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Alt 03.02.2018, 09:24   #1519
männlich Gemini
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Ich kann hollebeque: Ausweitung der Kampfzone, empfehlen
Aber nur das.
Die Gedichtbände nicht, die schreibt ihr selbst besser.
Das war sein wichtigstes Buch denke ich.

Und Nietzsche und Freud ist immer einen Blick wert.

Hesse ins Klo, Pseudobuddhist.
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Alt 17.02.2018, 18:05   #1520
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Standard Elke Heidenreich und Thomas Dylan

Wut auf dem Sterbebett - jenseits der Verlogenheit.

Do not go gentle into that Good Night

Heidenreichs Zorn-Aufsatz

-ganter-
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Alt 17.02.2018, 20:02   #1521
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Dean Koontz, der Geblendete

Dean Koontz, der beste lebende Schriftsteller.

Gem
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Alt 18.02.2018, 09:14   #1522
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Standard Wenn man sich gegenseitig Autoren um die Ohren haut

Lieber Gem,

Deine Reaktion auf "Do not go gentle into that Good Night", lässt mich grübeln, ist Gemini nur ein Ignorant oder schlicht zu harmlos

-ganter-
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Alt 18.02.2018, 10:41   #1523
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Gemini...
Hm...

Also ich sehe Gemini eher als eine Mischung aus Mutter Theresa und Mickey Rourke mit größerem Gemächt.

Gem

Warte, ich kann es doch noch besser formulieren.

Derjenige, der mit den Nägeln über die Tafel kratzt.

So wird ein Nike daraus.

Gem
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Alt 18.02.2018, 10:55   #1524
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Hier sollen Bücher besprochen werden, keine User-Profile.
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Alt 18.02.2018, 11:14   #1525
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Gut, dass ich Dean Koontz für ein Genie halte wissen wir nun.

In: Der Geblendete

Arbeitet Koontz die Geburt eines Psychopathen so dermaßen erschreckend heraus, wie ich es noch nie gelesen habe. Ich lese gerne Psychopathen, wie Miller, oder Freud.
Aber diese präzise Klarheit der Sprache, habe ich bis jetzt nur bei Koontz bemerkt.

Gut, ihr mögt denken, der Gem ist im Schmuddeleck angekommen, wo er auch hingehört.

Irrtum.

Lies!
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Alt 18.02.2018, 11:17   #1526
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naja und:

Monsieur de Paris

Ich habe eine rare edition und lange danach gesucht.

Meine Mutter hat das gelesen, als ich in ihrem Bauch war.

Gem
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Alt 18.02.2018, 11:59   #1527
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Standard Bücher - welch eine Freude

Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Hier sollen Bücher besprochen werden, keine User-Profile.
Guten Morgen Ilka,

wie geht "Bücher besprechen"?,
doch sicher nicht, indem man Autorennamen und Titel auflistet. Das wäre, wie in dem Telefon-Sketsch: "Sage ich Hallo, sagt der Hallo".

Aber in Wahrheit glaube ich nicht mehr daran, dass hierzu in irgendeinem Forum ein fruchtbarer Austausch stattfinden kann. Dazu gibt es zu viel Amazon-Reklame und zu wenig Lese-Freunde.

-ganter-
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Alt 18.02.2018, 12:44   #1528
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Meine Güte, wenn ich jedesmal, wenn sich hier jemand in die Haare bekommt ein Haar bekommen würde, hätte ich immer noch eine Glatze. Außerdem Ganther, habe ich vorbildlich mein Buch besprochen.

