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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 29.01.2017, 18:24   #1
weiblich Unar die Weise
 
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Alter: 37
Beiträge: 4.723

Standard Lollus Mohn

Ich trank eine Phiole aus
Gott Lollus gab sie mir
Erst kam der Schlaf, alsbald der Traum
Als käm ich nun zu ihr

Die Felder, wie aus goldnem Glas
Der Wald ein schwarzes Meer
Die Sphären schon zum Greifen nah
Der Wind weht Schatten her

Der Himmel dunkelblauer Samt
Bedeckt mein Jammertal
Ich scheuer mich an Sternen wund
Quasar dient mir als Pfahl

In einem Fluss aus Yttrium
Versuch ich zu ersaufen
Doch Menschenkörper sinken nicht
Verglüh'n beim Drüberlaufen

Aus meinen Fingern werden Zweige
Nun wurzel ich hier fest
Wie ein Korsett umschließt die Rinde
Im Haar ein Rabennest

Und als ein Giemen in der Weite
Atmen Berge aus und ein
Die Luft ist voll von Bronzepuder
Ich zieh es tief in mich hinein

Es wechseln Bilder, Stund um Stund
Keins bringt mir meinen Tod
Lollus, ich verfluche dich
Nichts nützt der Mohn, so rot

Im Opiumtaumel weggefangen
Ziehst mich in deine Welt
Nun werd ich sie nie wieder sehen
Kein Todesurteil fällt

Geändert von Unar die Weise (29.01.2017 um 20:46 Uhr)
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Alt 29.01.2017, 18:54   #2
männlich Gylon
 
Dabei seit: 07/2014
Beiträge: 4.268

Liebe Unar die Weise,
wirklich stark, ganz weit vorne!
Sehr gerne und mehrfach begeistert gelesen!

Liebe Grüße Gylon
Gylon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.01.2017, 19:11   #3
weiblich Unar die Weise
 
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Danke Gylon,
ich freue mich sehr, dass ich dich begeistern konnte.

Liebste Grüße, Unar.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.01.2017, 19:23   #4
weiblich Ex-Richmodis
abgemeldet
 
Dabei seit: 01/2017
Ort: Köln
Beiträge: 374

Liebe Unar,

zunächst Verwirrung bei mir beim Lesen
Dann "Lollus" gegoogelt (aha, ok)
dann nochmal mit klaren Augen gelesen und - wow!

LG
Ex-Richmodis ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.01.2017, 20:27   #5
gummibaum
 
Dabei seit: 04/2010
Alter: 66
Beiträge: 10.912

Gern gelesen, dein Sagengedicht, liebe Unar. Ich würde durchzureimen, Metrum und Reimschema beibehalten.

(Jambus, 8m/6w):

Gern trank ich die Phiole aus,
Gott Lollus gab sie mir,
und ich bezog des Traumes Haus,
mir war, ich flög zu ihr...

LG gummibaum
gummibaum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.01.2017, 20:43   #6
weiblich Unar die Weise
 
Benutzerbild von Unar die Weise
 
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Beiträge: 4.723

Danke für dein Lob, lieber Gummibaum.

Ja, du hast recht. Vielleicht setze ich mich noch mal dran.
Später, im Moment fand ich keine besseren Formulierungen.
Manchmal reicht es, wenn ich nochmal drüber schlafe.
Das Gedicht ist erst ein paar Stunden alt.

Dein Vorschlag ist gut.

Gruß zurück, Unar.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.01.2017, 20:45   #7
weiblich Unar die Weise
 
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Beiträge: 4.723

Danke, liebe Richmodis,
dass du sogar wegen meinem Gedicht recherchiert hast.

