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Alt 28.08.2019, 23:11   #1
männlich Robert Go
 
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Standard Kapitel 06 Rotbart, der Pirat

Zusammen liefen Graubart und Topas durch den großen Wald. Da Saphira statt menschlichen Beinen einen Fischschwanz besaß, konnte sie ihnen zwar nicht folgen, doch sie und ihre beide Freunde würden sich am vereinbarten Treffpunkt, den ihr Graubart erklärt hatte, wiedersehen.
„Wen kennst du denn, der uns ein Schiff, zur Verfügung stellt?“, fragte Topas.
„Meinen Bruder. Er ist der Anführer einer Piratenbande und in diesem Zusammenhang auch Besitzer eines Schiffes.“
„Und du denkst er gibt es uns einfach so?“
„Ich denke schon. Wenn wir ihm erklären worum es geht.“
Nach wenigen Metern, lichtete sich der Wald. Vor ihnen erstreckte sich eine hohe Wand aus massivem Felsgestein. Von der Klippe, stürzten gewaltige Wassermassen hinab. An der linken Felswand prangte ein großes Bild. Es zeigte das Gesicht eines bärtigen Mannes mit einer Augenklappe. Die Haare über den Ohren waren zu kleinen Hörnern geflochten. Hinter dem Männerkopf kreuzten sich ein Schwert und eine Pistole. Es war das Symbol von Rotbart, dem Piraten. Vor dem Wasserfall wartete die Meerjungfrau. Graubart drehte sich zu Topas um.

„Folge mir und pass auf die Steine auf. Sie sind mit Moos bedeckt. Man kann leicht auf ihnen ausrutschen, wenn es feucht ist“
„Klingt als würdest du aus Erfahrung sprechen.“
„Sehr witzig. Ich bin hier noch nie ausgerutscht.“
Im Zickzack sprangen der Elf und der Zwerg über die einzelnen Steine, die im Wasser lagen und erreichten schließlich den Wasserfall.
Triumphierend drehte sich der Zwerg zu dem Elf um.
„Siehst du? War gar nicht so schwer.“ Da passierte es. Er rutschte aus und landete im Wasser.
Saphira und Topas brachen in lautes Gelächter aus.
Hinter dem Wasserfall verbarg sich eine große Höhle, die äußerlich einem Totenkopf ähnelte. Der weit aufgerissene Mund, durch den die Strömung des Wassers ins Innere floss, bildete den Eingang.
Sie traten ein und durchquerten einen langen Gang. An den Wänden waren Eisenringe befestigt, in denen brennende Fackeln steckten.
Am Ende des Ganges, befand sich eine verschlossene Tür.
Graubart klopfte. Ein Zwerg mit rotem Haar und langem Bart, öffnete ihnen.
Als er Graubart sah, grinste er und entblößte dabei seine verfärbten Zähne.
„Wenn das mal nicht, mein Bruder ist. Herzlich willkommen in meinem kleinen Reich.
Tretet ein!“ Seine drei Besucher gehorchten, blieben aber in der Tür stehen.
Sie hatten sich die Höhle, als dunklen, kalten und zugemüllten Ort vorgestellt.
Doch was sie sahen, verschlug ihnen die Sprache.
Denn alles war sauber und ordentlich.
Rotbarts Bande, saß am Tisch und spielte Karten.
Bei dem Anblick der schönen Meerjungfrau hörten sie allerdings auf.
„Hey Kleine, setz dich doch zu uns!“, rief einer der Spieler.
Rotbart drehte sich zu ihm um.
„Beim Klabautermann! Zeig gefälligst Respekt! Das ist die Prinzessin dieser Insel.“
Der Spieler murmelte eine Entschuldigung.
Rotbart wandte sich wieder an seine Gäste. „Wie kann ich euch helfen.“
„Das Seemonster will, dass wir in die Menschenwelt reisen. Dazu benötigen wir dein Schiff.“
„In die Menschenwelt? Geht es etwa um die Prophezeiung, dass zwei Auserwählte hierherkommen? Ein Junge der Saphiras Krone geschenkt bekam und ein Mädchen, dass von einer Muse geküsst wurde“
Überrascht sahen in die drei an.
„Da staunt ihr, was?“ Er zeigte auf den Papagei, der in seinem Käfig saß.
„Klugschnabel hier, hat davon gehört und es fleißig ausgeplaudert. Klingt alles sehr interessant. Ich stelle euch mein Schiff gerne zur Verfügung und werde euch begleiten, denn auch ich wollte schon immer einmal die Welt der Menschen kennenlernen.“
Er winkte einen Hasen mit blauem Kopftuch, auf dem eine Möhre abgebildet war, zu sich.
„Sagt meinen Leuten Bescheid, Vize-Kapitän Karottenkopf. „Sie sollen das Schiff klar machen. Wir stechen in See“
Aber wohin genau segeln wir? Die Menschwelt ist groß.“
„Unser Ziel ist ein kleines Dorf. Es heißt Eden,“ erklärte ihm die Meerjungfrau.

Der Hase salutierte und verschwand.
„Das ist lieb von dir, Rotbart. Ich wusste, dass du uns hilfst.“
„Wozu sind denn Brüder da?“
Die ganze Zeit in der sie miteinander gesprochen hatten, waren Topas die Haare über den Ohren von Rotbart aufgefallen. Sie sahen aus wie Hörner.
„Da wir gefürchtet werden wollen, habe ich sie zu Hörnern geflochten. Denn mein Name ist Rotbart, der Seeteufel,“ erklärte ihm der Piratenkapitän.
Da trat Vize-Kapitän Karottenkopf auf ihn zu.
„Wir sind soweit. Es kann losgehen, Kapitän.“
„Klingt gut. Lasst uns an Bord gehen.“
Sie lichteten den Anker, setzten die Segel und fuhren los.
Dabei ahnte keiner von ihnen, welche fatalen Folgen ihr Besuch in der Menschenwelt haben sollte.
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