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Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen.

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Alt 11.10.2011, 22:12   #1
männlich sonderling
 
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Standard Mensch sein, heißt es sein zu wollen...

Der Mensch an sich, das wissen wir
Grenzt sich ab von all Getier
Er ist gebildet und kultiviert
Doch Humanität wird insziniert
Er zeigt Gefühle nur zum Schein
Die Überlegenheit ist letztlich klein
So reißt er sich um Ruhm und Geld
und spielt dabei den Mann von Welt

Doch die Wahrheit sieht anders aus
Die Realität wird zum Graus
Der Mensch ist schlau, wie naiv
Im Grunde ist er primitiv
So wird gelabert und vegetiert
Die Weltherrschaft wird arrangiert
Zu Letzt ist doch die dümmste Gans
der Mensch und seine Arroganz

In der Menge wird er gar unausstehlich
Rennt umher den Ameisen ähnlich
Hält sich selbst für autonom
Doch treibt er längst im großen Strom
Philantrop ist er dadurch nicht
Denn jeder wahrt nur sein eigenes Gesicht

So beschränkt er sich aufs Fressen, Kacken, Pennen, Saufen, Pissen
Und ist er fertig mit dem ganzen, wird zufrieden ins Gras gebissen

Leider gibt dies keiner zu
Selbst ich breche nicht dieses Tabu
Halt ich mich selbst doch für überlegen
Kommt mir das Thema gar gelegen
Kann mich mit Wortwitz profilieren
Und mein Umfeld deklassieren
Doch kann ich mich strecken und noch so biegen
Im Ende bleib ich einer von ihnen




PS: war eig mal als poetryslam gedacht
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Alt 11.10.2011, 22:54   #2
weiblich victim of the night
 
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Zitat:
Zitat von sonderling Beitrag anzeigen
So beschränkt er sich aufs Fressen, Kacken, Pennen, Saufen, Pissen
Und ist er fertig mit dem ganzen, wird zufrieden ins Gras gebissen
Wie findest du das?

Innovativ?
Avantgardistisch?
Provokant?
New Wave?
Punk?

Oder einfach nur ordinär und völlig deplaziert?

CDP
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Alt 11.10.2011, 23:15   #3
männlich sonderling
 
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Letzteres und vieleicht gerade desswegen interessant?... Ich habe erst auch an diesem Zwischenteil gezweifelt, ihn dann aber als sehr treffend eingeschätzt. Außerdem hebt er sich stark hervor, unterbricht das Versmaß und schafft so Abwechslung.
sonderling ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.10.2011, 23:22   #4
weiblich victim of the night
 
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Zitat:
Zitat von sonderling Beitrag anzeigen
Außerdem hebt er sich stark hervor, unterbricht das Versmaß und schafft so Abwechslung.
Wenn mir einer während des intercourse die Faust ins Gesicht knallt hebt er sich auch hervor, unterbricht den Rythmus und schafft so Abwechslung.

Deshalb muss es mir aber nicht gefallen, oder mir interessant erscheinen.

CDP
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Alt 11.10.2011, 23:32   #5
männlich sonderling
 
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Und trotzdem solle es leute geben, denen selbst das gefällt

Außerdem ist dein Vergleich sehr unpassend! Wer sollte eine so reizende person wie dich ohne Grund schlagen, wo du doch so offen bist und nur so vor Akzeptanz strotzt
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Alt 11.10.2011, 23:44   #6
weiblich victim of the night
 
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Zitat:
Zitat von sonderling Beitrag anzeigen
Außerdem ist dein Vergleich sehr unpassend! Wer sollte eine so reizende person wie dich ohne Grund schlagen, wo du doch so offen bist und nur so vor Akzeptanz strotzt
Du wirkst so bischen pikiert. Dabei finde ich deinen Text gar nicht schlecht. Nur die erwähnten zwei Zeilen.

