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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 03.04.2020, 08:29   #1
männlich Ex-Gunde
abgemeldet
 
Dabei seit: 04/2020
Beiträge: 66

Standard verloren

In diesen ersten Jahren hatten wir Kinder noch alles gemeinsam.
Wir teilten uns die Kinderstube, schliefen gemeinsam ein
und saßen noch zusammen in der Badewanne.
Dann trennten sich die Wege für die Buben und die Mädchen,
für die Jahrgänge und die Schulklassen.
Und am Ende waren wir uns fremd.

"Wer zuerst einschläft, der klopft an die Wand",
aber keiner von uns hat jemals gewonnen,
und unser warmes dampfendes Badeglück
wurde gurgelnd vom Ausguss verschluckt.

Hätten wir es damals nur sehen können,
durchs Wohnzimmer huschen in Mutters Schürze,
das Christkind hätte sie festhalten können,
unsere kurze gemeinsame Kindheit.

Wann haben wir uns so sinnlos verloren?
so sinnlos verloren?
so verloren?
verloren?
Ex-Gunde ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.04.2020, 23:39   #2
weiblich Unar die Weise
 
Benutzerbild von Unar die Weise
 
Dabei seit: 10/2016
Ort: in einem sagenhaften Haus
Alter: 38
Beiträge: 5.039

Hallo Gunde,
das hab ich mich auch schon oft gefragt.
Wann verschwand die Unbeschwertheit der Kinderzeit?
Du hast es hier gut verfasst.
Schön, dass du hier her gefunden hast.
Deine Gedanken kann ich gut teilen.

Gruß
Unar
Unar die Weise ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 05.04.2020, 10:18   #3
männlich Ex-Gunde
abgemeldet
 
Dabei seit: 04/2020
Beiträge: 66

Hallo Unar,

erstens freut es mich, dass du meine Gedanken teilst, und zweitens, dass du mich freundlich hier begrüßt.

Wie viele Menschen neige ich dazu, meine Aufmerksamkeit auf die lauten (teils hässlichen) Stimmen zu richten. Das will ich aber nicht.

Also sei herzlich gegrüßt,
Gund.
Ex-Gunde ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.04.2020, 10:19   #4
männlich Ex-MiauKuh
abgemeldet
 
Dabei seit: 08/2017
Beiträge: 2.055

Zitat:
Zitat von Unar die Weise Beitrag anzeigen
Hallo Gunde,
das hab ich mich auch schon oft gefragt.
Wann verschwand die Unbeschwertheit der Kinderzeit?
Als der Elefant zurückgelassen wurde, völlig unnötiger Weise!!! Wer den Film kennt, weiß, welchen ich meine :/
Ex-MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.04.2020, 10:24   #5
männlich Ex-Gunde
abgemeldet
 
Dabei seit: 04/2020
Beiträge: 66

Nachdem ich den Film nicht kenne - worum gehts beidem Elefanten ? ;-)
Ex-Gunde ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.04.2020, 11:33   #6
männlich Ex-MiauKuh
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Dabei seit: 08/2017
Beiträge: 2.055

Der Film heißt "Alles Steht Kopf"
Ex-MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.04.2020, 12:43   #7
männlich Nöck
 
Benutzerbild von Nöck
 
Dabei seit: 12/2009
Ort: In den Auen des Niederrheins
Beiträge: 2.046

Hallo Gunde,

es gefällt mir, wie du die unbeschwerten Tage der Kindheit beschreibst. Es kommen spontan meine eigenen Erinnerungen hoch.

Ob allerdings der Verlust der Kindheit sinnlos ist/war, vermag ich nicht zu beurteilen.

"Die Armeen aus Gummibärchen
Die Panzer aus Marzipan
Kriege werden aufgegessen
Einfacher Plan
Kindlich genial"

So beschreibt Herbert Grönemeyer in seinem Lied "Kinder an die Macht" die sorglosen und glücklichen Kindertage und vermittelt damit ähnliche Eindrücke.

Fühle dich wohl hier und halte dich an die "Freundlichen".

LG Nöck
Nöck ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.04.2020, 12:55   #8
männlich Ex-Gunde
abgemeldet
 
Dabei seit: 04/2020
Beiträge: 66

Ich habe deine Pantuns gelesen- prima ;-)

Lass mich noch kurz mein Gefühl erklären:
Ich betrauere nicht den Verlust der unbeschwerten Kindheitstage - das habe ich auch so gar nicht im Kopf, dass sie nur unbeschwert gewesen - ich betrauere den Verlust der Herzlichkeit und das Wachsen der Fremdheit.

Das ist, soweit ich feststellen konnte, nicht in allen Familien so.
Ex-Gunde ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.04.2020, 13:09   #9
weiblich DieSilbermöwe
 
Benutzerbild von DieSilbermöwe
 
Dabei seit: 07/2015
Alter: 57
Beiträge: 4.522

Hallo Gunde,

auch mir gefällt dein Gedicht außerordentlich gut. Du hast es gut beschrieben, wie Geschwister (und auch Sandkastenfreunde, sobald sie in die Schule kommen) sich entfremden im Laufe der Zeit, einfach weil die Zeit sich immer weiterdreht und Veränderungen mit sich bringt. Es ist müßig, nach dem "Wann" zu suchen.

Sehr gerne gelesen.

LG DieSilbermöwe
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.04.2020, 16:53   #10
männlich Heinz
 
Benutzerbild von Heinz
 
Dabei seit: 10/2006
Ort: Hilden, NRW
Beiträge: 5.733

Hallo Gunde,
a.a.O. sagst Du von einem Gedicht, es sei so ein Ding zwischen Prosa und Poesie. Wie würdest Du, mit etwas Abstand und kritischem Blick, Dein "Gedicht" nennen? Durch Zeilenumbrüche und "grafische" Gestaltung der letzten Strophe wird aus einer nostalgischen Ultrakurzgeschichte noch kein Gedicht.
Gruß,
Heinz
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.04.2020, 18:28   #11
männlich Ex-Gunde
abgemeldet
 
Dabei seit: 04/2020
Beiträge: 66

Hallo Heinz,

erstmal wäre es schade, wenn die Anmerkung "zwischen Prosa und Lyrik" als Kritik verstanden würde. Viele meiner Texte sind so, und es wäre mir nicht wirklich wichtig, wo man sie einordnet.

In diesem Fall ist ja der erste Absatz nur als Vorrede gedacht. Ich wusste nicht, wie man das in der Aufbereitung kenntlich machen soll. Der Rest ist absichtlich in Strophenform. Auch da hätte ich aber kein wirkliches Problem, wenn man es anders zuordnen würde.
Wo möchtest du so etwas denn gerne stehen sehen?

Ich selbst nenne das für mich "Sprechtext". Manche singe ich auch vor mich hin; dann sind es "Sprechgesänge".

Schönen Abend dir,
Gunde.
Ex-Gunde ist offline   Mit Zitat antworten
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