Ich freue mich übers Lob und grüße dich herzlich, Unar.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.01.2017, 22:00   #8
männlich dr.Frankenstein
 
Benutzerbild von dr.Frankenstein
 
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Klingt schön nach einer Auflösung die nicht aufhört.
dr.Frankenstein ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.01.2017, 22:29   #9
weiblich Unar die Weise
 
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Das hast du gut interpretiert, Frankie.
Danke fürs Lob.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.02.2017, 15:00   #10
männlich Wolfmozart
 
Benutzerbild von Wolfmozart
 
Dabei seit: 04/2012
Alter: 55
Beiträge: 1.234

Das steht für sich. Da gibt es keinen Vergleich!

Für mich ein weises Gedicht, das deinem Namen Ehre macht.

Lieben Gruß wolfmozart
Wolfmozart ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.02.2017, 15:38   #11
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.127

Hallo, Unar die Weise -

ein sehr eigentümliches Gedicht mit so noch nicht gelesenen Ausdrücken - hochinteressant!
Da macht sogar das googeln Freude.
Wenn ich Dein Gedicht mit den leiernden, kurzversigen Beiträgen einer anderen Dichterin (deren Wortschatz die hundert nicht übersteigt) vergleiche, kann ich wie so oft nur festellen:
Welche Bereicherung für Poetry.de!

Auch wenn ich persönlich der hellenistischen Antike verbunden bleibe.


Anerkennenden Gruß
von
Thing
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.02.2017, 20:18   #12
weiblich Unar die Weise
 
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Beiträge: 4.723

Standard Vielen Dank, Wolfmozart und Thing.

Euer Lob ehrt mich.
Habt Dank für eure lieben Worte.
Ich freue mich riesig.


Die hellenistische Antike ist hier nicht ganz unschuldig.
Sie spielt, als Inspiration für mein Gedicht, eine Rolle.

Ich möchte euch allen nicht vorenthalten, welches Werk mir als Inspirationsquelle diente.
Ich lese zur Zeit ein wundervolles Buch, es heißt Das Pesttuch.
https://www.amazon.de/Das-Pesttuch-R.../dp/3442732239
In diesem Buch geht es, in einem Kapitel, um Lethes Mohn.
https://de.wikipedia.org/wiki/Lethe_(Mythologie)
Lethe, einer der Flüsse der griechischen Mythologie.
Der Fluss des Vergessesens.

Im benannten Buch versucht Anna Frith, mit Hilfe eines Mohnextrakts
Schlaf zu finden.
Um mit ihren Verlusten besser aus zukommen.
Schlaf findet sie sehr wohl, allerdings mit aufwühlenden Träumen.

Die Beschreibungen waren so erlebbar, das es mich nicht loslies.
Und so übertrug ich meine Gedanken, malte mir eigene "Bilder", um sie in meine Worte zu kleiden und Lollus zu bedichten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Lollus


Nun wünsche ich euch ruhige Nächte mit erholsamen Schlaf.
Eure Unar
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.04.2017, 22:10   #13
Ex Richard L.
abgemeldet
 
Dabei seit: 11/2014
Beiträge: 1.284

Ein sonderbarer Text, er birgt Nachlesenswertes und gräbt vergessene Worte aus. Die atmenden Berge haben es mir angetan. Bitte mehr davon..

Grüße
Ex Richard L. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.04.2017, 22:18   #14
weiblich Unar die Weise
 
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Standard Guten Abend, lieber Richard.

Ach, was freut mich dein Lob.
Danke, dass du mein Werklein nochmal nach oben geholt hast.
Ich werde versuchen, deinem Wunsch nach zu kommen.
Und mehr in diesem Stil dichten.
Im Moment umfangen mich aber leider andere Aufgaben.
Ich hoffe, sie lassen mich bald los.


herzliche Grüße, Unar
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.04.2017, 22:19   #15
weiblich Ex-Letreo71
abgemeldet
 
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Ort: Niedersachsen
Beiträge: 4.030

Liebe Unar,

das ist wirklich zauberhaft - Fantasy.

Hab ich sehr erfreut gelesen.

Liebe Grüße

Letreo

Favorit!
Ex-Letreo71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.04.2017, 22:38   #16
weiblich Unar die Weise
 
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Alter: 37
Beiträge: 4.723

Oh, danke liebe Letreo.
Ich bin ganz verlegen. aber zugegeben auch ein bisschen stolz.

