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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 26.05.2018, 13:15   #1
weiblich Schnulle Köhn
 
Dabei seit: 05/2017
Ort: am Ende der Welt
Alter: 59
Beiträge: 929

Standard Appell an ein Reh

Rehlein in dem Walde
lauf hinweg geschwind,
denn es hat der Jäger
geschultert seine Flint'.

Er legt sich auf die Lauer
heut Nacht beim Mondenschein,
und schießt, wenn er dich findet,
dir in das Herz hinein.

Getroffen brichst du nieder,
noch eh der Schuss verhallt
und deine glänzend Augen
die blicken starr und kalt.

Drum springe schönes Rehlein
tief in den Wald hinein,
dass er dich nicht erblicket
heut Nacht im Mondenschein.
Schnulle Köhn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.05.2018, 20:47   #2
männlich dr.Frankenstein
 
Benutzerbild von dr.Frankenstein
 
Dabei seit: 07/2015
Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
Alter: 37
Beiträge: 4.480

Du musst das Nachts LAUT im Wald vortragen, Rehe können ja nicht lesen.
Pass auf die Wildschweine auf, die brüten grad. Mich hat letzt ma schon eins bedroht, schnell weiter zu radeln mit meinem neuen Glockenspiel.
dr.Frankenstein ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.05.2018, 23:51   #3
weiblich Schnulle Köhn
 
Dabei seit: 05/2017
Ort: am Ende der Welt
Alter: 59
Beiträge: 929

Hallo dr. Frankenstein,
mano, das hab ich gar nicht bedacht. Rehe können ja nicht lesen. Da bleibt mir nix weiter, als deinen prima Rat zu befolgen. Ein bisschen gruselt's mich ja. Wir haben hier viele Wildschweine. Vor kurzem sind mir 15 Stück über den Weg gelaufen. Na hoffentlich geht das gut.
Hab mich über deinen Kommentar gefreut.
Danke und liebe Grüße
Schnulle
Schnulle Köhn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.05.2018, 18:22   #4
Stachel
 
Benutzerbild von Stachel
 
Dabei seit: 03/2015
Ort: Niederrhein
Beiträge: 926

Hallo Schnulle,

dein Gedicht liest sich unschuldig wie ein Kinderreim und es würde in meinen Augen auch sehr gut in einen Gedichtband für Kinder passen. Andererseits könnte es auch als Beitrag zur MeToo-Debatte durchgehen. Interessant, wie sich der Sinn eines Gedichts plötzlich durch einen ungewohnten Bezug komplett ändern kann.

Freundliche Grüße von
Stachel
Stachel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.05.2018, 20:26   #5
weiblich Schnulle Köhn
 
Dabei seit: 05/2017
Ort: am Ende der Welt
Alter: 59
Beiträge: 929

Hallo Stachel,
ich freue mich deinen Kommentar zu lesen.
Unschuldig..... da hast du wohl recht. Das liegt wohl daran,
dass ich mir trotz meines schon etwas länger andauernden Daseins in der realen Welt einen kindlich unschuldigen Blick auf viele Dinge bewahren konnte.
Wir wohnen in dem Haus eines Jägers und ich sehe oft in der Kühlkammer die erjagten Tiere hängen. Was ja die normalste Sache der Welt ist. Wenn ich so ein so ein Reh mit seinen schönen Augen dort hängen sehe, was kurz zuvor noch ahnungslos durch den Wald sprang und sich des Lebens freute ( oder auch nicht), dann mache ich mir halt so meine Gedanken und daraus ist dieses Gedicht entstanden.
Noch einen schönen Sonntagabend für dich
LG Schnulle
Schnulle Köhn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.05.2018, 00:44   #6
männlich dr.Frankenstein
 
Benutzerbild von dr.Frankenstein
 
Dabei seit: 07/2015
Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
Alter: 37
Beiträge: 4.480

15 Stück, aber friedlich?

Machst auch mal ein Gedicht über das Reh, das sich nicht des Lebens freut?
Das depressive Reh Camilla.
Camilla dachte immer an Selbstmord
Sie sprang mit Absicht gegen Elektrozäune
Und lief über die Autobahn
Auch wartet sie immer auf Lichter
Um plötzlich auf die Straße zu springen
Seid Camilla auf Antidepressiva eingestellt
Wurde geht es ihr viel besser
Bis

Ja
Bis

Der Jäger sie erwischt.

Peng.
dr.Frankenstein ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.05.2018, 07:30   #7
weiblich Schnulle Köhn
 
Dabei seit: 05/2017
Ort: am Ende der Welt
Alter: 59
Beiträge: 929

Hallo dr. Frankenstein,
Camilla.... ein schöner Name für ein Reh. Das trifft genau diese unschuldige Eleganz. Ja Camilla muss wohl depressiv gewesen sein, wenn sie so was gemacht hat. Aber ein solches Gedicht zu schreiben, dass wäre ja eine doppelte Tragödie..... Ich glaube, das kriege ich nicht hin.

Ja, 15 Wildschweine. Vorn eine Alte, die mich und den Hund argwöhnisch beäugte (in 20 Metern Abstand).Mein Hund und ich standen stramm. Da keine Gefahr von mir ausging, husch husch übern Weg, übers Feld und rein in den Wald, 13 Jungtiere dazwischen und hinten wieder eine Alte. Weg war'n sie und ich konnte normal weiter atmen. Sie haben ja eigentlich große Angst vor Menschen, aber ich habe doch einen gewissen Respekt.

Schönen Tag
LG Schnulle
Schnulle Köhn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.06.2018, 14:50   #8
weiblich Ex-Letreo71
abgemeldet
 
Dabei seit: 01/2014
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 4.028

Liebe Schnulle,

dein Gedicht kann ich mir wunderbar in einem Kinderbuch vorstellen.

Hab es gern gelesen.

Lieben Gruß

Letreo
Ex-Letreo71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.06.2018, 16:44   #9
weiblich Schnulle Köhn
 
Dabei seit: 05/2017
Ort: am Ende der Welt
Alter: 59
Beiträge: 929

Danke liebe Letreo.
(ganz im Geheimen, das steht auch schon in einem Buch)

Schönen Abend für dich
LG Schnulle
Schnulle Köhn ist offline   Mit Zitat antworten
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