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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 27.01.2013, 14:37   #1
männlich Patrick B.
 
Benutzerbild von Patrick B.
 
Dabei seit: 10/2012
Alter: 40
Beiträge: 49

Standard Schwarze Schatten

Schwarze Schatten
vor der Tür,
und sie warten
wegen mir,
auf der Lauer
liegt die Furcht,
und die Trauer
blickt hindurch,
Wolken weben
Himmel schwarz,
Harpyen schweben
durch die Nacht,
Höllenhunde,
Teufelsbrut,
Seelenwunden
weicht das Blut,
als der Tod
sein Messer wetzt,
Spinnen, tobend
durch ihr Netz,
ihr Gewebe
um mich schnür'n,
den verwesend'
Geist entführ'n,
schwarzes Licht
die Nacht durchstrahlt,
unter dichtem
Nebelwald,
wo die Pforte
grollend springt,
Schmerz der Worte
trauter klingt,
da der Schrecken
sich erhebt,
Angst erweckend,
Tod belebt,
Donner, deutend
ihr Begehr'n,
Ende läutend,
klar zu hör'n,
und erzittert
Boden bebt,
bitterlich
zum Ende strebt,
wird das letzte
Wort zum Schrei,
so zerfetzt,
ist's dann vorbei,
so zertrümmert
liegt das Herz,
nun im Zimmer,
bodenwärts,
und der letzte Hauch
entsteigt,
in den Raum
der Ewigkeit.
Patrick B. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.01.2013, 15:06   #2
männlich Nyarlathotep
 
Dabei seit: 01/2013
Alter: 28
Beiträge: 4

Ave Patrick!

Also bei Konstrukten wie "schwarze Schatten" muss ich ja immer sofort an "tote Leichen" und "schwarze Rappen" denken. Selten einen lila Schatten gesehen, manchmal vielleicht graue. Aber wenn's danach geht wie grau die sind, dann wage ich zu bezweifeln dass jemals einer von uns einen idealen schwarzen Schatten gesehen hat. Schatten sind nunmal immer mehr oder weniger... schwarz. Sprachlich finde ich den Text auch an anderen Stellen nicht besonders schön gemacht. "Und sie warten wegen mir", da ist der Dativ mal wieder dem Genitiv sein... aber lassen wir das. Auch für den Reim hast du dich hier anscheinend nicht wirklich interessiert. Klingt eben gehetzt, abgehackt, unfein, getrieben, wie der Protagonist wohl auch sein soll. Kann man als Stilmittel sehen. Das lyrische Ich wird hier durch eine Ansammlung bekannter Düster-Gothic-Motive gehetzt und dafür ist es irgendwie zu bemitleiden. Auch ein Schuss Griechenland ist dabei. Die Hatz deines lyrischen Ichs erinnert mich an einen Zwerghamster im Laufrad. Es ist irgendwie immer dasselbe...

LG, Nyarlathotep
Nyarlathotep ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.01.2013, 18:10   #3
männlich Patrick B.
 
Benutzerbild von Patrick B.
 
Dabei seit: 10/2012
Alter: 40
Beiträge: 49

Standard Hallo zurück

ich freue mich, dass auch du schatten als schwarz erkennst...ich dachte schon, es läge an mir...nun bleibt zu hoffen, dass wir schwarz als dasselbe definieren...

und sie warten
wegen mir

ja, und? wo liegt das problem?

hmmm was ewartest du bei düsteren geschichten anderes als düsteres...kann auch mit diesem einwand leider nix anfangen...zerbrechende liebe, zerstoßene herzen, verrottende seelen...all das wirst du immer darin finden...wenifer erfüllte lüste oder dergleichen...

immer dasselbe...hmmm wie gesagt, hier bist du bei düseren geschichten...dann schau doch mal in anderen themen vorbei?

danke für die kritik und deine zeit, die du dazu verwendet hast...leider hab ich dafür recht wenig muse...

lg zurück
Patrick B. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.01.2013, 18:59   #4
männlich Nyarlathotep
 
Dabei seit: 01/2013
Alter: 28
Beiträge: 4

Salve!

Zitat:
Zitat von Patrick B.
ich freue mich, dass auch du schatten als schwarz erkennst...ich dachte schon, es läge an mir...nun bleibt zu hoffen, dass wir schwarz als dasselbe definieren...
Ich denke schon, nämlich als die Abwesenheit von Farbe, mithin also die Abwesenheit von Licht. Und die ist Schatten. Daher ist es - vorsicht, Germanistengeschoss! - tautologisch die Schatten als schwarz zu bezeichnen. Insofern sehe ich schwarz für die Wirkung dieser Verse. Tautologien sind irgendwie unästhetisch.