Ja, da ist die Fantasie mit mir durchgegangen.

Danke auch für den Favoritenpunkt.

sei herzlich gegrüßt
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.04.2017, 19:01   #17
Rosenresli
Gast
 
Beiträge: n/a

Liebe Unar,

Deine Zeilen sind wundervoll..., danke dafür.

Ein lieber Gruß
Margret
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Alt 10.04.2017, 19:43   #18
weiblich Unar die Weise
 
Benutzerbild von Unar die Weise
 
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danke, danke liebe Margret
Auch von deinem Lob bin ich gerührt.

Grüßchen, Unar.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.04.2017, 22:57   #19
männlich Ralfchen
 
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Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 72
Beiträge: 10.615

Zitat:
Es wechseln Bilder, Stund um Stund
Keins bringt mir meinen Tod
Lollus, ich verfluche dich
Nichts nützt der Mohn, so rot
einfach atemberaubend deine lyrische fortbewegung. die metaphern sind von erster güte. ein bilderrausch.
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.2017, 00:12   #20
männlich Ex-Eisenvorhang
abgemeldet
 
Dabei seit: 04/2017
Beiträge: 882

Hallo Unar

Ich schließe mich den anderen an und stimme Ralf zu.
Ganz besonders gefällt mir die giemende Weite.

vlg

EV
Ex-Eisenvorhang ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.2017, 10:30   #21
männlich Georg C. Peter
 
Benutzerbild von Georg C. Peter
 
Dabei seit: 03/2017
Ort: Karlsruhe
Beiträge: 412

Düster und fesselnd! Erinnert an andere germanische Erzählungen wie "Regentrude". Gerne gelesen, Lg Georg
Georg C. Peter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.2017, 12:01   #22
weiblich Unar die Weise
 
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Beiträge: 4.723

Standard Vielen Dank, ihr drei.

@ Ralfchen -> schön, dass ich dich entführen konnte.
@ Eisenvorhang -> diese Stelle mag ich auch besonders.
@ Georg C. Peter -> mich ehrt ein Vergleich mit der Regentrude.
Neben dem kalten Herz und Krabat, mein
Lieblingsmärchen.


Herzliche Grüße an Euch, Unar.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.01.2018, 15:50   #23
männlich Ex-Eisenvorhang
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Nun Unar,

ich hebe das Gedicht nochmal hoch, auch wenn ich es hier schon mal kommentierte!

Weil es, neben Erich Kykals "namenlose Hure", eines der schönsten Gedichte ist, was ich je gelesen habe!

Und erst letztens laß ich doch Zeilen von Dir gefüllt mit Zweifel, Du könntest mit anderen nicht gleichziehen.

Ganz ehrlich: Ich sehe das anders!

Deswegen auch hier nochmal: Favorit!


gursky / EV
Ex-Eisenvorhang ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.01.2018, 16:00   #24
weiblich Unar die Weise
 
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Standard Werter gursky,

Ungemein ehrt mich dein Zuspruch und dein Lob.
Dieses Gedicht ist dem ehrgeizigen Versuch meinerseits geschuldet, endlich mal etwas metrisch Annehmbares zu schaffen.
Es kostete mich viel Zeit und schuf mir neue Synapsenknoten.
Es macht mich stolz und es bleibt mir unerreicht, nun widme ich mich wieder ehr der Verwortung von Gedanken. Viel freier und akuter.

Danke, für das Zufügen zu den Favoriten.

Schön, dass du wieder hier bist EV, hatte es bedauert.

Unargruss
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.01.2018, 16:03   #25
männlich Ex-Eisenvorhang
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Die Metrik ist ein übles Ding,
verschafft sie oft nen Augenring.
Doch Übung macht den Meister
und Schreiben ist der Kleister!