Gem

Gemini 1

Setzen



edit: 1+ du kleiner Schlingel
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Alt 18.02.2018, 12:54   #1529
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Zitat:
Zitat von ganter Beitrag anzeigen
wie geht "Bücher besprechen"?,
doch sicher nicht, indem man Autorennamen und Titel auflistet. Das wäre, wie in dem Telefon-Sketsch: "Sage ich Hallo, sagt der Hallo".
Die Tatsache, dass manche User nur einen Autor nebst Titel hier reinschmeißen, hatte ich schon in der Vergangenheit moniert. Diesmal ging es jedoch um etwas anderes, und das habe ich deutlich mitgeteilt.
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Alt 21.02.2018, 01:24   #1530
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Ich orientiere ich sehr oft an Poe

https://www.poetryfoundation.org/poems/48860/the-raven
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Alt 21.02.2018, 16:26   #1531
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Richtig geschafft - und zwar wirklich im körperlichen Sinn geschafft durch den ständig hohen Adrenalinkick beim Lesen - hat mich der Thriller "Ihr letzter Sommer" von Anna Snoekstra. Ich fand das Buch unglaublich spannend, auch wenn ich das Ende eher unbefriedigend fand. Für die präsentierte Auflösung hätte vorher mehr Psychogramm in Richtung Täter stattfinden müssen, so fand ich das Ende nicht sehr überzeugend.

Es geht um eine Rumtreiberin, die von der Polizei wegen Ladendiebstahl aufgegriffen wird. Auf Grund einer Fernsehsendung über vermisste Personen, in der sie einen weiblichen Teenager gesehen hat, der ihr zum Verwechseln ähnlich sieht, behauptet sie, die Vermisste zu sein und erzählt, sie sei vor 11 Jahren entführt worden. Sie wird von der Familie aufgenommen und für die echte vermisste Rebecca Winter gehalten. Die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht der wirklichen Rebecca Winter kurz vor ihrem Verschwinden erzählt und aus der Sicht der jungen Frau, die sich als sie ausgibt. Die Erzählerin hat keinen eigenen Namen.
Ich habe einige Rezensionen zu dem Buch gelesen, sonst wäre mir das noch nicht mal aufgefallen, so sehr verschmilzt die falsche mit der echten Rebecca.

Sehr spannend geschrieben.
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Alt 21.02.2018, 17:56   #1532
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Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Rebecca Winter
Kurios. Ich habe eine Cousine in den Vereinigten Staaten mit diesem Geburtsnahmen.

Ich lese gerade das "Handbuch für Songtexter" von Edith Jeske und Tobias Reitz, um herauszufinden, ob die Behauptung richtig ist, Lieder seien nichts anderes als Gedichte. Jese und Reitz bestreiten das und zählen eine Reihe gravierender Unterschiede zwischen diesen beiden Gattungen auf, vor allem in der Art der Wahrnehmung durch das Lesen bzw. das Hören. Zwar gebe es viele Gedichte, die erfolgreich vertont worden seien, aber in vielen Fällen funktioniere es nicht, und dafür nennen die Autoren etliche Gründe.

Jetzt bin ich bei Seite 50 und habe ich schon einige interessante Erkenntnisse gewonnen. Insgesamt hat das Buch knapp 300 Seiten.
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Alt 21.02.2018, 20:02   #1533
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Ich kann immer wieder den Meister empfehlen. Justine und Juliette. Justine beschreibt die Tugend und Juliette das Laster. De Sade ging also davon aus, dass nur das Laster überlebensfähig ist und der Mensch als Lebewesen sich nur dadurch definiert. Was bei einem Tier der Überlebensdrang ist, also der Instinkt, ist beim Menschen der Hang zu unglaublicher Grausamkeit. Gerade in Zeiten wie diesen sollte man sein Wesen hinterfragen. Ich selbst habe mich sehr mit de Sade befasst. Was wenige verstehen ist, dass er starke Metaphorik verwendet und fast immer ein Fragezeichen am Ende steht, wo der Leser dazu angehalten wird sich selbst zu hinterfragen.

Und der Oldtime Classic:

http://www.koeblergerhard.de/Fontes/...renger1923.pdf

Da schlage ich immer gerne mal nach, wenn ich eine Kritik für ein Gedicht schreiben will.

