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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 06.10.2016, 22:55   #1
weiblich heine953
 
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Beiträge: 383

Standard Freitod

Der Baum an dem du hangest,
er wurd zum Nightmare mir.

Du bist zu früh gegangen, wortlos ohne
einen Blick.

Die Krähe wars, die dir den letzten Gruß
verhieß.

Mein Flehen, Bangen, du hörtest es nicht mehr.
Warum bist du so früh gegangen und ich,
ich stehe hier.

Zu viel des Leids für dich und mich.


Ach wäre ich der Strick um deinen Halse,
ich würde lösen mich von dir.
Ach wäre ich der Ast, zerbrechend unter deiner Last.
Ach wäre ich der Rabe, ich würde beißen dich,
bevor du jenen Baum erklimmst.

Doch weinend sehe ich das Bild auf deinem Grabe
und einsam lässt du mich zurück.
heine953 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.10.2016, 23:51   #2
männlich Ex-Poesieger
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Dabei seit: 11/2009
Beiträge: 7.287

Das erfordert eine ganz schöne Beherrschung.
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Alt 07.10.2016, 00:04   #3
weiblich Ex-Dabschi
abgemeldet
 
Dabei seit: 05/2014
Beiträge: 2.380

Zitat:
Zitat von heine953 Beitrag anzeigen
Der Baum an dem du hangest,
er wurd zum Nightmare mir.

Du bist zu früh gegangen, wortlos ohne
einen Blick.

Die Krähe wars, die dir den letzten Gruß
verhieß.

Mein Flehen, Bangen, du hörtest es nicht mehr.
Warum bist du so früh gegangen und ich,
ich stehe hier.

Zu viel des Leids für dich und mich.


Ach wäre ich der Strick um deinen Halse,
ich würde lösen mich von dir.
Ach wäre ich der Ast, zerbrechend unter deiner Last.
Ach wäre ich der Rabe, ich würde beißen dich,
bevor du jenen Baum erklimmst.

Doch weinend sehe ich das Bild auf deinem Grabe
und einsam lässt du mich zurück.
Liebe heine953,

ich finde Dein Gedicht inhaltlich sehr berührend, besonders diese Verse:

Zitat:
Ach wäre ich der Strick um deinen Halse,
ich würde lösen mich von dir.
Ach wäre ich der Ast, zerbrechend unter deiner Last.
Ach wäre ich der Rabe, ich würde beißen dich,
bevor du jenen Baum erklimmst.
Der Tod ist endgültig und der Verlust eines geliebten Menschen macht so fassungslos und traurig. Leider gibt es auch kein Zurück mehr. Nur die Erinnerungen bleiben lebendig.

Liebe Grüße
Dabschi
Ex-Dabschi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2016, 09:49   #4
männlich dr.Frankenstein
 
Benutzerbild von dr.Frankenstein
 
Dabei seit: 07/2015
Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
Alter: 37
Beiträge: 4.319

Ach wäre ich der Strick um deinen Hals,
Ich würde lösen mich von dir.

Klingt wie ein altes Sprichwort. Kommt gut
darauf muss man erst mal kommen.

Klingt wie eine ganz besondere Liebeserklärung.

Ging ja schon manchen so, das der Strick gerissen ist oder der Ast abgebrochen.
dr.Frankenstein ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2016, 13:23   #5
männlich Ex-Poesieger
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Dabei seit: 11/2009
Beiträge: 7.287

Zitat:
Zitat von heine953 Beitrag anzeigen
Der Baum an dem du hangest,
er wurd zum Nightmare mir.

Und wie du so schwangest
Verkippte ich mein Bier 🍻.
Um es zu erwähnen
War es voller Traenen.
Ex-Poesieger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2016, 13:40   #6
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.150

Standard Hallo, heine 953 -

Tja, dann funkt der Rabe dazwischen, der den letzten Gruß verheißt - wem eigentlich? Und ist die Verheißung dann auch eingetroffen?

Ein düsteres Gedicht, dem ich keinen realen Hintergrund zurechne.
Wer hängt sich heutzutags noch auf?
Das Bild auf dem Grab? Das sieht man selten, höchstens auf Grabsteinen.
Düster, wirklich düster.

LG
von
Thing
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2016, 19:21   #7
weiblich heine953
 
Dabei seit: 04/2016
Beiträge: 383

Hallo Thing!

Nein einen realen Hintergrund hat dieses Gedicht nicht.
Allerdings findet man auch Heute noch sehr oft Bilder
von den Verstorbenen auf den Grabsteinen.
Der Baum dient vielleicht nicht mehr so oft wie Früher
als Mittel zum Zweck. Wollte bewusst ein Zusammenspiel
zwischen Trauer, Liebe und Verzweiflung schaffen.
Treffend formuliert es ist düster!

