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Alt 26.10.2012, 20:52   #1
weiblich Ilka-Maria
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Standard Poetrysche Erinnerungen

Seit ich mich bei Poetry registriert habe, sind mehr als drei Jahre vergangen, und wenn ich mir heute, im Oktober 2012, die Liste der aktiven User ansehe, muss ich feststellen: Von damals ist keiner mehr dabei – Risiko vielleicht ausgenommen. Ich bin in diesem Forum sozusagen ein Dinosaurier, der sich zwar an den stetigen Wandel gewöhnt hat, aber dennoch manchmal wehmütig zurückschaut.

Denn einige der „Ausgestorbenen“ waren mir ans Herz gewachsen. Zum Beispiel Sonja. Die junge Hundefreundin, die ein Bild ihres Zottels als Avatar eingestellt hatte. Ihr ging es nicht unbedingt um Poesie, sondern um Kommunikation, zu der sie in der realen Welt nicht in der Lage war. Poetry schob ihr die Plattform der Anonymität unter die Füße, auf die sich stellen und vortragen konnte: Vom Stiefvater sexuell mißbraucht kreisten ihre Kommentare meist um dieses Thema. Psychotherapie? Mehrfach versucht, aber wegen Sprachlosigkeit jedesmal abgebrochen. Was kann ein Psychotherapeut bewirken, wenn die Patientin sich weigert, den Mund aufzumachen? Wir Poetrianer, mit diesem Fall hoffnungslos überfordert, ermunterten sie, sich einen fähigen Therapeuten zu suchen und es nochmal zu versuchen. Ob sie diese Hürde jemals genommen hat, bleibt im Dunkel, denn sie stellte ihre Aktivität im Forum abrupt ein.

Oder Rena, ein weiteres Frauenschicksal. Mit einem gewalttätigen Mann verheiratet, der sie jahrelang geschlagen und gedemütigt hatte. Wir erlebten, wie sie, durch diese unglückselige Beziehung aller Sinne beraubt, allmählich neuen Mut und frische Kraft schöpfte und sich schließlich aus der Umklammerung dieses Mannes löste. Und sogar das Selbstvertrauen hatte, sich trotz dieser schlechten Erfahrung noch einmal zu binden. Ich spüre noch heute die Freude über Renas wiedergewonnene Schwerelosigkeit und über das Glück, das aus ihren schlichten Texten sprach. Als ihr Problem obsolet geworden war, zog sie sich aus dem Forum zurück. Sie taucht nur noch gelegentlich auf.

Amir. Ein junger Mann mit erstickend familiären Problemen, die ich hier nicht ausbreiten darf, denn darüber schrieb er mir privat und vertraulich. Das Schlimme an seiner Situation war, dass er sich nicht frei entfalten und keine Zukunft planen konnte - er lag in Ketten. Bald schon meldete er sich im Forum ab, kam aber später unter einem neuen Namen wieder. Seine familiären Sorgen schienen mittlerweile zwar nicht vorbei, aber entschärft zu sein. Dennoch: Richtig Geschmack schien er an Poetry nicht mehr zu finden, wahrscheinlich hatte er in anderer Hinsicht soviel Nachholbedarf, dass das Forum für ihn nicht mehr wichtig war.

Ach ja, dieser Polterheini namens Skeptiker. Der rasselte wie ein Panzer in das Forum rein und machte alle User nebst ihren Texten nieder. Mit seinem Genie konnte sich niemand messen, was er durch eine Reihe schnell eingestellter Gedichte bewies. Sie waren so genial, dass niemand ihren Sinn erkennen, ja nicht mal erraten konnte. Einige Tage nach seiner Anmeldung entschuldigte er sich für seinen Überfall und die unangemessene Tonart und lieferte auch gleich die plausible Erklärung mit: Er sei Alkoholiker, und wenn er zuviel getrunken habe, raste er eben aus; deshalb habe er auch Beziehungsprobleme. Sein „Beziehungsproblem“ hatte sich auch bei Poetry registriert und einige Beiträge abgeliefert – sogar recht ansprechende, die von Skeptiker entsprechend gewürdigt wurden. Aber er hatte gewichtigere Sorgen, denn er stand in Verhandlungen mit einem Verlag, und da kamen die Dinge nicht so recht voran. Alles klar.