Gem
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Alt 22.02.2018, 07:44   #1534
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Hallo Ilka,

Zitat:
Kurios. Ich habe eine Cousine in den Vereinigten Staaten mit diesem Geburtsnahmen.
Schon kurios, diesen dann in einer fiktiven Geschichte zu lesen.
In einer der Rezensionen wird aber auch erwähnt, dass die Namensgebung bzw. dass die Erzählerin selbst keinen eigenen Namen hat, eine Hommage an Daphne du Maurier ist und ihren Roman "Rebecca" (die Protagonistin zieht zu ihrem Mann Maxim de Winter). Ich gebe zu, dass ich von alleine nicht darauf gekommen wäre. Ich habe das Buch aber auch noch nie gelesen, muss ich mal nachholen.
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Alt 10.03.2018, 20:49   #1535
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Ferdinand von Schirachs neues Buch "Strafe".

Auf knapp 200 Seiten erzählt Schirach in kurzen Geschichten kuriose Ereignisse über Personen, die Straftaten begehen oder vorgeben, sie begangen zu haben, und entweder verurteilt werden oder nicht, mal zu recht, mal zu unrecht. Die Handlungen sind mitunter kurios, aber nicht konstruiert und durchaus glaubhaft. Der Leser spürt, dass hier ein Autor geschrieben hat, der in der Materie steckt (Schirach ist Anwalt).

Sein Stil ist unprätentiös. Er verzichtet auf Detailverliebtheit, schildert aber dennoch prägnant Dinge aus der Routine der Justiz, die dem Laien unbekannt sind. Bei den Dialogen beschränkt sich Schirach auf das Notwendige, kurz: Es wird nicht gelabert. Schirachs Buch könnte als Musterbeispiel für Stilkunde in Schreiblehrgängen empfohlen werden.
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Alt 12.03.2018, 19:26   #1536
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Ist ja lustig, ich habe mir gestern ein anderes Buch von Ferdinand von Schirach bestellt, "Verbrechen". Habe es irgendwo als Kurzgeschichten-Empfehlung gefunden.
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Alt 12.03.2018, 20:57   #1537
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Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Habe es irgendwo als Kurzgeschichten-Empfehlung gefunden.
Das ist kein Zufall. Für Schirach wird stark Promotion gemacht. Er taucht im Augenblick oft im Rundfunk und im Fernsehen auf.
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Alt 12.03.2018, 21:50   #1538
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Der Vorleser
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Alt 16.03.2018, 20:42   #1539
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Nachdem ich vor über einem Jahr den "Augustus"-Roman von John Williams gelesen hatte, habe ich mir jetzt die Neuauflage seines wesenlich älteren "Stoner" (1965) vorgenommen. Dieser Roman ist ebenfalls wie "Augustus" von dem Übersetzer Bernhard Robben hervorragend ins Deutsche übertragen worden.

Die Handlung beginnt vor der Zeit des 1. Weltkriegs. Im Mittelpunkt steht ein Farmerssohn, William Stoner, der vom Vater auf die Universität geschickt wird, um Landwirtschaft zu studieren und später den Hof besser bewirtschaften zu können, als es die Eltern vermochten. Während des Studiums entdeckt er seine Liebe zur Literatur, wechselt die Fächer und strebt eine Professur an. Er lernt eine junge Frau kennen, die er wegen ihrer Schönheit liebt und heiratet. Die Ehe erweist sich als Tragödie, und seine Frau treibt auch einen Keil zwischen Stoner und der einzigen gemeinsamen Tochter. Schließlich wird Stoner aus seinem Arbeitszimmer vertrieben, das seine Frau sich als "Maleratelier" einrichten will, so dass er sich fast nur noch in der Universität aufhält.

