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Alt 08.09.2011, 14:36   #1
männlich PeterB
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Standard Urheberrecht im Internet

Mich interessiert, wie Ihr eigentlich Eure Texte im Internet schützt? Ich lese mit Freude hier vor allem Gedichte und hin und wieder auch Prosa und da finde ich die Frage spannend, ob und wie Ihr Eure Texte vor dem "Diebstahl geistigen Eigentums" schützt.

Mir ist ein Lyriker bekannt, der unter anderem auch Haiku schreibt und eines seiner Haiku in einem Haiku-Forum "gefunden" hat, das ein User dort als "seines" hineingesetzt hat.

Glücklicherweise hat mein Bekannter dieses Haiku bereits in einem seiner Bücher publiziert, so dass sein Verlag den Foren-Administrator anschreiben und die Löschung des Beitrags verlangen konnte. Wäre der Text nicht in einem Druck-Medium veröffentlicht gewesen, hätte es anders ausgesehen.

Von diesem Lyriker habe ich gehört, dass er Kollegen hat, die Texte auf dem Drucker ausdrucken, von einem Zeugen mit Datum und Unterschrift "quittieren" lassen, und dann in einen Umschlag verschliessen, so dass sie nachweisen können, dass (oder zumindest wann) sie diesen Text geschrieben haben. Ob das rechtlich stichhaltig ist, weiss ich nicht.

Sichert Ihr Eure Texte? Und wenn ja, wie? Oder ist es Euch egal, wenn man Euer geistiges Eigentum stiehlt?

P.
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Alt 08.09.2011, 15:32   #2
männlich El Machiko
 
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Super Thema.


Es gab einmal in einem lyrikforum eine heftige diskussion weil jemand mehrere gedichte daraus geklaut und publiziert hat. Is schon abfuck. Aber was soll ich sagen. Wenn man hier was reinstellt ist das Urheberecht automatisch auf dewn autor gesichert. Wenn die hier nicht gestapo mäßig auf mich abgehen steht ja immer das datum und der ersteller des Gedichts mit dabei. Wenn es jemand klaut und ich es nicht merke juckts mich sowiso nicht aber wenn damit jemand geld macht, mit meinen texten danke ich ihm schon mal. Den wenn ich das raffe kann ich das hiermit beweisen und den typ verklagen. Gut das er denn ganzen aufwand für mich betrieben hat den ioch wohl mangels Kapital und kontakte nicht geschaft hätte.
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Alt 08.09.2011, 15:50   #3
männlich PeterB
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Zitat:
Zitat von El Machiko Beitrag anzeigen
Wenn man hier was reinstellt ist das Urheberecht automatisch auf dewn autor gesichert.
Das ist nicht richtig, Machiko. Dann könnte ich ja einen Text von Brecht oder Goethe hier einstellen und behaupten, er sei von mir. Man muss das schon beweisen können. Das Problem ist ja, dass man, wenn man einen Text hier einstellt, nicht nachweisen kann, wann er geschrieben wurde. Und im Zweifelsfall kommt es wohl genau darauf an: Wer hat ihn "zuerst" geschrieben...?

Schwieriges Thema.

P.
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Alt 08.09.2011, 16:03   #4
männlich El Machiko
 
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Aber wenn er zum ertsenmal hier überhaupt irgendwo erschienen ist, ist das ja wohl klar. Es ist sehr unwarscheinlich das ich bei einem wildfremden weitentfernten unbekannten menschen zuhause eingebrochen bin.

bzgl. Göthe

Seine gedichte sind allgemein bekannt.
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Alt 08.09.2011, 16:17   #5
weiblich Ilka-Maria
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Gedichte nicht in die Schublade legen, sondern möglichst vielen Leuten zukommen lassen. Interessierte gibt es immer.

Je weiter die Verbreitung und je länger der Zeitraum, umso besser. Meine Gedichte sind zwischen Offenbach und Aachen unterwegs. Außerdem hat mein Boss vor langer Zeit eine Sammlung bekommen, die er für die Tochter seiner Lebensgefährtin haben wollte.

Ich habe einige Gedichte in der Gedichtedatenbank von "Jokers" stehen. Die nehmen nicht alles an, weil eine Jury entscheidet, aber immerhin haben sie sieben Gedichte angenommen. Vielleicht sollte ich mal wieder ein paar Gedichte melden. Immerhin steht mein Name direkt hinter Hölderlin .

Ich bin in drei Bänden von Anthologien abgedruckt und werde deshalb wieder beim nächsten Gedichtewettbewerb mitmachen. Die Bücher werde ich nicht kaufen, nur die Korrespondenz sammeln, damit ich weiß, wo was steht.

