon etwas mehr anstrengen,
sie muss sich den Weg merken,
um den anderen zu zeigen wo es lang geht,
um mit ihnen in Kontakt zu treten.

Das ist die Systematik, chaotische Wege kann man nicht erklären,
das bedeutet aber nicht das sie sinnlos sind.

Beim nächsten mal wenn ich eine Fliege sehe werde ich sie füttern,
mal was ganz anderes als sonst.

Jedesmal ist es eine neue Gablung,
man tut nur immer das gleiche,
dabei ist doch jede Entscheidung neu,
auch wenn sie immer nach dem selben Muster verläuft.

Wir sollten beiden Göttinnen dienen Phantasie und Psyche.

Ein Teil des Schicksals sind wir doch selbst
und die anderen Teile sind die Wege der anderen die unseren kreuzen,
wie die Fliege und der Bewohner.
Auch der Weg der Erde, der Gesellschaft,
alles Wege die unseren kreuzen.

Mephisto: In seinem Leben ist man eben auf sich gestellt,
aber sollte nicht vergessen die anderen auch.
Führ deinen eignen Kampf, Doktor, verteidige deine Welt
und hilf anderen dies zu verstehen.
Zwing sie nicht das zu glauben was du glaubst,
denn für jeden ist irgendwann der Zeitpunkt gekommen zu verstehen.

Die beste Hilfe liegt im Innern eines jeden
und in den daraus folgenden Taten,
denn sie lehren die Wirklichkeit.
Die Welt verändert dich und du die Welt.

Faust: Die Summe der einzelnen Teile,
die Schwingung des Moments, das Summen.
Etwas mystisches, geheimnisvolles liegt darin,
wie das Weinen der Frau mit dem Kind.
Das Leben eines und einer Jeden die mein Blickfeld streift,
in einer Welt voll seltsamer Gewohnheiten und das Komische ist,
je mehr ich es zu ergründen suche,
um so geheimnisvoller wird es für mich.

Wieder scheint alles möglich zu sein,
in diesem Spiel das Leben heißt
und doch ist es wieder nur ein Puzzelteil
des ganzen Geheimnisses.

Warum musste sie nur die Waffe gegen diese Leute richten
und aus der Welt entgleiten ohne mich mitzunehmen?
Ich bin im Winter der Gefühle,
immer noch wie der Erhangene im Wald.

Kapitel 6
die Rückkehr

Nie hab ich sie verstanden, nie.
Da ist ja die weinende Frau wieder, diesmal ohne Kind,
sie stellt sich vor mich.

Frau: „Tut mir leid das ich so Wortlos gegangen bin.“

Faust: „Schon gut, setz dich doch.“

Frau: „Ich war bei meiner Schwester, sie hilft mir mit der Kleinen.“

Faust:
„Schön.“

Frau:
„Darf ich ihnen oder dir?...“

Faust: „Dir.“

Frau: „Darf ich dir eine Frage stellen?“

Faust:
„Gern, ich liebe Fragen.“

Frau: „Glaubst du das alle Menschen gleich sind?“

Faust: „Soll das eine Fangfrage sein?“

Frau: „Ich glaube nicht daran, wir sind alle verschieden. Schönheit, Äußeres, Liebesbeziehungen,
nur darauf reduziert sich das Frauenbild
und dann die Kämpfe den Männern gleich zu werden,
zum Materiellen Status.
Jedes Tier, jede Pflanze alle verhalten sich oder wachsen ein wenig anders, gehen andere Wege oder folgen einem Strom,
nur künstlich erzeugtes ist fast 100% gleich,
es entspricht einer Norm, ist normal.

Berechenbare Menschen sind normal,
normal ist eine gesellschaftliche Vorstellung
die uns und unsere Welt kaputt macht.

Mir selbst bin ich untreu durch dieses verfluchte Normal.
Dabei kann ich alles ändern, es ist doch variabel,
ich kann es beeinflussen. Ich habe meinen Nutzen
und meine Aufgabe,
mein wahres Schicksal als Teil des Ganzen.
Jeder kann etwas tun, wenn wir unser Wissen vereinigen
und jeden selbst sein Schicksal finden lassen.