Das ist die erste Hälfte des Romans, weiter bin ich letzte Nacht mit dem Lesen nicht gekommen. Ich kann ihn aber aus zwei Gründen jetzt schon empfehlen: 1. Die Figuren sind psychologisch sehr scharf gezeichnet, so dass ihre Handlungsweisen auch dort verständlich sind, wo nicht alles erklärt wird (dies betrifft vor allem die Charakterisierung von Stoners Ehefrau, bei der vermutet werden kann, dass Kindheitstraumata ihre Unfähigkeit zur Empathie bewirkt haben); 2. Der sprachliche Stil liest sich wunderbar, was bei einer Übersetzung nicht selbstverständlich ist.
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Alt 18.03.2018, 01:57   #1540
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Ich habe jetzt zwei Bücher gelesen, die mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet worden sind, das erste davon war: "Was vom Tage übrig blieb" von Kazuo Ishiguro, das ich mit Begeisterung gelesen habe. Ich war beeindruckt von dem unglaublichen Charme, der von so gut wie jeder Zeile ausgeht. Ein englischer Butler erinnert sich an Begebenheiten aus seiner Vergangenheit, während er unterwegs ist zu der Frau, die er immer liebte, das aber weder sich noch ihr eingestand. Einfach wunderschön.

Als zweites Buch habe ich "Tricks" von Alice Munro gelesen, es sind Kurzgeschichten und ich bin von diesem Buch ziemlich enttäuscht, weil ich die Geschichten größtenteils langweilig (ausgenommen die erste Geschichte, die den Leser schon beschäftigen kann) und die Handlung manchmal unverständlich finde - nicht in dem Sinne, dass ich sie nicht verstehe, sondern in dem Sinne, dass die Handlung einfach irgendwie zusammengeschustert ist, ohne dem Leser eine Erklärung zu liefern. Beispielsweise nimmt sich die Tochter einer Protagonistin in einer Geschichte eine "Auszeit", lässt gegenüber ihrer Mutter nichts mehr von sich hören, ist jahrelang sozusagen vom Erdboden verschluckt, eine frühere Freundin trifft sie dann und erzählt es der Mutter, aber es wird kein Kontakt mehr von Tochter zu Mutter hergestellt, ohne dass dafür eine Erklärung angegeben wird wie Streit oder etwas Unverzeihliches, was die Mutter getan haben könnte, es wird noch nicht einmal angedeutet, was die Mutter (falsch) gemacht haben könnte oder welchen Grund es für das Verhalten der Tochter gibt. Ich finde das unglaubwürdig und unplausibel und wieso es für sowas einen Literaturpreis gibt, ist mir schleierhaft.
Größenteils finde ich die Geschichten nicht aufwühlend, nicht anrührend, nicht aufregend, nicht komisch, nicht ernsthaft, nicht spannend. Sie plätschern dahin, ohne wirklich etwas auszusagen oder den Leser in ihre Welt mitzunehmen.
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Alt 09.04.2018, 21:51   #1541
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Ferdinand von Schirachs neues Buch "Strafe".

Auf knapp 200 Seiten erzählt Schirach in kurzen Geschichten kuriose Ereignisse über Personen, die Straftaten begehen oder vorgeben, sie begangen zu haben, und entweder verurteilt werden oder nicht, mal zu recht, mal zu unrecht. Die Handlungen sind mitunter kurios, aber nicht konstruiert und durchaus glaubhaft. Der Leser spürt, dass hier ein Autor geschrieben hat, der in der Materie steckt (Schirach ist Anwalt).

