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Schreibwerkstatt / Hilfe Gedichte und diverse Texte, an denen noch gefeilt werden muss.

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Alt 10.05.2017, 22:32   #1
männlich dr.Frankenstein
 
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Standard Tricks um den Schreibflow nicht zu behindern

http://www.schriftsteller-werden.de/...eichter-macht/
Ein guter Tipp um einen leicht überarbeitbaren Grundtext zu erstellen.

Flow, was ist das überhaupt? So eine Art drin sein, mitten im Lauf des Geschehens sein. An dem Ort und Zeitpunkt sein wo das Geschehen stattfindet.
Aber wie schaff ich das?
Gerne können hier Tricks für den Flow zugefügt werden.
Ich mache oft den Fehler etwas zu schnell zu veröffentlichen und zu lange Pausen einzulegen. Während ich Gedanklich dann mit den Figuren um die halbe Welt gereist bin. Erstickt mein Handeln an der Flut der Fantasie. Ich werde überschwemmt.
Flüchte in eine lange Pause und verliere den Bezug.
Ein Konzept könnte mir da wahrscheinlich Halt geben. Meine Dr. Faust Geschichte von der hier ein Teil fehlt, ist aber nicht wichtig.
Hatte ich aus vielen Einzelteilen die ich mal geschrieben hab zusammengestellt.
Das war äußerst hilfreich. Manchmal hast du den Elan und die Ideen fehlen.
Es ist äußerst gut, wenn einem beim Charakter Design Szenen einfallen, diese sofort notieren in ein Notizbuch oder so. Vielleicht braucht man dieses Gespräch oder so, später nochmal.

Was mich auch angeregt hat war, rauszufinden wie die Geschichte verläuft. Also alles was ich mir an Vorgaben ausgedacht hab, verlief eher im Sande als Schreibblockade. Aber in dem Moment fallen einem immer Szenen ein, die ich meist nicht aufgeschrieben habe. Das hätte wieder Material geliefert.
Aber ich hör auf von meinen Versuchen zu schreiben.

http://diegedankenenergie.de/wie-du-...ruhe-einkehrt/
Vielleicht ist dieser Strom von Gedanken während des Schreibens so etwas wie im wirklichen Leben. Wenn man alle Probleme auf einmal lösen will und dann schlicht weg verzweifelt und garnix tut.
Weil es unübersichtlich Schwarz ist.
Also ist der beste Trick wohl, erstmal durchatmen.
Die Gedanken (Google Suchmaschine im Kopf) zur ruhe kommen lassen (alle Fenster kurz ansehen dann schließen)

Und dann (wieder ein Fenster öffnen) das erste Problem in der Geschichte in Angriff nehmen.
dr.Frankenstein ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 10.05.2017, 22:54   #2
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von dr.Frankenstein Beitrag anzeigen
Flow, was ist das überhaupt? So eine Art drin sein, mitten im Lauf des Geschehens sein. An dem Ort und Zeitpunkt sein wo das Geschehen stattfindet.
Aber wie schaff ich das?
Flow ist gar nichts. So etwas gibt es nur bei Autoren, die über die Fähigkeit verfügen, eine Geschichte solange im Kopf zu entwickeln und sie strukturiert im Kopf zu behalten, bis der Zeitpunkt gekommen ist, sie in einem Zug zu Papier zu bringen.

Der "normale" Autor kommt nicht ohne Notizheft Zettelkasten, Recherche und Vorarbeit aus. Da gibt es keinen Flow.

Wenn der Autor ein Thema hat, muss er überlegen, ob er zuerst die Geschichte entwickelt und dann die Charaktere hineinbugsiert, oder ob er erst die Charaktere entwirft und sich die Geschichte aus diesen Charakteren entwickelt. Die zweite Methode scheint mir die fruchbarere zu sein. Denn Charaktere gibt es unzählige, und aus ihrem Aufeinandertreffen können sich jede Menge Konflikte ergeben, die zu spannenden Geschichten taugen.

Was passiert z.B., wenn in einem Mietshaus jemand wohnt, der vor Hunden Angst hat, dazu eine Familie mit Kind, das von einem Hund gebissen wurde, und ein anderer Mitbewohner, der sich über die Hundehaufen auf der Straße aufregt, und dann - welch ein Unglück - ein neuer Mieter mit einem Kampfhund einzieht?

Oder was passiert, wenn es sich ein schräger Vogel in der Mietgemeinschaft zum Sport macht, jeden Tag die Mülltonnen zu kontrollieren, ob auch jeder im Haus seinen Müll regelkonform entsorgt hat, und wenn nicht, dreimal täglich - mindestens - die Hausverwaltung über Regelverstöße informiert?

Ich frage ja nur mal. Über die Zeit, die ich mit Recherchen für bestimmte Texte verbracht habe, um ihre Plausibilität zu gewährleisten, will ich gar nicht ausführlich reden.
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Alt 11.05.2017, 01:31   #3
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Die Recherchen hast du doch aber betrieben um deinen Flow in Gang zu bringen. Und selbst etwas mit den von anderen entdeckten Tricks zu komponieren?
Solche Fragen sind auch gut. Sich Fragen darüber stellen was geschieht, wenn verschiedene Leute aufeinander treffen in irgendeiner Situation die aus ihrem Sosein entsteht.
Das kann auch den Fluss in Gang bringen.

