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Sonstiges Gedichte und Experimentelles Diverse Gedichte mit unklarem Thema sowie Experimentelles.

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Alt 24.09.2005, 22:33   #1
tagedieb
 
Dabei seit: 07/2005
Beiträge: 520

Standard Wurstspezialitäten

Wurstspezialitäten

Leberwurst, Zungenblutwurst, Jagdwurst
Schweinesülzfleisch
Leberwurstring
Bauernschmaus Kräuterleberwurst
Zungenblutwurst
Presskopf Magensülze
Gekochte
Frische Mettwurst, streichfähig
Mettwurst Blase
Bauernmettwurst
Landmettwurst (50 % Rind)
Rindersalami (80 % Rind)
Kohlwurst
Lungenwurst
Rote Grützwurst
Kalbswiener
Rinderbratwurst
Landschinken




__________________

Dies also mein erster durchaus ernst gemeinter Versuch in ready-made-Lyrik. Beschwerden bitte an Don; der hat diese Kunstform erfunden.
tagedieb ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.09.2005, 22:37   #2
Nothingness
 
Dabei seit: 12/2004
Beiträge: 140

Was n ekeliges "Gedicht".
Also für mich ist das nur ne Aufzählung.
Nothingness ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.09.2005, 22:40   #3
tagedieb
 
Dabei seit: 07/2005
Beiträge: 520

>Was n ekeliges "Gedicht".<

Ahhh, es funktioniert!
tagedieb ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.09.2005, 22:40   #4
Riif-Sa
 
Dabei seit: 11/2004
Beiträge: 253

mhh... kein sehr appetitliches Gedicht. Erinnert mich auch irgendwie an den Wurstlyrikzyklus von Kudernatsch, wobei der war noch lustig. Das hier ist einfach nur... wurstig... oder so...

LG, Riif-Sa
Riif-Sa ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.09.2005, 22:42   #5
Bluestar
 
Dabei seit: 04/2005
Ort: Chicago
Alter: 38
Beiträge: 155

Das macht mir eher den Eindruck eines Versuchsprojektes als den eines Gedichtes.
Zumindest mit dem Kommentar

Zitat:
Ahhh, es funktioniert!


Oder der tiefere Sinn steckt in der Wiederholung der Zungenblutwurst
Bluestar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.09.2005, 22:44   #6
tagedieb
 
Dabei seit: 07/2005
Beiträge: 520

Ich bin vollkommen unschuldig.

Edit I: Wie gesagt: ready-made.
Edit II: Ja, ist ein Versuch, das haben erste Versuche so an sich.
Edit III: Der Tiefpunkt meiner Karriere als Poet ist hiermit erreicht.
tagedieb ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.09.2005, 01:15   #7
Don Carvalho
 
Dabei seit: 04/2005
Beiträge: 180

Standard RE: Wurstspezialitäten

Zitat:
Original von tagedieb
Dies also mein erster durchaus ernst gemeinter Versuch in ready-made-Lyrik. Beschwerden bitte an Don; der hat diese Kunstform erfunden.
Jaja, schieb es ruhig auf mich ! Ist der Text aus "Metzgern leicht gemacht - das Fachmagazin für den fröhlichen Fleischfachverkäufer"?

Den Text für Deine ready-made-Lyrik hast Du sicher auch wegen des Klanges einiger der verwendeten Wörter gewählt:
Schweinesülzfleisch mit seinen Umlauten und dem ein- wie auslautendem sch lass ich mir sprachlich mit Vergnügen von der Zunge gehen (auch wenn ich es nie! in den Mund nehmen würde).

Grützwurst gefällt mir auch, ich finde das Wort Grütze halt so dermaßen unglaublich... wer erfindet für Essbares (wobei: Ansichtssache) dermaßen abstoßene Begriffe... G(rr)ütz-zä

Der Ekelaspekt bei Deiner Fleischbeschau dürfte selbst überzeugte Carnivoren überfallen. Offensichtlich eines Deiner Ziele, das Du auch erreicht hast. Dennoch fehlt diesen Zeilen etwas, ein tieferer Zusammenhang. Eine Aussage? Wobei, da könnte man sagen: Fleisch ist eklig - oder zumindest Wurst (ein Wort, dass bewusstgesprochen ebenfalls sehr seltsam ist).

Ich vermute, diese Aufzählung ist 1 zu 1 übernommen - oder sie könnte es zumindest sein. Das fände ich dann aber letztlich zu wenig, da so ja die Eigenleistung allein in der Auswahl des Textes zu finden wäre... aber ich will gar nicht zu klugschwätzen, denn wirklich gute Gegenvorschläge kann ich nicht machen. Wobei: richtig gut fände ich einen Text, der durch Zeilenumbrüche oder vielleicht auch Klammersetzung etc. alternative Inhalte bekäme...

Zitat:
Edit III: Der Tiefpunkt meiner Karriere als Poet ist hiermit erreicht.
Da mach Dir mal keine Sorgen. Wenn man herumexperimentiert, kommt vielleicht mal Unbrauchbares heraus, aber man hat auch die Chance, sich weiter zu entwickeln. Das finde ich auf jeden Fall gut...

