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Fantasy, Magie und Religion Gedichte über Religion, Mythologie, Magie, Zauber und Fantasy.

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Alt 19.08.2021, 13:01   #1
anamolie
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Beiträge: 198

Standard Der Panther



Magnetischer Panther, dem schwarzen Mahlstrom gleich,
dem Hexenlicht, das mich in den leeren Alptraum zieht.
Sprunghaft erwacht im zerberstenden Herzen der Geist,
und rast fiebrig in Mosaiken ins Himmelsbildnis empor.

Leere, offenbart, dass das eigene Herz leer war, der eigene
Geist leer war, der eigene Sinn und die eigene Macht.
Offenbart, dass hinter sich selbst, alle Sonnen blenden.
Offenbart, dass der Panther im Sprunge Macht gewinnt.

Fülle, offenbart, dass das eigene Herz voll ist, der eigene
Geist voll ist, der eigene Sinn von allen Träumen offen.
Offenbart, dass der Fliehende, fliehen muss, und der
Springende, springen kann, wie ein lohender Schatten.

Magnetischer Panther, lohender Schatten lohender König.
Reisst mich heraus. Reisst mich empor. Raubst mich den
Schwachen und Blinden, raubst mich ins Himmelslicht,
wo kein Schrecken erwacht, nur die Fülle lohender Macht.


anamolie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.08.2021, 15:21   #2
männlich Dionysos von Enno
 
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Dabei seit: 07/2021
Alter: 45
Beiträge: 129

Hi Ana,

"magnetischer Panther" finde ich mega geil auch: "raubst mich.." Hier ist mein erster SCHWEIF: ich widme ihn Dir. Und nun kritisiere bitte, denn ich glaube im Laufe des Schreibens ist alles mit mir durchgegangen und von der Form ist nicht mehr viel geblieben... sorry ;-)

mes compliments

Dio

Magnetischer Panther, NICHT-Sagentier, Tier aus dem Basal !
Wohin Deine Eisen-Platin-Pranken prunken, Deine Kobaltklauen hauen
Dorthin stellt sich Blut ins Feld der unsichtbaren Kräfte und richtet sich aus
Du bist Nickel-Auge, silberne Muster, anziehende Kräfte aus der Tiefe

Springst an meine Vase, Anmut auf Deinem Fell, Glanz in Deinen Augen
Um mich zu rauben Glanzjäger ? (Deine Felder sind so stark und rein)
Und diese Zähne ! Daran sind noch Späne vom ersten Tag an dem Dich
diese eine Frage aus dem Eisen gebohrt hat. Endlich! Du! Raub! Mich! Empor! In ! Deine! Kräfte!

Du trägst um Dich ein Feld Geheimnis, das hält und stößt
Mich ziehst Du an! Du schließt mir meine Mächte auf mit Deinem Willen!
Und diese Kraft! Sie wird nicht schwächer, reicht in die Ekliptik, in den Zodiak
Von dort pulsiert in Deinem Sprung auch meine Macht in mich zurück

Störe meine Felder Magnetischer Panther ! Zerbreche meine Schalen !
Schließ! Mich! Auf! Mit! Deinen! Strahlen! Aus! KRAFT
Deine MACHT ist MEINE MACHT, ist überwältigend
BEWUßT GEMACHT
Dionysos von Enno ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 19.08.2021, 15:44   #3
anamolie
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Dabei seit: 11/2019
Ort: Hier
Beiträge: 198

Wow, hey, stells doch als eigenständiges Werk ein!

Das EINZIGE, was ich etwas anmerken würde, ist, dass ich S2Z4 nach Empor die letzten drei Worte in die S3 absetzen würde damit das Strophenbild angenehmer wird, die Zeilenlänge. In S4 kann man das ja absetzen.

Du siehst, ich bin eigentlich total doof und nichtskönnend, nur die Form hilft halt sehr.
Ich mag Sonett-Form, und Schweif-Form, das sind die Besten.
Die Hilfreichsten, die am Besten disziplinieren und stabilisieren - eben Skalpell und Vorschlaghammer.

