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Lebensalltag, Natur und Universum Gedichte über den Lebensalltag, Universum, Pflanzen, Tiere und Jahreszeiten.

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Alt 04.12.2018, 20:50   #1
männlich MiauKuh
 
Benutzerbild von MiauKuh
 
Dabei seit: 08/2017
Beiträge: 1.773

Standard Die Weite

Die Weite lag vor mir und während ich sie sah,
bemerkte ich den Schleier, der sich niederschlich
und seine Schwingen mystisch um die Felsen führte.
Die Wellen schmiegten ihre Lippenblasen an
und um die Muschelbänke, küssten hier und da
den Mantel, aber nie die Perle tief im Innern.

Mit jedem neuen Wellenzug verschwamm das Meer
noch mehr im Meer aus Nebelmeer und Meer aus Gischt,
verschwieg, versteckte das Geheimnis aller Tiefen
und Höhen unter Wasser, bis zu dem Moment,
an dem ein Pfeil der Sonne durch das Dickicht stieß,
der nur der erste war – es folgten zig Milliarden.

Der Glanz, die klare Sichtbarkeit von dem Darin,
was mir bis da verborgen blieb, war viel zu viel
für meinen Geist, der diesen Schatz kaum fassen konnte.
So schloss ich meine Augen wieder, dachte nach
und fand, dass dies Geheimnis, was ich deutlich sah,
das Eine ist und jeder muss es selbst erkennen.
MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.12.2018, 00:47   #2
gummibaum
 
Dabei seit: 04/2010
Alter: 66
Beiträge: 10.912

Ein Naturschauspiel, halb mystisch und auf manches andere übertragbar.

Gern gelesen, lieber MiauKuh.

LG g
gummibaum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.12.2018, 21:56   #3
männlich pathos79
 
Benutzerbild von pathos79
 
Dabei seit: 03/2010
Ort: Sauerland
Alter: 40
Beiträge: 744

Hallo MiauKuh,

die Erkenntnis des pars pro toto, Teil des Ganzen zu sein bringt auch dem eigenen Bewusstsein eine gewisse Weite mit sich...
Der Geist öffnet sich und sieht das Leben.
Klingt ein wenig esoterisch( ist auch so), aber nicht schlimm.

Einzig das "Dickicht" stieß auf, meinst Du das im wörtlichen Sinne?

Zitat:
Mit jedem neuen Wellenzug verschwamm das Meer
noch mehr im Meer aus Nebelmeer und Meer aus Gischt,
Mehr ging wohl nicht?

Eine sehr plakativgefällige Weite

Take care
pathos79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.12.2018, 22:03   #4
männlich MiauKuh
 
Benutzerbild von MiauKuh
 
Dabei seit: 08/2017
Beiträge: 1.773

Hey gummibaum!! Dir Dankeschön für deinen Beitrag.

Hey Pathos :-)

schön, dass du dich hier wieder herumtreibst.

Das Gedicht habe ich überarbeitet! Auch das "Dickicht" darin, eine sehr gute Anmerkung von dir. Genauso, wie die Stelle mit dem viel zu vielem Meer :-)

Herausgekommen ist das hier:

Die Weite

Die Weite lag vor mir und während ich sie sah,
bemerkte ich den Schleier, der sich niederschlich
und seine Schwingen um die Brandungsfelsen führte.
Die Wellen schmiegten ihre Lippenblasen an
und um die Muschelbänke, küssten hier und da
den Mantel, aber nie die Perle tief im Innern.

Mit jedem neuen Wellenzug verschwamm das Meer
noch mehr im Meer aus Nebeldunst und Wellengischt,
verschwieg, versteckte das Geheimnis seiner Tiefen
im Marianengraben bis zu dem Moment,
in dem ein Pfeil der Sonne durch den Schleier stieß,
der nur der erste war – es folgten zig Milliarden.

Der Glanz, die klare Sichtbarkeit von dem Darin,
was mir bis da verborgen blieb, war viel zu viel
für meinen Geist, der diesen Schatz kaum fassen konnte.
So schloss ich meine Augen wieder, dachte nach
und fand, dass dies Geheimnis, was ich deutlich sah,
das Eine ist und jeder muss es selbst erkennen.


Fühl dich gegrüßt, ich danke dir für deinen Kommentar :-)
MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.12.2018, 15:54   #5
männlich Georg C. Peter
 
Benutzerbild von Georg C. Peter
 
Dabei seit: 03/2017
Ort: Karlsruhe
Beiträge: 412

Lieber MiauKuh,

tosende Wellen und Gischt umspülen mich, Meeresrauschen und vereinzelte Möwenschreie dringen ins Gehör, Sonnenspiegelungen im Wasser blenden mich, ein leichter Hauch von Algen und Fischduft liegt in der Luft.

Bin ich im Urlaub?
Nein, in Deinem Gedicht.
Danke dafür, sehr genossen!

Liebe Grüße,
Georg

Geändert von Georg C. Peter (19.12.2018 um 17:27 Uhr)
Georg C. Peter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.12.2018, 20:39   #6
männlich Gylon
 
Dabei seit: 07/2014
Beiträge: 4.268

Zitat:
MiauKuh
Die Wellen schmiegten ihre Lippenblasen an
und um die Muschelbänke, küssten hier und da
den Mantel, aber nie die Perle tief im Innern.
Lieber MiauKuh,
allein die Stelle gibt dem Text schon mehr als nur eine Daseinsberechtigung.

Die Überarbeitung empfinde ich als vorteilhaft!

Liebe Grüße Gylon
Gylon ist offline   Mit Zitat antworten
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