Jeder sollte selbst sein loyaler Freund
und Freundin sein um anderen Freund sein zu können.
Es lohnt doch nicht über die schlechten Dinge zu schimpfen,
wir müssen sie bekämpfen.“


Faust: „Komisch, über so was Ähnliches hab ich mir auch schon den Kopf zerbrochen, aber wir sind doch frei unser eignes Schicksal zu suchen.
Viele wissen nur nicht recht was sie mit dieser Freiheit anfangen sollen, mich eingeschlossen.
War es das was dich traurig machte?“


Frau: „Etwas in der Art.“

Faust: „Jedes Problem hat auch mindestens eine Lösung.
Probleme sind wie Knoten zwischen Verstand und Wirklichkeit.
Die Knoten die wir nicht lösen schmerzen,
immer wieder tauchen sie in ähnlichen Situationen auf.
Das sind die Momente in denen du dich neu entscheiden kannst.
Der Knoten soll dich an das ungelöste Problem erinnern.“


Frau: „Vielleicht bin ich ja nicht normal,
sondern verrückt und noch voller solcher Knoten,
wie du sie nennst.
Voller Zweifel ob ich das Richtige tue oder lasse.
Ich möchte so sehr fest an mich selbst glauben
und die nötigen Wege bis ans Ende gehen.
Nie mich einfach anschließen,
sondern skeptisch bleiben,
mir selbst vertrauen und auf mein innerstes hören.

Ich hör es nur nicht, ich hör nur was die andern sagen,
die mich umgeben.

Wenn etwas meine Seele anspricht,
dann nehm ich es in mir auf, um mein eigenes Denken und Fühlen
in wahre Worte fassen zu können, die ich nicht kenne.

Ich darf nichts vorspielen was nicht mein Innerstes erfüllt,
widerspiegelt und mich nicht mit Lebendigkeit erfüllt.
Ich kann nicht mehr so tun als wäre ich die gute
und normale für alle,
aber ich schaffe es auch nicht
mich vom einen auf den anderen Tag zu erkennen.

Wo sind meine Schwächen und dunklen Seiten,
ich will sie erforschen mich mit ihnen vereinen,
sie akzeptieren.“


Faust: „Man überspringt einen Abgrund nicht in 2 Sprüngen, besser man durchläuft ihn.“

Frau: „Es wird zeit für eine Versammlung der Mächte,
für ein neues Wertgefühl.
In dem jeder seinen Nutzen und die Aufgabe erkennt.
Heraus aus dem Dschungel gesellschaftlich eingeredeter Schuldgefühle, dem abwälzen der Schuldigkeit auf die vielen anderen anonymen Schafe oder den Staat den alten Schäfer,
zu dem Platz in sich selbst aus dem nicht die Gier spricht.

Geld hat keine Macht,
wenn wir nicht daran glauben was uns vorgetäuscht wird,
durch halbe Meinungsfreiheit und beeinflussende Medienzensur
mit einer Flut von belanglosen Informationen,
können wir innerlich nicht gespalten werden.

Ich sehe nur was ich Glaube.

Weil soviel Erkenntnis aus der Summe des Ganzen geht.
Wir Menschen haben unser Verantwortungsbewusstsein verloren,
oder schränken es ein auf einen egoistischen Bereich,
machen uns dadurch selber krank und zerstören unsern Lebensraum
durch Besitzwahn. Und glücklich macht es doch nicht, nur Blind.“


Faust: „Ich sehe nur was ich glaube, muss ich mir merken.

Das ist die Lösung der Blindheit, die uns umgebende,
vollkommen unreelle Traumwelt menschlicher Phantasie,
erschafft die Illusion des Glaubens daran.
Urlaubsziele auf der ganzen Welt,
die die selbe Illusion zeigen
und der Mensch sich froh und fröhlich den Trieben folgend
im Dreck suhlen kann,
wenn er sich seinen Status erarbeitet hat.

Natürlich ist der moderne Mensch geführt von einem in diese Zeit eingeborenen, von der Illusion der Umwelt dressierten,
Verstand der gegen die Anfechtungen des so seins der Welt
Immun zu sein scheint,
eher glaubt er an Fabelwesen als an seine Natur.

Hochkultur in der Verdummungsphase
und mittendrin wächst ein Gegenstrom
der ihrer Verblendung dumm erscheint,

doch von Naturschauspielen unterstützt wird.“


Frau: „Das aus einem Affen so was krankes werden konnte wie der Mensch.
Einpaar meiner Freunde gehören auch zu dem Gegenstrom.
Sie haben diesem Leben den Rücken gekehrt
und sind ausgewandert in den Regenwald
um dort Naturvölker zu suchen die ihnen den wahren Sinn des Lebens zeigen.
Es ist jetzt 5 Monate her
und ich habe bis jetzt noch nichts von ihnen gehört.
Auf diesem Platz hab ich sie das letzte mal gesehen,
der Vater meiner Tochter war auch dabei,
wir waren im Streit als er ging.
Trotzdem hab ich ein Ritual daraus gemacht zu diesem Platz zu kommen und manchmal überkommen mich die Tränen.“


Faust: Während ich sie ansehe verfalle ich mehr und mehr dem Blick ihrer kastanienbraunen Augen der auch in mir traurige Erinnerungen weckt.

