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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 10.05.2008, 22:21   #1
DaysShadow
Gast
 
Beiträge: n/a

Standard Untergang

Der Himmel blau, so wunderbar
Blätter wehen im leichten Wind
Draußen spielt ein kleines Kind
Die Sicht, schön weit und klar

Vögel hört man leise zwitschern
Ferne hört man Wasser plätschern
Schöner könnt es nicht mehr sein
Heller und heller wird der Sonnenschein

Krächzend lautes Schmerzgeschrei
Asche fällt ganz sanft vom Himmel
Verzerrte Fratzen starren einander an

Schwarze Gestalten liegen überall
Ordnung ist nicht auffindbar
So wird dies das Ende sein

Dies ist mein erstes Werk überhaupt, also her mit der Kritik
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Alt 10.05.2008, 23:59   #2
wiesel
 
Dabei seit: 05/2008
Beiträge: 11

oje,...von den wirklich intelligenten traut sich wohl keiner,...will ich mal, als bescheiden Knappe, Dir den Fehde Handschuh werfen, doch,...keine Angst, es wird nicht weh tun.

frage Dich bei deinen Werken , was ist die Essenz, was möchtest Du zum Ausdruck bringen, arbeite mit Reduktion oder Heimlichtuerei,die Seele des geschriebenen, muss immer tragen...möglichst weit und umfassend.

in deinem obigen Text erkenne ich sowohl Plattitüden (1-8.te Zeile )
als auch kryptische Ungereimtheiten ( 9- 14.te Zeile )
nicht mit des Lesers Nerven spielen.
nimm ihn mit, auf eine Reise, er wird es danken.

aber auch ich bin mehr als fehlbar und arbeite an mir,
ein " Weiter so " mag mir nicht entfahren...na gut, Dein erstes überhaupt.

üben übt.

trotzdem einen lieben Gruß

wiesel
wiesel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.05.2008, 00:20   #3
Schatten
 
Dabei seit: 11/2004
Beiträge: 114

Ich hoffe ich darf auch
Wenn ich so sein darf...dein Gedicht ist leider Platt...es vermittelt so wenig...natürlich sprichts du...so denke ich...von krieg...aber der leser wird nicht einbezogen...es kommt kein inneres Bild.
Wenn du magst versuch dir doch ein Bild vorzustellen oder ein kurz Film in deinem Kopf.
Wenn du das siest...wenn du den Rauch siest...die Wiese eben noch schön...dann versuch es mit deinen Wortenb zu beschreiben, was du siest und fühlst...denk nicht an reimschemata oder strophenlängen...Unwichtig...in diesemForum leider viel zuhoch gestellt...dein Text ist leider ein beispiel dafür was eine übereifrigkeit für den Stil anrichten kann...es kommt nichts rüber...versuch erstmal stilfrei zu arbeiten...das Bild muss da sein...erst danach kommt die Form.
Später wenn du geübter bist kommt das Bild von alleine mit den richtigen Worten und du kannst mit Formen experementieren...kannst schaun wie es noch besser wirken kann.
Doch ein Gedicht, geschrieben um sich an Formen zu halten, ausmacht ist am Ende nicht mehr als:

Strophe: Reim
Strophe: Reim
Strophe: Reim

lass dich nicht jetzt schon Knebeln wo du in den Anfängen steckst, vieleicht hast du noch die Klatte des textest bevor du sie in die richtige Form gebracht hast...auch sie wird natürlich kein Überflieger sein...aber welcher Text ist das hier schon...

Poste Sie dazu dann kann man Form und Bild sehen und vieleicht findeste dann von selbst einen weg zusammen.

Aber bitte...Bitte lass dich nicht jetzt schon von der Form knebeln...dies hier ist keine Mathematik die nach festen regeln arbeiten muss...es ist Kunst von Anfängern...keiner unserer Texte steht in einem Museum...
Gib dich so wie du bist...

Ich schweife aus
mfg
Jennifer
Schatten ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.05.2008, 00:47   #4
männlich Glasauge Bill
 
Dabei seit: 07/2007
Alter: 30
Beiträge: 495

Hallo und herzlich willkommen ihm Poetry!

Du servierst uns als erstes Werk ein Sonnet, welches den Wiederspruch zwischen dem schönen Leben in der Natur und dem Weltuntergang steht. Dabei baust du zuerst eine These auf, und wechselst dann zur Antithese. Damit bleibst du eng an der Originalform. Der Wechsel kommt gut.
Das Metrum entspricht jedoch nicht dem italienischen Vorbild welches sechshebige Jamben in den Quartetten fordert. Es ist kein Problem, wenn du diese sture Form aufbrichst, doch dann musst du überlegen, ob sie überhaupt angebracht ist.
Außerdem solltest du versuchen ein "flüssiges" Gedicht zu schreiben,also so zu dichten, dass man beim Lesen nicht ins stolpern gerät! Du wechselst öfters im Metrum, das gefällt mir nicht. In den Terzetten hast du ganz vom Reim abgelassen. Warum? Außerdem hätte ich mir hier gewünscht, dass der Wiederspruch von Untergang/Leben besser zur Geltung kommt. Vielleicht dadurch, dass sich Verzerrte Fratzen anlächeln/grinsen und nicht starren.

Du kannst es auf alle Fälle noch einmal überarbeiten. Schreibe deine Ergebnisse!
Glasauge Bill ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.05.2008, 12:40   #5
DaysShadow
Gast
 
Beiträge: n/a

Ok, vielen Dank ersteinmal für die Kritik.
Ich hatte bis vor kurzem das Thema Expressionismus im Deutsch LK und das hat mich recht gut angesprochen, da hab ich gedacht, dass ich das auch mal versuche.

