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Theorie und Dichterlatein Ratschläge und theoretisches Wissen rund um das Schreiben.

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Alt 17.04.2006, 00:02   #1
rattentod
gesperrt
 
Dabei seit: 04/2006
Beiträge: 487

Standard auf welche weise dichtet ihr?

wie sieht euer lyrisches kunstverständnis aus?

werde mir dazu selbst mal gedanken machen.
rattentod ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.04.2006, 00:23   #2
Last One Left
 
Dabei seit: 03/2005
Beiträge: 151

Ein guter Dichter ist ein Wortmagier, die Sprache gehorcht ihm.
Ich bin noch kein guter Dichter, versuche sie noch zu bändigen.
Last One Left ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.04.2006, 00:29   #3
weiblich ravna
 
Benutzerbild von ravna
 
Dabei seit: 04/2005
Ort: Berlin
Alter: 33
Beiträge: 732

ziel: ästhetische abstraktion, dionysische vollkommenheit
standpunkt: entscheidet selbst.

[edit] warum: innerster drang. ich kann nicht anders, ich muss schreiben.
ravna ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.04.2006, 00:32   #4
rattentod
gesperrt
 
Dabei seit: 04/2006
Beiträge: 487

vielleicht noch interessant die frage hinzuzufügen:

warum dichtet ihr?



auf beides zusammen hätte ich wohl eher eine antwort.
rattentod ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.04.2006, 00:58   #5
Last One Left
 
Dabei seit: 03/2005
Beiträge: 151

Um die ungreifbaren Gedanken zu erfassen, die wirkliche Wahrheit sprechen (ähnlich Platons Ideenwelt). Sie liegen überall in der Welt und niemand kann sie im gesamten beschreiben, nur Teilaspekte sind rational erklärbar, in der Kunst kann man sie in der Gänze darstellen.
Ich habe kein Talent für Malerei und Musik ist zu stark emotional geprägt für mein Anliegen, deshalb Lyrik.
Last One Left ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.04.2006, 12:53   #6
Frankee
 
Dabei seit: 04/2006
Beiträge: 12

war schon immer so, das wenn ich etwas dachte ich es sofort aufschreiben musste. egal was
Frankee ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.04.2006, 17:35   #7
rattentod
gesperrt
 
Dabei seit: 04/2006
Beiträge: 487

ich verstehe mich ja als expressionist. jedenfalls wenn nicht gerade als philosoph. es werden also eindrücke aufgenommen. das ich filtert, fokussiert und zerteilt und setzt es spielerisch neu zusammen (würde ich als prozess innerer entartung bezeichnen). was dann wieder rauskommt ist die lyrik.
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Alt 10.07.2006, 16:53   #8
Hose
 
Dabei seit: 07/2006
Beiträge: 66

Mmhh...darüber hab ich mir noch nie Gedanken gemacht...
Ich glaube ich "dichte" (bei mir ist es nicht ganz dichten), weil ich nicht anders kann, wenn mich eine Emotion übermannt brauche ich einen Block und einen Stift, wenn andere zur Zigarette oder sonst was greifen. Es ist nicht ganz dichten, weil es einfach meine Gedanken sind, die so aus mir raussprudeln und die ich dann aufschreibe. Damit wäre auch die Weise geklärt
Ich dachte immer, daß, was ich verfasse sei Prosa, bis irgendjemand mal gemeint hat, daß sei bei Lyrik besser aufgehoben, wobei ich keine Ahnung von Jamben, Versen und sonstigem habe, es sind im Prinzip einfach Gedanken, die ich denke und aufschreibe.
Hose ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.07.2006, 23:03   #9
Riif-Sa
 
Dabei seit: 11/2004
Beiträge: 253

Ich dichte auf die bewährte "Ich starre stundenlang ein leeres Textfenster an und schreibe dann in zehn Minuten sechs Strophen"-Weise. Hat sich bis jetzt immer als Erfolg rausgestellt.

Möp.

Riif-Sa
Riif-Sa ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.07.2006, 23:38   #10
Poesielos
 
Dabei seit: 08/2005
Beiträge: 166

Idee -> Struktur -> Formalkriterien -> Erstkonzept -> speichern

-5 Wochen oder 5 Monate später-

Wiederfinden -> Neustrukturierung -> Grundkorrekturen -> Feinschliff -> speichern

-undefinierbare Zeit später-

Wiederfinden ->

a) gut finden: speichern / veröffentlichen
b) schlecht finden: delete.
Poesielos ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.08.2006, 13:19   #11
lichtelbin
 
Dabei seit: 07/2006
Beiträge: 626

Ich habe festgestellt, dass es mir kaum etwas bringt, etwas liegen zu lassen und anschließend zu überarbeiten, ich denke immer noch zu eingefahren, über das, was ich geschrieben habe und kann es seltsamer weiße nciht verbessern... gedichte bleiben halbfertig liegen, weil mir kein ende einfällt... ich muss noch in der stimmung sein, aus der heraus ich geschrieben habe, sonst wird das ganze nichts... ist einfach so

engelsgruß, lichtel
lichtelbin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.08.2006, 14:16   #12
männlich Ricardo
 