„In welchem Regenwald sind sie denn?“

Frau: „Es reicht! Ich will nicht mehr darüber reden und muss jetzt auch gehen. Tschüs.“

Faust: „Ahoi.“

Ich sehe sie entschwinden bis sie wieder im Häusermeer versinkt,
obwohl das Geheimnis das ihr Weinen in mir erweckte nur wuchs,
anstatt sich aufzulösen.

Mephisto: Die Undurchsichtigkeit ist’s,
die dich aber auch sie plagt.
Weiche nicht zurück und verzweifle,
sondern suche in dir was sich hinter den Reihen verbirgt.

Faust: Ich stelle Anforderungen,
will die Situation im ganzen verstehen. Ist es das Mephisto?

Mephisto:
Ganz recht, du verstehst sie nicht,
weil du sie im ganzen verstehen willst
und dabei nicht anerkennst was sie dir preisgab.
Dafür brauchst du nicht das Ganze,
nicht das was du hören willst.

Faust: Hier sah sie ihren Freund das letzte mal,
hier muss sie weinen,
denn sie weiß nicht was aus ihm und seinen Freunden wart.
Als sie gingen die Freiheit zu suchen,
war sie noch zu sehr an diese Welt gebunden,
wohl auch durch ihr Kind.

Mephisto:
Und wo ist nun der Teil den du nicht verstehst,
deine Forderung die dich blendet?

Faust: Ich möchte wissen wo der Arm ist der mich hält,
wo die Macht ist die ich gefangen nimmt!

Wo ist die Leidenschaft die mich antreibt.

Ich versuche mich immer wieder an etwas zu binden,
das gar nicht zu mir gehört,
ich missachte wo ich bin.

Manchmal denke ich zurück an Isis,
es waren leidenschaftliche Momente mit ihr.

Jetzt wenn ich allein hier sitze
und auf die von Menschen gefüllte Straße blicke,

denke ich das ich mit mir allein wohl am besten klarkomme.

Ich habe mich verändert, ich bin gerne allein von denen da draußen
und doch fehlt mir die Geborgenheit,
jemand an den ich mich anlehnen kann,
jemand der mir vertraut,
das wohlige Haut an Haut Gefühl,
das Gefühl alles sei richtig.
Ich suche die Momente in denen ich vertraue,
in tiefer Ehrlichkeit sinnliche Blicke wechsele
und einfach frei bin.
Aber ich bleibe wohl auf immer und ewig allein.

Menschen die mir einen Teil ihres Lebens offenbaren sind wohltuend
für mich
und ich schließe ihre Geschichten in mir ein,
ich schließe mich ein in mich.

Wem werde ich mich offenbaren, wieder und wieder?

Wer bemängelt meine Fehler, die die ich zeige und die die ich nicht zeige?

Ich lerne, doch wann wend ich es an?

Ich bin und ich bin nicht,
Glücklich,
allein in der Masse.

Lieben ohne das Wort zu gebrauchen,
welches nur die leere Hülse ist,
ohne das Gefühl der Verbundenheit,

sehen wie alles ist, ohne es zu verändern,
nur spüren wie es sich verändert.
Wie Menschen sind und wie sie sich zeigen,
sind zwei Seiten einer Medaille,
wie sie sich fühlen bleibt oft fremd
und doch erkennbar in ihren Gesichtern,
Haltungen und Taten.

Ja, ich habe immer noch angst meine Anerkennung zu verlieren,
wenn ich mich zeige,
wenn ich kritisiere, wenn ich lobe.

Aus diesem Grund bleib ich still und warte auf den Moment
da es vergeht,
allein mit mir.
Aber warum drängt es mich dazu mir Taten zu versprechen
die ich nicht tue?

Warum fühle ich mich danach schlechter
als wäre ich auf Ablehnung gestoßen?

Mephisto: Du wünscht dir wohl eine Frau
die all deine Kränkeleien heilt?
Das blendet dich.
Ist dieser Wunsch nicht dazu da dir Kraft zu geben
auf dem Weg zu deiner Freiheit
und nicht dazu sie jeden Moment zu erwarten,
um dich gerade ihr über dein Leiden zu offenbaren?

Denkst du sie will dein rumgeflenne hören?

Und denkst du dein Leid offenbaren macht dich frei?

Faust:
Nein, es würde mich nur trösten,
aber es stimmt, so einen Mann will wohl keine Frau.

Mephisto: Na, war das die Antwort die du brauchtest
oder die die du erwartet hast?

Faust:
Nun gibt die Betrübtheit aber keine ruh,
nur die Vernunft schafft neue Kraft
und so brech’ ich erneut auf,
meinen Weg durch die Straßen zu ziehen.

Wenn ich auf diesen Pfaden wandle,
so glaub ich fast ich stamme aus einer alten Zeit,
der alte Glaube muss weiter in mir wachsen.
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