Meine große Liebe war Glasauge Bill. Ein junges Bürschlein, aber gewitzt und scharfzüngig. Er lieferte geschliffene Kommentare und treffsichere Analysen. Natürlich fühlten sich manche User auf den Schlips getreten und meldeten ihn – und er wurde auch gesperrt. Nicht oft – ein- oder zweimal. Auch ich hatte mein Fett von ihm wegbekommen – aber trotzdem: Ich liebte ihn. Unvergessen seine Idee zur Fußballweltmeisterschaft in Afrika, einen Gedichtewettbewerb zu diesem Thema zu veranstalten. Eine Reihe von Wörtern wurden vorgegeben, und es lag an uns, um diese Wörter herum ein Afrika-Fußball-Gedicht zu schreiben. Die Teilnahme war beachtlich, ein Sieger wurde gekürt, und der Preis war die Ehre. Dann sagte Glasauge Bill goodbye. „Ja, Ilkachen“, schrieb er mir privat, „...“. Er gehe auf eine Studienreise nach China, habe einen Blog, auf dem ich alles nachlesen könne, und ansonsten: Poetry, ade. Ich verfolgte den Blog, schrieb Kommentare, irgendwann riß die Kommunikation ab. Meine Hoffnung, Glasauge Bill könnte zurück nach Deutschland und zu Poetry kommen, hat sich nicht erfüllt.

Zu Luzifer, der „Lichtgestalt“. Ein Mann mittleren Alters. Mehrere Berufe ausgeübt. Ich weiß von zwei Berufen: Leichenbestatter und Busfahrer. Letzteres unterteilt in Reisebus und Linienbus. Nachdem er das Unterwegssein in fernen Ländern satt hatte, sattelte er auf Linie um und schickte mir ein Foto von seinem „Baby“, einem nagelneuen Linienbusmodell auf Potsdamer Straßen. Da ich gerade eine Busreise nach Venedig gebucht hatte, gab er mir wertvolle Tipps über die Beschaffenheit der modernen Busse. Nur leider war unsere Reise so überbucht, dass wir mit einem geliehenen Bus eines anderen Unternehmens fahren mussten, und der war älteren Datums. Mich interessierte sowieso mehr Luzifers Tätigkeit als Leichenbestatter, hatte mir doch jemand suggeriert, man bekäme bei Urnenbegräbnissen nur einen kleinen Teil der Asche in die Urne, die Leiche im großen und ganzen würde sowieso anders entsorgt. Luzifer hatte genau mit diesem Thema zu tun gehabt: Krematorium. Und in einer privaten Nachricht spaltete er mir haarklein auf, wie das Prozedere ist, angefangen von der Einlieferung des Leichnams bis zur Befüllung der Urne – ohne jede Beschönigung. Aber da wußte ich: Was mir suggeriert wurde, war nur ein Gerücht.

Neben alledem haben diese Menschen gedichtet, habe ihre Erfahrungen, Gefühle und Erkenntnisse in Texte verpackt. Ich las nicht nur Autoren, sondern ich erfuhr sie – nicht, weil sich ihr Leben in den Gedichten widerspiegelte, sondern weil sie ihre Geschichte und Motivation darin mitteilten.

Das ist lange her.

Ilka-M.
26.10.2012
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.10.2012, 23:44   #2
männlich Martand
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Es ist interessant, so etwas zu lesen, auch wenn ich die Protagonisten nicht "bewusst" miterlebt habe. Ich hoffe, du bleibst uns als User erhalten.

LG
M.
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Alt 27.10.2012, 00:05   #3
männlich El Machiko
 
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Ich war garde dabei sehr viel dazu zu schreiben doch ich bin aufmeiner tastatur ausgerutscht und nun ist alles weg.
Das ist schicksal und errinert mich daran posts vorher in word zuu schreiben.
Ich bin garde sehr sauer darüber und hab kein bock alle snochmal neu zu tippen.

Deswegen mach ich es kurz und lass 80% aller voreher getippter aspekte weg:

1.Wenn schreiben nur etwas für menschen mit vielen schmerzen ist sollte keiner mehr schreiben wollen.

