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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 14.05.2022, 21:25   #1
weiblich lillii
 
Dabei seit: 06/2019
Beiträge: 25

Standard „lebenswichtig….?“

„lebenswichtig….?“

Was heut Dir lebenswichtig mag erscheinen,
hat seinen Reiz am nächsten Tag verloren -
es werden Wünsche stündlich neu geboren -
fast so, als wüchsen sie an Weges Rainen.
Das Auge sieht etwas, ein Wunsch kommt auf…
schon übernimmt das Schicksal den Verlauf…

und hat man es, das heißersehnte Wesen;
sei es nun Mensch, ein Tier, ein Utensil-
ist man zufrieden nun; wars nur Ventil
fürs Ungemach, was immer es gewesen?
So sind wir häufig - selten mal zufrieden
mit dem, was uns vom Leben wird beschieden.

Wir mühen uns stets weiter durch die Zeiten;
sind nur ganz selten in der rechten Spur;
gefangen in der eig‘nen Diktatur -
und lassen uns von Traditionen leiten.
Sind wir nicht unsres Lebens eigner Schmied?
Ist es der Missmut weshalb Glück uns mied?

Was heute wichtig dir erscheinen mag
Ist oftmals nichtig schon am nächsten Tag.
.
©lillii (Luzie Rudde)
lillii ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.05.2022, 22:26   #2
weiblich Ilka-Maria
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Beiträge: 26.990

Da steckt ein Körnchen Wahrheit drin: Der Mensch hängt gerne sein Mäntelchen nach dem Wind, ist verführbar, verliert schnell die Orientierung und suhlt sich in kurzzeitigen Erfolgen. Dennoch ist mir die Grundaussage zu deterministisch, denn mit einem nicht voraussehbaren und unabwendbaren Schicksal hat das nichts zu tun. Eher mit der von Immanuel Kant beklagten Unmündigkeit uns "krummen Holzes". Wir träumen uns in große Taten, machen es uns aber bequem, und wenn wir unser Versagen erkennen, machen wir nicht uns, sondern "die Gesellschaft" und "die Umstände" dafür verantwortlich.

Nichts ist von einem Gott in Stein gemeißelt. Jedes Schicksal hat Stellschrauben, an denen gedreht werden kann.

Das Gedicht ist klar formuliert und zieht inhaltlich einen roten Faden, aber philosophisch ist es für mich nicht rund. Vor allem das Fazit der beiden letzten Verse ist ein dem Volksmund abgelauschter Truismus, der dazu raten müsste, besser gar nichts im Leben als wichtig zu erachten, weil es am nächsten Tag sowieso nichts mehr wert ist. Aber welcher Mensch würde so leben wollen? Sind wir denn nicht die einzige Spezies auf diesem Planeten, die dazu fähig ist, in die Zukunft zu denken und zu planen und uns über einen einzigen Winter hinaus anzustrengen, ein Ziel zu erreichen?
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http://www.poetry.de/group.php?groupid=24
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Alt 14.05.2022, 22:56   #3
weiblich lillii
 
Dabei seit: 06/2019
Beiträge: 25

Was heute wichtig dir erscheinen mag
Ist oftmals nichtig schon am nächsten Tag.

ist dem Volksmund abgelauscht, richtig!
Es ist aber des Öfteren so, dass ein Ereignis, eine Sache für einen selber oder für andere eine enorme Wichtigkeit bedeutet, die man ihr vielleicht auch nur andichtet, die sie aber für die Allgemeinheit nicht hat oder auch oft nur von kurzem Interesse ist, was aber nicht heißt, dass man an seiner Situation nichts ändern kann oder will, sozusagen den Mut verliert und sich sich darin verbeißt:
obwohl es durchaus vele tun.
lillii ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.05.2022, 23:28   #4
weiblich Ilka-Maria
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Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 26.990

Zitat:
Zitat von lillii Beitrag anzeigen
Es ist aber des Öfteren so, dass ein Ereignis, eine Sache für einen selber oder für andere eine enorme Wichtigkeit bedeutet, die man ihr vielleicht auch nur andichtet, die sie aber für die Allgemeinheit nicht hat oder auch oft nur von kurzem Interesse ist, ...
Das ist die immer neue Sau, die täglich durchs Dorf gejagt wird. Da macht man einfach das Fenster zu und spielt mit der Katze.
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Alt 15.05.2022, 05:33   #5
weiblich lillii
 
Dabei seit: 06/2019
Beiträge: 25

Standard ganz wie Du meinst...

Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Das ist die immer neue Sau, die täglich durchs Dorf gejagt wird. Da macht man einfach das Fenster zu und spielt mit der Katze.
dann treibe ich eben...
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