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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 04.03.2013, 23:21   #1
männlich Walter
 
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Standard Über den Tod

Styx - dein Lauf, er schneidet
tief in das Tal.
Wer von dir weiß, der meidet
dich allemal.

Wieviel erdacht, erlogen -
so süß, so narrativ.
Wieviel scheinbar erwogen,
spekulativ.


Lethe - Fluss des Vergessens,
die Fähren gleiten zum Ziel:
Rosengeschmückte Wiesen,
elysisches Lautenspiel.

Tartaros, ewige Qualen,
so grauenvoll infernal,
Sisyphos´ stilles Hoffen -
ein allerletztes Mal.

Wieviel entstellt, erlogen -
böses Ahnen, Phobie.
Geblieben sind nur die Beiden:
Angst und Lethargie.

Schon diesseits das Ersinnen,
vom Sein jenseits des Jetzt,
vom Ob, vom Wenn, Wenn-ja,
und was da kommt zuletzt.



Hans-Walter Voigt
März 2013


Erläuterungen:

Styx (griechisch, bei Homer: Stygòs Hydor=Wasser des Grauens) : Fluss in der Unterwelt.

Lethe (griech.: läthein=verbergen): Nach der griechischen Mythologie löscht das Wasser der Lethe, die ebenfalls zu gen Flüssen der Unterwelt gehört, jede Erinnerung aus; so mussten- den Überlieferungen zufolge - Seelen, bevor sie wiedergeboren wurden, aus diesem Fluss trinken, damit sie sich an ihre vorigen Leben nicht mehr erinnern konnten.

Elysion (griech. = das "Selige" / lat.: Elysium): In der griechischen Mythologie ist dies die "Insel der Seligen", wo nur jene Menschen "entrücken" durften, die von den Göttern geliebt wurden oder denen sie die Unsterblichkeit schenkten. Man nennt diese Gegend auch "Elysische Gefilde", was im übertragenen Sinn "Paradies" bedeutet.

Tartaros (griech.): Das ist in der griechischen Mythologie der Ort der Strafe in der Unterwelt; er liegt weit unter dem Hades und entspricht dem Bild der "Hölle".

Sisyphos (lat.: Sisyphus): Nach seinem Tod wird er von Zeus auf Ewigkeit dazu verdammt, immer wieder einen Marmorblock den Berg hinauf zu bringen, der oben dann wieder herunter rollt.

Geändert von Walter (05.03.2013 um 00:53 Uhr)
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Alt 05.03.2013, 00:43   #2
Thing
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Zitat:
Zitat von Walter Beitrag anzeigen
Styx - dein Lauf, der schneidet /er schneidet...
tief in das Tal.
Wer von dir weiss, der meidet /weiß
dich allemal.

Wieviel erdacht, erlogen -
so süß, so narrativ.
Wieviel scheinbar erwogen,
spekulativ.


Lethe - Fluss des Vergessens,
die Fähren gleiten zum Ziel:
Rosen-geschmückte Wiesen,/Rosengeschmückte
elysisches Lautenspiel.

Tartaros, ewige Qualen,
so grauenvoll infernal,
Sisyphos´ stilles Hoffen -
ein allerletztes Mal.

Wieviel entstellt, erlogen -
böses Ahnen, Phobie.
Geblieben ist nur das Eine:
Angst und Lethargie./ Das ist aber Plural.

Schon diesseits das Ersinnen,
vom Sein jenseits des Jetzt,
vom Ob, vom Wenn, Wenn-ja,
und was da kommt zuletzt.



Hans-Walter Voigt
März 2013


Lieber Walter,

das kenne ich auch schon aus relativ frühen Jahren, konnte es aber nicht poetisch so gut umsetzen.

Das "memento mori" möchte immer wieder in ein Jenseits schauen.
Strohhalm?


Lieben Gruß
von
Thing
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Alt 05.03.2013, 00:56   #3
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Lieber Thing,

vielen Dank für Deine Korrekturen. Ich nehme es gerne entgegen - Korrektur vollzogen.

Liebe Grüße
Walter
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Alt 05.03.2013, 00:57   #4
Thing
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Fein!

LG
Thing
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Alt 05.03.2013, 01:02   #5
männlich Walter
 
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Gute Nacht, mein Freund!

Liebe Grüße
Walter
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Alt 05.03.2013, 01:03   #6
Thing
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Auch Dir,

mein Freund!
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Alt 25.03.2013, 10:17   #7
männlich Walter
 
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Beiträge: 903

Styx - dein Lauf, er schneidet
tief in das Tal.
Styx - wer dich denkt, der schaudert
auch dieses Mal.

Wieviel erdacht, erlogen -
so süß, allzu fiktiv.
Wieviel scheinbar erwogen,
spekulativ.


Lethe - Fluss des Vergessens,
die Fähren gleiten zum Ziel:
Rosengeschmückte Wiesen,
elysisches Lautenspiel.

Tartaros, ewige Qualen,
so grauenvoll infernal,
Sisyphos´ stilles Hoffen -
ein allerletztes Mal.

Wieviel entstellt, erlogen -
böses Ahnen, Phobie.
Geblieben sind nur die Beiden:
Angst und Lethargie.

Schon diesseits das Ersinnen,
vom Sein jenseits des Jetzt,
vom Ob, vom Wenn, Wenn-ja,
und was da kommt zuletzt.



Hans-Walter Voigt
März 2013


Erläuterungen:

Styx (griechisch, bei Homer: Stygòs Hydor=Wasser des Grauens) : Fluss in der Unterwelt.

Lethe (griech.: läthein=verbergen): Nach der griechischen Mythologie löscht das Wasser der Lethe, die ebenfalls zu gen Flüssen der Unterwelt gehört, jede Erinnerung aus; so mussten- den Überlieferungen zufolge - Seelen, bevor sie wiedergeboren wurden, aus diesem Fluss trinken, damit sie sich an ihre vorigen Leben nicht mehr erinnern konnten.

Elysion (griech. = das "Selige" / lat.: Elysium): In der griechischen Mythologie ist dies die "Insel der Seligen", wo nur jene Menschen "entrücken" durften, die von den Göttern geliebt wurden oder denen sie die Unsterblichkeit schenkten. Man nennt diese Gegend auch "Elysische Gefilde", was im übertragenen Sinn "Paradies" bedeutet.

Tartaros (griech.): Das ist in der griechischen Mythologie der Ort der Strafe in der Unterwelt; er liegt weit unter dem Hades und entspricht dem Bild der "Hölle".

Sisyphos (lat.: Sisyphus): Nach seinem Tod wird er von Zeus auf Ewigkeit dazu verdammt, immer wieder einen Marmorblock den Berg hinauf zu bringen, der oben dann wieder herunter rollt.[/QUOTE]
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Alt 25.03.2013, 10:49   #8
gummibaum
 
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Sehr schön, Walter!

LG gummibaum
gummibaum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.03.2013, 20:00   #9
männlich Walter
 
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Beiträge: 903

Freut mich, Gummibaum! Vielen Dank!

Liebe Grüße
Walter
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Stichworte
elysium, jenseits, tod

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