Herta steht am Spion: "Da kommt er schon wieder mit dem Köter." Flüstert sie ins Telefon. "Ich trau mich schon garnicht mehr auf den Flur."

Was ähnliches hatten wir heute gerade beim Theater, da machen wir auch Charakterdesign. Die eine fand das der Hund stinkt und eine andere hat geschrien oder der Besoffene wollte ihn mitnehmen.
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Alt 11.05.2017, 04:03   #4
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Zitat:
Zitat von dr.Frankenstein Beitrag anzeigen
Die Recherchen hast du doch aber betrieben um deinen Flow in Gang zu bringen. Und selbst etwas mit den von anderen entdeckten Tricks zu komponieren?
Recherchen bringen gar nichts in Gang, sondern sie stoppen den Schreibflow, weil sie mit viel Aufwand verbunden sind. Und was ist mit den "von den anderen entdeckten Tricks" gemeint? Mein jüngstes Thema, das 83 Seiten umfasst, hat außer mir noch niemand gelesen. Die Notwendigkeit, zu recherchieren ergab sich beim Schreiben. Ich musste zum Beispiel etliche Landkarten studieren und Städtenamen von 1945 ausfindig machen, die es unter ihrem damaligen Namen heute nicht mehr gibt. Des weiteren musste ich, soweit möglich, Bilder bestimmter Orte aus dieser Zeit finden, um ihren Zustand glaubhaft schildern zu können. Weiterhin galt es, einige Dialoge auf Tschechisch einzubringen, eine Sprache, die ich nicht kenne.

Kurz gesagt: Ich hatte ein Thema und sogar eine Aufzeichnung von einer Zeitzeugin, so dass ich meiner Sache sicher war. Doch beim Umsetzen des Themas merkte ich bald, dass ich mich zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte und ohne Recherchen nichts zustande bringen konnte, weil in dieser Aufzeichnung wichtige Details fehlten. Viele Fragen tauchten erst beim Schreiben auf, waren also im Vorfeld nicht klärbar, und das Recherchieren im Internet, in Lexika und Zeitungsartikeln oder durch Befragung von Zeitzeugen kostete immer wieder viele Stunden.
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Alt 11.05.2017, 09:39   #5
Thing
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Tja -
Du kannst aber im Kopf die prägnantesten Menschentypen haben und wie einen Treffer im Lotto auch die passende Geschichte dazu - wenn Du nicht fesselnd schreiben kannst, wirds doch nichts.
Ich kenne das von mir.
Ich weiß hundertprozentig, daß ich niemals eine Novelle (oder ein Drehbuch) schreiben könnte.
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Alt 11.05.2017, 09:55   #6
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Jeden fesselt doch was anderes. Prägnant ist doch Schwanger auf Englisch, daher hat Nietzsche das.
Kannst du dich denn nicht hineinversetzen oder woran liegts?
Oder im Spannung aufbauen?
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Alt 11.05.2017, 10:06   #7
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Zitat:
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Ich weiß hundertprozentig, daß ich niemals eine Novelle (oder ein Drehbuch) schreiben könnte.
Das kann man lernen. Wobei ich zugeben muss, dass Novellen eine sehr schwierige Form der Literatur darstellen. Der Autor hat - im Gegensatz zu einem Roman - bei einer Novelle wenig Freiheiten. Doch auch der Roman hat seine Tücken, denn ein Autor läuft Gefahr, die Übersicht zu verlieren und sich in den Nebenhandlungen zu verlieren.

Ein Drehbuch ist mit dem "normalen" Schreiben nicht vergleichbar. Außer eine spannende Handlung und griffige Dialogen zu schaffen, muss der Autor sehr konzentriert auf die Formatierungen achten, weil sie für die Film-Crew wichtige Informationen beinhalten. Ein Drehbuch kann schon deshalb abgelehnt werden, weil die Szenen-Überschriften falsch formatiert oder die Figuren nicht so benannt sind, dass sie als unterschiedliche Personen erkannt werden. Tauchen mehrere Personen der gleichen Kategorie auf, muss man sie nummerieren, z.B. Taxi-Fahrer_1, Taxi-Fahrer_2 usw., um nur ein Beispiel zu nennen.
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Alt 11.05.2017, 10:29   #8
Thing
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Also gibt es beim Drehbuchschreiben noch mehr Hürden.
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Alt 11.05.2017, 11:15   #9
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
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Also gibt es beim Drehbuchschreiben noch mehr Hürden.
Nicht mehr Hürden, aber andere. Es ist eben eine eigene Gattung.

Ein Romanautor schreibt eine Geschichte und überlässt es dem Leser, sich seine Bilder im Kopf zu schaffen.

Der Drehbuchautor schreibt sein Script so, wie er den fertigen Film vor seinem geistigen Auge sieht und wie es vom Regisseur und dem Kameramann umgesetzt werden könnte.

Aber das ist ein Thema für sich, das von der Intention dieses Threads abweicht.
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