2. welche rolle speiult man selber wenn man sowas liest. ich bin schon zu lange in foren unterwegs und es ligt an einem konflikt den ich in mir trage. Der lässt sich druch das schreiben nun auch nciht lösen. es sit mal eine hilfe mal die quelle für noch mehr probleme aber definitiv etwas was mir spaß macht und wasy mcih sehr viel schlauer werden lesst. eine sucht.
Auch wenn man mir nicht iummer sagt was ich hören will, so weiß ich doch was bestimmte geschribene dinge bei bestimmten personen die ich vor augen habe für bilder und gefühle erzeugt. Das ist der kick dahinter, jemand erlebt das oder stellt sich das vor was man selber will. Aucxh wenn es viele anders denkende gibt,geht es um die die man catschen möchte.
mein konflikt lässt sich in erster linie durch geld lösen, so doof es auch klingt den ich merkte das das was ich tuen kann wenn ich wirklcih wil automatisch viuel geld bringt und die meisten menscvhen die man für erlich hielt ioder es sogar sind dann plötzlich anders werden weil alles anders wird. Leider habe ich nie den anschluss du den leuten gefunden die das gleiche kennen, was daran ligt das ich unter denen dann ncihts besonderes mehr bin und so schwach und peinlcih es auch klingt und egal wieviel schalue ausreden ich mir zurecht lege ich glaube seit dem ich 3jahre alt war wollte ich immer etwas besonderes sein. Vieleciht ist das zu tief in sich slebst sehend für den einen oder anderen.
jedenfalls brauche ich das geld um mir bessere lügen kaufen zu könnenund eine wirkungsvollere lügenwelt aufzubauen den die wahrheit kann mir nur noch schmerz bieten. Ausser die wahrheit die was mit wissen und naturwissenschaften zu tun hat. eigentlich alles was sich ausserhalb der menschen ansich bewegt.
Die alten lügen helfen nciht mehr, der wahrheit ins auge zu blicken das in irgendetwas besser zu sein immerbedeutet das jemand anderes schlechter sien muss und das widerum heißt das ich entweder ein schlechter mensch bin oder es besser wäre wenn wir alle gleich wie klne wären.

Jedoch muss geschribenes nicht immer von der eigenen realität handeln. es sit ein irglaube das dasgeschreibesel von jemanden einem was über sienen Carakter erzählt den ist der schreiber gut, erfährt der leser nur das was der schreiber will oder er lässt ihn in eine ganz andere richtung tappen. jedoch gibt es auch vile schreiber die einfach schlechte schauspieler sind oder die einfach keinen bock darauf haben jemandem irgend etwas anderes als das eigene leben aufzutischen und dan kommen noch und so ist es bei den meisten die, die mal von sich reden und mal einfach irgednwas schreoben und auch so schreiben wie es ihnen grade gefällt oder was sie interessiert.
die ganzen unwissenden Leser lesen dann in den texten irgendwelche charakterzüge, die es womöglich garnicht gibt oder vom autor so gewollt waren das sie als solche erkannt werden. gefährlcihes halbwissen für sich und andere.
El Machiko ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.10.2012, 00:27   #4
Ex-zonkeye
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Mein lieber El Machiko,

Du hast vollkommen recht - es wird wohl nirgends so viel Schmarren verzapft und so auf den Putz gehauen wie in der Forenwelt. Das gilt weniger für die literarisch gemeinten Texte, die eingestellt werden, als vielmehr für die Sucht, sich bis ins Kleinste selbst darzustellen und es dabei mit der Wahrheit nicht besonders genau zu nehmen.

Wer das Forum als Chat missbraucht und nun seinen aus Langeweile oder anderen Gründen verdufteten Spielkameraden nachweinen muss, schadet ihm. Er hat die Idee, die hinter einer solchen Gemeinschaft steht, nie verinnerlicht und war nie bestrebt, der Literatur und denen, die ihr verfallen sind, zu dienen, sondern hat sich immer am "Ambiente" berauschen wollen, das immer mehr seinen Geruch und den seiner Gesinnungsgenossen annahm. An anderer Stelle wurde es bereits gesagt: Sie sind immer schon Totengräber gewesen.

Im Übrigen glaube ich wohl, dass man vom Text auf den Autor schließen kann, wenn dieser (der Text!) lang genug ist und differenzierte Inhalte ausfweist. Dich zum Beispiel halte ich für einen, der von einem Weg, den er einmal eingeschlagen hat, nicht mehr abweicht und sich dabei um Dritte und das, was die dazu meinen, nicht besonders schert.

lg zonkeye
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Alt 27.10.2012, 08:15   #5
weiblich Ilka-Maria
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Lieber Martand,

dreieinhalb Jahre in einem Forum sind eine Zeit, in der eine ganze Reihe User mit besonderem Hintergrund auftauchen. Ich hätte noch weitere im Sinn gehabt, die leider nicht mehr bei uns sind, aber ich wollte erst einmal testen, wie ein solcher Text aufgenommen wird. Da war beispielsweise noch web-del, der in seinen Gedichten den Tod seines kleinen Sohnes zu verarbeiten suchte.

Ich hätte viel früher anfangen sollen, mir über die Charaktere Notizen zu machen, man vergißt so schnell.

Danke für Deinen Kommentar. Und keine Sorge: Ich bleibe.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Ilka
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Alt 27.10.2012, 14:11   #6
männlich Desperado
 
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Hallo Ilka-Maria und alle Mitlesenden und -schreibenden,

ich kenne Leute, die seit über zehn Jahren in ein und demselben Forum schreiben und schon seit langen Jahren allein auf weiter Flur als einzig Übriggebliebene aus der Gründerzeit mitwirken, als ich einmal nach zwei Jahren Abwesenheit in ein Forum zurückkehrte, fand ich von dem illustren Haufen Volks genau noch zwei UserInnen vor, die mich (wiederer)kannten, der Rest war spurlos verschwunden, das ist vollkommen normal.