Gruß heine
heine953 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2016, 19:26   #8
weiblich heine953
 
Dabei seit: 04/2016
Beiträge: 383

Hallo Dr. Frankenstein!

Ja der Teil mit dem Strick ist eine Liebeserklärung.
Der verzweifelte Versuch etwas rückgängig zu machen
was nicht mehr zu ändern ist geformt in der
Klage des Menschen welcher zurück bleibt.
heine953 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2016, 19:30   #9
weiblich heine953
 
Dabei seit: 04/2016
Beiträge: 383

Hallo Dschabi!

Vielen Dank für deinen Kommentar!
Das beste Lob für einen Dichter ist jenes
wenn sein Gedicht andere Menschen berührt.

Gruß heine
heine953 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2016, 19:33   #10
weiblich heine953
 
Dabei seit: 04/2016
Beiträge: 383

Hallo Poesieger!

Hoffe das Bier hat nachher nicht salzig geschmeckt!

Gruß heine
heine953 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2016, 19:45   #11
männlich Ex-Poesieger
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Dabei seit: 11/2009
Beiträge: 7.287

Das erklärt auch das Gedicht wenn du vorher verkipptes bier "getrunken" haben solltest. Wie bizarr die Welt doch abseits der bizarren Gedichte ist.
Ex-Poesieger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2016, 20:39   #12
weiblich heine953
 
Dabei seit: 04/2016
Beiträge: 383

Gott bewahre! Verkipptes Bier Nee!
heine953 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2016, 21:04   #13
männlich Ex-Poesieger
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Dabei seit: 11/2009
Beiträge: 7.287

Jetzt auf einmal wieder. Typischer aus der Flasche Trinker.
Ex-Poesieger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2016, 21:26   #14
weiblich heine953
 
Dabei seit: 04/2016
Beiträge: 383

dieses Gedicht hat einen ernsten traurigen Hintergrund.
Es ist nicht Bier verseucht.
Vielleicht schreibt ja mal jemand ein Gedicht über Bier
dann werde ich gerne weiter diskutieren.

Gruß heine
heine953 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2016, 21:28   #15
männlich Ex-Poesieger
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Dabei seit: 11/2009
Beiträge: 7.287

Ohne Grund angepisst sein ist auch cool. Alkohol und Trauer siehst du wohl saeuberlicher getrennt als dein Hirn und dein Herz.
Ex-Poesieger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2016, 21:40   #16
weiblich heine953
 
Dabei seit: 04/2016
Beiträge: 383

Hirn und Herz vertragen einen Scherz.
Schmerz und Trauer tun das nicht, schauen dem Leben
blank ins Angesicht.
Besinnungslos betrunken bin ich nur von meinen Wunden
welche schmerzend Wahrheit leben.
heine953 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2016, 23:36   #17
männlich Ex-Poesieger
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Dabei seit: 11/2009
Beiträge: 7.287

Und das jetzt mal auf Deutsch.
Ex-Poesieger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2016, 23:53   #18
weiblich heine953
 
Dabei seit: 04/2016
Beiträge: 383

Wer sich der Worte bedient sollte die Sprache kennen.

Schönes Wochenende!

Gruß heine
heine953 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.10.2016, 13:39   #19
männlich Ex-Poesieger
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Dabei seit: 11/2009
Beiträge: 7.287

Bist du wirklich so schlau? Dann waere das Gedicht ja obendrein noch Beschiss an denen die alles verhunzen wollen, weil sie nicht so filigrane Meisterwerke wie du bieten können. Aber teile die Menschen ruhig weiter so ein, wie es dir passt.
Ex-Poesieger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.10.2016, 10:34   #20
männlich Heinz
 
Benutzerbild von Heinz
 
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Ort: Hilden, NRW
Beiträge: 5.191

Guten Morgen, heine935
als ich im ersten Vers das Wort "hangest" las, fiel mir sofort das Märchen (Brüder Grimm) "Die Gänsemagd" ein. Da gibt es den Spruch "„O du Falada, da du hangest“. Das Märchen hat viele Schriftsteller inspiriert und zu poetischer Tätigkeit angeregt. War das bei Dir vielleicht auch so?
Zum Gedicht: (bitte zu bedenken, dass ich ein übler Korinthenkacker sein kann)
Nach "Der Baum", so meine ich, gehört da ein Komma hin.
Im zweiten Vers benutzt Du "Nightmare" - ich bin kein Sprachpurist, aber hätte "Alptraum" nicht auch ausgesagt, was Du sagen willst? Mit dem Nightmare rufst Du Assoziationen auf, die eher mit einem Horrorfilm als mit echtem Erleben zu tun haben. Statt "er wurde mir zum Alptraum" (wir sprechen vom Baum) konstruierst Du einen verdrehten Satz und amputierst dem "wurde" das e - gibt es dafür einen nachvollziehbaren Grund?
Im dritten Zweizeiler nimmst Du die abgeschwächste Version des "Todesvogels" (Rabe) die Krähe. Sie verhieß dem Selbstmörder den letzten Gruß. Ich denke mal, das musste die Krähe nicht. Wenn sich ein Selbstmörder mit einem Strick zu einem Baum begibt, ist das Verheißen des Todes überflüssig. Auf das "Bild", Rabe oder Krähe, abends wäre vielleicht ein Käuzchen angebracht, musst Du nicht verzichten; vielleicht "Ein Rabe wars, der dir den letzten Gruß entbot".

