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Alt 16.05.2010, 07:07   #1
Kai90
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 29
Beiträge: 2

Standard Mein Leben

Hallo.
Ich möchte etwas posten, ich weiß nicht wo, doch dieser Ort scheint mir dazu geeignet.
Es gab einige Beweggründe, weshalb ich begonnen habe zu schreiben. Ich habe begonnen meine Gedanken in Worte zu fassen. Dazu möchte ich euch jedoch zuerst etwas Hintergrundwissen liefern.

Ich bin eigentlich ein ganz normaler Jugendlicher, 19 Jahre alt und besuche zurzeit die 12. Klasse.
Mein Vater ist über das Wochenende mit seinen „Kanu-Kollegen“ weggefahren und ich bin mit meiner Mutter und meiner Schwester allein zu Haus. Meine Schwester ist 22 Jahre alt und wohnt eigentlich im 60 km entfernten Düsseldorf, wo sie nach ihrem Abitur hingezogen ist. Dort absolviert sie ihre Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin und wird in diesem Jahr damit fertig werden. Wenn sie frei hat kommt sie nach Hause, so wie auch dieses Wochenende.
In dieser Familie gibt es des öfteren Stress, das letzte Mal (etwa vor 3 Wochen) war meine Schwester nicht anwesend und wir haben ein recht langes Gespräch miteinander geführt.
Gestern wollten wir Grillen und es ging zuerst um ein paar lächerliche Würstchen doch nach wenigen Minuten ging es um mehr als das. Meine Mutter und meine Schwester bezogen direkt Stellung gegen mich, egal was ich sagte es wurde ins lächerliche gezogen. Egal was ich sagte, Die Worte flogen, doch kamen nicht an. Sie prallten auf, sowie das Wasser in der Brandung auf die Felsen prallt.
Jedenfalls flogen noch einige Worte durchs Haus, und ich bin in mein Zimmer gegangen. Ich habe mir viele Gedanken über diesen unschönen Tag gemacht. Erst haben zwei meine besten Freunde Beziehungsprobleme und gehen in Tränen auseinander, die Frau die ich Liebe hat einen Freund und als wenn das nicht genug für den Tag wäre, stellt sich zuletzt meine Familie gegen mich. Ich bin nicht gläubig, jedoch wenn ich es wäre hätte Gott mich verlassen.
Jedenfalls habe ich begonnen meine Gedanken und Gefühle aufzuschreiben, was sehr untypisch für mich ist. Würde ich es einem Freund erzählen würde er denken, dass ich ihn verarschen will. Würde ich es einer Freundin erzählen, würde sie vielleicht kurz drüber nachdenken, aber es nicht für möglich halten.
Sie grillten alleine, als sie fertig waren bin ich alleine grillen gegangen. Als ich durchs Wohnzimmer gegangen bin, wo sie saßen, sagte niemand ein Wort.
An diesem Morgen bin ich um 5:30 Uhr aufgestanden, normalerweise stehe ich um Zeiten zwischen 11 und 14 Uhr auf. Und ich begann erneut zu schreiben. Ich weiß nicht mal ob sich diese Textform Gedichte nennt, jedoch sind es lyrische Texte in denen meine Gefühle verfasst sind. Diese Worte die ich gestern schrieb sind ziemlich extrem gewählt, das merke ich selber. Heute würde ich so etwas nicht mehr schreiben, jedoch kam es gestern in diesem Wortklang aus mir heraus. Normalerweise bin ich ein normaler Jugendlicher.
Ich möchte euch diese Zeilen zeigen, um einen neutralen und objektiven Kommentar zur gesamten Situation in meinem Leben und meinen lyrischen Texten zu erhalten.

_Als Stellungnahme zu dem netten Gespräch rund um die netten Grillwürstchen_

Die Grillwürstchen sind ein Witz, was mich stört seid ihr.
Danke fürs Zusammenhalten, gegen mich.
Danke für die endlosen Kommentarreihen, voller Scheiße.
Danke für das viele Verständnis, das nicht vorhandene.
Ihr baut extra eine verstärkte Barrikade auf, gegen die ich laufen muss.
Bloß nicht weich werden, das wären Anzeichen von Schwäche und würden
mir das Leben leichter machen und möglicherweise einmal die Sonne scheinen lassen,
über allen Familienmitgliedern im Haus gleichzeitig.

