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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 17.10.2021, 00:57   #1
männlich Evren
 
Dabei seit: 09/2021
Ort: Mannheim
Beiträge: 32

Standard Requiem für Erwachen

Unter dem blauen Himmel ,
Die Märchen ,
Die Suche ,
Die Reinheit und die Liebe ,
Der Wein und das Geile ,
Die Passion und die Eide ,
Die herzzerreißende Worte ,
Die gepflückten Blumen ,
Die versteinerte Seelen,
Die hungrigen und die gierigen ,
Die Mütter und die Waisenkinder ,
Die Schande und die Unschuld ,
Die Wut und die Verzweiflung,
Die Engeln im Exil .

Ein verschwommenes Gemälde,
In dem ich mich verlief ,
In dem mich begegnete,
Sinnvoller als alles andere ,
Sinnloser als alles andere ,
Nichts wurde überall ,
Ein Fluss gegen eine Wüste,

Nach einer Weile ,
Oder doch tausende Jahre ?
Ein Wind kam und flüsterte :
„Du kannst diese Wüste
überqueren wie ich „

Diese Worte ,
dachte ich und dachte,
Bis ich sie verstehe ,
Bis ich mich von Ängsten,
Von Hoffnungen,
Von allen Begriffen befreie ,
Bis mein Geist meine gedanken beherrscht ,
Bis ich eine Statue belebe,
Bis ich auf meine eigene Existenz verzichte,
Bis ich einfach in der Zeit fließe .

Jetzt stehe ich hier,
Und öffne meine Augen ,
Ich bin nicht mehr verloren .
Evren ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.10.2021, 08:53   #2
weiblich Fourwaystreet
 
Dabei seit: 11/2020
Beiträge: 92

Guten Tag Evren,

mir gefällt Dein Requiem.
Ich schreibe Dir mal strophenweise dazu:

Unter dem blauen Himmel ,
Die Märchen , - die/der würde ich hier und im weiteren Verlauf klein schreiben
Die Suche ,
Die Reinheit und die Liebe ,
Der Wein und das Geile ,
Die Passion und die Eide ,
Die herzzerreißende Worte ,
Die gepflückten Blumen ,
Die versteinerte Seelen,
Die hungrigen und die gierigen , wenn sich das hungrig und gierig als Adjektiv auf Seelen bezieht, muss dahinter ein Bindestrich. Steht es als Substantiv, bitte groß schreiben
Die Mütter und die Waisenkinder ,
Die Schande und die Unschuld ,
Die Wut und die Verzweiflung,
Die Engeln im Exil . n ist zuviel


Eine große Versammlung an Schwarz und Weiß unter dem blauen Himmel - der Himmel hier als gleichmütiger Beobachter, der die irdischen Erscheinungen, die in der Menschenwelt gelten, weiterhin beschaut, ohne jegliche Gefühlsregung. Wie gut zu wissen.
Interessant hier der Blick, der Meditierenden oft geraten wird - nämlich alle Erscheinungen des Lebens als vorüberziehende Wolken anzuschauen, ist hier umgekehrt. Die Erscheinungen des irdischen Lebens ziehen vorüber, während der Himmel schaut, wacht und liebt.


Ein verschwommenes Gemälde,
In dem ich mich verlief , auch hier gilt wieder, dass die Zeilenanfänge klein geschrieben für mich einen durchgehenderen Gedankenfluß zulassen würden.
In dem mich begegnete, mir
Sinnvoller als alles andere ,
Sinnloser als alles andere ,
Nichts wurde überall ,
Ein Fluss gegen eine Wüste,


Gegensatzpaare: Kann ich mir begegnen, wenn ich mich verlaufe? Kann etwas sinnvoller als alles andere sein und gleichzeitig auch sinnloser? Nichts überall wachsen? Ist das Leben der Tod? Gedanken, die bei mir bewirken, dass ich aufhöre zu denken und in eine Art Metaebene einsteige.



Nach einer Weile ,
Oder doch tausende Jahre ? oder doch tausend Jahren
Ein Wind kam und flüsterte : kam ein Wind
„Du kannst diese Wüste
überqueren wie ich „ Redezeichen oben

Ja, da ist es nur folgerichtig, dass die Natur anfängt zu sprechen und ich ihr Folge leiste. Das geflüstere "wie ich" des Windes würde ich vllt. weglassen. Der Wind redet ja von seinen Erfahrungen.

Diese Worte ,
dachte ich und dachte,
Bis ich sie verstehe ,
Bis ich mich von Ängsten,
Von Hoffnungen,
Von allen Begriffen befreie , ... ich frage mich, ob nicht alles im Präsens geschrieben werden sollte ...
Bis mein Geist meine gedanken beherrscht , Gedanken groß
Bis ich eine Statue belebe,
Bis ich auf meine eigene Existenz verzichte,
Bis ich einfach in der Zeit fließe .

Der Geist, der so klug ist, dem Wind zu lauschen, ist größer als die Gedanken und kann aus dem Chaos herausführen.


Jetzt stehe ich hier,
Und öffne meine Augen ,
Ich bin nicht mehr verloren

Ein sehr schönes Gedicht, das mich anrührt.
Für mich spricht es von einem tiefen Selbstfindungsprozess.

Sehr gerne gelesen.

Herzliche Grüße

4WS
Fourwaystreet ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.10.2021, 11:15   #3
männlich Evren
 
Dabei seit: 09/2021
Ort: Mannheim
Beiträge: 32

Guten Morgen foutstreetways ,
Es freut mich dass es dir gefällt 🙂
Ich versuche zu antworten:
- Die oder der habe ich groß geschrieben weil es Satzanfang ist.aber beim Gedicht schreiben muss Mann frei sein .ich möchte gerne wissen warum du klein schreiben würdest? Als Optik ?

- die hungrigen und gierigen- ich meinte hungrige Leute und gierige Leute .also die Hungrigen und die Gierigen.ist es richtig so ? Ich weiss es nicht.

-unter dem blauen Himmel : Je höher man das Leben betrachtet, desto klarer und tiefer kann man es sehen.

- Gegensatzpaare: Kann ich mir begegnen, wenn ich mich verlaufe? Kann etwas sinnvoller als alles andere sein und gleichzeitig auch sinnloser? Nichts überall wachsen? Ist das Leben der Tod? Gedanken, die bei mir bewirken, dass ich aufhöre zu denken und in eine Art Metaebene einsteige.

🙂Ich mag es, den Leser über die Grenzen der Logik hinauszuführen.da meinte ich : ıch war verloren und das Nichts hat mich gefunden .darüber habe ich viel zu sagen aber jetzt kann ich leider nicht.


-Ja, da ist es nur folgerichtig, dass die Natur anfängt zu sprechen und ich ihr Folge leiste.
Die Natur fordert von uns Veränderung ,um voranzukommen. Wenn ein Fluss in der Wüste nicht existieren kann, muss er zum Wind werden, um die Wüste zu durchqueren.auf eigene Existenz verzichten.

-ich frage mich, ob nicht alles im Präsens geschrieben werden sollte ...
du kannst recht haben .

- Der Geist, der so klug ist, dem Wind zu lauschen, ist größer als die Gedanken und kann aus dem Chaos herausführen.
ich weiß dass ich nicht weiss .und ich akzeptiere also bin ich.

Vielen Dank fÜr deinen Kommentar .
Liebe Grüße
Evren ist offline   Mit Zitat antworten
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