Ich hab mich auch schon durch Foren bewegt, die für Leute wie die von Dir Beschriebenen spezialisiert sind und in denen sie auf alle Fälle zu den minderschweren Fällen zählen würden, weil einigermaßen kommunikationsfähig. Hab von Schicksalen gehört, die mich an die Grenze meines Einfühlungsvermögens brachten und bin ebenso etlichen Zinkern und Falschspielern über den Weg gelaufen, bin Leuten durchaus nahe gekommen, aber nachgetrauert hab ich offengestanden noch niemandem.

Die stete Veränderung der Zusammensetzung, das Kommen und Gehen, mitunter einander intensiv Begegnen und wieder aus den Augen verlieren, all das ist eine völlig natürliche Angelegenheit in der Forenwelt, ein wehmütiges Umschauen bringt da niemanden weiter, hier gilt es, den Blick entschlossen nach vorne zu richten.

PS am Rande: Mein längster durchgehender Aufenthalt in einem Forum erstreckt sich -fast auf den Tag genau- auf zwei einhalb Jahre...

Lieben Gruß
Desperado
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Alt 27.10.2012, 14:34   #7
Ex-zonkeye
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Wer Brieffreundschaften und Brieffeindschaften führen möchte, wende sich einschlägigen digitalen Diensten zu oder bemühe die Post.

Das hier ist ein Literaturforum. Würden gewisse Herrschaften und solche, die sich dafür halten, ihre persönlichen Bedürfnisse andernorts abschlagen, statt einander ihre Watte- und Kotbällchen praktisch unter jedem Fremdbeitrag gegenseitig zuzuspielen (wie dies bis vor ganz kurzem permanent geschah!) wäre die Luft wesentlich reiner und echte Textarbeit einfacher zu leisten.
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Alt 27.10.2012, 17:53   #8
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Schön wie Du geschrieben hast Ilka-Maria. Du bist echt eine hochbegabte Schreiberin.

Ich verstehe Deine Wehmut. Oft sieht man erst im nachhinein wie wertvoll ein Mensch war und wie viel er einem hat geben können, einfach mit dem, so wie er war.

Auf der andern Seite blockiert das zurückschauen auch den Augenblick...das wahrnehmen, dass auch Heute Menschen da sind, würde man sie echt beachten, sich auf sie einlassen, einem gut tun könnten...
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Alt 27.10.2012, 17:53   #9
weiblich Ilka-Maria
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@Desperado
Zitat:
ich kenne Leute, die seit über zehn Jahren in ein und demselben Forum schreiben und schon seit langen Jahren allein auf weiter Flur als einzig Übriggebliebene aus der Gründerzeit mitwirken, als ich einmal nach zwei Jahren Abwesenheit in ein Forum zurückkehrte, fand ich von dem illustren Haufen Volks genau noch zwei UserInnen vor, die mich (wiederer)kannten, der Rest war spurlos verschwunden, das ist vollkommen normal.
Ist mir klar, Desperado, dass dies normal ist. Wenn ich in die ersten beiden Jahre seit der Gründerzeit von Poetry schaue, ist von jenen Usern bei meiner Anmeldung auch keiner mehr aktiv gewesen. Es ist auch völlig normal, daß für manche User das Forum nur ein vorübergehender Begleiter ist, bis sich Probleme gelöst, Lebensplanungen geändert und/oder Prioritäten neu ergeben haben oder schlicht und einfach die Sache langweilig geworden ist. Um die Vergangenheit geht es mir sowieso nicht, da liegt ein Mißverständnis vor. Ich bedauere vielmehr, dass für den Verlust der interessanten Typen und/oder guten Schreiber zu wenige nachgekommen sind, um diese Lücken zu füllen. Damit meine ich nicht, dass sie pulitzerreif sein müssen, sondern dass sie etwas mitzuteilen haben und auch in der Anonymität als Menschen voll und ganz fassbar sind. Meine Beispiele hatte ich nicht von ungefähr gewählt.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.10.2012, 18:03   #10
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Zitat:
Zitat von Desperado Beitrag anzeigen
PS am Rande: Mein längster durchgehender Aufenthalt in einem Forum erstreckt sich -fast auf den Tag genau- auf zwei einhalb Jahre...
Man kann den Rand auch zur Hauptsache machen

Aus welchem Grund war Dein bleiben nie länger?