Sein Stil ist unprätentiös. Er verzichtet auf Detailverliebtheit, schildert aber dennoch prägnant Dinge aus der Routine der Justiz, die dem Laien unbekannt sind. Bei den Dialogen beschränkt sich Schirach auf das Notwendige, kurz: Es wird nicht gelabert. Schirachs Buch könnte als Musterbeispiel für Stilkunde in Schreiblehrgängen empfohlen werden.
Ich habe jetzt das Buch "Verbrechen" von ihm angefangen, die ersten drei Geschichten gelesen und kann jetzt schon sagen, eine solche Aneinanderreihung von Klischees habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
"Es wird nicht gelabert."
Allerdings nicht (ich habe schon verstanden, dass es ein anderes Buch ist, aber der Stil wird wohl der gleiche sein). Eindimensionaler (so wie es ja in einer Kurzgeschichte sein sollte) könnten die Figuren gar nicht mehr sein. Ob dem Leser das wirklich so gefällt, ist eine ganz andere Frage.
Die Sprache ist "klar und einfach". Stimmt. Der Leser wird in keinster Weise gefordert, über das Gelesene nachzudenken.
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Alt 09.04.2018, 22:15   #1542
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Zitat:
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Der Leser wird in keinster Weise gefordert, über das Gelesene nachzudenken.
Ich kenne nur sein Buch "Strafe", bei "Verbrechen" kann ich also nicht mitreden. Aber den Eindruck, dass der Leser nur zur Aufnahme der "Berichte" (Erzählungen muss man sie nicht unbedingt nennen), aber nicht zum Reflektieren darüber aufgefordert ist, kann ich nachempfinden. Schirach schreibt ohne Zweifel stilistisch hochwertig, und er hat aus seiner Praxis eine Menge mitzuteilen. Was dir an seiner "Schreibe" fehlt, Silbermöwe, ist offensichtlich das Emotionale. Er traut sich nicht, bei seinen Protagonisten bis in die finstersten Tiefen zu dringen, und deshalb wirken seine Geschichten blutleer.

Vielleicht trifft es den Sachverhalt nicht ganz, aber besser kann ich es nicht beschreiben.
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Alt 10.04.2018, 01:36   #1543
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Ich lese das Buch "Erzählungen" von Nikolaj Gogol. Die Geschichte (weiss die Prosa nicht einzuordnen) "das Portrait" ist Klasse und hat, glaube ich, viele Dimensionen.
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Alt 11.04.2018, 18:15   #1544
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Hanns-Josef Ortheil: "Links der Seine", Insel Verlag, Berlin 2017.

Der Autor klappert das "alte" Paris, also die Stätten seiner Gründung: Île de Cité, St.-Germaine des Prés und das Quartier Latin. Er berichtet, wie es heute dort aussieht und zugeht, schildert die Vergangenheit noch vorhandener oder zumindest erkennbarer historischer Gebäude, Läden, Restaurants etc., berichtet von Begegnungen und Unterhaltungen mit Menschen und versucht vor allen Dingen jene Flecken zu entdecken, die viel vom typischen Paris und seiner Historie vorzuweisen haben, jedoch abseits von den Touristenströmen liegen. Ein Buch für Menschen, die Paris lieben.
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Alt 16.04.2018, 16:11   #1545
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Georg M. Oswald: "Unsere Grundrechte - Welche wir haben, was sie bedeuten und wie wir sie schützen", Piper Verlag, 2018.

Oswald schrieb dieses Buch, nachdem ihm klar geworden war, dass sich immer weniger Menschen in unserem Land für die Grundrechte interessieren. Es war ihm wichtig, mit falschen Auslegungen und Vorstellungen betreffend einzelner Paragraphen - vor allem der §§ 1 - 19 = Menschenrechte - aufzuräumen. Eine Erkenntnis, die mir selbst lange Zeit nicht bewusst war, geht dahin, dass die Grundrechte nicht in erster Linie das Verhalten der Menschen untereinander regeln sollen (dafür gibt es genügend ungeschriebene Anstandsregeln), sondern dass ihr oberster Sinn darin besteht, die Menschen vor der Willkür der Staatsmacht zu schützen.

Viele Erklärungen Oswalds kommen mir nach dem Lesen wie selbstverständlich vor. Nur wenige halte ich für strittig. Aber so differenziert wie er hätte ich wohl kaum über die einzelnen Paragraphen (und ihre Einschränkungen, die gibt es nämich auch) nachgedacht.
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Alt 23.04.2018, 23:37   #1546
poesiedrache
 
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vladimir nabokov einladung zur enthauptung
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