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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 28.09.2021, 17:44   #1
weiblich C.Alvarez
 
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Beiträge: 6.457

Standard inkurabel

Ich wollte einmal aufrecht stehn
und nie mehr weinend untergehn
Dem rauhen Wind entgegen sehn
und ungerührt im Regen stehn.
Den Alb der Nächte fortzujagen -
so träumte ich
von besseren Tagen.
Doch Träume sind so eine Sache
und Gottes Engel nehmen Rache
an jedem der ihm nicht gehört
so blieb ich
was ich bin:
verstört...
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Alt 29.09.2021, 13:41   #2
männlich dunkler Traum
 
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Beiträge: 262

... zum Glück legt sich die Verstörtheit nach einiger Zeit, zerstört wäre schlimmer gewesen.

wünsche schöne Träume
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Alt 29.09.2021, 16:29   #3
weiblich C.Alvarez
 
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Beiträge: 6.457

Zitat:
Zitat von dunkler Traum Beitrag anzeigen
... zum Glück legt sich die Verstörtheit nach einiger Zeit
Das, dunkler Traum, wäre sicher beruhigend für das lyrische Ich wenn, ja wenn da nicht im Raum stünde dass es Vorkommnisse im Leben geben mag die Menschen verstören und im schlimmsten Fall zu einer gestörten Persönlichkeit führen. Ein Leben lang.

Verstört liegt nahe bei gestört. Wobei die Grenze zu zerstört kaum zu ziehen ist.
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Alt 04.10.2021, 16:14   #4
männlich Andri
 
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Beiträge: 316

Liebe C. Alvarez, da dachte ich vor ein paar Tagen eine Newcomerin und so was rauszuhauen, Wahnsinn!! Aber ich wollte erst mal abwarten ob noch etwas kommt. Aber inzwischen zeigen deine Kommentare wie selbstbewusst und reflektiert du an die Literatur ran gehst.
Das Gedicht super auf den Punkt gebracht, gerade die erste Strophe finde ich besonders gut. Besser als die zweite, vielleicht auch weil sie zu stark relativiert, weil du doch aufrecht stehst und dem Regen trotzt. Der Alb der Nacht, er lässt sich nicht fortjagen, Aber ihm zum Trotz stehen wir, stehst du doch aufrecht. Und wenn nicht erhebt du noch das Wort zum Widerspruch. Incurabel vielleicht, aber trotzdem nicht hoffnungslos
Alles Liebe,
Andri
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Alt 06.10.2021, 17:32   #5
männlich Krebsgestoeber
 
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Beiträge: 233

Zitat:
Das Gedicht super auf den Punkt gebracht, gerade die erste Strophe finde ich besonders gut
Liebe C.Alvarez,
die Pointiertheit und der klare Rhythmus sind Stärken deines Gedichts, allerdings auch seine größten Schwächen. Zu knackige Formulierungen können leicht ins Abgehackte, Hölzerne kippen.

Zitat:
Ich wollte einmal aufrecht stehn
und nie mehr weinend untergehn
Dem rauhen Wind entgegen sehn
und ungerührt im Regen stehn.
Nicht nur die stumpfe Kadenz dieses Haufenreims und das wiederholte "stehn", sondern auch die Satzstruktur - gleich zwei und-Verbindungen - geben dieser Einheit den Charakter eines monotonen Hämmerns. Inhaltlich widersprechen sich das "einmal" und das "nie mehr". Will das lyrische Ich nun einmal oder immer die Haltung wahren?

Zitat:
Doch Träume sind so eine Sache
und Gottes Engel nehmen Rache
Dieser Stimmungswechsel kommt völlig unerwartet. Erst muss sich das lyrische Ich mit der schwammigen "Sache" Abhilfe verschaffen und plötzlich bricht das jüngste Gericht herein. Vielleicht lässt deine strenge, fast pedantische Verwendung von Reimen und Metrum, die abrupte Wendungen ungewollt irritierend wirken.

Das Gedicht ist zu kurz und zu militärisch geschrieben, um die seelische Entwicklung von der Kampfhaltung des lyrischen Ichs über Träume hin zur Verstörung nachfühlbar zu machen. Man merkt aber direkt: Du hast Erfahrung und nimmst Regeln ernst. Darüber hinaus wünsche ich dir mehr Mut zu einer verspielteren, bildreicheren Sprache.

Beste Grüße
Krebsgestoeber
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Alt 10.10.2021, 14:28   #6
weiblich C.Alvarez
 
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Hallo Krebsgestöber,
zunächst mal vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar, so detaillierte Aussagen gefallen mir. "monotones Hämmern", "abgehackt", "militärisch geschrieben" - da kann ich dir in allem zustimmen, aber das ist nunmal der Stil - mein Stil - der mir bei manchen Themen angemessen erscheint und der mir liegt.

"einmal aufrecht stehn", da hätte ich besser "zum erstenmal aufrecht stehn" geschrieben, das mag sein.

"Unerwartete Stimmungswechsel", ja, warum sollten die nicht in meinen Gedichten auftauchen, wenn mein Leben voll davon ist?

Dein Kommentar hat mich sehr interessiert, zu erfahren was andere denken wenn sie meine Texte lesen. Danke dafür.

Corazon Alvarez
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Alt 10.10.2021, 18:38   #7
Richard L.
 