Zitat:
Zitat von Patrick B.
und sie warten
wegen mir

ja, und? wo liegt das problem?
Das Problem liegt darin dass "wegen mir" für mich nach umgangssprachlichem, flapsigem Deutsch klingt und das gefällt mir nicht, wirkt also nicht auf mich. Ich glaube, schöner klingt da "meinetwegen".

Zitat:
Zitat von Patrick B.
immer dasselbe...hmmm wie gesagt, hier bist du bei düseren geschichten...dann schau doch mal in anderen themen vorbei?
Wenn Düster für dich einfach nur die klischeeigen Spinnen, Messer, Höllenhunde etc. sind die die Geisterbahn stellen durch die du dein lyrisches Ich da treibst, dann könntest ja auch du mal bei anderen Themen vorbeischauen. Natürlich sind Verwesung, Tod, Dunkelheit, vorherrschende Themen der düsteren Lyrik, aber der Text verkauft sie halt auch in einer Zirkuspackung dass ich die Gummihaut der unechten Harlequins förmlich riechen kann. Das wirkt halt auf mich persönlich nicht. Daher die kritische Textarbeit.

LG, Nyarlathotep
Nyarlathotep ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.01.2013, 19:28   #5
männlich Patrick B.
 
Benutzerbild von Patrick B.
 
Dabei seit: 10/2012
Alter: 40
Beiträge: 49

hmmm Tautologien sind in der griechischen Philosophie oft vorhanden...wegen der Ästhetik hat sich da noch keiner beschwert...eher wegen der Richtigkeit...vorrangig Marx...aber es handelt sich um Poesie, nicht um weltverändernde Geschichtsschreibung in diesem Fall...wenn es dir net gefällt...is okay...

2. "meinetwegen" hätte da so rein vom reim her net wirklich gepasst, find ich...

3. jap, düster heißt für mich düster...in anderen themen bin ich durchaus...da geht es nicht um spinnen, tod oder verderben...abgesehen davon gibt es hier mehrere düstere balladen von mir...

du kannst gern denken über den text, was du willst...er ist nicht wirklich ein aushängeschild, aber mir is die kritik eben ebensoviel wert wie dir der text...da beißt sich die katze in den schwanz ... alles in allem, passt das trotzdem schon...also nix gegen dich oder so...is allgemein, was ich dazu zu sagen habe und denke...
Patrick B. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.01.2013, 19:54   #6
männlich Nyarlathotep
 
Dabei seit: 01/2013
Alter: 28
Beiträge: 4

Zitat:
Zitat von Patrick B.
hmmm Tautologien sind in der griechischen Philosophie oft vorhanden...wegen der Ästhetik hat sich da noch keiner beschwert...eher wegen der Richtigkeit...vorrangig Marx...aber es handelt sich um Poesie, nicht um weltverändernde Geschichtsschreibung in diesem Fall...wenn es dir net gefällt...is okay...
Und weil es nicht Gesichtsschreibung ist sondern Poesie ist eine Tautologie auch nicht grundsätzlich falsch sondern einfach nur unästhetisch. Ja, da sind wir uns einig.

Zitat:
Zitat von Patrick B.
2. "meinetwegen" hätte da so rein vom reim her net wirklich gepasst, find ich...
Gut, dass du zugibst dass diese uneleganten Formulierungen reimgeschuldet sind. Der Reim ist aber egal, weil "Furcht/hindurch". "Schwarz/Nacht", "Gewebe/wesend", sind jetzt auch nicht wirklich besser.

Zitat:
Zitat von Patrick B.
3. jap, düster heißt für mich düster...
Also, es ist ja in gewisser Weise auch ziemlich düster... Da muss man nicht mal sonderlich zur Schwarzmalerei neigen.

Zitat:
Zitat von Patrick B.
du kannst gern denken über den text, was du willst...er ist nicht wirklich ein aushängeschild, aber mir is die kritik eben ebensoviel wert wie dir der text...da beißt sich die katze in den schwanz ...
Eine Katze die sich selber beißt hat auch irgendwie was tautologisches...

Zitat:
Zitat von Patrick B.
alles in allem, passt das trotzdem schon...also nix gegen dich oder so...is allgemein, was ich dazu zu sagen habe und denke...
Okay, kein Problem.

LG, Nyarlathotep
Nyarlathotep ist offline   Mit Zitat antworten
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panik, schatten, tod

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