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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 05.10.2013, 13:33   #1
männlich Jeronimo
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Dabei seit: 10/2011
Alter: 66
Beiträge: 4.223

Standard Ein falsches Wort

Stolz und unnahbar schweigst du zwischen uns Distanz.
- Verletztes Herz und dicker Kopf ergaben die Brisanz -
Das Recht gekränkt zu sein, das überließ ich dir
und weiß auch: dir ist heut nicht nach mir.

Ein unerlaubtes Wort nur, schon funkelten die Sternenaugen
und konsequent willst du mir nichts mehr glauben.
Die Bitte um Vergebung starb schon im Versuch.
Ich bin kein Knoten mehr in deinem Taschentuch.

Du kannst genießerisch unendlich lange schweigen,
du willst mich strafen und dabei unfehlbar bleiben.
Ein Lächeln wär für dich Verzeihn,
so sind wir zwar zusammen - doch allein.

Jeronimo
Jeronimo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.10.2013, 16:03   #2
weiblich BABSvomKUTSCHI
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Dabei seit: 03/2011
Beiträge: 3.076

In deinem Taschentuch der Knoten
Der wär ich allzu gern
Verzeihst mir meine Zoten
Und Tadeln wär dir fern

Ich kann zwars Maul nicht halten
Doch weiß ich, du hörst zu
Du lässt mich schalten, walten
Denkst nicht, die blöde Kuh

Soll endlich hier verschwinden
Das Gegenteil der Fall
Du willst dich ewig an mich binden
Du hast schon echt ´n Knall
BABSvomKUTSCHI ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.10.2013, 18:18   #3
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.150

Standard Hallo, Jeronimo -

das ist einfach großartig und mir wie aus dem Gedächtnis geschrieben!
Kommt auf meine Favoritenliste.


Matten, aber herzlichen Gruß
von
Thing
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.10.2013, 23:15   #4
männlich Jeronimo
gesperrt
 
Dabei seit: 10/2011
Alter: 66
Beiträge: 4.223

Hallo Babs,

das war ja schon fast romantisch!
Du bist also sehr wohl eine Poetin, wenn auch mit Doberman.
Ich danke dir!

Hallo Thing,

ein Lob von dir ist immer das Maß aller Dinge,
und das, obwohl es dir nicht gut geht.

Ganz herzlichen Dank und gute Besserung!

Jeronimo
Jeronimo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2013, 13:12   #5
weiblich BABSvomKUTSCHI
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Dabei seit: 03/2011
Beiträge: 3.076

Ja, ick kann ooch in Romantik
Aba nur, wenn ick det will
In St. Luz, da am Atlantik
Da wird Babsi denn janz still

Wenn ick sitz mit zue Augen
Und det Meer fängt an zu rauschen
Den Jeruch vom Meer rinsaugen
Und dem Wellenrauschen lauschen

Denn vajess ick allet rum
Bis in meine letzten Winkeln
Doch janz plötzlich macht et Bumm
Ick steh uff, ick muss ma pinkeln
BABSvomKUTSCHI ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2013, 21:15   #6
männlich Jeronimo
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Dabei seit: 10/2011
Alter: 66
Beiträge: 4.223

Hallo Babs,

das war eines der schönsten Gedichte von dir.
Frech, Berliner Schnauze und ein Hauch von Melancholie.
Hat mir großartig gefallen.
Und das einfach nur als Kommentar..

Jeronimo
Jeronimo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2013, 22:07   #7
weiblich marlenja
 
Dabei seit: 11/2010
Beiträge: 3.206

Ein tragisches Mitauseinanderleben.
Die Art wie es beschrieben wird - ein Genuss.
marlenja ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.10.2013, 00:19   #8
männlich Jeronimo
gesperrt
 
Dabei seit: 10/2011
Alter: 66
Beiträge: 4.223

Hallo marlenja,

Mitauseinanderleben: ein treffendes Wort!

Lieben Dank für deinen Kommentar!

Jeronimo
Jeronimo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.10.2013, 11:01   #9
weiblich simbaladung
 
Dabei seit: 07/2012
Alter: 63
Beiträge: 3.056

Hallo, Jeromino,

dein Gedicht lässt mich nicht los.
Ich muss ein bisschen ausholen.
Am Anfang haben mich die "kalte" Wortwahl - "Distanz", "Brisanz" ziemlich gestört oder eher irritiert.
Das LI analysiert, seziert das Verhalten des LDs, da ist kein Gefühl mehr -
allenfalls schimmert es in "Sternenaugen" und dem Bild des Knotens im Taschentuch (toll) durch, dass es einmal anders war.
Das LI scheint aber (war er wirklich mal ein zugewandter, ein mit-dem anderen- fühlender Mensch?) - eine verschobene, ichbezogene Wahrnehmung zu haben.
So beansprucht es das Recht einem anderen ein Gefühl (gekränkt, verletzt zu sein) zu überlassen. ???? Was ist denn das?
Es klingt für mich so, wie: "Ich erlaube dir ja gekränkt zu sein, aber eigentlich bist du ja schuld, du müsstest mir vergeben, du glaubst mir nicht mehr? Also hast du Schuld (obwohl der eigentliche Vertrauensbruch von ihm selbst ausgegangen ist). Auch geht die Wertung des Schweigens als "genießerisch"
geht für mich in diese Richtung.

Ich merke, dass mir dein LI extrem unsympathisch ist. Vielleicht liegt es aber
daran, dass ich selbst vor langer Zeit mal mit so einem Menschen zu tun hatte.

Versteh mich nicht falsch. Dein Gedicht finde ich großartig. Eine spannende
Charakterstudie.

lieben Gruß,
simbaldung
simbaladung ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.10.2013, 13:00   #10
männlich Jeronimo
gesperrt
 
Dabei seit: 10/2011
Alter: 66
Beiträge: 4.223

Hallo simbaladung,

herzlichen Dank für deine ausführliche Meinung!
Das Li ist offensichtlich selbst gekränkt, weil das andauernde Schweigen offenbar eine Bestrafung ist und weder Vergebung noch Auseinandersetzung mit dem Geschehen duldet.
Dass es selbst gekränkt ist, wird nicht akzeptiert, über die Schuldfrage wird nicht diskutiert, der Partner "genießt" das Sichschuldigfühlen des Li, das nichts tun kann außer die Dauer und Art der Betrafung hinzunehmen.
Der Partner des Li will nicht verzeihen, sieht sich selbst fehlerlos und kostet die Situation dahingehend aus, dass er bestimmt, wie lange die Bestrafung dauert.

Das Li ist schuldig und hat selber kein Recht, gekränkt zu sein (warum nicht?), sondern nur der Partner, der das für sich beansprucht, es ist keine arrogante Großzügigkeit des Li, sondern Resignation, weil es als Schuldiger dieses Gefühl nicht haben darf.
Das "genießerisch" soll ausdrücken, dass der Partner nach eigenem Ermessen entscheidet, wie lange die Bestrafung anhält.

Das Li akzeptiert das Schweigen als Bestrafung, leidet aber auch darunter, dass es keine Vergebung findet.
Das soll der Text ausdrücken. Und Schweigen ist keine Lösung.

Liebe Grüße

Jeronimo
Jeronimo ist offline   Mit Zitat antworten
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