CDP
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Alt 12.10.2011, 05:39   #7
weiblich Ilka-Maria
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Um das, was einen Menschen ausmacht und ihn von den Tieren unterscheidet, auszudrücken, greift dieser Text nicht nur zu kurz, sondern fast durchgehend daneben. Das meiste des hier Angesprochenen (mit Ausnahme des Gelabers) trifft auch auf so manche Tierart zu. Und dann werden auch noch die Gänse beleidigt, obwohl sie - auf ihrer Wesensstufe gesehen - keineswegs dumm sind. Jedes Lebewesen verhält sich grundsätzlich erst einmal auf die Art, die ihm die Natur zugedacht hat, die Anpassung richtet sich dann nach dem Umfeld. Der Mensch ist extrem anpassungsfähig, jederzeit aber auch in der Lage, sich als Individuum zu begreifen und seine eigenen Entscheidungen zu treffen oder Risiken einzugehen. Der ganzen Menschheit einen so negativen Stempel aufzudrücken, halte ich deshalb für verfehlt. Da hätte der Text schon etwas konkreter werden müssen.

Zum Schluß noch eine bescheidene Frage an die User: Wer von Euch wäre lieber ein Tier statt ein Mensch? Bitte melden!
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2011, 09:22   #8
männlich Martho
 
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Soll das heißen, du kannst eventuell helfen?
Martho ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2011, 10:28   #9
weiblich victim of the night
 
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Und dann werden auch noch die Gänse beleidigt, obwohl sie - auf ihrer Wesensstufe gesehen - keineswegs dumm sind.
Das hat sich aber im deutschen Sprachraum noch nicht herumgesprochen.
"Dumme Gans" ist nach wie vor eine gängige Redewendung.
Deshalb stört es mich in dem Text nicht.
Inwieweit man ein Tier beleidigen kann, welches man in der Regel eher knusprig gebraten aus dem Backofen kennt, will ich mal dahingestellt sein lassen.

CDP
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Alt 12.10.2011, 10:38   #10
männlich Ex-Jack
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Hallo sonderling,

zunächst:
Zitat:
So beschränkt er sich aufs Fressen, Kacken, Pennen, Saufen, Pissen
Und ist er fertig mit dem ganzen, wird zufrieden ins Gras gebissen
was die besagten zwei Zeilen angeht, so befindest Du dich letztendlich ja bei Brecht und Co. in allerbester Gesellschaft... wenn Du auch etwas Wesentliches in Deiner Aufzählung vergessen hast...

Ansonsten ist Dein Gedicht ja eher klassisch und deshalb würde ich Dir raten die Metrik und das Versmaß zu ordnen, so dass die Brüche dann stärker heraustreten.

Gefällt mir grundsätzlich gut!

Liebe Grüße,
Jack
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Alt 12.10.2011, 11:17   #11
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Martho Beitrag anzeigen
Soll das heißen, du kannst eventuell helfen?
Durchaus . Ich sehe, Du hast meine Kritik verstanden.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2011, 17:01   #12
Thing
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Halli Hallo -


ich vermisse den Wortwitz.


Thing
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Alt 12.10.2011, 18:31   #13
weiblich victim of the night
 
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Zitat:
Zitat von Jack Beitrag anzeigen
befindest Du dich letztendlich ja bei Brecht und Co. in allerbester Gesellschaft...
Lieber Jack,

es gibt im deutschen Sprachraum die auch für nichtreligiöse zutreffende Redewendung "die Kirche im Dorf lassen". Daran musste ich denken, bei "Brecht und Co" im Zusammenhang mit diesem Text. Nicht dass der Text hier schlecht wäre, aber "Brecht und Co"...

Liebe Grüsse

Corazon
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Alt 12.10.2011, 19:02   #14
männlich Ex-Abendstern
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Zitat:
Nicht dass der Text hier schlecht wäre
Nicht?

Na, dann weiß ich auch nicht. Ich möchte nicht verletzend wirken, aber an diesem Text ist so ziemlich alles ein Fehlgriff. Man kann zwar erkennen, daß der Verfasser weiß, was ein Reim ist. Und daß er zumindest ahnt, was Metrik bedeutet...

Naja, bei letzter Aussage kommen mir schon wieder Zweifel. Bin ja auch nicht unbedingt der Fachmann, aber s o w a s schlägt dem Faß den Boden aus.
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Alt 12.10.2011, 20:51   #15
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Abendstern Beitrag anzeigen
Na, dann weiß ich auch nicht. Ich möchte nicht verletzend wirken, aber an diesem Text ist so ziemlich alles ein Fehlgriff.

