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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 29.10.2008, 13:56   #1
männlich Perry
 
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Dabei seit: 11/2006
Alter: 67
Beiträge: 2.791

Standard Wenn Wunder versagen

Halbleer
die Marienflasche aus Lourdes
daneben
das Gotteslob mit Goldschnitt

Verklungen
die begleitenden Fürbitten
Kerzenrauch
hängt in den Gardinen

Ein letzter Blick
auf geschlossene Augen
bevor
der Bestattungswagen kommt
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Alt 29.10.2008, 20:27   #2
männlich Azzy The Original
 
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Dabei seit: 10/2008
Ort: Düsseldorf
Alter: 36
Beiträge: 203

Sprachlich und von den Bildern her find ich das Gedicht echt toll, da hab ich nicht das geringste auszusetzen. Aber den inhalt, bzw. die Erzählte geschichte finde ich etwas platt, weder ist es so geschrieben, dass der tot mich hier emotional bewegt, noch kommt für mich irgendetwas überraschend, kurz der Inhalt berührt mich irgendwie nicht, es hat was von einem, technisch gut, aber ohne persönlichen Bezug, gemalten Bild, falls du meinen verworrenen Gedanken noch folgen kannst (keine Schande es nicht zu können, ich werde am Ende wahrscheilich selber nicht mehr wissen, was ich am Anfang geschrieben habe), daher möchte ich mal so fragen ob es etwas ist was du dir einfach mal ausgedacht hast oder ob du einen emotionalen Bezug dazu hast (wenn die Frage dir nicht zu nahe rückt).

Azzy
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Alt 01.11.2008, 13:03   #3
männlich Perry
 
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Alter: 67
Beiträge: 2.791

Hallo Azzy,
danke für deinen Eindruck und das formale Lob.
Inhaltlich spiegelt der Text genau diese Leere wieder, die einen erfasst, wenn man akzeptiert hat, dass gegen den Tod keine "Wundermittel" helfen.
Ich denke, dass man einen solchen Text nur schreiben kann, wenn man auch Entsprechendes miterlebt hat. Bei mir liegt es schon einige Jahre zurück und erst jetzt finde langsam Worte es zu beschreiben.
LG
Perry
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Alt 04.11.2008, 00:39   #4
männlich Milano
 
Dabei seit: 12/2007
Beiträge: 155

Standard Hallo Perry!

Der Text birgt wenig Hoffnung.
Das Ende wirkt hart und dumpf.
Diese Erfahrung, die du selbst erlebt hast, ist ein tief verwurzeltes Ereignis für Dich, welche einen Menschen reifen läßt.
Man fängt an sich mit dem Tod auseinander zu setzen und das ist ein gewaltiger Fortschritt.
Die Fahrt nach Lourdes war gewiß nicht umsonst, auch wenn Sie den Tod nicht verhindern konnte, so pflanzte sie dem sterbenden heilsames Gedankengut in seine Seele.
Was ich Dir sagen wollte ist, dass der spirituelle Weg des Toten keinesfalls umsonst war, denn genau hierin sehe ich die Hoffnung!
Wir wissen in der westlichen Welt einfach zu wenig über den Tod und das Sterben.
Doch sie sind lediglich ein Übergang und so ist Leben und Sterben eng miteinander verwurzelt und was wir schließlich alle zurücklassen müssen ist unser Körper...
Dein Gedicht hat mich nachdenklich gestimmt und es hat für mich eine traurige Seite und eine heilsame Seite.
Vielen Dank!
Gruß

Milano
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Alt 30.11.2008, 20:25   #5
männlich Perry
 
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Dabei seit: 11/2006
Alter: 67
Beiträge: 2.791

Hallo Milano,

entschuldige, dass ich dir erst jetzt antworte, aber ich habe zu spät bemerkt, dass die automatische Komm-Benachrichtigung nicht mehr funktionierte.
Ja der Tod gehört zum Leben und die Seele etc. geht ihren Weg weiter im Kreislauf der Schöpfung. Es ist nur so, dass es uns schwerfällt diesen "Weitblick" zu haben, solange wir dem Irdischen verhaftet sind. Aus diesem Grund sind wir gerne für sogenannte Wunder empfänglich, auch wenn wir wissen sollten, dass es sie nicht auf diese Art gibt.
Danke für deine verstehenden Worte und LG

Perry
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Alt 30.11.2008, 21:30   #6
Zuckerfee
 
Dabei seit: 01/2006
Beiträge: 6

Hallo,

versagen hier nicht eher die Götzen in diesem Fall, und macht dies nicht allzu schnell mutlos? Liegt nicht in dieser dunklen, schwersten Stunde des Zweifels der persönliche Kampf, das Ringen um tiefen Glauben und die Möglichkeit ihn zu bestätigen, oder eben auch die ernste Erkenntnis, dass man sich geirrt hat? Ich sehe keine Lösung in dem bitteren Rückblick auf vergeblichen Wunderglauben. Wer an Lourdes und ähnliches glauben kann, dem sei es gegönnt, auch wenn du es nicht fertigbringst. Ich auch nicht, aber es mag das geben. Wer weiß.
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Alt 10.12.2008, 12:42   #7
männlich Perry
 
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Dabei seit: 11/2006
Alter: 67
Beiträge: 2.791

Hallo Zuckerfee,

letztlich muss jeder selbst entscheiden, wie er sein Leben meistert, mit oder ohne Wunderglaube.
Der Text soll nicht werten, sondern nur die Situation danach beschreiben.
Danke für deine Sicht und LG
Perry
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