Fragt, ob es in Eurem Bekanntenkreis einen Schriftsteller oder Journalisten gibt, der bereit ist, durch Eure Werke zu gehen und eine Auswahl für einen im Eigenverlag herauszugebenden Band zusammenzustellen. Das kostet zwar Geld, aber es gibt Verlage, die schon für Kleinstauflagen Verträge abschließen und sich um die Vermarktung kümmern. Das ist ein heißumkämpftes Feld. Dann habt Ihr eine ISDN-Nummer und steht bei Amazon im Angebot. Ich habe solch ein Projekt angepeilt (der Schwager meines Chefs ist Schriftsteller).

Grundsätzlich habt Ihr an Euren Gedichten und Geschichten die Urheberrechte, und der Admin eines Forums sichert das auch zu und ist bei Verstößen angehalten, geklaute Beiträge zu löschen.

Letztendlich gibt es noch ein adäquates Mittel der Überführung:

Wer geistiges Gut klaut, hat selbst nix im Kopf. Also Probe auf's Exempel: Gebt dem Dieb eine Aufgabe vor (hier kann man der Einfachheit halber auf den "Wieke" zurückgreifen) und laßt ihn dann mal basteln. Macht das parallel mit dem Urheber, und die Wahrheit wird sich schnell erweisen.

Aber noch etwas:

Uns geht es doch nur um Ehre und Prestige. Wir machen mit unseren geistigen Ergüssen keine Moneten, das ist in der Lyrik ohnehin schwierig, selbst für die anerkannten Profis. Ein Problem entstünde doch erst, wenn jemand mit einem Gedicht von mir/Euch einen Preis gewönne oder Geld verdiente oder bei der Presse Beachtung fände. Dann hätten wir ein Schadenersatzproblem. Aber wann kommt das schon mal vor? Eher doch bei Romanen oder in der Musikszene. Wer Gedichte klaut, kann sich damit wichtig, aber keinen Reibach machen.
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Alt 08.09.2011, 16:34   #6
männlich El Machiko
 
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Verleger bei denen man selbst was bezahlen muss halte ich nichts von. Da kann ich auch selber mit ner druckerei reden und ein kleines Gewerbe anmelden.
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Alt 08.09.2011, 16:55   #7
Ex-Odiumediae
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Zitat:
Zitat von El Machiko Beitrag anzeigen
Den wenn ich das raffe kann ich das hiermit beweisen und den typ verklagen. Gut das er denn ganzen aufwand für mich betrieben hat den ioch wohl mangels Kapital und kontakte nicht geschaft hätte.
http://youtu.be/XFcqGGMPc3k
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Alt 08.09.2011, 16:59   #8
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Odiumediae Beitrag anzeigen
Funktioniert nicht. War das die Antwort? Oder das Beispiel?

Ach so, kapiert!
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2011, 17:03   #9
männlich PeterB
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Zitat:
Zitat von El Machiko Beitrag anzeigen
Aber wenn er zum ertsenmal hier überhaupt irgendwo erschienen ist, ist das ja wohl klar.
Nichts ist klar. Es kann JEDER behaupten, dass er z.B. Dein Gedicht, das Du z.B. am 7.9.2011 hier eingestellt hast, schon vor drei Jahren geschrieben hat. Beweise ihm das Gegenteil...! Und ich sage: BEWEISE es ihm! Im Urheberrecht zählen keine Hypothesen "Ich habe das aber zuerst geschrieben", sondern nur harte Fakten!

Ich kenne mich mit Internetrecht nicht aus (daher meine Frage), aber im Buchhandel/Verlagswesen zählt nur, was gedruckt ist (oder worüber zumindest schon ein Autorenvertrag besteht), als "beweisbar". Alles andere landet schlimmstenfalls vor dem Richter. Ich habe als Buchhändler viele solcher Fälle zur Kenntnis nehmen müssen.

Aber, Ilka, die Idee, Texten vielen Freunden und Bekannten zu schicken, ist gut, denn dadurch erhöht sich zumindest die Wahrscheinlichkeit, dass im juristischen Fall der Richter den (hoffentlich vielen) Zeugen glaubt.

P.
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Alt 08.09.2011, 17:11   #10
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von PeterB Beitrag anzeigen
Aber, Ilka, die Idee, Texten vielen Freunden und Bekannten zu schicken, ist gut, denn dadurch erhöht sich zumindest die Wahrscheinlichkeit, dass im juristischen Fall der Richter den (hoffentlich vielen) Zeugen glaubt.

