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Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen.

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Alt 21.04.2012, 21:00   #1
Thing
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Standard Mein Gott (1)

Gott schläft. Müd hat die Lider er gesenkt.
Er ruht sich aus. Sein Tag war lang und schwer.
Er hat behütet, hat bereitet, hat gelenkt.
Er gab. Er gibt.. Er ist nicht hehr.

Auch er, gleich mir, wird abends müd.
Trinkt er den uns gemeinen Becher leer,
gönnt er ein letztes "Liebeslied",
und ruht . Und will nicht mehr.

Er ist der Meine! Ich hab ihn geboren.
Er weiß um seine meine Macht.
Wir steigen nicht auf tönerne Emporen.
Gleiches hat er mir, hab ich gebracht.

Er ist der Meine. Bin ich sein?
Wir Beide sind uns reiche Väter.
Bin ich wirklich einmal sehr allein:
Er vertröstet nicht auf ein gelognes "später".





21.04.2012
(c)
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Alt 21.04.2012, 21:28   #2
männlich Martand
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Guten Abend Thing,

ich sehe dein Gedicht zwiespältig. Der Anfang ist so richtig himmlisch, man hat den Eindruck, Gott schaut auf den Abend den Menschen zu. Die ersten beiden Strophen schaffen wunderbare Abendlied-Stimmung. Einzige Auffälligkeit:

Zitat:
Gott schläft. Müd hat die Lider er gesenkt.
ins Bild würde hier in meinen Augen besser "Gott ruht" passen

Zitat:
Er gab. Er gab. Er fühlt nicht hehr.
Die Wiederholung finde ich etwas dürftig. Und "hehr"? Nun, das Wort gibt es, sogar mit vielen unterschiedlichen Bedeutungen, trotzdem ist das nicht so recht stimmig.

Strophe 3:
Zitat:
Er ist der Meine! Ich hab ihn geboren.
Er weiß um seine meine Macht.
"seine meine"?

Mit den letzten Versen geht die Stimmung ein wenig verloren, und der Reim am Ende - Väter -- Später - klingt etwas gezwungen.
Wie auch immer: ich bin auf den Nachfolger (2) gespannt, vielleicht wird es dann ja eine Art Morgenlied?

Viele Grüße,
Martin
Martand ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.04.2012, 22:13   #3
Thing
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Halli Hallo, Martin -

und sei mir willkommen!

Deine Anmerkungen zeugen von Deiner Aufmerksamkeit.
Zur ersten:
Er ruht im zweiten Vers.

Das mit
"Er gab. Er gab...."
will ich sinngemäß ändern. Danke, daß Du es so deutlich gemacht hast.

"seine meine" werde ich wohl beibehalten.
I.d.U. bin ich gegen "moderne" Gestaltung. Hier fand ich das Kommalose ausnahmsweise passend.
Aber ich lasse mich nur zu gern eines Besseren belehren.

Später-Väter-

wurde nicht ausgeschöpft, sonst wäre es ins Beleidigende für Gläubige abgeglitten.


Hab herzlichen Dank dafür, daß Du Dich mit dem Text beschäftigt und den reichhaltigen Kommentar geschrieben hast!


LG
Thing
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Alt 21.04.2012, 22:25   #4
männlich Martand
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Beiträge: 747

Ja, ich fühle mich hier auch willkommen

Zitat:
Deine Anmerkungen zeugen von Deiner Aufmerksamkeit.
Und diese war sofort da, weil es ein sehr leseinfaches, flüssiges Gedicht ist.

Zitat:
Zur ersten:
Er ruht im zweiten Vers.
Nun ja, ruht man nicht, bevor man schläft?
Aber vielleicht ist das bei Göttern ja anders..

Zitat:
Hab herzlichen Dank dafür, daß Du Dich mit dem Text beschäftigt und den reichhaltigen Kommentar geschrieben hast!
Mach nur, ich bin auf die Fortsetzung gespannt

Abendliche Grüße, Martin

P.S.: Nettes Forum.
Martand ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.04.2012, 09:58   #5
Thing
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Halli Hallo, Martand -

unglaublich!
Du bist wirklich erst 15 Jahre alt?
Dann fallen also d o c h Meister vom Himmel....

Sonntagsgruß
von
Thing
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Alt 22.04.2012, 12:29   #6
männlich Martand
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Beiträge: 747

Hallo,..

Zitat:
Du bist wirklich erst 15 Jahre alt?
Dann fallen also d o c h Meister vom Himmel....
Nein, wirklich??
Das Werk zu entziffern war jetzt aber nicht allzu schwer..

Morgendliche Grüße
Martin
Martand ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.04.2012, 12:45   #7
Thing
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Beiträge: 35.150

D a s hatte ich auch nicht gemeint,
aber das gehört dann doch besser in Deine "Vorstellung".
Ich schreibe nie verkryptete (hach!) Texte.

LG
Thing
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Alt 22.04.2012, 21:13   #8
männlich wüstenvogel
 
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Ort: wetzlar
Alter: 65
Beiträge: 444

Standard Mein Gott (1)

Lieber Thing,

so ist das also. Der Mensch hat Gott geschaffen - sich zum Ebenbild.
Und dann hat dieser Gott den Menschen geprägt.

Naja, das ist sicher was dran.

Für mich ist Gott keine Person, aber auch keine Fiktion - eher eine Art "Schöpfungskraft" (Stichwort Natur).

Die Personalisierung Gottes ist eine menschliche Eigenschaft, wahrscheinlich eine notwendige. "Seine" Propheten sind außergewöhnliche Menschen (die es auch in anderen Bereichen gibt) - und haben eine Art Vorbildfunktion.
Doch sie sollten sich nicht zu weit von den Menschen entfernen, denn sonst laufen ihre Lehren ins Leere.

Vielen Dank für dein anregungs-reiches Gedicht.

Liebe Grüße

wüstenvogel
wüstenvogel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.04.2012, 16:27   #9
Thing
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Beiträge: 35.150

Halli Hallo, wüstenvogel -

Du hast mich offensichtlich mißverstanden.
Ich glaube weder an Gott noch irgendwelche Propheten.

Ich habe mir einen ganz eigenen, nur für mich existierenden Gott erschaffen, der mit anderen Göttern gar nichts gemein hat.
Ich nenne ihn privatim auch nicht Gott.
Er ist ein von mir oft geplagtes Phantasiegebilde, das mein Innenleben bereichert.


LG
Thing
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