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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 06.07.2019, 07:33   #1
männlich Gylon
 
Dabei seit: 07/2014
Beiträge: 4.268

Standard In so vielen Armen

Ich lag in so vielen Armen
und war doch nie ein aufrichtiger Freund
ich war fokussiert auf mein Leben
ihr habt nur meinen Weg gesäumt

Zu viel habt ihr von mir gefordert
von meiner kostbaren Lebenszeit
da hab ich euch unaufgefordert
von meiner Freundschaft befreit

Jetzt weint ihr um die Beziehung

Was hab ich ihm bloß getan

Ich geb euch keine Erklärung
denn auch die Zeit wäre vertan
Gylon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.07.2019, 13:03   #2
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 72
Beiträge: 10.884

servus -

interessante fazit-lyrik. oder nach ralfchen fazyrik. solche erklärungen sind angesichts ihrer fakultät des wahren schon allein deswegen problematisch für die leserschaft. vor allem wegen der extrapolation.

vlg
r
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.07.2019, 17:12   #3
männlich MiauKuh
 
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Dabei seit: 08/2017
Beiträge: 1.773

Hey gylon,

mir gefällt es, bis auf ein einziges Wort, dass ich, im Rahmen des Textes, nicht begreife:

"Was hab ich ihm bloß getan"

nirgends taucht ein "ihm" auf, an den das Gedicht gerichtet wäre.
Mir wird nicht klar, wer gemeint ist, damit bleibt der Teil unklar.

Aber ..... wenn du von vielen Armen redest ...

wie wäre es

"Was hab ich euch bloß getan"

? Dann würde doch das lyrische Ich in den Armen vieler gewesen sein ... die jetzt um die Beziehung um lyrischen Ich trauern ..., wenn das "ihm" zum "euch" würde.

Liebe Grüße!
MiauKuh ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 07.07.2019, 17:20   #4
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 21.926

Zitat:
Zitat von MiauKuh Beitrag anzeigen
mir gefällt es, bis auf ein einziges Wort, dass ich, im Rahmen des Textes, nicht begreife:

"Was hab ich ihm bloß getan"

nirgends taucht ein "ihm" auf, an den das Gedicht gerichtet wäre.
Mir wird nicht klar, wer gemeint ist, damit bleibt der Teil unklar.
Mit "ihm" verweist das lyrische Ich auf sich selbst: Die von ihm Enttäuschten fragen sich, weshalb er sie fallen ließ.

Vielleicht wäre es so geschrieben deutlicher geworden:

Zitat:
Jetzt greint ihr um die Beziehung:
"Was hab ich ihm bloß getan?" [wörtliche Rede]
Ich gebe euch keine Erklärung,
denn auch diese Zeit wäre vertan.
Oder:
Zitat:
Jetzt weint ihr um die Beziehung
und fragt euch, was ihr mir getan.
Ich geb euch keine Erklärung,
denn auch diese Zeit wäre vertan
Insgesamt aber:

Ein erschütterndes Gedicht, das in seiner aufrichtigen Kaltschnäuzigkeit aus der Masse sticht.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.07.2019, 15:19   #5
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 72
Beiträge: 10.884

Zitat:

Ein erschütterndes Gedicht, das in seiner aufrichtigen Kaltschnäuzigkeit aus der Masse sticht.
absolut
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.07.2019, 17:11   #6
weiblich AlteLyrikerin
 
Benutzerbild von AlteLyrikerin
 
Dabei seit: 11/2018
Ort: Burglengenfeld
Alter: 68
Beiträge: 1.190

Hallo Gylon,
da muss ich Ilka-Maria zustimmen. Einen solchen brutale Offenheit, wie sie hier von LyrIx geäußert wird, sticht heraus.
Ich bezweifele nur, dass selbst ein Soziopath in seiner inneren Rede so wahrhaftig wäre. Ich denke, er würde zur Begründung etliche Anschuldigungen von sich geben.
Sehr gerne gelesen, AlteLyrikerin.
AlteLyrikerin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.07.2019, 17:23   #7
weiblich DieSilbermöwe
 
Benutzerbild von DieSilbermöwe
 
Dabei seit: 07/2015
Alter: 56
Beiträge: 4.053

Lieber Gylon,

das mit "ihm" hatte ich zunächst auch nicht verstanden, ansonsten hat mir das Gedicht gut gefallen, ich denke aber, etwas könnte man besser machen:

Zitat:
.
Zu viel habt ihr von mir gefordert
von meiner kostbaren Lebenszeit
da hab ich euch unaufgefordert
von meiner Freundschaft befreit
Mich stört der wirklich nicht sehr einfallsreiche Reim "unaufgefordert" auf "gefordert".