P.
Genau, an jeden Baum pinkeln, der am Weg steht und ein Herzchen mit Datum einschnitzen.
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Alt 08.09.2011, 17:15   #11
männlich Ex-Schamanski
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Ich habe gehört, man solle seine Texte in einen Umschlag stecken und per Einschreiben mit Rückschein an sich selber schicken. Dies sei vor Gericht der bombensichere Beweis der Urheberschaft.

... nicht überzeugt ... was ist, wenn ein anderer sich meine Texte ausdruckt und per Einschreiben selber zuschickt?

Ich gehe trotzdem nicht zur Post. Ilka hat recht, es geht nicht um Bares, und man kann in Plagiaten auch Schmeichelei sehen.

Ich habe schon Sachen von mir im Internet gefunden. Ich könnte mich darüber aufregen oder mich gebauchpinselt fühlen. Die Eitelkeit kann hier siegen.

http://www.brettspielwelt.de/Data/Yell/YELL-Nr2.pdf

Seite 13, und die letzte Strophe abgeschnitten.
Keine Ahnung, wer die sind.
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Alt 08.09.2011, 17:16   #12
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von El Machiko Beitrag anzeigen
Verleger bei denen man selbst was bezahlen muss halte ich nichts von. Da kann ich auch selber mit ner druckerei reden und ein kleines Gewerbe anmelden.
Goethe und Schiller haben es getan. Die wurden auch nicht verlegt, weil die Meute danach lechzte.

Ich glaube, Du hast von der Materie eine völlig falsche Vorstellung.
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Alt 08.09.2011, 17:32   #13
männlich Ex-Schamanski
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Ha! Das hier ist neu:

http://www.mybuddha.eu/thread.php?th...7c24ef0a470b4f

2. Post von oben.
Definitiv von Schamansky. Wieder keine Ahnung, wer die Leute sind, sehe dieses Forum heute zum ersten Mal.
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Alt 08.09.2011, 17:48   #14
Ex-Odiumediae
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Zitat:
Zitat von Schamansky Beitrag anzeigen
Seite 13, und die letzte Strophe abgeschnitten.
Keine Ahnung, wer die sind.
Also jetzt werd ich neugierig … und paranoid. Ich werde mal ausgiebig suchen.
Ex-Odiumediae ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2011, 18:12   #15
männlich PeterB
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Hm...

Wenn es Euch Autoren scheinbar schnurzegal ist, ob man Eure Sachen klaut oder nicht, warum kämpfen wir Buchhändler und die Kollegen Verleger dann eigentlich für eine Verschärfung des Urheberrechts in Zeiten des Internets?

Zum Thema Kostenbeteiligung bei Verlagen: Es kommt da sehr auf die Verlage an. Es gibt "Zuschussverlage", die bei Buchhändlern als "Haifischverlage" gelten, und keinen guten Ruf haben. Die nehmen alles, sofern der Autor nur bezahlt. Und zwar masslos überteuert. Andere Verlage wiederum wählen aus, sind sorgfältig und ihre Anthologien haben im Buchhandel auch durchaus eine Chance, ins Angebot aufgenommen zu werden. Die Beteiligung der Autoren an diesen Drucken ist deutlich geringer als bei den Haifischen, oder besteht in der Abnahmeverpflichtung von einer Anzahl Bücher.

Und, Ilka, dass Schiller z.B. Druckzuschüsse gezahlt hat, hat nichts damit zu tun, dass er keinen Verleger für seine Werke fand, sondern damit, dass es damals einfach viel zu wenig Verlage gab, und deren Kapazitäten oft auf Jahre ausgebucht waren. Die Autoren mussten dann zwangsläufig auf reine Druckereien ausweichen, die das dann auf Kosten des Autors druckten. Zwar nutzen manche Zuschussverlage gerne dieses "Schiller-Argument", um Autoren zu "überzeugen", aber das ist nicht ganz sauber.

Aber wie gesagt: Es gibt durchaus seriöse Verlage, die Zuschüsse nehmen, und auch wirklich etwas für die Autoren und das Buch tun, das ist nicht notwendigerweise ehrenrührig.

So, jetzt aber in die Küche. Schönen Abend!


P.
PeterB ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2011, 18:39   #16
männlich Ex-Schamanski
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Zitat:
Zitat von PeterB Beitrag anzeigen

Wenn es Euch Autoren scheinbar schnurzegal ist, ob man Eure Sachen klaut oder nicht, warum kämpfen wir Buchhändler und die Kollegen Verleger dann eigentlich für eine Verschärfung des Urheberrechts in Zeiten des Internets?
Ich kann nur für mich selber sprechen, aber die Antwort ist: weil keine finanziellen Interessen berührt sind. Wäre da etwas veröffentlicht, woran ich mitverdienen würde, sähe ich das wohl anders. Aber das ist rein hypothetisch, dazu kommt es nicht.