"Mein Flehen, Bangen, du hörtest es nicht mehr."

Merkst Du, ich habe überall was zu meckern. "Mein banges Flehen hörtest du nicht mehr" wäre stimmiger. In Deiner Version gehst Du davon aus, dass man Flehen hören könnte; das Bangen zu hören halte ich für nicht möglich.

Ach wäre ich der Strick um deinen Halse,
ich würde lösen mich von dir.

Hals oder Halse, das ist die Frage. Ich tendiere zu "um deinen Hals".
"ich würde mich von dir lösen" könnte die Satzverdrehung beseitigen.

Ach wäre ich der Ast, zerbrechend unter deiner Last.

Wärest du (das LI) der Strick, dann...
Wärest du der Ast, dann bräche ich unter deiner Last.

Ach wäre ich der Rabe, ich würde beißen dich,
bevor du jenen Baum erklimmst.

Wenn schon Rabe (den ich als Todessymbol für ausdrucksstärker halte), dann hat sich die Krähe hoffentlich erledigt. "...ich würde dich beißen,..." .

Doch weinend sehe ich das Bild auf deinem Grabe
und einsam lässt du mich zurück.

Der "Sprung" vom alptraumverursachenden Baum zum Grab ist mir zu gewaltig. Du ziehst den Leser/die Leserin in ein Szenario hinein, in dem der Tod "gemalt" wird - Todesvogel, Baum, Strick, vergebliches Flehen des LI und unmittelbar der Schwenk aufs Grab. Daran würde ich noch feilen.

Liebe Grüße,
Heinz
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.10.2016, 19:53   #21
weiblich heine953
 
Dabei seit: 04/2016
Beiträge: 383

Hallo Heinz!
Erst mal vielen Dank für deinen Kommentar, und die Mühe,
die du dir mit meinem Gedicht gemacht hast.
Deine Meckerei finde ich konstruktiv und hilfreich!
Habe bei du hangest immer das Gefühl gehabt diesen
Ausdruck zu kennen. Du hast mich darauf gebracht. Es war
die Gänsemagd welche mich inspiriert hat.
Da ich mein Gedicht so leider nicht mehr ändern kann werde ich es nach deinen Vorschlägen überarbeiten und dann als Antwort unter das alte setzen.

Gruß heine
heine953 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.10.2016, 20:16   #22
weiblich Ex-MeineEigeneWelt
abgemeldet
 
Dabei seit: 12/2014
Beiträge: 1.506

Inhaltlich tiefgreifend, Leistung bei der Umsetzung rar. Inversionen sind nett, ich mag sie selbst manchmal gerne, aber nicht in größeren Mengen. (Ich war anfangs aber auch nicht anders, mach Dir nichts draus.)

Sehr schade finde ich V2: "Er wurd zum Nightmare mir". Ich hatte mich schon erfreut, "Nightwish" zu lesen, doch Musikgeschmäcker sind hier eher nicht gefragt. Hätte mich auch gewundert, wenn.

Nun ja, dann zum Inhalt. Mir fehlt der Bezug zum LI. Aber ständige Angst um die Person zwecks der Suizidalität zu haben, ist auch nicht besser. Ebenso wenig die Situation dieser Person.

Grüße
Ex-MeineEigeneWelt ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.10.2016, 23:50   #23
weiblich heine953
 
Dabei seit: 04/2016
Beiträge: 383

Hallo Heinz! nochmals vielen Dank!
Hier die geänderte Fassung.

der Baum, an dem du hangest,
er wurd zum Alptraum mir.

Du bist zu früh gegangen,
wortlos ohne einen Blick.

Der Rabe war`s, der dir den letzten Gruß
verhieß.
Mein banges Flehen, hörtest du nicht mehr.
Warum bist Du so früh gegangen und ich,
ich stehe hier.

Zu viel des Leids für dich und mich.

Ach wäre ich der Strick um deinen Hals,
ich würd mich von dir lösen.
Ach wäre ich der Ast, dann bräche ich
unter deiner Last.
Ach wäre ich der Rabe, ich würde dich beißen,
bevor du jenen Baum erklimmst.

Doch weinend sehe ich das Bild auf deinem
Grabe und einsam lässt du mich zurück.
heine953 ist offline   Mit Zitat antworten
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