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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 02.09.2019, 19:50   #1
männlich JJAnderson
 
Dabei seit: 09/2019
Ort: Berlin
Beiträge: 4

Standard Alltag?

Einsamkeit.
Wenn meine Freunde mich fragen was das ist, weiß ich nicht, was ich darauf antworten soll.
Es ist dunkel, es ist kalt.
Jeder Morgen beginnt so. Es ist dunkel. Es ist kalt.
Der erste Schritt fühlt sich wie in die Leere an. Die Welt da draußen ist kalt und nass. Die Wärme meines Bettes zu verlassen fühlt sich jedes Mal wie Heimweh an. Es ist der einzige Ort, den ich noch spüre.
Wenn ich den ersten Schritt geschafft habe fühle ich mich schon wie auf Schienen. Aufste-hen, waschen und ein kurzes Frühstück. Oft habe ich das schon vergessen, wenn ich das Haus verlassen habe.
Meine Wohnung. Eine von vielen in diesem Haus.
Ich mag Sie, sie fühlt sich wie Heimat an. Manchmal rieche ich den Duft von Wäsche. Nicht wie ich sie wasche, sondern so, wie ich sie als Kind anhatte. Dann fühle ich mich warm. Manchmal muss ich sogar lächeln.
Dann die Bahn; auf dem Weg zur Arbeit. Die Menschen stinken hier. Der Geruch von Schweiß mischt sich mit dem von korrodierendem Stahl. Es ist ein Geruch, den nur die Bahn hat. Der Geruch von einem stählernem Monster.
Auf der Arbeit grüßen mich meine Kollegen. Sie lächeln und winken mir zu. Manche geben mir die Hand und klopfen mir auf die Schulter. Ich fühle Sie nicht. Ich spüre ihre Berührung, aber ich fühle sie nicht. Ich lächle zurück.
Meine Kollegen grüßen mich.
Heute kommt mein Chef mich besuchen. Er steht hinter mir und stützt sich auf meine Schultern.
Ich sitze an meinem Arbeitsplatz. Er riecht. Nach Moschus? Er erinnert mich an meinen Vater.
Er grüßt mich und lächelt. Er scheint mich zu mögen.
Ich lächle zurück und grüße ihn fröhlich. Ich mag ihn.
?
Er scheint mich zu mögen.
Er erzählt mir, wie glücklich er ist, dass ich in seinem Team bin. Er ist stolz, dass ich bei ihm bin. Er mag mich. Er fragt mich wie er mir helfen kann. Ob ich mich in dem Team wohl fühle. Er will wissen, ob ich etwas brauche.
Ich lächle und beruhige ihn. Ich danke ihm für seine Fürsorge. Ich erzähle ihm, wie glücklich ich bin, Teil des Teams zu sein.
Er grinst und klopft mir noch einmal auf die Schultern.
Er scheint mich zu mögen.
Es ist Mittag; Zeit zum Essen.
Ein paar Kolleginnen aus meinem Team kommen zu mir und holen mich ab. Wir nehmen noch ein paar Kollegen mit. Ich freue mich auf das Essen.
Ich fühle mich ruhig dabei.
Meine Kollegen reden über ihre Freunde. Ich fühle mich kalt.
Sie erzählen von ihrem Wochenende. Ich fühle mich stumm.
Sie fragen, ob ich nächstes Wochenende auch dabei bin. Ich lächle und stimme zu. Ich fühle mich leer.
Das Wetter schlägt um. Ich erinnere mich an früher. Der Regen bringt mir Ruhe. Meine Kollegen kramen nach Regenschirmen und ziehen mich mit unter einen. Ich danke Ihnen. Ich vermisse das Gefühl von Regen, die Nässe auf der Haut. Beim Laufen halte ich die Hand aus dem Schirm. Ich spüre das Wasser auf der Haut, ich genieße es.
Ich erinnere mich an früher, wie wir durch das Wasser gerannt sind. Ich kann mich noch daran erinnern, wie meine Mutter mit uns geschimpft hat. Mir war das egal, wir hatten Spaß.
Ich vermisse diese Zeit.
Wir kommen im Büro an. Wir gehen noch einen Kaffee trinken.
Wir reden weiter über Freunde. Ich fühle mich leer.
Ich lächle und gehe zurück an meinen Platz. Die Zeit läuft vorbei.
Mein Chef kommt noch einmal vorbei. Er lobt mich für meine Arbeit und dankt mir. Er fragt noch einmal, ob ich etwas brauche. Ich beruhige ihn. Ich danke ihm und sage ihm, dass ich mich über sein Lob freue.
Er lächelt und geht. Er erinnert mich, bald auch Feierabend zu machen. Er hat wohl recht.
Zurück; wieder durch die Straßenbahn. Die Menschen riechen anders. Die Bahn immer noch gleich.
Mein Haus ist dunkel geworden. Der Tag ist dunkel geworden.
Es fühlt sich leer an. Meine Wohnung ist kalt. Ich vermisse einen Geruch. War er jemals da?
Ich koche. Esse noch ein letztes Mal.
Der Tag ist dunkel geworden. Es ist Zeit für das Bett.
Ich kann nicht schlafen.
Ich erinnere mich noch einmal an die Frage. Was ist Einsamkeit?

Ich weiß es nicht.
JJAnderson ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.09.2019, 20:23   #2
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 72
Beiträge: 10.941

hallo -

du musst vorm einstellen auch bestimmen was der text darstellt. und das ist eine kurze prosa und gehört unter kurzgeschichten - verschiebe das schnellstens.

vlg
r
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
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