Falls Du antworten magst - so freut es mich sehr.
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Alt 27.10.2012, 18:07   #11
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
...sondern dass sie etwas mitzuteilen haben und auch in der Anonymität als Menschen voll und ganz fassbar sind.


Die bleiben in guter Erinnerung.
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Alt 27.10.2012, 18:20   #12
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Zitat:
Zitat von marlenja Beitrag anzeigen


Die bleiben in guter Erinnerung.
Ja, Marlenja. Und Du bist ja auch schon lange dabei.

Weißt Du noch, wieviel Reibereien wir hatten, bis wir Dich mit Deiner Gottesanbeterei und als das gute Herz, das Du bist, akzeptieren konnten? Du hast Dir Deinen Platz erorbert, und ohne Dich wäre das Forum nicht mehr denkbar. Echter Gewinn!

(Seit Du aufgehörst hast, uns zu missionieren .)
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Alt 27.10.2012, 19:41   #13
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Zitat:
Zitat von marlenja Beitrag anzeigen
Aus welchem Grund war Dein bleiben nie länger?
Das kann ich so eindeutig nicht beantworten, Marlenja,

mal war's einfach nur ein Umzug, ein andermal fühlte ich mich nicht mehr besonders wohl, die Gründe dafür waren verschiedener Natur, mal gab's Spannungen, mal nervte mich blödes Volk, dort wurde ich nicht mehr "gebraucht", andernorts war mir schlicht langweilig, oder ich hatte einfach nur das Gefühl, schon viel zu lange vor Ort zu sein, rausgeflogen bin ich selbstverständlich auch immer wieder mal, aber meistens packte ich irgendwann meine Sachen und zog weiter, aus purer Abenteuerlust vielleicht oder gewöhnlicher Neugier, kann ich nicht immer mit Bestimmtheit sagen, das ging meist schleichend vonstatten, ich bin quasi ausgeschlichen.

Mich hält es im Netz nie besonders lange am selben Ort, hier zum Beispiel bin ich bereits überdurchschnittlich lange, schon eher die Ausnahme denn die Regel, hat sich so ergeben und war sogar nicht ganz umsonst, das ist einfach so, nenn es ruhig Zigeunermentalität, ich kann Dir den Grund beim besten Willen nicht sagen.

Wenns Zeit zum gehen war, bin ich gegangen, wenns Zeit zum gehen ist, werd ich auch hier gehen... und schnell vergessen sein.

Gute Nacht!
Desperado
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Alt 27.10.2012, 20:07   #14
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
(Seit Du aufgehörst hast, uns zu missionieren .)
Wir sollen ja ein lebendiger Brief sein, sagte der Gelehrte S. v. T.

Und wenn Du mich als gutes Herz wahrnimmst, so ist das auch missionieren.
Ich tue es dann einfach mit mir selbst und nicht mit abgestandenem Wasser.

So gut wie Du mich siehst - sehe ich mich nicht.

Es freut natürlich...aber eben, mein Mann - was würde er wohl dazu sagen.....
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Alt 27.10.2012, 20:19   #15
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Zitat:
Zitat von Desperado Beitrag anzeigen
...und schnell vergessen sein.
Bitte bleib noch etwas hier
jetzt liegt meine Gartenzeit
unter dem Schnee

ich möchte Dich lesen
viel besser erkennen
gerecht es beurteilen

ob Du es wert bist
dass man Dich nie
oder für immer vergisst
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Alt 28.10.2012, 10:49   #16
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Zitat:
Zitat von marlenja Beitrag anzeigen
ob Du es wert bist
dass man Dich nie
oder für immer vergisst
Das, liebe marlenja,
überlass mal getrost den dafür zuständigen Institutionen.

Guten Wintermorgen!
Desperado
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Alt 28.10.2012, 11:04   #17
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Huch
das Forum hat die Uhr noch nicht umgestellt !!
Es ist praktisch seiner Zeit voraus

Frohen Winteranfang!

MI
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Alt 28.10.2012, 11:12   #18
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Bei mir wird die richtige Zeit angezeigt.

Funktionen, Einstellungen ändern, "Sommerzeit automatisch erkennen"
Martand ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.10.2012, 11:20   #19
weiblich MuschelIch
 
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Danke Dir, Du bist sehr aufmerksam, Martand!

edit: Es war bei mir richtig eingestellt. Nun ist es auch im Forum so!
Was es doch für sonderbare Begebenheiten gibt

LG MuschelIch
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Alt 28.10.2012, 21:34   #20
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Zitat:
Zitat von Desperado Beitrag anzeigen
Das, liebe marlenja,
überlass mal getrost den dafür zuständigen Institutionen.
Das sollte anscheinend witzig sein?! Zwinkersmilies. Verstehe den Spass nicht.

