Poetry.de - das Gedichte-Forum
 kostenlos registrieren Forum durchsuchen Letzte Beiträge

Zurück   Poetry.de > Gedichte-Forum > Philosophisches und Nachdenkliches

Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen.

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen
Alt 02.04.2012, 13:11   #1
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.811

Standard Schnee im August

Halt
dich nicht mit Warten auf!
Bald
ist jetzt schon längst geschehen.

Geh
heim ist aller Dinge Lauf.
Schnee
wird im August gesehen.

Hast du dich ausgewundert,
ist er längst geschmolzen.
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2012, 13:26   #2
weiblich Ex-Suzette
abgemeldet
 
Dabei seit: 04/2010
Beiträge: 605

Hallo Schmuddel,
echt krypitscher Text ...
Daher: Hast du denn auch eine interessante Deutung?
Gruß Suzette
Ex-Suzette ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2012, 13:30   #3
weiblich Mina
 
Benutzerbild von Mina
 
Dabei seit: 03/2012
Beiträge: 23

Früher...damals...hab' ich oft und gerne über die Zeit nachgedacht. Über die Zeit und die Vergänglichkeit. Darum gefällt mir heute..jetzt...in diesem Moment Dein Gedicht sehr gut. Und während Du diese Zeilen liest, ist kaum etwas mehr so, wie es vorher war...


Wunderbaren Tag wünsche ich Dir.
Mina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2012, 14:21   #4
männlich Ex-Peace
abgemeldet
 
Dabei seit: 11/2011
Beiträge: 3.450

Sehr gut und sehr aussagekräftig.
Der Aufbau gefällt mir auch besonders.
Es ist ein frisches, spritziges Gedicht, das zudem wachrüttelt.

Liebe Grüße
Peace
Ex-Peace ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2012, 14:27   #5
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.811

Hallo, ihr beiden!

Zitat:
Hast du denn auch eine interessante Deutung?
Ich habe eine Deutung, aber ob die so interessant ist...

Zitat:
Halt
dich nicht mit Warten auf!
Hierin liegt zunächst die Aufforderung "Halt!", die für mich viele Assoziationen mit sich bringt, z.B. "inne halten". Dann ergibt sich im Zusammenhang mit dem zweiten Vers ein scheinbar konträrer Satz. Man soll nicht warten; gleichzeitig klingt ja immer noch das "Halt!" nach. Wie ist diese scheinbare Paradoxie aufzulösen?

Warten ist meiner Meinung nach nicht das Unterlassen einer Handlung, sondern der Fokus auf etwas Künftiges. Ich kann also auch "nichts" tun, ohne zu warten. Es ist also ein Appell, im Moment aufzugehen, den Augenblick zu genießen, Ziele zu vernachlässigen.

Zitat:
Bald
ist jetzt schon längst geschehen.
Damit meine ich, dass das Glück, das im Moment liegt so schnell vergeht, das es beinahe ungeschehen ist, wenn man den Fokus ständig auf ein Fernziel richtet.

Zitat:
Geh
heim ist aller Dinge Lauf.
1. "Geheim ist aller Dinge Lauf."
Dinge geschehen, aber wir sehen nicht alle Dinge, die geschehen und aus welchen Beweggründen sie geschehen. Der Wunsch nach Erkenntnis ist menschlich, aber man sollte darüber nicht die Freude an dem Wesen der Dinge an sich, an den Wundern übersehen.

2. ""Geh heim!" ist aller Dinge Lauf."
Nimmt Bezug auf das aristotelische Weltbild, wo es die Vorstellung gibt, dass alle Dinge ihren natürlichen Platz haben. Die Sonne oben, die Steine unten auf dem Boden. Wenn ich einen Stein hebe und wieder loslasse, will er "nach Hause", nach unten. Wer dies versteht und akzeptiert, dass alle Dinge ihre Bestimmung haben, der findet auch den Weg "nach Hause", zur Harmonie von Körper und Geist. Selbstgenügsamkeit ist der kürzeste Weg zum Glück.

Zitat:
Schnee
wird im August gesehen.

Hast du dich ausgewundert,
ist er längst geschmolzen.
Das ist ein Beispiel, das all die genannten Gedankengänge zusammenführen soll. Ich denke, vor dem Hintergrund dessen, was ich bereits gesagt habe, erklärt es sich von selbst.

Mina, deine Interpretation geht also stark in meine Richtung. Freue mich, dass es dir gefällt!
Euch ebenfallsb einen wunderbaren Tag mit August-Schnee!

LG
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2012, 14:28   #6
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.811

Ach, da kam ja noch Peace dazwischen.

Schön, wenn es dir gefällt!

LG
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2012, 17:57   #7
weiblich Ex-Suzette
abgemeldet
 
Dabei seit: 04/2010
Beiträge: 605

Danke fürs Beleuchten ...
Da fiel bei mir auch der Groschen.
Tja, das besagt wohl meine derzeitige Entfernung von
diesem Zustand - insofern haben mich diese Zeilen innehalten
lassen.
LG
Ex-Suzette ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2012, 19:54   #8
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.811

Gern geschehen.
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.04.2012, 13:08   #9
männlich Twiddyfix
 
Benutzerbild von Twiddyfix
 
Dabei seit: 02/2012
Ort: kleines Nest in Bayern
Beiträge: 2.716

Verzeiht, dass ich nicht so das Lyrische sehr, Schnee im August kenne ich nur unter < Rauschgift >, weisses Pulver.

Aber Dein Gedicht gefällt trotzdem sehr gut.(ich hab es dreimal gelesen)

Lieben Gruß von mir.
Twiddyfix ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.04.2012, 13:31   #10
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.811

Ich glaube, dann hast du es öfter gelesen als ich.
Freut mich aber, dass es dir gefällt.

LG
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen für Schnee im August

Stichworte
augenblick, wunder, zeit

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche


Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Downtown, August 1974 Ilka-Maria Zeitgeschehen und Gesellschaft 2 30.07.2011 20:10
Zum Brief vom 18. August, die Leiden des jungen Werthers usmiiile Lebensalltag, Natur und Universum 0 05.04.2011 20:01
August '59, barfuß Ilka-Maria Zeitgeschehen und Gesellschaft 10 16.04.2010 12:01
Dummer August jeito Gefühlte Momente und Emotionen 0 08.12.2008 23:55
6. August 1945 denker kein dichter Düstere Welten und Abgründiges 4 03.12.2006 20:04


Sämtliche Gedichte, Geschichten und alle sonstigen Artikel unterliegen dem deutschen Urheberrecht.
Das von den Autoren konkludent eingeräumte Recht zur Veröffentlichung ist Poetry.de vorbehalten.
Veröffentlichungen jedweder Art bedürfen stets einer Genehmigung durch die jeweiligen Autoren.