@ Schatten:

Ja, ich denke du hast recht und ich sollte nicht als erstes Gedicht überhaupt ein Sonett herbeizaubern
Ich werde wohl erstmal ein wenig herumexperimentieren bevor ich wieder etwas hier hineinschreibe.

@ wiesel:

Ich muss wohl noch hart üben

@ Glasauge Bill:

Ok danke für das kleine Lob, du hast wenigstens erkannt was ich auszudrücken versucht habe.
Das Metrum muss ich sicherlich nochmal überarbeiten, gefällt mir selbst nach wiederholtem lesen nicht mehr.
Die Reime in den Terzetten sind mit Absicht weggelassen, da Reime ja doch eine gewisse Ordnung ausdrücken, die aber eben in den Terzetten nicht mehr auffindbar sein soll.

Ich werde das Gedicht auf jeden Fall noch einmal überarbeiten, denn mir gefällt es eigentlich
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Alt 11.05.2008, 13:55   #6
Grob
 
Dabei seit: 05/2008
Beiträge: 45

@Bill:
Terzinen, nicht Terzette (das sind Musikstücke )

@ Shadow:
Ein nettes Gedicht, aber im Gegensatz zu Bill würde ich es nicht mehr dem Feld der Sonnette zuordnen, da es weder das Klingende im Sonnett noch dessen Schema (bevorzugte weibliche Endungen, jambisch, künstlich-kunstvoll, Reimschema ...) beibehält. Stattdessen haust du in den Terzinen rasch den Reim raus und verzerrst das Ding buschtäblich. So weit wurde das ja alles schon mehr oder minder gesagt, also jetzt mein Eigenanteil: Mir gefällt's nicht. Der Anfang ist wenig originell - so kann man rasch was daherschreiben, es fehlt etwas Charakteristisches. Natürlich sind die Beschreibungen in Ordnung, aber du hauchst ihnen kaum Individualität ein, man kann sehen, was du meinst, aber nicht empfinden.
Die Gegenüberstellung in den Terzinen gefällt mir dafür recht gut, es wird buchstäblich verzerrt durch den Schwund des Reimes. Der Preis dafür ist aber zu hoch: Als Verfechter des Reims bin ich schon mal aus Prinzip gegen diesen Umschwung: Es ist vollkommen in Ordnung, Worte zur Hervorhebung ungereimt zu lassen, aber das ganze System zum Ende hin aufzulösen ist nicht ratsam. So verliert es den gerinfügigen Rest des Klingenden, der das höchste Prinzip des Sonnetts ist...

Ich bin mir nicht sicher, ob du überhaupt ein Sonnett schreiben wolltest, die Form, die du durch deine Absätze gewählt hast, ist da eindeutig irreführend. Auch jenseits des Sonnetts hätte ich aber mehr nach Beschwingtem gesucht.
Für einen Erstling ist das natürlich verzeihlich und als Experiment war das Gedicht sicher einen Versuch wert. Nur - so denke ich - ist der Versuch nicht geglückt, es wirkt zu abgehackt, zu stumpf, zu alltäglich.

Schau, ob du etwas überarbeiten kannst, vielleicht würde schon eine genauere Einhaltung des Metrums weiterhelfen. Viel Erfolg.
Grob ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.05.2008, 16:11   #7
DaysShadow
Gast
 
Beiträge: n/a

@ Grob:
Danke erst einmal für eine weitere Kritik!

Dass das Metrum nicht ganz in Ordnung ist hab ich mittlerweile, dank der anderen, auch erkannt.
Die Sonettform ist 100%ig gewollt und ich weiß auch nicht recht was an der Form der Absätze irreführend sein soll, denn ein Sonett besteht meines Wissensstandes nach aus 2 Quartetten und 2 Terzetten besteht, so wie ich es auch geschrieben habe!
Zur Überprüfung kannst du einfach mal bei Wikipedia schauen oder dir ein expressionistisches Sonett anschauen, war schließlich das Vorbild.

Überarbeiten werde ich es, wie oben auch erwähnt, auf jeden Fall.

MfG DaysShadow
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Alt 11.05.2008, 18:17   #8
Grob
 
Dabei seit: 05/2008
Beiträge: 45

Du missverstehst mich - die Form impliziert durchaus ein Sonett, nur hat es, m. E., wenig Genretypisches darüber hinaus: das Reimschema passt nicht, das Metrum ist seltsam etc. Aber selbst in expressionistischen Sonetten muss doch das Klingende erhalten bleiben (lies zum Beispiel Rilkes Sonett 15b http://gutenberg.spiegel.de/index.ph...ett41#gb_found, da pfeift der gute Rainer-Maria auf so ziemlich alles, was die Vorväter für verbindlich erklärt haben, hält aber doch dieses eine, das Klingende ein). Da müsstest du noch etwas feilen, selbst wenn der Rest expressionistisch (tut mir Leid, das behagt mir einfach nicht) ist.
Die beiden Ausrufezeichen in und der Mittelteil von deinem Post wollen mir nicht recht behagen, deshalb hänge ich hier noch ein nettes "Nichts für Ungut" an.
Grob ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.05.2008, 12:21   #9
DaysShadow
Gast
 
Beiträge: n/a

Ok, ich wollte keineswegs unfreundlich oder böse klingen, da habe ich dich wohl leider missverstanden, entschuldige dies bitte und ich gebe dir ebenfalls ein "Nichts für Ungut" mit auf den Weg

MfG DaysShadow
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