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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 20.11.2019, 16:52   #1
männlich stephanius
 
Dabei seit: 06/2016
Ort: Sachsen
Beiträge: 389

Standard Monolog mit einer Toten

Und nun stehe ich hier im Dunkel
und suche Dein Fenster
und sehe hinter gelber Gardine den schmalen Schatten
der längst nicht mehr Dein Schatten ist
und ich weine die Tränen heraus
die ich glaubte gar nicht weinen zu können
weil ich doch schon so erwachsen bin
und doch auflegen musste als der Arzt anrief
um mir zu sagen dass es vorbei wäre
und ich ihn nochmals anrufen musste
um es wieder und wieder zu hören
ehe ich es wirklich begreifen konnte
obwohl ich es doch längst wusste
dass es bald vorbei sein würde
und ich ohnehin
mit jedem Klingeln damit rechnete
das dieser Anruf kommen würde.
Und nun stehe ich hier im Dunkel
und suche Dein Fenster
und ich würde Dir gern so vieles sagen,
all das was ich Dir noch nie sagen konnte,
aber es kommen die Tränen und
sie ertränken die Worte und
das ist auch gut so.
Und nun stehe ich hier im Dunkel …
stephanius ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.11.2019, 11:03   #2
männlich Ex-MiauKuh
abgemeldet
 
Dabei seit: 08/2017
Beiträge: 2.047

Hey,

und so geht es weiter und weiter und weiter ... aber das Dunkel muss auch durchbrochen werden. Irgendwo ist immer ein Quäntchen Licht. Und dann geht es bergauf ...

Flüssig geschrieben, ein Gedankenstrom.

Das hab ich tatsächlich verstehend bis zum Schluss gelesen.

Liebe Grüße
Ex-MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2019, 00:55   #3
männlich stephanius
 
Dabei seit: 06/2016
Ort: Sachsen
Beiträge: 389

Ja lieber Werner, es geht immer weiter, das ist richtig.
Freut mich, dass es Dich angesprochen hat, auch wenn
es einen traurigen Hintergrund hat.
Aber ich habe festgestellt, das Aufschreiben ist die beste
Bewältigungsstratgie, das hilft wirklich, auch bei depressiven
Phasen, da kann man Körper und Seele mal richtig hinterleuchten
und bei der anschließenden Draufschau hat es schon einiges vom
Schrecken verloren.
Danke Dir und beste Grüße
St.
stephanius ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.2019, 13:54   #4
weiblich AlteLyrikerin
 
Benutzerbild von AlteLyrikerin
 
Dabei seit: 11/2018
Ort: Burglengenfeld
Alter: 69
Beiträge: 1.408

Hallo stephanius,
Zitat:
Und nun stehe ich hier im Dunkel …
Diese Worte ziehen sich leitmotivisch durch den Text, der ein lyrisches Ich in beklemmender Trauer zeigt.
Unsere schnelllebige Zeit erwartet von Trauernden eine möglich schnelle Rückkehr in den "Normalzustand". Doch Trauerprozesse brauchen ihre Zeit, die durchaus in Jahren gerechnet werden darf. Insofern setzt sich Dein Gedicht mit einem sehr wichtigen Thema auseinander.
Sehr gerne gelesen, AlteLyrikerin.
AlteLyrikerin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.12.2019, 22:29   #5
männlich stephanius
 
Dabei seit: 06/2016
Ort: Sachsen
Beiträge: 389

Danke liebe AL,
ja Du hast vollkommen recht, dieser Prozess braucht lange Zeit,
man will es meist selbst nicht wahr haben, aber wenn man es nicht
abgeschlossen hat, bzw. das was man für "Abgeschlossen" hält, dann
kommt es in anderer Form wieder, meist wenn man es garnicht erwartet
oder gebrauchen kann.
Danke Dir und Grüße
St.
stephanius ist offline   Mit Zitat antworten
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