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Alt 19.02.2012, 15:07   #1
männlich Era
 
Dabei seit: 02/2012
Alter: 25
Beiträge: 2


Standard Der Tanz mit dem Alter.

Halli Hallo,
ich hab mich hier mal eben angemeldet, da ich zwar seit einiger Zeit Songtexte schreibe (dazu bin ich auch auf einem anderen Forum tätig), aber mich nun auch mal an Fließtexten probieren wollte. Ich hab hier einen angefangen, habe aber leider keine Ahnung wo ich vom Niveau her stehe, und ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ihr mir Tipps und Kritik geben könntet.

Der Text ist noch nicht fertig!

MfG Era

Der Tanz mit dem Alter

Früher habe ich meinen Herzschlag gehört. Heute nicht mehr, die Zeiten haben sich geändert. Die Menschen werden alt und grau. Meine Ohren werden schlechter. Ich höre nicht mehr das sanfte Flüstern der Jugend, das so viele Momente unvergesslich machte und mich wie einen Hauch aus dem Mund einer Frau erbeben ließ. Die Ungewissheit des nächsten Morgens lag wie Fluch auf mir, doch habe ich sie wie einen Segen geliebt. Wie die Hände, so bekamen auch die Erinnerungen Furchen. Furchen, tief wie Schluchten, nicht zu überqueren. Wäre ich ein Baum, so hätte ich verdorrte Blätter. Eine kahle Baumkrone. Ich hätte eine Rinde, knorrig und vernarbt, gezeichnet von der Zeit. Ich brauche sie zurück, die sanfte Haut, denn sei ich als Baum noch so stolz – ich fürchte die Axt. Mit der Liebe im Herz einzuschlafen, das ist es was ich vermisse. Keine Tränen mehr, weil niemand dort ist, um den es sich zu weinen lohnt . Wenn ich mich recht erinnere, so war mein Herzschlag unregelmäßig, ebenso wie mein Schlafrythmus und mein Empfinden. Die Erinnerungen sind zäh. Beton in meinem Kopf. Früher flossen die Gedanken hinaus wie Sand, jeder Korn ein Funke Geschichte.

Ich frage oft mich, wozu wir auf dieser Erde sind. Früher hätte ich eine Antwort parat gehabt, etwas wie „Um den Sinn zu finden.“ oder etwa „Um das Leben zu genießen, langsam und häppchenweise.“ Doch jenen Genuss, den habe ich nie gefunden. Vielleicht lag er versteckt unter all den Verlusten, unter all dem Schmutz und den Scherben, unter den verwelkten Rosen und zu Boden gefallenen Küssen, abgeblättert mit der Zeit.
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Alt 19.02.2012, 15:18   #2
Thing
R.I.P.
 
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Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.119


Halli Hallo, Era -

ich persönlich finde Geschichte und Stil sehr gelungen; auch habe ich nur 3 - 4 Fehler entdeckt, was sehr für Dich spricht.
Gefällige Wendungen, nichts Verbrauchtes oder Abgegriffenes.
Da bin ich auf die Fortsetzung gespannt!

LG
Thing
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Alt 19.02.2012, 15:36   #3
männlich Jeronimo
gesperrt
 
Dabei seit: 10/2011
Alter: 66
Beiträge: 4.223


Ich persönlich kann mich nur Thing anschließen.
Ein ansprechender Erzählstil. Sehr angenehm.

Jeronimo
Jeronimo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.02.2012, 16:35   #4
weiblich Ilka-Maria
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Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 22.217


Ich sehe es anders: Mißlungener Einstieg und langweilige Beschreibung inhaltsleerer Gedanken. Der zweite Satz ist durch den ersten überflüssig, und beim dritten Satz wird es zäh.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.02.2012, 16:35   #5
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.119


So verschieden kann man empfinden!
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Alt 19.02.2012, 19:23   #6
männlich Era
 
Dabei seit: 02/2012
Alter: 25
Beiträge: 2


Hey,
vielen Dank für die Feedbacks (und die Kritik).

@Ilka-Maria
Wie gesagt, es ist der erste Versuch zu einem Fließtext. Ich hätte mich sehr darüber gefreut, wenn du mir vielleicht einen Ratschlag gegeben hättest.
Inhaltsleer sind die Gedanken keinesfalls, möglicherweise nicht oftmals nicht wirklich ausgeführt.
Warum ist der Text langweilig beschrieben? Ich würde mich über einige Beispiele und Verbesserungen freuen.

@Thing und Jeronimo

Vielen Dank. Ich weiß, er ist nichts unglaublich gutes, ich muss erstmal reinkommen.

MfG Era
Era ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2012, 04:07   #7
weiblich Limette
 
Dabei seit: 02/2012
Alter: 26
Beiträge: 12


sehr schön, der text wirkt harmonisch, obwohl er auf den zweiten blick eher pessimistisch und melancholisch ist
Limette ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2012, 04:52   #8
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
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Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 22.217


Zitat:
Zitat von Era Beitrag anzeigen
@Ilka-Maria
Wie gesagt, es ist der erste Versuch zu einem Fließtext. Ich hätte mich sehr darüber gefreut, wenn du mir vielleicht einen Ratschlag gegeben hättest.
Inhaltsleer sind die Gedanken keinesfalls, möglicherweise nicht oftmals nicht wirklich ausgeführt.
Offen gesagt, habe ich den Text erst im zweiten Anlauf ganz gelesen, beim erstenmal hatte mich der Einstieg abgeschreckt:

Zitat:
Früher habe ich meinen Herzschlag gehört. Heute nicht mehr, die Zeiten haben sich geändert. Die Menschen werden alt und grau.
Grund: Der zweite Satz beginnt mit einer Wiederholung des ersten Satzes, nur mit anderen Worten. Der Zusatz "... die Zeiten haben sich geändert" scheint das zu rechtfertigen. Aber dann geht das Ich zur Allgmeinheit über: "Die Menschen werden alt und grau." Hier entsteht Verwirrung, weil man eine Ich-Erzählung erwartet hat, es aber wohl mit allgemeinen Betrachtungen zu tun bekommt. Aber dann geht der Text doch wieder zum Ich zurück. Dann fällt das Herz aus dem Focus, es geht unvermittelt mit den Ohren weiter. Der Bezug der schlechter werdenden Ohren wird durch die eingeschobenen Sätze "Heute nicht mehr ..... Die Menschen werden alt und grau" von der Tatsache, daß der Herzschlag nicht mehr gehört werden kann, abgetrennt.

Weshalb nicht bei der Ich-Form bleiben und den Bezug enger machen:
Früher habe ich meinen Herzschlag gehört. Jetzt bin ich alt und grau, und meine Ohren werden schlechter ...
Vielleicht sehe ich das ja auch zu strikt, Tatsache ist aber, daß ich beim ersten Leseversuch nach dem dritten Satz keine Lust mehr hatte, weiterzumachen.

LG
Ilka
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Stichworte
alter, herzschlag, nostalgie

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