Poetry.de - das Gedichte-Forum
 kostenlos registrieren Forum durchsuchen Letzte Beiträge

Zurück   Poetry.de > Gedichte-Forum > Lebensalltag, Natur und Universum

Lebensalltag, Natur und Universum Gedichte über den Lebensalltag, Universum, Pflanzen, Tiere und Jahreszeiten.

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen
Alt 14.07.2011, 21:51   #1
männlich MaMBa
 
Dabei seit: 07/2011
Ort: Berlin
Alter: 35
Beiträge: 22

Standard Dear Mother Nature

Warum hälst du mich als Geisel deiner Laune
Waren es doch meine Brüder, meine Schwestern
Die dich traten und schlugen des Unrechts wohl bekannt
Bestraf nicht die, die wir dir dienen
Laß mich dein Henker sein und ich nehm' Rache
an dem Narr, der sich Menschheit nennt.
MaMBa ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.07.2011, 17:59   #2
Ex-Odiumediae
abgemeldet
 
Dabei seit: 07/2010
Beiträge: 1.152

Zitat:
Die dich traten und schlugen des Unrechts wohl bekannt
Das funktioniert nicht, wie ich vermute, dass es funktionieren soll. Des Unrechts ‚was‘ ist wohl bekannt? Ich denke, Du meinst, dass den Brüdern und Schwestern das Unrecht wohl bekannt war, das sie begangen haben. Die Aussage, die Du mit dem zitierten Vers machst, ist jedoch eine, die ohne ohne Bezug steht.

Als Ersatz böte sich an: "Des Unrechts sich bewusst".

Zitat:
an dem Narr, der sich Menschheit nennt.
An dem Narren (Dativ). die korrekte Flexion dieses Substantives ist:
  1. Nominativ: der Narr
  2. Genitiv: des Narren
  3. Dativ: dem Narren
  4. Akkusativ: den Narren

Abgesehen von den genannten Macken, gefällt mir die Idee hinter diesem Werk. Allerdings würde ich Dir raten, entweder bei einer natürlichen Sprache zu bleiben oder in der Benutzung poetischer und archaischer Formen erst etwas sicherer zu werden, bevor Du Dich ihrer bedienst.
Ex-Odiumediae ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.07.2011, 18:31   #3
männlich MaMBa
 
Dabei seit: 07/2011
Ort: Berlin
Alter: 35
Beiträge: 22

Sehr tolle Kritik. Vorerst vielen Dank dafür.
Ich würde gerne zu Punkt 1 den Ersatz übernehmen.

Zu Punkt 2 sieht es (für mich) so aus, dass einfach nur das ' fehlt hinter dem 2.en r - Also Narr'. Inwiefern das grammatikalisch (in-)korrekt ist, werdet ihr mir bestimmt helfen können? Ich sehe den Narren als Gesamtes der Menschheit.
Ich hoffe, dass das so logisch rüberkommt, wie es sich in meinem Kopf abspielt...?!
Ansonsten nochmals vielen Dank für die ausführliche Kritik und die Verbesserungen.
MaMBa ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.07.2011, 19:05   #4
Ex-Odiumediae
abgemeldet
 
Dabei seit: 07/2010
Beiträge: 1.152

Zitat:
Zitat von MaMBa Beitrag anzeigen
Zu Punkt 2 sieht es (für mich) so aus, dass einfach nur das ' fehlt hinter dem 2.en r - Also Narr'. Inwiefern das grammatikalisch (in-)korrekt ist, werdet ihr mir bestimmt helfen können? Ich sehe den Narren als Gesamtes der Menschheit.
Da Du mir anscheinend meine unverblümte Art nicht übel nimmst und Dich meine Meinung wirklich interessiert, werde ich versuchen, Dir so detailliert antworten wie es mir möglich ist.

Typografisch ist das Apostroph erst einmal nur ein Auslassungszeichen. Natürlich könntest Du die grammatikalisch korrekte Endung auf -en weglassen und stattdessen ein Apostroph setzen. Eigentlich ersetzt man aber im Deutschen nur Vokale in unbetonten Silben (zumeist den Schwalaut, das ist das ‚e‘ am Ende von Wörtern wie ‚eine‘, ‚halbe‘ usw. Das bezeichnet man dann als einen Metaplasmus des Weglassens, in diesem Fall als Synkope), demnach müsstest Du, ‚Narr'n‘ schreiben.

