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Fantasy, Magie und Religion Gedichte über Religion, Mythologie, Magie, Zauber und Fantasy.

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Alt 30.01.2014, 12:34   #1
männlich Schriftstehler
 
Benutzerbild von Schriftstehler
 
Dabei seit: 01/2014
Ort: Nds
Alter: 46
Beiträge: 72

Standard Bekehrung

Wozu gibt's Priester, Mönche, Pfaffen,
Kirchen, Tempel und Moscheen.
Treiben Menschen zu den Waffen,
sich im Besitz der Wahrheit wähn.

Reden von dem Heil der Seele,
schüren Ängste vor dem Tod,
setzen Messer an die Kehle,
generieren künstlich Not.

Retten Dich vor dem Verderben,
welches sie sich ausgedacht.
Tuen schmeichelnd Dich umwerben,
umgeben Dich mit Geistesnacht.

Rettet Euch vor solchen Fängen,
werft nicht fort das kostbar Leben,
laßt nicht unnütz Euch berdrängen,
denn zum Leben ist's gegeben.
Schriftstehler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.02.2014, 18:03   #2
männlich HansArp
 
Dabei seit: 06/2013
Ort: Zwischen den beiden großen Meeren
Alter: 33
Beiträge: 65

Zitat:
werft nicht fort das kostbar Leben,
laßt nicht unnütz Euch berdrängen,
denn zum Leben ist's gegeben.
Sicher mag dem so sein, aber wo bleibt denn dann der Sinn? Das lyrische-Ich wähnt sich frei vom Glauben, doch so muss es glauben, denn es kann nicht wissen.
Die Kritik ist gut und wie ich finde auch gut umgesetzt.
Säuerlich stößt mir der 4 Vers der ersten Strophe auf.
Zitat:
sich im Besitz der Wahrheit wähn.
Zur Synthese von Inhalt und Form würde ich hier eine Abweichung vorschlagen, die darauf aufmerksam machen sollte, dass die Wahrheit nämlich eben etwas ist, das man nicht besitzen kann. Mein Vorschlag wäre:

Wozu gibt's Priester, Mönche, Pfaffen,
Kirchen, Tempel und Moscheen
-Treiben Menschen zu den Waffen-
und die letzte Wahrheit wissen.

Zusätzlich habe ich die Interpunktion geändert, damit die Aufzählung aus den Versen 1 und 2 sich in den 4 Vers fortsetzen. Ob der Einschub so deutlich genug wird: Ich weiß es nicht.

Vers 3 und4 der dritten Strophe wirken ein wenig wie eine Notlösung, vor allem Vers 4 der dritten Strophe. Das Wortkompositum "Geistesnacht" scheint wohl so etwas geistige Umnachtung zum Ausdruck bringen zu wollen. Vielleicht nur ein Geschmacksurteil. Mein Vorschlag:

Schmeichelnd wollen sie Dich umwerben,
mit dem was sie sich ausgedacht.

Hier wäre inhaltlich auch wieder die Brücke im Sinne eines Fazits zum 4 Vers der 1 Strophe erkennbar.

Man könnte vielleicht sogar Strophe zwei und drei vertauschen, was der Dramaturgie sogar ein wenig helfen könnte.

In der vierten Strophe würde ich mir die Interpunktion noch mal anschauen. Jede Strophe hat in ihrem zweiten Vers ein "." Vielleicht wäre die vierte Strophe gut bedient, wenn man ihr Ausrufezeichen hinzufüge, da du ordentlich Imperative verwendest. Natürlich nicht willkürlich. In etwa so:

Rettet Euch vor solchen Fängen,
werft nicht fort das kostbar Leben!
Lasst nicht unnütz Euch berdrängen,
denn zum Leben ist's gegeben!

Ich hoffe die Anregungen gefallen und sind hilfreich.
HansArp ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.02.2014, 12:29   #3
männlich Ex Pedroburla
abgemeldet
 
Dabei seit: 11/2013
Beiträge: 1.375

Zitat:
Zitat von HansArp Beitrag anzeigen
(...) Lasst nicht unnütz Euch berdrängen, ...
Hier also ist das "r", das man (du?) mir mal geklaut hat!
Ex Pedroburla ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.02.2014, 12:45   #4
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.150

Standard Hallo, Schriftstehler -

Ich habe ein wenig in Deinem Text rumgefummelt (fett markiert).




Zitat:
Zitat von Schriftstehler Beitrag anzeigen
Wozu gibt's Priester, Mönche, Pfaffen,
Kirchen, Tempel und Moscheen.
Treiben Menschen zu den Waffen,
sich im Besitz der Wahrheit sehn.

Reden nur vom Heil der Seele,
schüren Ängste vor dem Tod,
setzen Messer an die Kehle,
drohen Dir mit schlimmer ]Not.

Retten Dich vor dem Verderben,
welches sie sich ausgedacht.
schmeicheln Dir mit ihrem Werben,
umgeben Dich mit Geistesnacht.

Rette Dich vor solchen Fängen,
wirf nicht fort das eine Leben,
laß nicht sinnlos Dich bedrängen,
denn zum Leben ist's gegeben.
Alle diese selbsternannten Prediger und Heilsbringer arbeiten mit dem Gegenteil:
Dem Unheil.
Mittelalterlich (im schlechten Sinne).
Wie so etwas im Zeitalter nach der Aufklärung möglich ist, bleibt mir schleierhaft.
Aber Du hast recht: Nicht oft genug kann davor gewarnt werden.
Feuer und Schwert sind Vernichtsunsmittel, keine Heilsbringer.

Interessiert und mit viel Zustimmung gelesen

von
Thing
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.04.2014, 15:38   #5
männlich Schriftstehler
 
Benutzerbild von Schriftstehler
 
Dabei seit: 01/2014
Ort: Nds
Alter: 46
Beiträge: 72

Hallo zusammen,

vielen Dank für die ausführlichen Kritiken, Vorschläge, Hinweise.
Ich habe sie aufmerksam gelesen und überdacht.

Schlussendlich halte ich es mit Pilatus:"Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben."

ergebenst
Schriftstehler
Schriftstehler ist offline   Mit Zitat antworten
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