Im Übrigen auch vollkommen unschuldig,

Don Carvalho ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.09.2005, 01:25   #8
Bluestar
 
Dabei seit: 04/2005
Ort: Chicago
Alter: 38
Beiträge: 155

Außerdem kann es vom Tiefpunkt nurnoch aufwärts gehen und das schaffst du sicher, da bin ich überzeugt von
Bluestar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.09.2005, 04:24   #9
Haumichblau
abgemeldet
 
Dabei seit: 06/2005
Beiträge: 107

Standard wurstarten

das naechstemal vergiss nicht meine fleischwurst,
auserdem ist schinken keine wurstart.
Haumichblau ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.09.2005, 08:42   #10
tagedieb
 
Dabei seit: 07/2005
Beiträge: 520

Danke, dass ihr hier wart und Euch zu dem Text geäußert habt.

Das "Gedicht" ist wie es Don schon vermutete 1 zu 1 übernommen und zwar aus der Angebots- und Preisliste einer "Hofmolkerei". Wiederholungen bzw. Unvollständigkeiten in der Aufzählung liegen nicht in meiner "Arbeit" begründet.

Vom lyrischen und vom handwerklichen her gesehen, bietet der Text natürlich wenig bis gar nichts. Denoch finde ich ihn nicht "unbrauchbar". Ein Gedicht hat (unter anderem) zwei Aufgaben: 1. Es soll den Leser emotional bewegen. 2. Es soll über den Inhalt und die emotionale Berührung zu einer Reflektion anregen.

Ersteres ist wie von mir beabsichtigt gelungen. Dies kann man zumindest einigen Äußerungen hier entnehmen. Auch wenn die emotionale Resonanz in Richtung Abwehr (Ekel) weißt; sie ist vorhanden.

Und ich denke, dass auch eine Reflektion daran anschließen könnte. Die Aussage, die Don vermisst, bleibt eine Frage, über die allein der Leser befindet, und die er nur in der eigenen Reflektion finden kann. Auch hierin unterscheidet sich das "Gedicht" gar nicht so sehr von anderen.

Ich habe nicht an dem Text gearbeitet. Meine Funktion hier reduzierte sich auf die Bereitstellung des selben. Dabei hatte ich lediglich eine Intention. Diese passte zum einen ideal zu Form und Inhalt des Textes und zum anderen:

Die Kunst ist frei genug, dass jedes Gestaltungsprinzip zu ihrer Schaffung benutzt werden kann. Ein Hoch auf die Freiheit. Ein Hoch auf die Wurst.

Übrigens habe ich bei aller Ernsthaftigkeit viel Lachen müssen in diesem Thread. Danke!
tagedieb ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.09.2005, 12:18   #11
manfred
 
Dabei seit: 05/2005
Beiträge: 137

Standard Wurst

Hallo Tagedieb !

"Is eh wurst", ist eine Redewendung hierzulande, wenn man sagen möchte "Ist ja egal".

Wenn man die erwähnte Ernsthaftigkeit in Betracht zieht, dann müsste meiner Meinung nach das Ganze eine andere Überschrift haben, z.B.

"Die Frage nach dem Lyrischen an Texten ist mir noch nicht ganz schlüssig"

oder

"Worin ich freie Gestaltungsprinzipien der Kunst finden kann"

oder

"Selbstaufklärungsversuch über den Zusammenhang sprachlicher Aufzählungen mit den Elementen des lyrischen Schaffens".

Wer ist nun eigentlich der Autor ? Die "Hofmolkerei" ? Ist das Werk ein Plagiat und verstößt gegen die Regeln ?

Deine Charakterisierung der Aufgaben eines Gedichtes ("unter anderem") ist beinahe für jeden Satz zutreffend, kann eine Romanzeile, ein Nachrichtentext oder ein Werbeslogan sein.

Humor rundet, erfreut und soll seinen Platz haben. Trotzdem: ich finde deinen Versuch weder besonders humorvoll noch besonders ernst zu nehmen. Freilich, es kann ein Anlass sein, das Schmunzeln in der Welt zu vermehren, was ja auch schön ist.

Im Forumkeller der Vergangenheit (ich denke mich dabei selber ganz weg) gibt es freilich andererseits wirklich etliche "bemerkenswerte", ernsthafte, gelungene lyrische Texte, die ohne jede Resonanz blieben. Gibt es so etwas wie eine "Bild-Zeitungs-neigung" ? Das Schräg-Laute darf mit mitunter ausführlicher Echoresonanz rechnen. Man kann sich ja selbst ein Bild machen, ich sags nur, weil`s manchmal auffällt.

Man muss die Frage nach dem Lyrischen nicht ausdefinieren. Es genügt, wenn man "Lyriker" einfühlsam und gedankenvoll liest.

Lieben Gruß
Manfred
manfred ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.09.2005, 20:57   #12
tagedieb
 
Dabei seit: 07/2005
Beiträge: 520

Lieber Manfred!

