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Lebensalltag, Natur und Universum Gedichte über den Lebensalltag, Universum, Pflanzen, Tiere und Jahreszeiten.

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Alt 11.01.2019, 13:56   #1
weiblich AlteLyrikerin
 
Dabei seit: 11/2018
Ort: Burglengenfeld
Alter: 68
Beiträge: 1.018

Standard Schneeflocken

Ihr seid das Schwebende ohne Bestand,
das Zärtliche, das in der Kälte reift.
Das Tanzende an keiner Hand,
das den verlässt, der es begreift.

Dem Wirbelspiel aus Wind und Weiß und Licht
schaun wir versonnen, arglos, träumend zu.
Doch fallt ihr lange, dicht an dicht,
bringt ihr ein ganzes Tal zur Ruh.
AlteLyrikerin ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 12.01.2019, 13:55   #2
männlich Gylon
 
Dabei seit: 07/2014
Beiträge: 4.146

Liebe AlteLyrikerin,
auch dein Schneegedicht hat mich angezogen. Der letzte Vers der ersten Strophe wirkt auf mich etwas konstruiert. Ich möchte eine alternative anbieten, vielleicht kannst du etwas damit anfangen, vielleicht auch nicht. Ich habe es sehr gerne gelesen!

Liebe Grüße Gylon


Ihr seid das Schwebende ohne Bestand,
das Zärtliche, das in der Kälte reift.
Das Tanzende an keiner Hand,
ein Traum der nach Kinderherzen greift
Gylon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.01.2019, 14:18   #3
weiblich AlteLyrikerin
 
Dabei seit: 11/2018
Ort: Burglengenfeld
Alter: 68
Beiträge: 1.018

Lieber Gylon,

herzlichen Dank für Deinen freundlichen Kommentar. Mit Deinem Vorschlag für die 4. Zeile der ersten Strophe kann ich durchaus etwas anfangen.
Ich möchte Dir gerne erklären, warum ich an der 4. Zeile festhalten möchte.
Das Tanzende, spielerisch Leichte, das Bezaubernde verschwindet, wenn man danach greift. Das gilt sowohl für das Greifen mit den Händen als auch für das Greifen mit analysierenden Gedanken .
So wird mir die Zeile auch zu einer Metapher für vieles in der Existenz nicht wirklich Greifbare.
Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.
AlteLyrikerin ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 12.01.2019, 14:52   #4
männlich Gylon
 
Dabei seit: 07/2014
Beiträge: 4.146

Liebe AlteLyrikerin,
ich verstehe deine Beweggründe. Bei diesem Text würde es mir halt besser gefallen wenn sich die romantischen Bilder erst in den letzten beiden Versen auflösen. Der Schlussvers ist schon eine sehr starke Metapher, die mir in den 8 Versen völlig ausreicht. Ich bin schlecht im darlegen meiner Beweggründe wenn es um Texte geht, aber ich hoffe du verstehst wie ich das meine.

Liebe Grüße Gylon
Gylon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.01.2019, 15:03   #5
weiblich AlteLyrikerin
 
Dabei seit: 11/2018
Ort: Burglengenfeld
Alter: 68
Beiträge: 1.018

Lieber Gylon,
ich verstehe Deine Beweggründe sehr gut und danke Dir für Deine Gedanken.
In der Lyrik geht es mir nie nur um die Darstellung eines romantischen Bildes. Dann hätte ich z.B. die zweite Strophe ganz weglassen können. Es geht mir immer auch um Aufzeigen von Ambivalenz und das Mitschwingen einer existentiellen Tiefenschicht. Aber das gelingt leider nicht immer optimal.

Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.
AlteLyrikerin ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 12.01.2019, 15:10   #6
männlich Gylon
 
Dabei seit: 07/2014
Beiträge: 4.146

Liebe AlteLyrikerin,

„Aber das gelingt leider nicht immer optimal.“ Aber meistens gut, mindestens!

Liebe Grüße Gylon
Gylon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.01.2019, 15:51   #7
weiblich Schnulle Köhn
 
Dabei seit: 05/2017
Ort: am Ende der Welt
Alter: 58
Beiträge: 912

Das gefällt mir sehr gut, liebe AlteLyrikerin. Deine Schneeflocken rieseln sehr lyrisch in meine Gedanken. Bei uns gibt's nur Regen.
LG Schnulle
Schnulle Köhn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.01.2019, 15:57   #8
weiblich AlteLyrikerin
 
Dabei seit: 11/2018
Ort: Burglengenfeld
Alter: 68
Beiträge: 1.018

Liebe Schnulle,
herzlichen Dank für Deine freundliche Rückmeldung. Wenn es bei Dir regnet, fehlt zwar die Schneeflockenromantik, aber Du musst nicht so viel schaufeln 😎

Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.
AlteLyrikerin ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 12.01.2019, 17:25   #9
männlich Nöck
 
Dabei seit: 12/2009
Ort: In den Auen des Niederrheins
Beiträge: 1.868

Liebe AlteLyrikerin,

dein Gedicht lädt zum Träumen ein, leider ist der Schluss gar nicht so schön.

Zitat:
Zitat von AlteLyrikerin
Doch fallt ihr lange, dicht an dicht,
bringt ihr ein ganzes Tal zur Ruh.
"Zur Ruh" finde ich nicht so passend, frag mal die vielen Helfer, die im Dauereinsatz sind und es passiert leider immer wieder zu viel Schlimmes. Ich hätte mir gewünscht, das Gedicht endet, so wie es begann, mit träumerischen Gedanken.

Trotzdem finde ich es gut.

LG
Nöck
Nöck ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 12.01.2019, 17:29   #10
weiblich AlteLyrikerin
 
Dabei seit: 11/2018
Ort: Burglengenfeld
Alter: 68
Beiträge: 1.018

Lieber Nöck,

herzlichen Dank fürs Lesen und Deinen freundlichen Kommentar.
Die harmonische zweite Stroph mit romantischem ausklang musst dann halt du schreiben.

Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.
AlteLyrikerin ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 12.01.2019, 17:46   #11
männlich Gylon
 
Dabei seit: 07/2014
Beiträge: 4.146

Zitat:
AlteLyrikerin
Die harmonische zweite Stroph mit romantischem ausklang musst dann halt du schreiben
…oder ich. Dieses Tor hättest du besser nicht öffnen sollen


Ihr seid das Schwebende ohne Bestand,
das Zärtliche, das in der Kälte reift.
Das Tanzende an keiner Hand,
ein Traum der nach Kinderherzen greift.

Dem Wirbelspiel aus Wind und Weiß und Licht
schaun wir versonnen, arglos, träumend zu.
wenn ihr dann lange fallt, so dicht an dicht,
legt sich der Bär zur Winters Ruh.
Gylon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.01.2019, 18:01   #12
weiblich AlteLyrikerin
 
Dabei seit: 11/2018
Ort: Burglengenfeld
Alter: 68
Beiträge: 1.018

Lieber Gylon,

warum nicht? Wenn ich Dein alternatives Wintergedicht lese, dann reut es mich nicht das Tor aufgetan zu haben. Gefällt mir lyrisch gut, ist einfach nicht meine Sicht auf den Schnee. Zwei Sichten sind besser als eine, meint AlteLyrikerin.
AlteLyrikerin ist gerade online   Mit Zitat antworten
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