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Alt 23.11.2013, 14:22   #1
männlich J-NB
 
Dabei seit: 11/2013
Alter: 22
Beiträge: 1

Standard Ein Held (Geschichts(prototyp))

Hallo liebe Community!
Ich bin neu hier und habe auch keine Ahnung, ob ich hier ins richtige Subforum schreibe. Naja, wie dem auch sei, ein kurzes Vorwort:

Ich bin 16 Jahre alt und gehe in die 11. Klasse. Da ich gerne meine selbstgeschriebenen Geschichten mit anderen, als nur meinen Bekannten teilen möchte, habe ich mich hierhin verirrt. Die Geschichte ist in einem Tag entstanden und eher aus Langeweile. Sie war auf meinem karierten Block ca. 10 Seiten lang, mein bisher längster Text. Es ist eher Fantasie, spielt aber in der reellen Welt. Alle Personen und Handlungen sind frei erfunden und entsprechen keiner reellen Person oder reellen Gedanken. Es ist REINE Fantasie. Die Geschichte ist in der Ich-Erzählform geschrieben und sie ist gegen Ende und zwischendurch vielleicht etwas gequetscht. Ich wollte halt einfach irgendwann zum Ende kommen. Zudem gibt es häufig Zeitsprünge.

Bevor die Geschichte losgeht noch eines: Ich würde es toll finden, wenn sich jemand diese Geschichte wirklich durchliest und ich freue mich schon auf jeden Kommentar.