Die "Hofmolkerei" hat den Text nicht als Kunstwerk bezeichnet. Daher handelt es sich nicht um ein Plagiat eines solchen.

Zwischenbemerkung: Ich meinte den Text ernst. Aber ich nehme ihn nicht so.

"... ernsthafte, gelungene lyrische Texte, die ohne jede Resonanz blieben." Deine Meinung hierzu teile ich.

"Bild-Zeitungs-Neigung", "Das Schräg-Laute" ... Zwei Gedanken hierzu:
1. Warum wirkt der Text? Weil er einen (belanglosen?) Aspekt unserer Realität in aller Blöße darstellt?
2. "Worin ich freie Gestaltungsprinzipien der Kunst finden kann" Genau! Darüber lohnt es sich nachzudenken, meine ich. Wenn man dabei schräg wird ... das finde ich ok.

Nochmal "freie Gestaltungsprinzipien": Meine Überlegungen bezogen sich auf die neue Deklaration des Textes. Die Intention der Bereitstellung lag auf anderem Gebiet. Daher ist der Titel schon ganz richtig.

"Man muss die Frage nach dem Lyrischen nicht ausdefinieren." Man kann aber einen Versuch starten. Und wenn sich nicht diese Frage ab und zu wieder von neuem stellt - dann drehen wir uns im Kreis und beklatschen uns für Aufgewärmtes. Der boshafte Poet könnte sagen: Jede Zeit bekommt die Lyrik, die sie verdient.

Endbemerkung: Ich behaupte nicht, dass mein Versuch gelungen ist. (Dieser Satz darf nicht zitiert werden.) Das Gegenteil behaupte ich jedoch auch nicht

Trotz Allem: Ich freue mich nach wie vor jedesmal wenn ich von Dir höre.

Gruß vom
tagedieb
tagedieb ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.09.2005, 22:31   #13
weiblich ravna
 
Benutzerbild von ravna
 
Dabei seit: 04/2005
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 732

da wird mir ja nicht nur vom vielen fleisch schlecht und nicht nur mein vegetarierherz ist entsetzt
ravna ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.09.2005, 22:43   #14
manfred
 
Dabei seit: 05/2005
Beiträge: 137

Ok, ist eine sinnvolle Antwort.
Auf das "Gedicht" an sich inhaltlich ernsthaft einzugehen, ist ja wohl nicht deine maßgebliche Intention gewesen. "Normalerweise" klickt man unter dieser Voraussetzung. Dein zunächst stummes "Vorwort" wurde halt zu einem "Nachwort", zu einem Echo auf die überraschte Erstresonanz. Vielleicht bricht so ein Versuch Schemengewohnheiten auf und bringt das unmittelbar Existenzielle wieder mehr ins Spiel. Vielleicht ist es eine Art "konkreter Poesie als experimentielle Fragestellung". Anregend, wie man sieht, allemal.

Gruß
Manfred
manfred ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.09.2005, 01:05   #15
Bluestar
 
Dabei seit: 04/2005
Ort: Chicago
Alter: 38
Beiträge: 155

Ich kann als Schlussfazit nur sagen, dass ich das "Gedicht" sowie (vor allem) die Resonanz sehr interessant finde und ich denke, dass ist positiv (irgendwie...)

Blue
Bluestar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.09.2005, 23:18   #16
Tequilla
 
Dabei seit: 08/2005
Beiträge: 24

Schon klar, Wurst erregt Gemüter...
Als eingefleischter Carnivor habe ich auf die wohlklingenden Würste wohl umsonst gewartet... wo bleibt die Salami oder Chorizo oder Pastete? Ok, ich nehme an, die hören sich nicht eklig genug an...
Ich bleib trotzdem dran an der Wurst.
Ist das denn wirklich eine neue Gedicht-Kunstform?

Gruß,
Caro
Tequilla ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.09.2005, 00:31   #17
tagedieb
 
Dabei seit: 07/2005
Beiträge: 520

"Ist das denn wirklich eine neue Gedicht-Kunstform?"

Japp.

... wie gesagt: von Don erfunden
tagedieb ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.10.2005, 17:51   #18
Lex
 
Dabei seit: 06/2005
Beiträge: 146

Hmmmmm, darf ich dich zu einem Glas warmen Wurstwasser einladen?
Lex ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.10.2005, 23:02   #19
tagedieb
 
Dabei seit: 07/2005
Beiträge: 520

Nein Danke, Lex.
tagedieb ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.10.2005, 00:06   #20
Haumichblau
abgemeldet
 
Dabei seit: 06/2005
Beiträge: 107

wurstwasser gibt es nicht,sondern wurstbruehe.

ach ja hier gibt es auch die beruehmte Marmeladenwurst im Glasbeutel.
Haumichblau ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.10.2005, 00:20   #21
tagedieb
 
Dabei seit: 07/2005
Beiträge: 520

Ein wenig mehr Ernsthaftigkeit, meine Herren. Ihr könnt doch eine kunsttheoretische Diskussion nicht gar so veralbern. Es geht doch nun wirklich nicht um die Wurst.
tagedieb ist offline   Mit Zitat antworten
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