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Lebensalltag, Natur und Universum Gedichte über den Lebensalltag, Universum, Pflanzen, Tiere und Jahreszeiten.

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Alt 24.11.2010, 22:15   #1
weiblich Daisy
 
Dabei seit: 10/2010
Beiträge: 890

Standard Herbst

Nebelfetzen
senken sich auf welkes Gras,
ein Bach glänzt silbern
wie poliertes Glas,
durch weiße Schwaden
dringt ein erster, heller Strahl.
Noch ruht die Erde
bleich und fahl.

Wie in Rauch
stehn traurig dunkle Bäume
und letzte Blätter
zittern durch die Luft wie Träume.
Spatzen lärmen frech
auf kahlen Zweigen,
während zögernd nun
die Nebelschwaden steigen.

Dann endlich
zeigt die Sonne ihr Gesicht.
Sie schenkt dem Tag
ihr milchig mildes Licht.
Und stolz wölbt sich
der Himmel. Blau und weit.
Sieh! Auch der Herbst
ist eine wunderbare Zeit.
Daisy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.11.2010, 00:51   #2
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 22.983

Liebe Daisy,

Strophen 2 und 3 sind wundervoll - doch die erste Strophe ist die reinste Katastrophe:

Nebelfetzen
poliertes Glas (Grundstoff für Glas ist Sand!)
weiße Schwaden
usw.

Aneinander gereihte Klischees und physikalische Merkwürdigkeiten.

Tipp: Es schlicht und einfach bei dem belassen, was man wirklich sieht.

LG
Ilka-M.

Zitat:
Zitat von Daisy Beitrag anzeigen
Nebelfetzen
senken sich auf welkes Gras,
ein Bach glänzt silbern
wie poliertes Glas,
durch weiße Schwaden
dringt ein erster, heller Strahl.
Noch ruht die Erde
bleich und fahl.

Wie in Rauch
stehn traurig dunkle Bäume
und letzte Blätter
zittern durch die Luft wie Träume.
Spatzen lärmen frech
auf kahlen Zweigen,
während zögernd nun
die Nebelschwaden steigen.

Dann endlich
zeigt die Sonne ihr Gesicht.
Sie schenkt dem Tag
ihr milchig mildes Licht.
Und stolz wölbt sich
der Himmel. Blau und weit.
Sieh! Auch der Herbst
ist eine wunderbare Zeit.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2010, 19:08   #3
weiblich Daisy
 
Dabei seit: 10/2010
Beiträge: 890

Liebe Ilka-Maria,

Danke für Deinen Kommentar und das Lob für die Strophen zwei und drei. Es ist natürlich schade, dass die erste Strophe derart misslungen ist.

Was die Katastrophe betrifft, war ich bisher immer der Meinung, dass damit Erdbeben, Überschwemmungen, Stürme, Flugzeugabstürze und dergleichen gemeint wären. Die Strophe eines simplen Gedichts so zu bezeichnen ist mir neu.

Wenn ich Glas betrachte, dann habe ich ein durchscheinendes, spiegelndes, glänzendes Endprodukt wie z.B. Fensterscheiben oder Trinkgläser, aber keinesfalls Quarzsand vor mir.

Liebe Grüße

Daisy
Daisy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2010, 19:54   #4
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 22.983

Ist aber nun mal so: Der Grundstoff für Glas ist Sand. Ich hatte mal für eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Frankfurt gearbeitet, die u.a. die Firma Vegla in Aachen geprüft hatte. Dort wurde Glas hergestellt. Daher weiß ich das.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.08.2017, 11:18   #5
weiblich Schnulle Köhn
 
Dabei seit: 05/2017
Ort: am Ende der Welt
Alter: 59
Beiträge: 928

Hallo Daisy,
ich bin beim Stöbern auf deine Gedichte gestoßen. Ich finde sie durchweg genial. Auch dieses hier berührt mich sehr und ich habe gar nichts daran auszusetzen.
LG Schnulle
Schnulle Köhn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.08.2017, 16:51   #6
männlich Heinz
 
Benutzerbild von Heinz
 
Dabei seit: 10/2006
Ort: Hilden, NRW
Beiträge: 5.413

"wie poliertes Glas" - weshalb sollte die Oberfläche eines ruhig fließenden Gewässers nicht so aussehen?
Folge ich Deiner Interpretation, Ilka-Maria, dann lass ich am Finger einer Frau auch keinen Brillanten mehr blitzen, besteht er doch eh nur aus Kohlenstoff.
Beispiele ließen sich genug finden, in denen es nicht auf den Grundstoff ankommt (zweifelsohne ist das bei Glas der Sand), sondern auf das damit gefertigte Endprodukt. "Deine Augen vergleich ich dem Meere" - da denke ich doch auch nicht an Salzwasser oder Verunreinigung durch Plastikmüll.
Bei Daisys Gedicht geht es nicht um Materialkunde, da geht es darum: Hat sie mit ihrem Gedicht ein Herbstgefühl vermittelt?
Liebe Daisy, lass Dich nicht verunsichern, Du hast ein hübsches Herbstgedicht geschrieben (und wäre da auch noch ein spiegelnder See, dächte ich auch nicht an eine silberbedampfte Glasscheibe).
Liebe Grüße,
Heinz
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.08.2017, 21:22   #7
männlich Sonnenwind
 
Benutzerbild von Sonnenwind
 
Dabei seit: 06/2012
Alter: 57
Beiträge: 1.351

Also, mir gefällt es rundherum, trotz Ilkas Einwände.

Gelungen!

Lg
Sonnenwind
Sonnenwind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.08.2017, 20:06   #8
weiblich Daisy
 
Dabei seit: 10/2010
Beiträge: 890

Hallo Schnulle Köhn, Heinz und Sonnenwind,

herzlichen Dank für eure netten und aufmunternden Worte!
Es hat mich ziemlich überrascht zu sehen, dass eines meiner alten Gedichte plötzlich aus der Versenkung wieder aufgetaucht ist.

Freut mich, liebe Schnulle Köhn, dass du dir die Mühe gemacht hast in meinen Texten zu stöbern und Gefallen daran gefunden hast.

Auch eure Rücken stärkenden Beiträge, lieber Heinz und lieber Sonnenwind, haben mir richtig gut getan.

Lieben Gruß und schönen Abend
Daisy
Daisy ist offline   Mit Zitat antworten
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