Ein Held

Da bin ich nun, 25 Jahre alt, Offizier der Marine, selbsternannter Philosoph und es gibt Fragen. Viele Fragen. Normalerweise würde ich mich mit ihnen auseinandersetzen, ich habe aber momentan keine Lust. Die Stimmung ist einfach zu depressiv. Dies ist auch der Grund für meinen momentanen Spaziergang. Es ist fast Weihnachten. Weihnachten 2080. Hier laufe ich also, im Wald. Es liegt überall Schnee und es ist totenstill hier. Man würde eigentlich eher einen Spaziergang in der Stadt machen, jedoch ist es mir dort jetzt zu fröhlich. Ich kann es mir einfach nicht anschauen, diese vielen glücklichen Paare. Ich bin allein, deswegen täte es einfach zu sehr weh. Na, der Wald ist aber auch schön. Ich mache an einem See rast und sehe die wunderschöne Natur. Plötzlich fliegt eine Schneeeule an mir vorbei. Welch imposantes Geschöpf. Und so elegant. Wie schön die Welt nur sein kann. Auf einer Bank sitzen schwebe ich in Gedanken. Ich mache Karriere und die Welt könnte so schön für mich sein. Wär ich doch nur nicht allein. Ich erwische mich heimlich bei dem Gedanken an ein Mädchen. Sie ist aus meiner Einheit. Ich glaube, ich könnte in sie verliebt sein, doch ich muss solche Gedanken unterdrücken. Naja, es muss halt sein. Daraufhin mache ich mich auf den Weg nach Hause, denn es wird schon dunkel.
Zuhause angekommen entdecke ich einen Brief in meinem Briefkasten. Normalerweise bekomme ich nicht viel Post. Ich lese den Brief. Ich soll befördert werden. Es ist zwar schon schön, aber wäre es nicht noch schöner, wenn es jemanden außer meinen Eltern gebe, der sich mit darüber freut? Auf jeden Fall rufe ich meine Eltern an, um ihnen die tolle Botschaft mitzuteilen. Natürlich freuen sie sich. Wie immer. Ich bin ja auch der einzige aus meiner Familie bisher, der einen solchen Weg einschlug und einen solch hohen Schulabschluss hatte.
Weihnachten rückt näher und ich stelle mir ständig vor, was für schöne Dinge ich mit jemandem an meiner Seite nur täte.
An Weihnachten selbst holte mich die Realität dann wieder ein. Noch vor Silvester würde es in einen Einsatz gehen. Das positive daran: es geht in eine warme Region. Das negative: ich würde zwangsweise wieder jeden tag die Frau sehen, in die ich verliebt bin. Dies liegt daran, dass ich 1. Wachoffizier einer Fregatte bin und sie ist 2. Wachoffizier. Man möge sich fragen, warum ich sie nicht anspreche und es versuche. Naja, das liegt zum einen daran, dass sie schon jemanden haben könnte und ich mich dann schämen würde. Zum anderen liegt es daran, dass ich noch nie eine Freundin hatte und somit keine Ahnung von Frauen habe.
Am 28. war es dann soweit, es ging in den Einsatz. Es war, wie immer, ein riesiges Ereignis. Traditionell wurde das Auslaufen natürlich vom Musikkorps begleitet. Ich nehme meinen Arbeitsplatz ein und in drei Wochen sind wir im Einsatzgebiet.
Im Einsatzgebiet angekommen wurden wir auch schon direkt mit Angreifern konfrontiert. Es ging aber für uns, wie erwartet, gut aus. So ging es dann die folgenden Tage wieter.
Ein Paar Tage später war es dann ruhig, zu ruhig. Es war so wenig los, dass der Kommandant beschloss, eine Erkundungstour mit dem Heli zu machen. Dann folgten die Ereignisse Schlag auf Schlag. Alles war ruhig, aber plötzlich kam ein Notruf rein. Es ist unser Heli. Er ist am abstürzen. Die Verbindung brach ab. Ich beschloss natürlich, sofort an die letzten bekannten Koordinaten hinzufahren. Was ich dort sah, war schrecklich. Es schwammen zahlreiche Trümmer und es brannte. Wir fanden auch den Kommandanten. Er ist tot. Das bedeutet für mich, dass ich das Kommando übernehmen muss. Das war zuerst ein Schock, doch dann schwand dieses Gefühl und wurde zu einer leichten Freude. Natürlich bin ich bestürzt, dass der Kommandant tot ist, aber ich bin an dem Ziel angelangt, wo ich schon immer sein wollte. Ich bin Kommandant des Schiffes. Danach ging es tagelang mit Angriffen weiter. Wir hatten alle Hände voll zu tun.
Irgendwann kam dann die Abkommandierung zurück nach Hause. Es war kein Grund angegeben. Aber naja, ab nach Hause. Drei Wochen Rückreise. Doch was würde mich dort erwarten? Mein unschönes, einsames Leben.