Meine Auflage von 50 ist vergriffen. Ich habe nichts dazugezahlt und nichts verdient.
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Alt 08.09.2011, 18:47   #17
männlich El Machiko
 
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@ Ilka das wollte ich auch sagen. Damals waren andere Zeiten. Mag sein es gibt da vieleicht einige ganz vernbünftige aber auch die kommen für mich nicht infrage. Inrgendwo hab ich hier mal hingeschrieben wieveiel Geld ich maximal im monat ausgeben kann.


@ Odi tja aber der einsteller des Youtube Videos macht damit garantiert keine großsen umsätze. Im bestenfall bleibt das video drin und wird nicht rausgenommen und das wars auch schon.

Erlichgesagt ist mir das mit dem Urheberecht aus 2 gründen egal.

Erstens sind die meisten Poetry fans nicht an meinen gedichten interessiert zumindest die die nur welche klauen wollen weil die Texte zu anders sind. ( Meine Zielgruppe scheint nicht in solche foren zu gehen)

und Zwietens wird das alles erst dan wirklich relevant wenn ich irgendwo unter vertrag stände. Und dan müsten sich anwälte um sowas einen Kopf machen. Alles andere wäre ein sehr sehr seltener unwahrscheinlicher zufall.
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Alt 08.09.2011, 22:32   #18
Ex-Odiumediae
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Zitat:
Zitat von PeterB Beitrag anzeigen
Und, Ilka, dass Schiller z.B. Druckzuschüsse gezahlt hat, hat nichts damit zu tun, dass er keinen Verleger für seine Werke fand, sondern damit, dass es damals einfach viel zu wenig Verlage gab, und deren Kapazitäten oft auf Jahre ausgebucht waren. Die Autoren mussten dann zwangsläufig auf reine Druckereien ausweichen, die das dann auf Kosten des Autors druckten. Zwar nutzen manche Zuschussverlage gerne dieses "Schiller-Argument", um Autoren zu "überzeugen", aber das ist nicht ganz sauber.
Besser hätte man es nicht ausdrücken können.

Außerdem lebten Schiller und Goethe schon in einer Zeit, in der der Bücherkonsum deutlich zu steigen begann. Noch eine Generation früher gingen das Angebot und die Nachfrage hauptsächlich vom Adel und hohem Bürgertum aus. Buchclubs und Lesegesellschaften haben dazu beigetragen, dass auch das untere Bürgertum sich zunehmend dem Lesen zur Bildung und zum Zeitvertreib zuwandte, wodurch wiederum auch der Alphabetismus stieg, was wiederum die Büchernachfrage steigen ließ. Auf diese Weise begannen Bücher als Konsummittel sich etwa ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts langsam aber stetig von Gelehrtentum und Adel als Hauptkonsumenten zu lösen. Das ist zum großen Teil Verlegern und Herausgebern wie Friedrich Nicolai zu verdanken.
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Alt 08.09.2011, 23:48   #19
männlich Crystaloser
 
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria:
Fragt, ob es in Eurem Bekanntenkreis einen Schriftsteller oder Journalisten gibt, der bereit ist, durch Eure Werke zu gehen und eine Auswahl für einen im Eigenverlag herauszugebenden Band zusammenzustellen. Das kostet zwar Geld, aber es gibt Verlage, die schon für Kleinstauflagen Verträge abschließen und sich um die Vermarktung kümmern. Das ist ein heißumkämpftes Feld. Dann habt Ihr eine ISDN-Nummer und steht bei Amazon im Angebot. Ich habe solch ein Projekt angepeilt (der Schwager meines Chefs ist Schriftsteller).
Was ist ein Schriftsteller? Ich zum Beispiel bin sicher keiner, aber eine Auswahl meiner Gedichte zusammenstellen und als Band herausbringen kann ich auch selbst. Aber wenn, dann schon lieber ISDN als analog
Crystaloser ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2011, 01:36   #20
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Crystaloser Beitrag anzeigen
Was ist ein Schriftsteller? Ich zum Beispiel bin sicher keiner, aber eine Auswahl meiner Gedichte zusammenstellen und als Band herausbringen kann ich auch selbst. Aber wenn, dann schon lieber ISDN als analog
Ein Schriftsteller ist ein Mensch, der schon Bücher verlegen ließ, sich in der Materie auskennt, Verlage empfehlen und Kontakte herstellen kann. Denn er hat die Informations- und Vergleichsarbeit schon hinter sich und könnte einem Neuling manchen Weg verkürzen. Und man hätte noch einen Zeugen mehr. Und genau darum geht es eigentlich, sich nämlich so viel und so früh wie möglich bekannt zu machen.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
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