Vielleicht:
"Zuviel wolltet ihr euch holen
von meiner kostbaren Lebenszeit,
da hab ich euch ganz unverhohlen
von meiner Freundschaft befreit"

Obwohl, soviel einfallsreicher hört sich das jetzt auch nicht an.... Vielleicht fällt mir noch was Besseres ein.

LG DieSilbermöwe
DieSilbermöwe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 08.07.2019, 18:21   #8
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 72
Beiträge: 10.884

Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Vielleicht:

"Zuviel wolltet ihr euch holen
von meiner kostbaren Lebenszeit,
da hab ich euch ganz unverhohlen
von meiner Freundschaft befreit"
ich bin der ansicht dass der vorschlag den impetus der lyrischen aussage wesentlich verändern würde. und zwar zum nachteil: weil gefordert und holen sind zwei völlig konträre handlungs-beschreibungen. wobei das problem mit aufgefordert und unaufgefordert tatsächlich zum überlegen anregt. also schauen wir uns ein mal die synonyme situation an:

das wort bedeutet an erster stelle

wollen bzw. gewollt


fordern - appellieren
auffordern
entbehren
herausfordern
heischen
gieren
schmachten
dürsten
abverlangen
abfordern
abnötigen
beharren
auf dringen
auf in Anspruch nehmen
fiebern nach gelüsten
erheischen
lechzen
zu erreichen
suchen
bestehen auf
sich vorbehalten
für sich haben wollen
Anspruch erheben auf
sein Recht behaupten

h o l e n

passt demgemäß nicht. mein vorschlag obschon mich der text wie er steht nicht im geringsten stört.

Zu viel habt ihr von mir gestohlen
von meiner kostbaren Lebenszeit
da hab ich euch nun unverhohlen
von meiner Freundschaft befreit
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.07.2019, 10:32   #9
männlich Gylon
 
Dabei seit: 07/2014
Beiträge: 4.268

Ihr lieben Mitzeiler,
das ist ja das schöne als Schreiber, dass man die Möglichkeit besitzt Texte zu verfassen, die einem im Leben wahrscheinlich nicht über die Lippen kommen würden. Darin könnte ein Mehrwert für den Leser entstehen, das kann natürlich auch nach hinten los gehen.

Der Reim aufgefordert, unaufgefordert, ist jetzt nicht der Burner, aber irgendwie fällt mir nichts wirklich Besseres ein. Eure aufgezeigten alternativen erscheinen mir jetzt auch nicht als wirkliche Lösung des Problems zu gefallen, aber es freut mich sehr, dass ihr euch mit dem Text ausführlich beschäftigt habt, wofür ich euch ganz herzlich danken möchte!

Liebe Grüße Gylon
Gylon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.07.2019, 14:18   #10
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 72
Beiträge: 10.884

ja...Gylon - es kommt - wie du siehst - auch vor, dass gute texte diskutiert werden und nicht irgend ein ramsch hochgequirelt wird, der aussagelos am schirm vor sich hinflimmert.

vlg
r
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.07.2019, 15:57   #11
männlich Nöck
 
Dabei seit: 12/2009
Ort: In den Auen des Niederrheins
Beiträge: 1.936

Lieber Gylon,

ein Schnitt, der von Ballast und Fesseln befreit, das kann ein Neuanfang sein.

Mein Vorschlag zu S2:

Zu viel habt ihr mir weggenommen
von meiner kostbaren Lebenszeit
hab euch, nur so konnt ich entkommen,
von meiner Freundschaft befreit

LG Nöck
Nöck ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.07.2019, 19:40   #12
männlich Gylon
 
Dabei seit: 07/2014
Beiträge: 4.268

Lieber Nöck,
deine Alternative könnte mir zusagen, ich habe sie in mein Skript kopiert und werde das später noch einmal beurteilen, wie es am Ende werden soll. Auch dir Vielen Dank für deinen kreativen Lösungsansatz.


Liebe Grüße Gylon
Gylon ist offline   Mit Zitat antworten
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