Aber ich überlasse es meinem Urteilsvermögen und nicht andern.
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Alt 29.10.2012, 08:15   #21
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Zitat:
Zitat von marlenja Beitrag anzeigen
Das sollte anscheinend witzig sein?! Zwinkersmilies. Verstehe den Spass nicht. Aber ich überlasse es meinem Urteilsvermögen und nicht andern.
Es war als Spass gedacht und gemeint, marlenja.
Aber macht nichts, ich bin's gewohnt, dass meine seltsamen Späße nicht recht verstanden werden.

Wer kann denn schon darüber urteilen, ob jemand wert ist, im Gedächtnis behalten oder für immer vergessen zu sein, außer der ewige Gott?

Das war mein Gedanke.
Desperado
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Alt 29.10.2012, 08:53   #22
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
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Wer kann denn schon darüber urteilen, ob jemand wert ist, im Gedächtnis behalten oder für immer vergessen zu sein, außer der ewige Gott?
Hat das wirklich mit Beurteilung zu tun, oder hängen Erinnerungen nicht viel mehr mit Gefühlen zusammen? Angeblich besteht der Mensch ja zum größten Teil aus Emotionen.

Ich habe die verblüffende Feststellung gemacht, dass ich mich nach über vierzig Jahren immer noch an fast alle meine Schulkameraden erinnern und ihnen ihre typischsten Merkmale zuordnen kann; meine Freundin, die mit mir die letzten Schuljahre hindurch die Schulbank teilte, kann sich dagegen an nicht einen Namen und schon gar nicht an ein Gesicht erinnern. Sie kann nicht einmal verstehen, dass es mir etwas bedeutet, inzwischen zu einigen ehemaligen Schulkameraden wieder Kontakt zu haben.
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Alt 29.10.2012, 10:11   #23
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Manche Leute merkt man sich, andere nicht, an manche erinnert man sich besser, an andere weniger gut, und die Gründe dafür sind mitunter garnicht so eindeutig auszumachen... es werden immer mehr, das steht jedenfalls mal fest.
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Alt 29.10.2012, 14:24   #24
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Zitat:
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Wer kann denn schon darüber urteilen, ob jemand wert ist, im Gedächtnis behalten oder für immer vergessen zu sein, außer der ewige Gott?
Ich kann es für mich beurteilen. Wo ein Mensch mir auf eine Weise begegnet, die ich als wertvoll empfinde...
marlenja ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.10.2012, 16:24   #25
männlich Desperado
 
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Zitat:
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Ich kann es für mich beurteilen. Wo ein Mensch mir auf eine Weise begegnet, die ich als wertvoll empfinde...
Aber sicher doch kannst Du das, marlenja,
mir war nur einfach nach Blödeln, mit sowas musst Du bei mir schon mal rechnen.
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Alt 31.10.2012, 16:29   #26
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Hallo Ilka-Maria,

mir gefallen die poetryschen Erinnerungen!

Zitat:
Neben alledem haben diese Menschen gedichtet, habe ihre Erfahrungen, Gefühle und Erkenntnisse in Texte verpackt. Ich las nicht nur Autoren, sondern ich erfuhr sie – nicht, weil sich ihr Leben in den Gedichten widerspiegelte, sondern weil sie ihre Geschichte und Motivation darin mitteilten.
Dies macht für mich ein Gedicht mitunter noch lebendiger und verleiht mir den nötigen Blickwinkel.

Muß nachdenken, über eigene Weggefährten einstiger Tage, über mein eigenes Verhalten anderen gegenüber.

Für diesen Denkanstoß dank ich Dir!

Ich möchte mich bemühen!

Staubige Grüße

Dead Man
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Alt 31.10.2012, 20:42   #27
weiblich marlenja
 
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Zitat:
Zitat von Desperado Beitrag anzeigen
...mir war nur einfach nach Blödeln, mit sowas musst Du bei mir schon mal rechnen.
Wo ist der Schlüssel
um zu wissen
wann es ernst
und wann gerissen

Fragezeichen
marlenja ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.11.2012, 09:25   #28
männlich Desperado
 
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Zitat:
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Wo ist der Schlüssel
um zu wissen
wann es ernst
und wann gerissen
Der Schlüssel, marlenja,

ob Blödeln nun Hintersinnigkeit ist oder Gerissenheit, liegt in der Absicht. Wenn ich mit meinen Ränken ein festes Ziel verfolge zum Nachteil anderer, indem ich sie an der Nase herumführe und zum Narren halte, bin ich gerissen, geht's mir zB. nur darum, unerkannt zu bleiben und nicht "geschnappt" zu werden, ohne jemandem dabei Schaden zufügen zu wollen, bin ich bauernschlau oder füchsisch.