Es ist eigentlich verwunderlich, dass es ausser dem Sonett so wenige praktikable Formen gibt - und ehe mir noch irgendwer zwei Dutzend Formen kredenzt - ich sagte, PRAKTIKABLE Formen. Machbare, die was nützen, die nicht einfach nur hochgestochene eitle Metrums-Experimente darstellen wie zb Distichon im Weitesten, auch zb Alexandriner. Ein Pantun zb ist ja auch eher eine experimentelle Redundanz. Ich meine, macht ja Alles Spass, kann auch Sinn machen, aber wirklich brauchbare, alltagstaugliche Formen, die disziplinieren und stabilisieren, die Gedankenfluss und Sprachfluss kanalisieren und stützen, brauchbar, handfest, davon gibts jetzt - zwei.

Ich mag diese Schweif-Erfindung als Form, weil sie ALLES erlaubt, auch Redundanz, jedes Metrum, jeden Bruch, jede Aufzählung und Ausschweifung, aber vor Allem kann man sich sehr breit aufgestellt, reflektierend, sowohl gedanklich, als auch gefühlsmässig, als auch formuliertechnisch, entfesseln. Es gibt an dieser Form einfach nichts, was Einen daran hindert.

Aber für dich: Ich bin ein 147 Kilogramm schwerer Trucker aus Halle, der nicht mehr in den LKW-Sitz furzen darf, weil sonst die Karre schmilzt.


Ja, "Magnetischer Panther" als Schweif-Anfang, und dann "Geschweifte Klammer" (daher der Name) als S1 und S4 Auftakt, ist wirklich gut.

Tatsächlich schreibe ich Schweife aber sehr kontrolliert, also, entfesselt, UND kontrolliert, seltsam. Der gleichlautende S1 und S4 Auftakt klammert als Geschweifte Klammer die Ausschweifung, es ist Einführung in den Schweif S1, und Einführung in die Crux/Crux-Vernichtung S4, die S2 und S3 sind Ausschweifungen oder Gegenüberstellungen, wie in dem Fall Leere und Fülle, in sich, These Anti-These als Dualität, Erklärung, ehe sie aufgelöst oder vernichtet wird in S4, das ist mega mega simpel - aber funzt gut!
anamolie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.08.2021, 15:56   #4
männlich Dionysos von Enno
 
Benutzerbild von Dionysos von Enno
 
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Beiträge: 129

Aber für dich: Ich bin ein 147 Kilogramm schwerer Trucker aus Halle, der nicht mehr in den LKW-Sitz furzen darf, weil sonst die Karre schmilzt.

Ja, das wusste ich schon. Ist aber nicht wichtig. Hier gehts ja um LYRIK ;-)

Danke für Die Inspiration und Deine wertigen Erläuterungen!

mes compliments

Dio
Dionysos von Enno ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 19.08.2021, 16:06   #5
anamolie
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Beiträge: 198

Das heisst genau genommen LYRKI, das ist ein weit verbreiteter Irrtum.

Gerne! Daher "Schweif", weil ein redundant wirkender Auftakt, also XXX in S1 als Auftakt, als erste Vorstellung oder These, in S2 ausgeschweifter betrachtet wird als breite These, in S3 gegebenenfalls gegenübergestellt als Anti-These, ehe, nach einer breiten Ausschweifung von These Anti-These, der ursprüngliche Auftakt wieder aufgenommen und vernichtet - oder vollendet wird, also XXX in S4. Eine redundant erscheinende geschweifte Auftakt-Klammerung von S1 und S4, die die Ausschweifungen und Entfesselungen von These Anti-These in S2 und S3 disziplinieren, um eine Entfesselung herum. Super simpel.

Aber wenn man das mal kapiert hat, super nützlich.

Zumal man jedes Metrum verwenden kann, die Breite der Ausschweifung und Entfesselung lässt schlicht jedes Metrum, jeden Bruch, jeden Prall, jeden Stop, jeden Reim oder Binnen-Reim oder keinen Reim, schlicht Alles zu, ohne jede Einschränkung, jede Umschreibung, jede Bedeutung, jeden Gedanken, jedes Gefühl, das ist das Schöne daran.

Achso, ja! Aber wie überall ist auch hier der Schweif nicht gebunden. Man braucht nicht irgendwelche Vorstellungen von These, ausschweifendere These, ausschweifendere Anti-These, und Vollendung/Vernichtung der These/Anti-These, man kann auch einfach nur ausschweifende Entfesselung üben - das ist eine sehr verzeihende, gnadenlose Form.

Dein Schweif ist eigentlich nur pure Entfesselung, sogar brachialer als meins.

Freut mich, dass da mal lyrisch einem die Birne aufging.
anamolie ist offline   Mit Zitat antworten
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