Dabei seit: 07/2006
Beiträge: 31

Grundsätzlich erzeugt bei mir zuerst irgendetwas in der Welt, sei es ein Abend, ein Erlebnis oder Aussagen von Bekannten eine Assoziation. Von dieser Assoziation gehe ich aus, nehme es als Haupmotiv und Grundthema. Meist verbinde ich mit diesem Hauptthema noch ein, zwei weitere, schreibe eine Skizze in mein Buch, weil ich am Computer nicht arbeiten kann. Hierbei kommen dann für mich passende Metaphern herein, deren Bedeutung für den Text ich mir auch noch dazu schreibe. Nach dem ersten Schreibfluss strukturiere ich das Ganze noch einmal, um das Große im Kleinen zu spiegeln. Danach geht es ans "ins Reine schreiben" und ans liegen lassen. In anderen Zuständen, vielleicht einige Wochen oder Tage später sehe ich Weiteres darin und ergänze oder zeig den Metaphernbrei dann ein paar Freunden...
Dann noch mal ins Reine und tja, dann irgendwann wieder weiter arbeiten, meine Gedichte sind nie komplett, finde immer was, an dem ich arbeiten könnte.

Wenn es mir aus persönlichen Gründen schlecht geht, wähle ich auch manchmal die verschlüsseltere Variante für mich, mit Metaphern vollgestopfte Texte, wertlos allesamt, aber für ne Selbsttherapie sehr hilfreich.

Ach, und dann gibt's natürlich noch die alkoholisierten Zustände, in denen man dann das Philosophieren über Kunstrasen anfängt und später zu Hause was darüber schreibt, frühs aufwacht und sich fragt, welcher Einbrecher sich die Mühe gemacht hat, ein paar sinnlose Sätze aufzuschreiben, nachdem er dein Zimmer verwüstet hat...
Ricardo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2006, 12:28   #13
männlich kuse
 
Benutzerbild von kuse
 
Dabei seit: 11/2005
Ort: Berlin
Alter: 32
Beiträge: 481

Kunstverständniss: Kunst ist frei. Kunst darf alles. Die einzige Eingrenzung gibt sich der Künstler selbst indem er seine eigenen Richtlinien steckt, seine Meinung hat und seine Gefühle, Emotionen und sein Können. Aus diesem grunde ist mir zB Metrik in einem gedicht nicht primär wichtig.

Wie ich schreibe:
Kommt ganz darauf an, was ich schreiben will, aus welcher intonation und wie ich es schreiben will.
Die meisten meiner Gedichte entstehen meist aus zwei zeilen, zwei evrse die mir einfallen, ein Wort, das mir gefällt oder eine punkt, den ich beschreiben will. Ich schreibe und höre dann auf, wenn ich selbst das gefühl habe fertig zu sein. Diese Gedichte stellen dann eine Momentaufnahme meiner selbst dar, unveränderlich im nachhinein. Das war es, das ist es jetzt und es bleibt so.

Allerdings gibt es auch gedichte, beid enen ich genau auf eine spezielle sache hinaus will oder bei denen ich mir selbst vorgaben gebe wie struktur, länge, reimschema, brüche, etc.
Bei einer sehr verzweigten metaphorik, einer bestimmten wortwahl oder bei gedichten, die um bestimtme dinge handeln oder die bestimtme figuren oder bilder benutzen geht eine längere Recherche voraus.

EDIT: Warum ich dichte: ich bin unmusikalisch. und an meinen romanen arbeite ich noch. Ausserdem: es regnet.
kuse ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2006, 18:50   #14
Tenshi
 
Dabei seit: 02/2006
Beiträge: 61

Ich schließe mich da lichtelbin an. Ich bin auch nicht wirklich in der Lage, meine Gedichte (stark) zu überarbeiten. Plötzlich nehme ich etwas wahr und ich assoziiere ein bestimmtes Konzept, ein inneres Bild damit, das ich mitteilen möchte. Oder ich fühle etwas, oft wenn es mir schlecht geht (deshalb sind auch einige meiner Gedicht hier relativ negativ), und plötzlich kommt mir ein Bild oder ein Satz in den Sinn, der es schafft, genau das auszudrücken, was ich fühle. Und dann schreibe ich weiter und versuche, möglichst alle Aspekte meiner Situation/meines Gefühls/meines inneren Bildes in das Gedicht zu bekommen, streiche 70% der Strophen, weil es zuviel Geschwafel ist, ärgere mich zähneknirschend, es nicht geschafft zu haben, einige wichtige Details unterzubringen, versuch nen passenden Schluss zu finden, lese es nochmal durch und stelle fest, dass es im Grunde gut so ist. Manchmal feil ich dann noch an dem ein oder anderen Wort rum und versuche, einen besseren Ausdruck zu finden, aber ich "arbeite" da nicht wirklich dran, sondern lass das mal schön mein Unterbewusstsein machen, bis ich dann auf dem Weg zum Hörsaal stehen bleibe, mir das gesuchte Wort klar vor Augen steht und ich nurnoch herausfinden muss, für welches Gedicht ich es gesucht hatte, um es einzusetzen. Joa, und dann findet ihr das Gedicht hier wieder.

EDIT: ach ja, zu dem Warum: Weil ich nicht anders kann.
Tenshi ist offline   Mit Zitat antworten
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