Und die Selbsterhaltung ist ja nun alles in allem eine durchaus ernste Sache.

Der eitle Fuchs bei Pinocchio etwa ist hinterlistig und gerissen, sprich eines Tages wird er über seine eigne Schläue stolpern und in die gestellte Falle tappen, weil ihm die Bosheit als äußerste Form von Dummheit -im Kater verkörpert- einen fetten Strich durch die eigne Rechnung machen wird.

Der gerissene Fuchs hat nur den unmittelbaren Vorteil vor Augen, er verführt den Raben mit Schmeichelei zum "Singen", der Käse gehört ihm. Den Raben aber hat er sich zum Feind gemacht, der es ihm eines Tages heimzahlen wird.

Der schlaue Fuchs denkt längerfristig. Der Rabe hat offenbar eine Käsequelle entdeckt, deshalb macht er ihn sich zum Freund (bietet ihm einen fairen Tauschhandel an), so dass ihm der neue Kumpel bei jedem "Beutezug" freiwillig ein Stück Käse abgibt. Auf den ersten Blick nur ein halber "Erfolg", auf den zweiten aber vielfacher Gewinn, und einen Freund gewonnen gleich dazu.

Gerade in der Welt der Forenlandschaften findest du diese beiden Erscheinungen von Schläue, die gute und die böse, törichte oder kluge sozusagen, in oft geradezu exemplarischer Form und Ausprägung.

Was aber nun mich betrifft, verfolge ich überhaupt kein Ziel, weder ein gutes noch ein böses, törichtes oder kluges oder sonst eins. Meine Absicht in Foren beispielsweise war und ist es nie, mir eine Position zu erobern, einen festen Platz zu sichern und eine gewisse Autorität zu erkämpfen, um mich auf ihrer Basis "breitmachen" oder meinetwegen verwirklichen, mitteilen und offenbaren zu können, sei es nun aus altruistischen oder egoistischen Gründen oder beidem, mit derlei Engagement aus welchen Gründen auch immer bin ich schon seit... puh, sehr sehr lange... durch.

Weshalb ich blödel, wenn mir nach blödeln ist und ernst bin, wenn ich ernst bin, was die Unterscheidung für Dich oder andere schon allein deshalb unmöglich macht, weil ich selbst oft nicht so genau sagen kann, wie ernst es mir mit etwas wirklich ist und wieviel heiterer Zeitvertreib dahintersteckt, und was sich schließlich "behauptet", ergibt sich aus den jeweiligen Entwicklungen innerhalb der Kontaktaufnahme und des Austausches.

Kurzum, ich weiß eigentlich nie so genau, ob und was ich nun bezwecke oder welches Ziel ich mit etwas verfolge, taucht igendwann eins auf, ist's gut, schält sich keines aus dem Horizont, passt's genauso. Mit dem, was ich von mir selbst mitteile, geht's mir nicht anders, mal hab ich die Offenheit dazu, ein andermal nicht, und meist kann ich nicht sagen wieso und warum.

Und das ist tatsächlich kein Unsinn, den ich Dir hier erzähle, sondern schlicht die Wahrheit.

Ich bin zwar nicht gerissen
doch hab ich keinen Schlüssel

Guten Morgen
Desperadolino
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Alt 01.11.2012, 11:44   #29
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Beiträge: 605

Sehr interessante Ausführungen, Desperl,

ich hoffe, es ist nicht unhöflich, wenn ich mich mal kurz dazuschalte,
aber da ihr ja öffentlich diskutiert:

Diese "Freiheit" ist ein trügerischer Begriff, weil sie auf einer Neutralität beruht, die einfach in dieser Form nicht existiert.
Die Ziellosigkeit ist dann eine logische Konsequenz - so meine bisherigen
Beobachtungen des Lebens und der Menschen.
Ex-Suzette ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.11.2012, 11:57   #30
weiblich marlenja
 
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Standard Guten Morgen Coboy

Zitat:
Zitat von Desperado Beitrag anzeigen
Und das ist tatsächlich kein Unsinn, den ich Dir hier erzähle, sondern schlicht die Wahrheit.
Desperado

Stell Dir vor
es wäre wahr

ein Wort
aus Deinem Mund

Du könntest es ersparen
dazu noch was zu sagen

er wäre immer wahr
ganz einfach
schlicht und
wunderbar
marlenja ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.11.2012, 12:01   #31
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Beiträge: 1.749

Zitat:
Zitat von Suzette Beitrag anzeigen
Die Ziellosigkeit ist dann eine logische Konsequenz - so meine bisherigen Beobachtungen des Lebens und der Menschen.
Meine Güte, Suzette...

des Lebens und der Menschen, so universell gesehen hast Du natürlich völlig recht. Unverbindlichkeit führt zu Gleichgültigkeit führt zu Beziehungslosigkeit führt zu Einsamkeit führt zu Orientierungslosigkeit führt zu Ziellosigkeit führt zu Resignation usw.