Bin ja auch nicht unbedingt der Fachmann, aber s o w a s schlägt dem Faß den Boden aus.
Nicht an der eigenen Urteilsfähigkeit zweifeln!

Kein weiterer Kommentar, denn wenn ich hier reinbeiße, wird es blutig.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2011, 20:52   #16
weiblich victim of the night
 
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Zitat:
Zitat von Abendstern Beitrag anzeigen
Man kann zwar erkennen, daß der Verfasser weiß, was ein Reim ist. Und daß er zumindest ahnt, was Metrik bedeutet...
Ich bemühe mich immer Kritiken konstruktiv und sachlich zu formulieren. Ich schreibe nie abwertend über den Verfasser. Ich möchte für meine Texte genauso konstruktiv kritisiert werden und nicht selbst Objekt von Spekulationen oder abwertender Bemerkungen irgendwelcher Hobby Dichter sein.

CDP
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Alt 13.10.2011, 22:02   #17
männlich sonderling
 
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Der Tatsache, dass dieser Versuch noch nicht das Gelbe vom Ei ist, bin ich vollkommen bewusst. Das Gedicht selbst ist vieleicht sogar etwas stümperhaft. Jedoch finde ich die Kritik am Inhalt sehr fehl am Platz.

1. Die Aussage des Textes ist eventuell doch tiefgreifender als die zugegebenermaßen einfachen Reime erwarten lassen. Es geht nicht darum den Menschen mit dem Tier gleich zu stellen, sondern seine unbestreitbaren Mängel auf zu führen und seine Art mit ihnen umzugehen. Dass der Mensch die Krone der Schöpfung ist, ist klar und soll nicht angezweifelt werden. Vielmehr veruteile ich, dass er es weiß und zeigt. Der Vergleich einiger menschlicher Eigenheiten mit tierischem Verhalten soll ihn in gewisser Weise demütigen, um ihn so auf den Boden zurück zu holen.

2. Dies ist meine persöhnliche Meinung und sollte und kann desswegen nicht prinzipiell als falsch angesehen werden. Es kann lediglich geäußert werden, dass man mit dieser Einschätzung nicht konform geht. So wie ich nicht mir der Aussage konform gehe, dass-

3. -der Mensch extrem anpassungsfähig, aber auch in der Lage, sich als Individuum zu begreifen ist. Der Mensch ist aus meiner Sicht nicht besonders anpassungsfähig, sondern versucht in jedem Moment das Umfeld seinen Bedürfnissen anzupassen. Es mag stimmen, dass jeder mensch ein individuum ist, jedoch ist er gleichzeitig äußerst manipulativ, was seine Entscheidungsfreiheit extrem einschränkt. Wenn man dem werten Herrn Freud glauben soll, gibt es sogar überhaupt keine Entscheidungsfreiheit. Es Gibt also tatsächlich 2 Meinungen zu 1 Thema, denn ich scheine nicht alleine mit dieser annahme zu sein.
sonderling ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.10.2011, 22:21   #18
Thing
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Dagegen habe ich auch nichts gesagt.
Ich forderte lediglich sanft den behaupteten Wortwitz ein.

Die ganzen Theorieen bringen uns hier sowieso nicht weiter, da prallen nur Meinungen aufeinander.

Thing
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Alt 13.10.2011, 22:25   #19
männlich sonderling
 
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Zitat:
Zitat von Thing Beitrag anzeigen
Dagegen habe ich auch nichts gesagt.
Thing
Desswegen bist du auch nicht in diesem beitrag nicht gemeint
Deine Kritik ist sogar hilfreich.
sonderling ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.10.2011, 22:28   #20
männlich sonderling
 
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Zitat:
Zitat von sonderling Beitrag anzeigen
Desswegen bist du auch nicht in diesem beitrag nicht gemeint
Deine Kritik ist sogar hilfreich.
Die doppelte Verneinung ist in diesem Fall keine Bejaung, sondern eher ungewollt
sonderling ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.10.2011, 23:08   #21
männlich Ex-Abendstern
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Es ist nur so, sonderling, daß das, was Du mit Deinem Text rüberbringen möchtest, irgendwie schon allen bekannt ist. Nix Neues dabei. Natürlich könnte man da jetzt herumdiskutieren und in die Tiefe gehen. Nur wünschte ich mir, falls es von Dir so beabsichtigt gewesen sein sollte, einen nicht ganz so flachen Einstieg.