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Alter: 50
Beiträge: 1.606

Zitat:
Zitat von Andri Beitrag anzeigen
(...)eine Newcomerin und so was rauszuhauen, Wahnsinn!!
Nein, das ist ein alter Bekannter.
Richard L. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.10.2021, 19:05   #8
weiblich C.Alvarez
 
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Ort: Pointe aux Piments
Beiträge: 6.457

Zitat:
Zitat von Andri Beitrag anzeigen
Liebe C. Alvarez, da dachte ich vor ein paar Tagen eine Newcomerin und so was rauszuhauen, Wahnsinn!! Aber ich wollte erst mal abwarten ob noch etwas kommt.
Da kommt sicher noch was. Aber seit ich hier lange weg war hat sich viel verändert. Bei mir meine ich. Ich schrieb dir ja, dass ich hier in einer neuen Phase meines Lebens neue Sachen schreiben möchte, andere als früher aber doch in meinem Stil.
Wir werden sehen

Corazon
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Alt 11.10.2021, 14:56   #9
männlich Nöck
 
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Zitat:
Zitat von C.Alvarez
Ich schrieb dir ja, dass ich hier in einer neuen Phase meines Lebens neue Sachen schreiben möchte, andere als früher aber doch in meinem Stil.
Hallo,

ist die neue Phase in deinem Leben denn nicht von positiven Gedanken und einem hoffnungsvollen Blick in die Zukunft geprägt? Das wäre schön und dir zu wünschen.

Ich werde künftig aufrecht stehn
und nie mehr weinend untergehn.
Dem warmen Wind entgegen sehn
und ungerührt im Regen stehn.
Den Alb der Nächte fortzujagen -
vertraue ich
nun besseren Tagen.
Nie mehr will ich nach hinten schauen,
auf meine neue Zukunft bauen.

LG Nöck
Nöck ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.10.2021, 15:42   #10
weiblich C.Alvarez
 
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Ort: Pointe aux Piments
Beiträge: 6.457

Hallo Nöck,

ein sehr schönes, optimistische Gedicht hast du mir da geschrieben. Das verursacht ja eine richtige seelische Aufbruchstimmung. Hat mir gefallen und mich gefreut. Danke dafür!

Bis sich meine positiven Gedanken und mein hoffnungsvolle Blick in die Zukunft in meinen Texten niederschlägt kann noch etwas dauern

Corazon
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Alt 12.10.2021, 07:16   #11
männlich Nöck
 
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Ort: In den Auen des Niederrheins
Beiträge: 2.240

Hallo Corazon,

freut mich, dass meine Version so gut angekommen ist.

Zitat:
Zitat von Corazon
Bis sich meine positiven Gedanken und mein hoffnungsvolle Blick in die Zukunft in meinen Texten niederschlägt kann noch etwas dauern
Vertraue auf die seelische Aufbruchstimmung und übe dich in positiven Gedanken.

LG Nöck
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Alt 15.10.2021, 18:47   #12
männlich Oliver M.
 
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Hallo C.Alvarez!

Ganz und gar keine verstörenden Zeilen, sondern Betörende zum positiven Denken! Klasse Gedicht! (P.S., Sorry, für die Knappheit meines Kommentars - Ich liebe verdichten und es auf den Punkt zu bringen) Bleibe wie Du bist!

Das ist einfach nur ein sehr gutes Gedicht.

Gratulation!

Sehr gern gelesen!

LG
Oliver

Geändert von Oliver M. (15.10.2021 um 20:38 Uhr)
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Alt 15.10.2021, 20:14   #13
weiblich C.Alvarez
 
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Ort: Pointe aux Piments
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Hallo Oliver M.,

Auch ein knapper Kommentar kann mich sehr freuen wenn er es "auf den Punkt bringt".
Dein Kommentar ist für mich Bestätigung und Motivation meinen lyrischen Weg weiterzugehen.
Danke dafür!

Corazon Alvarez
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Alt 15.10.2021, 20:50   #14
männlich Oliver M.
 
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Ort: ʕ͡ʘ̮͡ʘʔ͡hausen~
Alter: 54
Beiträge: 128

Wow, Ich mag auch "Vers Libre" Nicht, weil ich auch Goethe oder Tschiller gut finde...Hauptsache es klingt nach sich selbst....genial, nasal...egal!

Grüßle auch...

...an die Um-Die-Ecke-Denk-Fraktion und an die Milliarden Leser dieses Threads!

Sorry, Du hast mit Deinem Gedicht die Geschichte dieses Erdballs geändert....Bitte lock Dich neu ein!
Oliver M. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.10.2021, 02:27   #15
weiblich C.Alvarez
 
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Zitat:
Zitat von Oliver M. Beitrag anzeigen
....an die Milliarden Leser dieses Threads!

Sorry, Du hast mit Deinem Gedicht die Geschichte dieses Erdballs geändert
Oliver M., wie wohl jeder andere Autor hier auch freue ich mich über positive Kommentare, über Lob und Anerkennung. Allerdings muss für mich auch erkennbar sein, das ein Kommentar ernst gemeint ist und inhaltlich für mich nachvollziehbar. Beim Lesen deines Kommentars fragte ich mich erstmal was du so einnimmst oder rauchst. Oder ob das eine Art von Ironie sein soll.
Ich habe weder Milliarden Leser noch möchte ich mit meinen Texten die Welt verändern. Ganz abgesehen davon, dass es noch keinem Dichter gelungen ist mit seinen Werken irgendetwas zu bewirken. Ich muss bei solchen abgehobenen Vorstellungen immer an die Worte von Erich Kästner denken: „Ich bin der Dichter, der euch anfleht und beschwört. Ihr seid das Volk, das nie auf seine Dichter hört.“ Es ist bald hundert Jahre her dass er das sagte, doch diese Sätze sind heute noch genauso gültig.
Ich möchte dich bitten künftig darauf zu verzichten mir Kommentare dieser Art zu schreiben, mir ist eine sachliche, vernichtende Kritik lieber als diese Art von masslos übertriebener Begeisterung oder Ironie.
Danke für dein Verständnis.
C.Alvarez ist offline   Mit Zitat antworten
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