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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 26.05.2014, 12:12   #1
männlich Schmuddelkind
 
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Alter: 33
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Standard Wie einen Traum aus alten Zeiten

Wie einen Traum aus alten Zeiten
nehm ich dich in meine Arme,
nicht um dich zu halten,
nein, um mit dir hinzugleiten
zu dem Augenblick, dem warme
Sommerlüfte galten.

So nehm ich dich in meine Arme -
wärs mein Letztes, gerne wüsst ich,
ob du eine Weile
sänkest noch in meine zahme
Geste ganz hinein und küsst mich,
denk ich und verweile.

Nein, nicht um dich zu halten,
sondern um dich loszulassen,
diesem Traume Raum zu geben,
um sich zu entfalten,
Grenzenloses einzufassen
in dem flüchtigen Erleben.
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Alt 20.01.2018, 12:45   #2
männlich Laie
 
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Beiträge: 870

Hi Schmuddelkind,

ich stöbere gerade ein wenig durch deine Gedichte. Dass dieses hier unkommentiert ist, kann ich nicht verstehen. Das ist ein traurig schönes Liebesgedicht. Der Hauch von Abschied, der in und zwischen den Zeilen liegt, macht es sehr bewegend.


Gruß,
Tiger
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Alt 20.01.2018, 22:01   #3
männlich Schmuddelkind
 
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Beiträge: 4.811

Hallo Tiger,

ich fühle mich außerordentlich geschmeichelt, dass du so tief gegraben hast und dieses von mir längst vergessene Gedicht hervor gebracht hast. Es bringt für mich auch einen Traum aus alten Zeiten hervor, denn seitdem ich das Gedicht schrieb, habe ich es bis jetzt nie wieder gelesen und kann mich nun tatsächlich an kein einziges Wort erinnern - eine interessante Erfahrung für mich, kann ich doch mein eigenes Gedicht aus den Augen eines fremden Betrachters entdecken. Vielen Dank also dafür!

Es ist auch bestimmt noch älter als es aussieht (vom Schreibstil her würde ich auf 2012 tippen). Seitdem ist bei mir viel passiert und ich komme auch kaum noch zum Schreiben. Man merkt dann auch immer, wenn man es mal wieder versucht, dass einfach die Übung fehlt. In diesem Gedicht habe ich (wie generell zu dieser Zeit) viel mit Reimschema und Metrik experimentiert. So gut würde ich das heute nicht mehr hinkriegen. Einerseits traurig, andererseits muss man einfach einsehen, wenn sich das Leben verändert, dass man andere Prioritäten setzt und eben nicht mehr den ganzen Tag herzschmerzverzerrt vor sich hin schwärmt und darüber Gedichte schreibt. Und so ist es eben auch etwas Gutes: die Einen haben ihren Zenit überstrichen und schaffen Raum für junge, innovative Autoren.

Zitat:
Dass dieses hier unkommentiert ist, kann ich nicht verstehen.
Das hat so viel mit Zufall zu tun. Werden in kürzester Zeit mehrere Gedichte in derselben Rubrik gepostet, bleibt irgendetwas zwangsläufig unter dem Radar. Damit muss man leben - geht eben kaum anders im Rahmen eines Forums. Abgesehen davon kann ich mich nicht beschweren: meine Gedichte wurden in aller Regel sehr ausgiebig kommentiert und dass das heute vielleicht etwas nachgelassen hat, mag zum Einen an meiner nachlassenden Qualität liegen, zum Anderen daran, dass die meisten hier zu jung oder nicht lange genug dabei sind, um sich an mich zu erinnern. Und (auch wenn ich jetzt schon so viel über mich gesprochen habe) so eitel bin ich dann doch wieder nicht, dass ich mich besonders geil finde, wenn meine Gedichte kommentiert werden, weil man mich kennt.

Zitat:
Der Hauch von Abschied, der in und zwischen den Zeilen liegt, macht es sehr bewegend.
Ich weiß ja nicht mehr, in welcher Lebenssituation ich es geschrieben habe, aber ich verstehe dieses Gedicht wohl so ähnlich wie du. Es ist vermutlich das wehmütige, aber klare Einsehen, dass ein Abschied unvermeidlich ist, das hier ausgedrückt werden soll.

Vielen Dank noch einmal fürs Ausgraben und für deinen feinfühligen Kommentar!

LG
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Alt 20.01.2018, 22:24   #4
männlich Laie
 
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Alter: 28
Beiträge: 870

Hi Schmuddelkind,

als wärst du alt Wenn dein angegebenes Alter stimmt, gehörst du hier doch wirklich nicht zu den älteren Mitgliedern. Vielleicht zu den Dienstältesten. Ich habe mir noch einige Gedichte mehr durchgelesen und auch ein paar zu meinen Favoriten hinzugefügt. Du hast eine wundervolle Art zu schreiben und triffst genau meinen Geschmack. Du schaffst es herausragend Stimmungen und Gefühle in oft kürzeren Gedichten zu ballen, ohne dass die Sprache leidet. Nein, sie wirkt oft wie zusätzlich getragen. Das gelingt dir unter anderem durch die Enjambements, denke ich.
Wie du vielleicht merkst, bin ich möglicherweise leicht begeistert Hättest du einen Gedichtband, ich würde ihn wohl kaufen. Und ich denke wirklich nicht, dass die Qualität deiner Gedichte abgenommen hat.

Klingt alles ein wenig nach Schleimerei. Soll aber keine sein


Gruß,
Tiger
Laie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.01.2018, 00:17   #5
männlich Schmuddelkind
 
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Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 4.811

Zitat:
Hättest du einen Gedichtband, ich würde ihn wohl kaufen.
Hätte ich einen Gedichtband, wäre der Verlag pleite.

Zitat:
Du hast eine wundervolle Art zu schreiben und triffst genau meinen Geschmack. Du schaffst es herausragend Stimmungen und Gefühle in oft kürzeren Gedichten zu ballen, ohne dass die Sprache leidet.
Dankeschön.
Meine Idee von Lyrik ist tatsächlich, mit möglichst wenig Bewegung und Schmuckwerk, viel im Leser zu bewegen und durch kurze, einfache Gedichte, mein Empfinden unvermittelt zu transportieren. Freut mich, dass mir dies hin und wieder zu gelingen scheint.

Zitat:
als wärst du alt Wenn dein angegebenes Alter stimmt, gehörst du hier doch wirklich nicht zu den älteren Mitgliedern.
Das gewiss nicht, aber wenn ich meine neueren Gedichte mit denen meiner Sturm und Drang-Phase vergleiche, merke ich, dass da die Luft raus ist - da fehlt die Jugendlichkeit und das ist auch OK so. Für alles gibt es eine Zeit.

LG
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