Aber ich schreib doch hier nur (vorübergehend) in einem Forum, die Begegnungen sind ebenso real wie die Leute, sonst würd ich mich ja garnicht drauf einlassen, nur nehm ich mir eben die Freiheit, bis zu einem gewissen Grade im Verborgenen zu bleiben, in der Deckung meinetwegen, nähm ich die mir nämlich nicht, würd ich überhaupt garnix zu meiner Person sagen.

Dann wüsstest Du oder marlenja oder sonstwer viel weniger von mir als ihr in diesem Rahmen bereits wisst- dass ich mir zB. die Freiheit zur Ziellosigkeit nehme, ganz bewusst und ohne es als defizitäre Leere oder gar Makel zu empfinden.

Das geht ganz gut und ist überhaupt kein Problem, anwesend bin ich ja trotzdem, und eine uferlose Labertüte noch dazu.

Alles im Lot.
Desperaderl
Desperado ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.11.2012, 12:32   #32
männlich Desperado
 
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Beiträge: 1.749

Zitat:
Zitat von marlenja Beitrag anzeigen
Desperado

Stell Dir vor
es wäre wahr

ein Wort
aus Deinem Mund

Du könntest es ersparen
dazu noch was zu sagen

er wäre immer wahr
ganz einfach
schlicht und
wunderbar
Naja, marlenja,

dann wäre ich Jesus,
ich bin aber nunmal nur der Desperado und nicht einmal Viehtreiber, auch wenn ich absolut nichts gegen diese rauen Burschen habe.

Aber da wir schonmal beim Thema sind... wie heißt es da irgendwo im NT nochmal... niemand brauchte ihm etwas über die Menschen zu sagen, denn er wusste, was im Menschen ist, er selbst aber offenbarte sich niemandem... irgendwie so ähnlich, das ist doch nun auch eine Form von Zurückhaltung und Verborgenhalten aus Selbstschutz- oder privaten Gründen, also wenn ein wahrhaftiger Mann wie er sich schon die Freiheit dazu nimmt, werd's ich als alter Sinner wohl erst recht dürfen.

Vor zehn Jahren etwa hab ich eine Autobiographie verbrochen und ins Netz gestellt, fand begeisterte Leser in jenem Forum, war ja auch ganz spannend alles in allem, allein schon als Zeitdokument... aber auch nicht soo wichtig. Mein Federhut trägt ja nun auch einige autobiographische Federn, ich hab noch keinen Roman gelesen, in dem nichts dergleichen zu finden war, der Autor ist immer irgendwo selbst mit von der Partie, weshalb ja auch viele unter einem Pseudonym veröffentlichen.

Was mir wiederum völlig schnurz wär, aber egal jetzt.

Was weiß ich denn zum Beispiel von Dir, marlenja?
Dass Du mit Deinem Mann in der Schweiz lebst und tiefgläubig bist. Wird wohl noch einige Zigtausend geben, die das ebenso von sich sagen könnten, und weshalb ich Zweifel hegen sollte an Deinen Angaben, wüsst ich beim besten Willen nicht.

Warum bist Du denn mir gegenüber so fast misstrauisch wissbegierig? Weil ich schon ein paar mal den Mephisto gespielt hab? Ist halt eine meiner Lieblingsrollen, kann ich doch nur deshalb spielen, weil ich nicht derselbe bin und nix am Hut hab mit ihm. Kenn ihn eben ein wenig besser, das bringt ein flüchtiges Leben manchmal so mit sich, das ist aber auch schon alles. Die Hölle kenn ich auch schon, ist tödlich langweilig und beileibe kein Ort, um sich länger drin aufzuhalten als es sich nicht vermeiden lässt, muss ich nicht mehr unbedingt hin, und selbst wenn, komm ich auch wieder raus, ich kenn den Weg ja.

Ist doch alles bestens!
Desperado
Desperado ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.11.2012, 17:02   #33
weiblich marlenja
 
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Beiträge: 3.206

Desperado

Mir ist, es sei einfach und mit wenigen Worten zu sagen:

Ein Mensch der die Wahrheit sagt - sie immer sagt - das was er als wahr ansieht - der muss nie hinter seine Worte schreiben: Es ist wahr. Oder wenn ich ehrlich bin, dann... Warum nicht? Weil es wahr ist.

Wieso denkst Du ich sei tiefgläubig?
marlenja ist offline   Mit Zitat antworten
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