Nichts für ungut, mein Lieber, laß Dich nur nicht entmutigen. Da ist noch viel Luft nach oben, wie man so schön sagt. Packs an, Du hast das Zeug dazu. Aber selbstkritisch solltest Du dabei schon sein. Und an besseren Texten arbeiten.

LG
Abendstern

PS "sonderling" gefällt mir.
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Alt 13.10.2011, 23:33   #22
männlich sonderling
 
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Wie gesagt... dass es nicht besonders filgran, ist weiß ich. Dennoch danke ich dir, dass du trotz deiner Unzufriedenheit mit dem Gedicht etwas darin siehst. Auch wenn ich mich durch deine art mir das mitzuteilen wie ein 6 jähriger fühle

Ich hätte vlt hinzufügen sollen, das mein längerer Ausflug von gerade auf die Kritik von Ilka-Maria bezogen war, bei der mir doch Klärungsbedarf nahestand.
Denn genau das was ich mit meinem text herüber bringen wollte schien ihr noch nicht bekannt. Mich hat lediglich ihre Endgültigkeit gestört.

PS: Mir auch
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Alt 14.10.2011, 00:04   #23
männlich Jeronimo
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Ja, so macht man das: Zwei provokante Zeilen der Meute vorgeworfen und
schon wird aus einem durchschnittlichem Gedicht ein Boulevard-Bestseller und steht im Mittelpunkt der Diskussion.
Nicht das Schreiben ist die Kunst, sondern dass die Leute darüber reden.
Das hat ja prima geklappt!

Jeronimo
Jeronimo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.10.2011, 00:12   #24
männlich sonderling
 
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Zitat:
Zitat von Jeronimo Beitrag anzeigen
Ja, so macht man das: Zwei provokante Zeilen der Meute vorgeworfen und
schon wird aus einem durchschnittlichem Gedicht ein Boulevard-Bestseller und steht im Mittelpunkt der Diskussion.
Nicht das Schreiben ist die Kunst, sondern dass die Leute darüber reden.
Das hat ja prima geklappt!

Jeronimo
Du könntest sogar Recht haben... bis auf den Boulevard-Bestseller, dafür braucht es noch einen provokanteren Titel.
sonderling ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.10.2011, 23:36   #25
männlich Ex-Abendstern
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Zitat:
Ja, so macht man das: Zwei provokante Zeilen der Meute vorgeworfen und schon wird aus einem durchschnittlichem Gedicht ein Boulevard-Bestseller und steht im Mittelpunkt
Wir sind hier keine Meute. Und ich finde die Zeilen nicht provokant. Provokant ist allein die negative Qualität des Textes, sowie die Frechheit, so etwas als provokant in Erscheinung treten lassen zu wollen. Und im Mittelpunkt steht der Text hier im Forum auch nicht.

Solche Texte werden öfter eher gar nicht kommentiert. Da hat sonderling Glück gehabt. Denn der seine ist, nocheinmal, inhaltlich einfach zu flach und zu gebrochen (letzteres, um jeden Zweifel an meiner Meinung aus dem Weg zu räumen, auf eine sehr langweilige Weise).

Nun ja, genug des Destruktiven. sonderling kriegt das schon hin, mit ein bißchen Übung.

LG
Abendstern
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Alt 24.10.2011, 21:49   #26
männlich Erich Kykal
 
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Zitat:
Zitat von sonderling Beitrag anzeigen
Der Mensch an sich, das wissen wir
Grenzt sich gern ab von dem Getier. Sprachlich , metrisch runder.
Er ist gebildet, kultiviert, Das "und" ist zuviel. Komma hier.
Doch Menschlichkeit wird insziniert. Sprachtakt so besser.Punkt.
Er zeigt Gefühle nur zum Schein - Bindestrich besser.
Die Überlegenheit bleibt klein. Metrisch rund und Punkt.
So reißt er sich um Ruhm und Geld
und spielt dabei den Mann von Welt. Punkt.