Angekommen im Hafen warteten schon zahlreiche Angehörige. Außerdem wartet bereits eine Delegation, bestehend aus dem Generalinspekteur und dem Verteidigungsminister. Nachdem wir anlegten, gingen wir von Bord. Die Delegation kam direkt auf mich zu. Sie gratulierten mir. Ich bin offiziell zum Fregattenkapitän ernannt worden. Damit steht die Fregatte nun unter meinem Kommando. Das jedoch bedeutete gleichzeitig dass die Frau, die ich liebe nun 1. Wachoffizier ist. Somit würde ich ihr noch ausgesetzter sein.
Als ich in meiner Wohnung ankam habe ich mich hingelegt und nachgedacht. Nachgedacht über mein Leben. Ich bin endlich Kommandant. Ich habe das Ziel erreicht. Aber bin ich wirklich glücklich? Die Zeit verging und ich fühlte mich immer leichter. Währenddessen quälte mich aber diese eine Frage: "Kann ich wirklich glücklich sein?". Ich musste die Frage beantworten. Ich schaffe es nicht mehr, es zu unterdrücken. Doch es kann nur eine Antwort auf diese Frage geben. Leider lautete sie: NEIN! Ich bin zwar Karrieremäßg auf einem Höhepunkt, aber ich bin allein. Alles was ich habe, bin ich und meine Karriere. Wie gerne hätte ich nur jemanden an meiner Seite.
Ich stand vor meinem Spiegel und sah mir tief in die Augen. Es war, als ob ich mir selbst in die Seele schauen würde. Dabei wurde mir eines klar: Ich bin Kommandant, der jüngste jeher. Ich kann mich nicht mehr hinter der Fassade verstecken. Also beschloss ich, allen Mut zusammenzufassen und mich der Frau meiner Träume zu öffnen.
Am nächsten Tag gehe ich also zu ihr. Wir treffen uns auf der Kommandobrücke und ich bitte sie zu einem außerdienstlichem Gespräch in meinem Büro. Dort angekommen nahmen wir Platz. Für einige Minuten ist es still. Ich weiß nicht was ich sagen soll. Ich bin wie eingefroren. Letztendlich aber nahm ich allen vorhandenen Mut zusammen und eröffnete das Gespräch. Ich sagte ihr wie lange und wie sehr ich empfinde. Dann rutschte mir mein Herz sprichwörtlich in die Hose. Sie sitzt da, sagt nichts. Ich las aus ihrem Gesicht, dass sie schockiert ist. Mein Herz raste. Was würde sie sagen? Es vergehen 3 Minuten, die sich anfühlten wie 3 Jahre. Sie holt tief Luft und beginnt zu sprechen. Erst sagt sie, wie geschockt sie ist. Daraufhin möchte sie nichts weiter sagen und lädt mich zum Essen ein. Heute Abend. Sie verließ das Büro und mir schossen Fragen in den Kopf. Lud sie mich ein, damit ich dort meine Gefühle besser ordnen kann, da sie nicht gleich empfand? Es bringt nichts sich mit diesen Gedanken auseinanderzusetzen, es ist sowieso Feierabend. Also ging ich nach Hause.
Dort angekommen machte ich mich fertig für den Abend. Ich zog meinen besten Anzug an. Ein Blick in den Spiegel bevor es losgeht. Bei diesem Blick quoll ein wenig Angst auf, doch ich schüttelte sie ab. Auf dem Weg zum Restaurant ging mir so vieles durch den Kopf. Ich dachte aber nicht näher über die Dinge nach, denn sonst hätte ich wohl unerträgliche Kopfschmerzen bekommen.
Ich betrat das Restaurant und sie wartete bereits am Tisch auf mich. Der Kellner führt mich zum Tisch und ich sah, wie wunderschön sie ist. Sie trug ein rotes Abendkleid und ihre Haare sahen wie von Engeln aus. Ihr Lächeln glich dem Kuss eines Engels. Nachdem wir uns begrüßten und bestellt hatten, sagte sie was für einen tollen Anzug ich doch hätte. Ich will daraufhin etwas sagen, jedoch dezenter als ich es tat. So kam es dazu, dass ich sagte, dass sie die schönste Frau auf Erden sei, die ich je in meinem Leben sah. Zurück kam ein Kichern und ein Danke. Sie war undurchsichtig. Ich kann nicht erkennen, was sie denkt. Ich kann ihre Emotionen nicht deuten. Das macht mich ein wenig unsicher. Es dauert nicht lange da das Essen bereits kommt. Während wir aßen unterhielten wir uns. Ich bin sehr interessiert an dem, was sie erzählt und bei ihr scheint es dasselbe zu sein. Wir redeten so ziemlich über alles. Lebensgeschichte sozusagen. Nach dem essen wird es kurz ruhig. Sie lächelt und ich starre nur lächelnd auf mein Glas Wein. Es ist schon spät, also fahre ich uns nach Hause, war ja nur ein Glas Wein. Angekommen bei ihr gehen wir zur Tür. Verabschiedung muss nun einmal sein. Wenn es da nur nicht dieses eine Problem gebe. Das Problem, dass sie so wunderschön ist wenn ich sie anschaue. Daraufhin rutscht es mir heraus und ich sage aus Versehen, dass ich sie liebe. Mein Herz rast, als ob es gleich explodiere. Ich erhielt keine Antwort, jedoch küsste sie mich. Ich dachte mir, dass das Antwort genug sei.