Was soll ich machen?
Ich weiß es nicht, ich bin ratlos.
Ich lasse es auf mich zukommen.
Ich soll für die netteste Familie aller Zeiten grillen, ein Scheißdreck werd’ ich tuen…
Solange ihr euch nicht für mich interessiert und nur fragt wie mein Tag war:
Heute war er verdammt beschissen, doch ich hoffe,
dass morgen wieder die Sonne in meinem Herzen und dem meiner Freunde scheinen wird.

(Samstag, 15. Mai 2010)


_Bin ich traurig oder glücklich?_

Mein Leben obliegt einem Wandel wie es ihn nie zuvor in meinem Leben gegeben hat.
Ich mache mir Gedanken die es nie zuvor in meinem Kopf gegeben hat.

Wenn ihr das hier lesen würdet,
würdet ihr euch wünschen es nie getan zu haben.

Diese Gottverdammte Familie ist der einzige Grund weshalb ich aus Traurigkeit weine.
Würde diese Familie nicht existieren, hätte ich so ein schönes Leben…
…abgesehen vom Pech in der Liebe
jedoch betrübt mich die gegebene Situation nicht,
da ich trotzdem glücklich mit Dir bin.

M*** I love you! <3

(Samstag, 15. Mai 2010)


Heute früh schrieb ich noch wenige Worte die sich bereits positiver anhören, jedoch längst nicht positiv sind. Der Titel stimmt jedoch mit meinem Blick nach vorne überein:

_Hoffnung_

Die Vögel zwitschern
Mein Herz schlägt
Ein neuer Tag hat begonnen und
Ich schöpfe Kraft aus ungeahnten Reservoirs

Der Wandel meines Lebens setzt sich fort
Das Reden mit euch fällt mir schwer
Meine Worte fliegen auf euch zu, doch bleiben unverstanden.

(Sonntag, 16. Mai 2010)


Ich bedanke mich bei allen die dies gelesen haben und noch mehr bei denen, die einen Kommentar dazu abgeben.
Ich wünsche euch einen schönen Tag, möge die Sonne heut nicht nur am Himmel scheinen.
Kai90 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2010, 10:41   #2
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.150

Moin Moin!

Kai, ich bin ja nun schon echt alt, aber an solche Gefühle und Stimmungen kann ich mich noch sehr gut erinnern.
Nur war es zu meiner Jugendzeit noch so, dass man nix sagen durfte, wenn man nicht gefragt war. Immer erst drum bitten, was sagen zu dürfen.
Widerrede war schon gar nicht erlaubt.
Da staucht sich im Innern echt viel an.
Ich konnte gar nichts schreiben, hatte kein eigenes Zimmer, erst recht kein Papier (sehr bescheidene Verhältnisse).
Ich bin dann meist allein in die Wiesen gelaufen und hab den Zores rausgebrüllt.
Dann warmir leichter.

Kann Dich echt total verstehen.
Aufschreiben ist ne gute Methode.
Mach weiter.


Thing
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2010, 11:07   #3
weiblich Ilka-Maria
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Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 23.003

Standard Key Sentence

Lieber Kai,

Deinem Avatar zufolge bist Du zwar 19, näherst Dich aber wohl der 20.

Das hier scheint mir ein Schlüsselsatz in Deiner, nun ja, nicht Geschichte, aber Offenbarung zu sein:

Zitat:
Mein Vater ist über das Wochenende mit seinen „Kanu-Kollegen“ weggefahren und ich bin mit meiner Mutter und meiner Schwester allein zu Haus.
Es klingt, als sei etwas faul in Deiner Familie. Der Vater flüchtet mit den "Kanu-Kollegen" (man beachte die Anführungsstriche!), und Du bleibst allein als Beute Deiner miteinander verschworenen Mutter und Schwester zurück, die Dich nicht für voll nehmen.

Du fühlst Dich im Stich gelassen, unverstanden und fertiggemacht. Darauf deutet schon das Wort "allein" hin. Zu dritt ist man nämlich normalerweise nicht allein, sondern nur, wenn man sich als Außenseiter fühlt.