Doch Wahrheit, die sieht anders aus: Sprachmelodie! Doppelpunkt.
Das wahre Leben wird zum Graus Metrisch rund, melodischer.
Der Mensch ist schlau sowie naiv. Metrik. Punkt.
Im Grunde ist er primitiv - Bindestrich.
So wird gelabert, vegetiert, "und" wieder zuviel. 2mal Komma.
Die Weltherrschaft wird arrangiert, Komma.
Zuletzt steht da als dummer Hans
der Mensch in seiner Arroganz!
So vermeidest du die Gans. Hoffentlich regt sich jetzt kein Hans auf...Zuletzt zusammen. Rufzeichen.

In der Menge - unausstehlich! Bindestrich, Zeile zu lang, Rufzeichen.
Wird verrückter nur allmählich, Schönerer Reim, runder. Komma.
Hält sich selbst für autonom, Komma.
Treibt doch längst im großen Strom. Punkt.
Philantropisch ist er nicht, Komma.
wahrt nur eigenes Gesicht. Metrisch, runder lesbar.

So beschränkt er sein Gewissen
gern auf Pennen, Saufen, Pissen, Ordentlicher Reim, Zeile gekürzt.
Und zuletzt wird auf dem Kissen Kein Komma.
Unverschämt ins Gras gebissen. So ist der 4Zeiler metrisch und sprachmelodisch rund.

Leider gibt dies keiner zu, Komma.
Selber brech ich kein Tabu, Metrisch korrekt.
Halte mich für überlegen. Punkt.
Kommt ein Thema mir gelegen, Im Rhythmus, Punkt.
Kann ich voller Geist brillieren Rund und gereimt.
Und mein Umfeld deklassieren. Punkt.
Stell ich mich auch gern zum Rande: Metrisch. Gereimt.
Letztlich bleib ich Teil der Bande! Sprachlich elaborierter und mit mehr "Wortwitz".
Wenn du bezüglich lyrischer Sprachfindung und -takt dazulernen willst, hier ein paar Tipps, gleich ins Zitat geflochten, um dir einen Eindruck zu vermitteln.
Hoffe, es kann hilfreich sein.

Noch was: Überdenke diese manieristische Vorn-alles-groß-schreibe-Attitüde! Sorgt nur für Holperer im Lesen, Missdeutungen einzelner Worte und so für Behinderung im Lesefluss.
Dasselbe gilt übrigens für das Weglassen jeglicher Interpunktion. Das wirkt auch noch eher wie: Ich kenn mich schlecht aus und möchte, dass es keiner merkt, deshalb tu ich betont künstlerisch und lass alles einfach weg.

LG, eKy
Erich Kykal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.10.2011, 04:56   #27
männlich pöne
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hihi...ich finde den text super...genau das richtige für n slam und gerade dieser besagte zweizeiler spiegelt genau den hedonisten wider...ich glaube ficken fehlt noch, um die maslowsche bedürfnisspyramide zu zementieren.

vorgetragen mit mikrophon und einhergehender raumbeschallung, ließe sich ne menge daraus machen...mein klatscher wäre dir sicher bei solcherlei [ätzenden] comedy verseuchten slams...

edit: ein slam pfeift auf metrik und sonstige literarische hochkultur, sonder fällt in die rubrik der performculture. faustregel hinter vorgehaltender hand: je literarischer der text, umso geringer die gewinnchance, es sei denn jmd. kann literatur tanzen...die leute, zumeist junges publikum, wollen saufen und lachen.
pöne ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.10.2011, 12:23   #28
männlich Jeronimo
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Zitat:
Zitat von pöne Beitrag anzeigen
ficken fehlt noch, um die maslowsche bedürfnisspyramide zu zementieren.
Formuliert man nicht so sein Wohlwollen über ein vermeintliches Kunstwerk um so selbiges aufzuwerten, um so den Betrachter seine mangelnde Kunstkenntnis mittels geschliffener Sprachbauten zu injektieren, anstatt einfach darauf hinzuweisen, dass vulgäre Kraftausdrücke nur ein Stilmittel sind, um Qualitätsmängel weg zu provozieren?
In diesem Zusammenhang könnte „Kotzen“ die fundamentale Wichtigkeit der Flatulenz noch erhöhen, um sogar den Grand Slam zu erwischen. Zudem ließe sich pantomimisches Kiffen als Instrument verstehen, um ein Slam als Slum zu verbalisieren, um auch die Bedürfnispyramide der Berufsproleten zu befriedigen.
Nur so als Anregung.