Gern.

g
Ex-Eisenvorhang ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.01.2018, 18:37   #26
männlich Amir
 
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Beiträge: 685

Schönes Jamben. Schöne Worte. Grässliche Abgründe, aber ich finde sowas halt schön. Gut, dass ich das noch lesen durfte.
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Alt 15.01.2018, 20:02   #27
weiblich Unar die Weise
 
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Dank dir, liebster Amir.
Ich freue mich sehr über deine lobenden Worte.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.01.2018, 22:08   #28
männlich MiauKuh
 
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Hab ich das nie kommentiert? Mein Gott, es ist schon lange auf meiner Favoritenliste

Die feinen Worte machen es mit mir!
MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.01.2018, 22:12   #29
weiblich Unar die Weise
 
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Standard @ MiauKuh

Na, da danke ich doch brav.
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Alt 16.01.2018, 00:26   #30
männlich Schmuddelkind
 
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Wow! Das ist stark! Das ist richtig, richtig stark! Das Gedicht knallt voll rein wie eine Überdosis und lässt das LI (und den Leser) trostlos zurück.

Die Bilder übermannen mich und lassen mich nicht mehr los.

Vielen Dank für dieses intensive Gedicht und schade, dass ich es nicht eher gelesen habe.

LG
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.01.2018, 00:39   #31
weiblich Unar die Weise
 
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Standard Schmuddelkind

Auch dir ein Dankeschön für deinen tollen Kommentar.
Besser spät als nie.

Lieber Unargruß


An dieser Stelle auch Danke an gursky, dass er es nochmal hochgeholt hat.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.01.2018, 06:45   #32
männlich Vers-Auen
 
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Hi Unar, dein traumatischer Kampf gegen den Gott Lollus
hat mir sehr gefallen und mich zu ein paar Zeilen inspiriert.
Bem. bei Nichtgefallen werde ich sie löschen!

Der Vers „Im Haar ein Rabennest“ erinnerte mich an die
Medusa, die ein Schlangennest auf dem Kopf hatte.

Die griechische Mythologie Odysseus, usw. habe ich oft gerne gelesen.
Auch die Nordische, bzw. Germanische Mythologie ist interessant.

Die sogenannten Götter treiben schon ein seltsames Spiel mit uns.

Runengedicht über die Erkenntnis (Kenaz)

Als Meister der Täuschung zeigt sich Loki
mal wieder von seiner besten Seite,
hinterlässt verbrannte Erde,
aus der dann doch
eines Tages
frische Knospen sprießen werden.

Zeigt dir grün,
wo du grün sehen willst
und freut sich diebisch über deine Einfalt
alles glauben zu wollen,
was nur den Schein von Schönheit innehat.
Zeigt dir blau
und Odin, der Göttervater,
nickt wohlwollend dazu,
wenn du im eigenen Saft ertrinkst.

Dein Spiegel bist stets Du,
und was immer Du willst,
wird ins Feuer gebracht
um Dich zu läutern
durch die Flamme der Vernunft,
auf das aus Dir Liebe werde
und erwachst aus dem letzten Rest Glut
in der Asche.

Alles, alles sei dir gegeben,
aber nicht Du findest.
Du wirst gefunden werden, vertraue!

Manche finden sich auch selbst, durch Läuterung,
oder wenn ihnen ein Licht aufgeht.

Kenaz ist die Rune des Feuers, bzw. des Lichts,
dadurch erlangt man Erkenntnis,
im Spiegel des Bewusstseins.

https://de.wikisource.org/wiki/Die_Edda_(Simrock_1876)
Vers-Auen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.01.2018, 11:50   #33
weiblich Unar die Weise
 
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Alter: 37
Beiträge: 4.723

Standard Hallo Alo,

Das Runen-Gedicht darfst du ruhig stehenlassen.
Ist gut geworden, die letzten Zeilen sind voller Wahrheit.
Toll, dass ich dich dazu inspirieren konnte.

Vielen Dank für dein Lob.


Ein herzlicher Gruß
Unar
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
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Stichworte
mohn, schlaf, tod

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