Du bist ausgegrenzt, verstehst Dich mit Deiner Schwester und Deiner Mutter nicht, bist Deiner Schwester sogar böse, weil sie Dir, obwohl sie woanders wohnt, die Mutter an diesem Wochenende weggenommen hat. Und Deinem Vater stehst Du mißtrauisch gegenüber.

In Deiner Familie scheinen die Weibsen die Hosen anzuhaben und Euch Buben unterzubuttern. Der eine haut ab (lügt oder betrügt vielleicht sogar), der andere leidet vor sich hin. Woran liegt das? Any idea? Mit fast 20 Jahren wird es Zeit, sich über die Umstände im klaren zu werden, denn Du wirst Dein Leben bald selbst in die Hand nehmen müssen. Und Du mußt wissen, wie dieses Leben aussehen soll. Es schadet nichts, Vater, Mutter und Schwester zu lieben, aber mehr Abstand und Egoismus ist in Deinem Alter vielleicht hilfreich.

Liebe Grüße
Ilka-M.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2010, 17:45   #4
Kai90
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 29
Beiträge: 2

Danke für eure Antworten, sie haben mir wirklich weitergeholfen.

@Thing: Wenn es bei Dir ebenfalls solche Gefühle gab, tut es mir leid. Jedoch hoffe ich, das es sich bei Dir mit der Zeit besser entwickelt hat und du auch wieder glücklich geworden bist .
Da Du alles in der Vergangenheitsform schreibst, hat sich das Blatt wohl auch zum Guten gewendet.

@Ilka-Maria: Naja ganz so schlimm ist es zum Glück nicht. Er ist nur über das Wochenende paddeln gegangen und heute auch wieder zurück gekommen. Es ist tatsächlich sein Hobby, eigentlich auch das einzige Hobby welches er betreibt. Die Anführungsstriche sollten nicht auf eine Alibi-Beschäftigung hinweisen. Glücklicherweise scheint sich die Situation auch wieder zu beruhigen und wenn meine Schwester (welche ich tatsächlich nicht wirklich gern habe) morgen wieder in Düsseldorf ist, haben die Männer wieder die Hosen an.
Mein Vater übernimmt in solchen Situationen nur immer eine neutrale und objektive Stellung ein und hätte gestern eingegriffen und alles so gut wie möglich beruhigt bevor die Lage eskaliert ist.
Gestern kamen nur viele Umstände zusammen, die meine Psyche enorm zu schaffen gemacht haben. Unglücklich verliebt war ich noch nie, mein Opa ist zudem an Krebs erkrankt und wird wohl nicht mehr lange leben. Außerdem ist die Beziehung von zwei sehr guten Freunden in die Brüche gegangenund dadurch sind schon bevor der Streit mit meiner Familie kam viele Tränen geflossen und ich bin in eine Tröstende Rolle geschlüpft.

Vielen Dank für eure Überlegungen und Ratschläge.
In der Zukunft werde ich wahrscheinlich wirklich weiter schreiben, da es mir zum einen geholfen hat und zum anderen kann ich mir auch gut vorstellen, dass es mir viel Spaß machen kann. Allerdings werde ich meine Gedichte in Zukunft mit positiveren und schöneren Dingen des Lebens füllen. Zusätzlich werde ich auch mehr Sprachliche Mittel verweden. Bei meinen bereits geschrieben Gedichten habe ich quasi alles was mir in den Kopf kam heruntergeschrieben und habe nur wenige Formen beachtet.
Liebe Grüße
Kai
Kai90 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2010, 18:10   #5
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.150

Halli-Hallo,

kann dir natürlioh keine Lebensratschläge geben (Schläge mag ich echt gar nicht, schon knallhart nicht in "Lebenshilfe" oder "Püschoanalüse"), aber anregen kann ich ja mal:

Versuch, Lyrik draus zu machen.
Da haste dran zu knabbern, das kostet Zeit, echt!
Und Energie.
Kann Gutes ergeben.
Aber denn nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn es nicht auf AAAhnhieehb echt hinhaut.

Na klar ist bei mir alles besser geworden!
Hab das über die 60 Johr hinter mir. Und ich leb noch.
Sagen die Enkel. Ganz cool.


Thing
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