Dies könnte aber aus zwei Gründen als schlechter Stil angesehen werden. Erstens folgt kein Vokal mehr in dem Wort, das Du synkopierst, weshalb ‚(doppel-)r‘ und ‚n‘ aufeinanderfolgen, was für deutsche Zungen schwer auszusprechen ist. Zweitens passst Du so den vorhandenden Wortlaut mehr oder weniger ‚brutal‘ Deinen Vorstellungen an, um das Metrum zu wahren.

Falls es Dir also um den Rhythmus geht, würde ich lieber den Satz umstellen oder Synonyme für Wörter suchen, als Silben wegzulassen und Wort quasi zuzuschneiden, weil es, wie gesagt, einfach besserer Stil ist und dann auch gleich etwas besser klingt.

Zitat:
Zitat von MaMBa Beitrag anzeigen
Ansonsten nochmals vielen Dank für die ausführliche Kritik und die Verbesserungen.
Kein Problem. Wenn Du weitere Fragen hast, will ich gerne versuchen, sie zu beantworten. Du weißt, wo Du mich findest
Ex-Odiumediae ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.07.2011, 19:11   #5
männlich Ex-Schamanski
abgemeldet
 
Dabei seit: 12/2010
Beiträge: 2.884

Zitat:
Bestraf nicht die, die wir dir dienen
Dann gebe ich auch noch einen Löffel Senf dazu.
Da oben sitzen die grammatischen Bezüge nicht. Du springst von der dritten Person "bestrafe die(jenigen da)" in die erste Person "wir", das beißt sich gewaltig.

Schnell in Ordnung gebracht:

Bestraf nicht uns, die wir dir dienen

Jetzt sind beide Teile in der ersten Person, und auch das doppelte "die" ist vermieden.
Ex-Schamanski ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.07.2011, 19:16   #6
Ex-Odiumediae
abgemeldet
 
Dabei seit: 07/2010
Beiträge: 1.152

Ein berechtigter Einwand, wie ich finde.

Ich fand es nicht hervorragend, aber da es formal korrekt war und ich den Satz nicht umstellen und neu vorschlagen wollte, habe ich nichts dazu gesagt. Schamanskys Lösung scheint mir die beste zu sein, besonders wenn Du daran interessiert bist, den Stil noch etwas zu polieren.
Ex-Odiumediae ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.07.2011, 20:32   #7
männlich Ex-Schamanski
abgemeldet
 
Dabei seit: 12/2010
Beiträge: 2.884

Ich meine, es war auch formal nicht korrekt, wegen einer grammatischen Person-Inkongruenz zwischen Hauptsatz und Relativsatz. Bestrafe nicht die (Akk. Pl.), welche (Nom. Pl.) ... das "welche" kann nicht "wir" (1. Pers.) sein, sondern es ist zwingend die 3. Pers. Pl. gefordert.

Vergleiche: "Ich sehe Karl-Otto, der du aus Bochum bist."
Hier beißen sich 3. Sg. und 2. Sg. Geht nicht. Ich kann entweder Karl-Otto sehen, der aus Bochum ist, oder ich kann Dich sehen, der du aus Bochum bist, aber ich kann nicht einmal so und einmal so.
Ex-Schamanski ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.07.2011, 21:03   #8
Ex-Odiumediae
abgemeldet
 
Dabei seit: 07/2010
Beiträge: 1.152

Das ergibt Sinn, von Schamansky kann man etwas lernen.
Ex-Odiumediae ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.07.2011, 15:33   #9
männlich MaMBa
 
Dabei seit: 07/2011
Ort: Berlin
Alter: 35
Beiträge: 22

Ich danke euch beiden ganz herzlich dafür.
Denn wie soll man was lernen, wenn niemand die Fehler verbessert?!
Ich werde mir eure Ratschläge und Verbesserungen zu Herzen nehmen und sie möglichst gut umzusetzen.
Ansonsten frage ich einfach nochmal nach.
MaMBa ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen für Dear Mother Nature

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche


Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
My darling,my dear kaska Liebe, Romantik und Leidenschaft 4 18.11.2010 22:06
Dear Daddy LostInMyThought Gefühlte Momente und Emotionen 8 14.06.2009 00:11
Dear Mr Bush JonB1982 Internationale Gedichte 0 02.06.2005 22:47


Sämtliche Gedichte, Geschichten und alle sonstigen Artikel unterliegen dem deutschen Urheberrecht.
Das von den Autoren konkludent eingeräumte Recht zur Veröffentlichung ist Poetry.de vorbehalten.
Veröffentlichungen jedweder Art bedürfen stets einer Genehmigung durch die jeweiligen Autoren.