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Alt 16.12.2018, 00:42   #1
männlich dr.Frankenstein
 
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Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
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Standard Der Weg des Fuchs

Ein Fuchs sucht einen Weg um zu kriegen was er will.

Zum Extrembergsteigen unterwegs nach Holland, laufen unzählige Methoden von zweifelhaften Ängsten vor meinem äußeren Auge ab. Sollte ich nun die braunen oder grünen Flipflops tragen. Da kommt mir die Liebe in den Sinn.
Liebe dich wie du sein willst, wenn alle Augen gebannt auf dir liegen. Sozusagen wie in einem Augenbälleparadies für erwachsene Kinder.
Die runter rutschen in die Augen rein, während die Eltern beim Spielkaufmannsladen leere Pappkästchen kaufen.
Es wäre so schön den ersten Berg in Holland zu besteigen und dort meine Fahne in den Sand zu stecken, selbstdesignt.

Aber es liegt noch ein so langer Weg vor mir, dass ich mich erst einmal ausruhen muss.
Denn das Sterben ist harte Arbeit, man muss sich einen guten Tod verdienen.
Es ist nicht so einfach wie ihr euch das vorstellt. So hier so, plötzlich kommt der Tod. Nein man weiß es ganz genau oder viel mehr spürt es. Man muss sich darauf vorbereiten gut zu sterben. Denn Sterben ist keine einfache Sache, nichtmal für einen Selbstmörder, es gibt keinen Gegensatz zum Selbstmörder. Niemand kann sich selbst zeugen, außer auf einem Berg in Holland, da ist es möglich.
Ich denke: "Ich bin zwei gute Bergsteiger in einer Person, aber die streiten sich ständig. "
Und dann ruft eine Stimme: "Das schaffst du nie!!!"
Der werd Ichs zeigen, diese Olle Kamelle, was bildet die sich ein. Glaubt sie etwa meine Überzeugungen davon wer ich bin und in welcher Welt ich lebe, wären Real?
Ja, die Welt ist real.
Aber das was ich über sie denke, ist das real?
Oder über mich?

Ich entscheide mich, mich zu entscheiden, ich lass mich von mir scheiden und such mir ein neues Ich.
Das alte hängt nur in seinen Turnschuhen am Fußballplatz und wirft Körbe

Um.
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Alt 16.12.2018, 03:18   #2
männlich dr.Frankenstein
 
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Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
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Beiträge: 4.159

Das Ziel aus den Augen verloren stand er auf der Wiese, die die Füße durch die Schuhsohlen kitzelt.
Trägt der Baum jetzt Knospen, hier im Winter vor der Weihnacht?
Er wiegt sich leicht im Wind während ich ihn betrachte.

Surrealismus Fuchs ist ja die Geschichte der Zwischenwelt, der Wünsche und Projektionen, in der der Fuchs sich ständig nur selbst begegnet. Seinem Hunger, seiner Lust, seiner Sehnsucht.
Es ist diese Zwischentraumwelt, über diesen Gefühlen, in welche sich die Wirklichkeit taucht, wenn sie dem Fuchs begegnet.

In einigen Punkten steht er der Wirklichkeit ablehnend oder ängstlich gegenüber. Er flüchtet vor dem wütenden Hühnerbesitzer. Welcher in der Projektion ein gefährlicher Feind ist, selbst wenn es garkein Hühnerbesitzer ist, wirkt das Gefühl der Angst bei dieser Projektion.

Einiges passt nicht in die Fuchswirklichkeit. Er will nun wirklich keine Füchsin, die in die andere Richtung läuft, als die an die er sich gewöhnt hat.

Aber die Füchsin wirkt als würde sie mitlaufen, obwohl sie vielleicht dort vorne irgendwo abbiegt, scheint sie ihm doch auf dem gleichen Weg zu sein, wie lange hat er darauf gewartet. Der Fuchs tanzt fröhlich und plötzlich biegt sie ab.

"Diese Füchsin will einfach nicht rein in meinen gewohnten Traumweg." Murrt der Fuchs traurig.
"Warum kommt dieser schöne Teil der Wirklichkeit nicht in meine Traumwelt? "

Ich betrachte den Fuchs vom Strand aus und berühre das Wasser. Es ist nass und irgendwas anderes noch.

Ich versuche den Traum stabil zu halten, er muss eine Konsistenz haben, damit der Traum Morgen noch der gleiche ist. Das ich Morgen noch in der gleichen Wohnung aufwache und die gleichen Klamotten anhabe, einfach das ich das Gleiche bin, wie immer, in diesem Traum.

Ich habe ja nichts anderes als meinen Traum.
dr.Frankenstein ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 16.12.2018, 03:42   #3
männlich dr.Frankenstein
 
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Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
Alter: 36
Beiträge: 4.159

Das einzige was meinen Traum mit dem der anderen Träumer verbindet, ist der Fluss in dem wir alle zusammen schwimmen. Auf treibenden Baumstämmen haben wir Häuser gebaut. Es ist der große Raumzeitfluss.
Ich lasse zu das Teile dieses Flusses in meine Traumwelt dürfen.
In meine Konstruktion, die ich mein Leben nenne.
Z.B. Mein Denken wie ich bin... (schuslig, geil, nicht genug, bedeutnd, unbedeutend, beziehungsunfähig, fähig, bla bla)
entstand ja aus vergangenen Erlebnissen in dem Traum und meinen Handlungen die ich anwendete um gut da durch zu kommen.
Die wiederhole ich nämlich immer, wegen der Konsistenz.

Jede Wirklichkeit, welche als Projektion sichtbar wird in mir, löst Gefühle aus, welche Schlüssel zu den Handlungen sind, die ich ständig wiederhole.
Andere Handlungen sind dann nicht möglich im Traum, weil ich denke die andere Handlung nicht zu können und sie somit nicht in meinen Traum lasse.

Auf die gleiche Art wie der Fuchs den Hühnerbesitzer nicht in seinen Traum lässt.

Neue Taten sind gefährlich, sie gefährden die Stabilität des Traums.

Gefällt mir dieser Traum überhaupt?

Ich sehne mich innerhalb meines Traums nach einem anderen Traum, den ich aber nicht erreiche, weil das die Stabilität meines jetzigen Traums gefährden würde, den ich noch nichtmal richtig angesehen habe.
dr.Frankenstein ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 16.12.2018, 09:04   #4
männlich Gylon
 
Dabei seit: 07/2014
Beiträge: 3.755

Lieber Dr. Frankenstein,
ich war mir nicht sicher, ob ich heute Morgen bereit für einen deiner Texte war, aber schon der zweite Satz „Zum Extrembergsteigen unterwegs nach Holland“ hat mich in deine ganz eigene Dr. Frankenstein Welt hineingezogen und angesprochen. Danke dafür!

Liebe Grüße Gylon
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