So vergingen die Tage und wir kamen uns näher. Nun Leben wir sogar schon zusammen. Der weilen änderte sich aber nicht nur unser Leben, sondern auch die Politik. So sahen wir alle tatenlos zu, wie die NPD zur neuen Macht aufstieg. Wir nahmen es alle einfach hin. Ich jedoch machte mir schon Gedanken und Pläne, falls dasselbe wie im 2. Weltkrieg passieren würde...
2 1/2 Jahre vergingen. Ich bin endlich mit meiner Traumfrau verheiratet und habe zwei Kinder. Außerdem verlangte der aufkommende Neo-Nationalsozialismus, eine neue Armee aufzubauen. Insbesondere wurde Wert auf die Marine gelegt. So kamen zahlreiche neue Schiffe bzw. Flotten hinzu. Aufgrund dessen wurde ich zum Flotillenadmiral befördert, da nicht ausreichend harmonisierendes Führungspersonal vorhanden war. Somit war ich Befehlshaber der 1. und 11. Flotte. Es gab insgesamt nur 11. Mir und meiner Frau machte der Gedanke an den Neo-Nationalsozialismus Angst. Doch uns blieb keine andere Wahl, ohne sterben zu wollen.
Es kam dazu, dass aus unserer Demokratie eine Diktatur wurde. Alles geschah 1:1, wie im 2. Weltkrieg. Natürlich konnte ich nicht tatenlos zuschauen, doch meine Hände sind mir gebunden.
Deutschland begann abermals also einen neuen Krieg. Es lief, zu meinem Unglück, besser als im 2. Weltkrieg. Wir waren allen haushoch überlegen. Der Krieg würde so in drei Jahren gewonnen sein. Ein Wink des Schicksals half mir jedoch. Ich wurde zum Oberbefehlshaber der Marine ernannt und meine Frau zur Stellvertreterin. Die Verschwörung war bereits geplant. Mehr oder weniger. Ich müsste eine solche Macht haben, dass die ganze Marine mir folgen würde.
Ein weiteres Jahr verstrich. Ich habe mir das Vertrauen aller gewonnen. Nun haben meine Frau und ich totale Kontrolle über die Marine. Das Problem ist, dass wir den Krieg am gewinnen sind. Wir würden bald auch Amerika angreifen. Ich wusste als, welchen Befehl unser Diktator als nächstes geben würde. Amerikas Flotte würde untergehen. Das war aber entgegen meiner Ziele.
Es stellte sich mir nur eine Frage. Würde ich ein Attentat versuchen? Oder würde ich mich mit Amerika verbünden und Deutschland in Schutt und Asche verwandeln? Nach tagelanger Rastlosigkeit und tagelangem Nachdenken kam ich auf eine endgültige Antwort. Ich entschied, mich mit Amerika zu verbünden. Vielleicht kann ich dadurch Deutschlands Souveränität nach dem krieg retten.
Der befehl kam also und wir fuhren mit allen 11 Flotten in Richtung Amerika. Wir haben auf dem Weg dorthin bereits alles mit den Amerikanern mitgeteilt. Sie würden uns unterstützen. Das Überleben Deutschlands, aber insbesondere meiner Familie sah ich gesichert. Auf halben Weg trafen sich nun unsere Marinen und wir starteten den Angriff gegen das Heimatland. Das Heimatland aller meiner Kameraden, meiner Familie und mir...
Alles lief vergleichsweise schnell. Durch unser vorbildliches Verhalten, ergaben sich Luftwaffe und Heer fast bedingungslos. Zwei Monate brauchten wir bis nach Berlin. Der Diktator war bereits tot. Der Krieg war also vorbei. Die Alliierten ließen verkünden, dass Deutschlands Souveränität erhalten bleibe, aufgrund des vorbildlichen, aufopferungsvollen, selbstlosen Handelns deutscher Soldaten zur Erhaltung des Allgemeinwohls von Volke und Staat. Das war der Wortlaut. Außerdem wurde ich mit den höchsten Auszeichnungen Amerikas und Deutschlands geehrt. Die restlichen Soldaten wurden ebenfalls geehrt und anerkannt. Ich wurde zum ersten Befehlshaber der Neudeutschen Armee ernannt. Von nun an herrscht wieder Demokratie in meinem geliebten Land. Hoffentlich für immer.
Als die Lage sich nach ein Paar Tagen insgesamt beruhigte musste ich wieder nachdenken. Ich habe es geschafft. Ich habe alle Karriereziele erreicht. Desweiteren habe ich für das Wohl meines geliebten Landes gesorgt. Aber, und das ist das wichtigste, ich habe meine Traumfrau getroffen und geheiratet und außerdem zwei Prachtkinder. Ich würde alles genau so wieder machen. Ich kann sagen, dass ich letztendlich der glücklichste Mensch auf der Welt bin...
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