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Alt 11.03.2018, 12:30   #1
männlich dr.Frankenstein
 
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Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
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Standard ist das Ego schlecht?

Das Ego als das höchst gefeierte Gut im Kali Yuga Höhepunkt,
(welcher sich ja durch unseren Bewusstseinssprung im Jahre 2012
heraus kristallisiert hat zu seiner Klarheit)
ist im Grunde nur Diener der Sehnsucht, der Lust, des Triebes.
Aber, was heißt hier nur?

Nur ist wirklich untertrieben für so einen intressanten Persönlichkeitsanteil
wie das Ego, das so oft verteufelt wurde.
Wobei gerade das Ego unsere Verbindung zur Außenwelt herstellt.

Das eigentliche Problem der Verteufelung ist die Zentrierung des Ego.

In wirklichkeit ist das Ego ja ein nützlicher Gehilfe zur Entfaltung deiner Persönlichkeit.

Goethe hat im Faust ja versucht diese Persönlichkeitsanteile zu trennen.
Mephisto ist der Diener des Dr. Faust. Faust symbolisiert die inneren Vorstellungen und Wünsche.
(Ein ziemlich böses Beispiel, ich weiß, aber fast jeder kennt die Geschichte.)
Mephisto verschafft ihm Zugang zur Frau seiner Träume, aber statt auf seine innere Weisheit zu
hören, hört er auf Mephisto, sein Ego, welches die Geschichte in ein Drama verwandelt.
Obwohl es so gut anfing. (Aber wer wöllte das sonst lesen.)

Diese Symbolik mit dem Teufel auf der linken und dem Geist auf der rechten Seite ist nicht ganz ok.
Mephisto ist ja immer unser Äußeres, unsere Tat aus der Sehnsucht heraus.

Es hängt ja davon ab mit welchen Idealen der Geist die Sehnsucht füttert.
Die Sehnsucht ist das wilde Tier in deiner Brust, dessen Käfig Mephisto ist,
er verkleidet das Tier in die Norm.
Er zieht den Hut: "Guten Tag, Gnädiges Froilein."

Oder fragt in der Bibliothek: "Haben sie das Buch ein Meteoriden?"

Es ist der Durst dem er etwas verschafft.
Eine Art äußerer Schauspieler, aber nicht im negativen Sinne. Außer, wir identifizieren
uns mit diesem Schauspieler.

Dr. Faust, will ja im Hintergrund das Froilein gern kennenlernen, aus dem inneren zu ihr
heraustreten.

Dr. Faust möchte wissen ob das Stück Metall das er im Wald fand ein Meteorid ist.

Manchmal steht aber nur noch der Schauspieler im Mittelpunkt, wir wissen garnicht wonach wir suchen
oder was Mephisto(das Ego) für unsre Sehnsucht machen soll.
Mephisto soll genauso gut sein wie die anderen Mephistos, Fazit, auch genau das gleiche machen:
Ausbildung, Abitur, Fahrschule, Rindfleisch essen.
Weil Mephisto oder die weibliche Mephistina(die Ega) es bis gerade eben nicht geschafft hat,
das zu bekommen was sie innerlich will oder sich wünscht, hat sie aufgehört sich etwas für ihr innerstes zu
wünschen oder besser es zu <WOLLEN!!!!!>.

An diesem Punkt, diesem Konfliktpunkt liegen die meisten seelischen Probleme.
(Schizophrenie-besondere Feinfühligkeit trifft auf Unverständnis der Umwelt und irgendwann übernimmt das
Innere die Macht und durchbricht die Grenze der Logik.
Borderline-besonderes Einfühlungsvermögen auf das mit Abweisung reagiert wurde.
Narzismuss-übertriebenes Loben der schauspielerischen Fähigkeiten
u.s.w. und das alles geschieht meist von den eignen Eltern, für die es auch nie im Mittelpunkt stand
ihr inneres in die Wirklichkeit einzubringen, um diese damit zu bereichern.)

Das Ego arbeitet nicht mit dem Inneren zusammen, es kann dem Inneren keinen Raum in dieser
Welt verschaffen.

Und hier liegt gerade der Vorteil unserer modernen Welt.
Es sind unendlich viele Räume für das Ego erschaffen worden und Möglichkeiten.

Leider ist es auch viel weniger spirituell in der Welt,
man reitet nicht mehr trommelnd ums Feld um die bösen Geister zu vertreiben.
Man gibt keine Opferfeste mehr wo etwas von seinem Besitz geopfert wird, damit alle auf der
Party was davon Essen und trinken können, man verkleidet sich nicht mehr
um den vielen kleinen Teufeln zu huldigen die so in uns wohnen,
man räuchert nicht mehr zu Weihnachten, man huldigt nicht mehr der Ostergöttin des Frühlings
mit Eiern und Hasen............Oh, da fällt mir was auf, wir machen es ja doch noch.

Aber eben nur noch mit dem Ego, und nicht mehr mit der Seele, mit Dr. Faust.
Weihnachten ist ein Fest der Ahnen, darum fährt man immer zu Oma und Opa (nicht wegen der Liebe, die ist zu Ostern
dran, da lernt man nämlich das Suchen.)
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