Kompliment an E.K. für seine sachliche Hilfestellung!

Jeronimo
Jeronimo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.10.2011, 20:48   #29
männlich Martin Laut
 
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Zitat:
Zitat von pöne Beitrag anzeigen
edit: ein slam pfeift auf metrik und sonstige literarische hochkultur, sonder fällt in die rubrik der performculture. faustregel hinter vorgehaltender hand: je literarischer der text, umso geringer die gewinnchance, es sei denn jmd. kann literatur tanzen...die leute, zumeist junges publikum, wollen saufen und lachen.
Klingt ja schrecklich...

Im Text fehlen mir sprachliche Feinheiten.
Ein wenig mehr Spiel mit den Worten würde gut tun, denke ich.
Martin Laut ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2011, 00:55   #30
männlich Ralfchen
 
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Zum Schluß noch eine bescheidene Frage an die User: Wer von Euch wäre lieber ein Tier statt ein Mensch? Bitte melden!
hm - gute frage I.M. welches tier etwa, wäre ich gerne, ausser ein menschliches? ich wüsste keines.

mit der lyrik kann ich ebensowenig anfangen, wie du. kommt mir zu defätistsich und zu insomniatisch rüber.

man kann über das thema mensch hin- und her denken, wie man will und wird immer darauf hinauskommen, dass im menschen alle erdenklichen und unerdenklichen qualitäten und mängel reichlich vorhanden sind. viele große dichter und philosophen haben dazu erschöpfend geschrieben und gesprochen. daher ist der wagemut des Sonderling, eher der eines sonderlings.

Zitat:
Der Mensch an sich, weiß jedermann
ist ein Getier, das denken kann.
Es bildet sich und schafft Kultur,
und ist human - wenn auch in Grenzen nur.
Es ist so reich an Sinn und Ahnung,
fühlt in der Überlegenheit auch Mahnung.
Es wirbt um Ruhm und kämpft um Geld,
manch eines spielt den Herrn der Welt.
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2011, 10:25   #31
männlich pöne
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Zitat:
man kann über das thema mensch hin- und her denken, wie man will und wird immer darauf hinauskommen, dass im menschen alle erdenklichen und unerdenklichen qualitäten und mängel reichlich vorhanden sind
wäre es nicht interessant zu erfahren, wie, und in welcher reihenfolge diese, von dir erwähnten mängel, in ein reichliches vorhanden sein münden. bewusst wählte ich nur die mängel, da, der grundthese vorrausgesetzt, der mensch von natur aus gut -qualitativ- sei, überhaupt keine mängel aufweist.

und schultern wir nicht genau diesen leichnam, und lasten ihn herum, wenn nicht sonderlinge, ihn auch heute noch [kritisch] hinterfragen würden?!

alles andere ist, meines erachtens, defätistisch.
pöne ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2011, 10:48   #32
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von pöne Beitrag anzeigen
bewusst wählte ich nur die mängel, da, der grundthese vorrausgesetzt, der mensch von natur aus gut -qualitativ- sei, überhaupt keine mängel aufweist.
Das ist keine Grundthese und wohl auch schlecht zu unterfüttern. Es handelt sich lediglich um die Behauptung eines französischen Philosophen, der selbst mit Mängeln reichlich gesegnet war. Man könnte ihm sogar Unmenschlichkeit zuschreiben, hat er doch seine Frau gezwungen, die gemeinsamen Kinder ins Waisenhaus zu bringen, weil er sich nicht mit ihnen abgeben wollte. Und ausgerechnet dieser Kerl schreibt dann noch eine Abhandlung über Kindererziehung.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2011, 11:39   #33
Thing
R.I.P.
 
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Jaja, der Rousseau - das war vielleicht ein Ekel!
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