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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 18.05.2019, 17:18   #1
weiblich Madame Tinnitus
 
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Standard Des Seelen Trunkenbold

Habe Angst davor, mich nicht zu fassen,
dass jeder Funke irgendwann verglimmt,
auch keine Kraft, mich selbst zu hassen
und niemand meine Hand in seine nimmt,
bis ich verglühe und nichts mehr bleibt
nur die Asche der Gleichgültigkeit.
Eine Option ist verrückt zu werden,
absonderlich wie ein Trunkenbold,
trinkt um die Seele bunt zu färben,
lässt sich rauben jeder Sinnesnuance
glücklich und doch fern einer Chance
hirnzerfressen im Lauf der vielen Zeit
und ertrunken in der Einsamkeit.

Geändert von Madame Tinnitus (18.05.2019 um 19:05 Uhr)
Madame Tinnitus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.05.2019, 13:18   #2
männlich Ralfchen
 
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Zitat:
Zitat von Madame Tinnitus Beitrag anzeigen

Habe Angst davor, mich nicht zu fassen,
dass jeder Funke irgendwann verglimmt,
was liebe T - willst du damit aussagen. dich nicht zu fassen? oder dich oder das was in dir wirk nicht ERFASSEN? daNKE

VLG
R
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.05.2019, 13:46   #3
weiblich Madame Tinnitus
 
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Ort: Erde
Beiträge: 177

Hallo Ralfchen,

gemeint ist, mich und meinen Zustand nicht aufhalten, ergreifen können, weil der Hoffnungslosigkeit verfallen, sie ist eventuell stärker. Angst davor, dass jeder Funke Hoffnung und Stärke in einem selbst verglimmt.

LG,
MT
Madame Tinnitus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.05.2019, 14:40   #4
männlich Ralfchen
 
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ok alles klar
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.05.2019, 05:54   #5
männlich Pacaveli
 
Dabei seit: 05/2014
Alter: 34
Beiträge: 17

Hey,

was mir an dem Gedicht wirklich gut gefällt: es transportiert eine Verwirrung, die ich in Anbetracht der uns umgebenden Umstände absolut für nachvollziehbarer halte, greifbar wird, eine Einlassung auf Dinge, die viele mit abwehrender Klarheit einfach abschmettern. Und bei Dingen, die wirklich komliziert sind. Und manchmal zum verzweifeln Ist es manchmal auch notwendig, die Dinge nach sich greifen zu lassen, sie zu verstehen. Nicht bloß anders herum.
Was ich halt nicht verstehe: Die große Rolle, die der "Trunkenbold" in einem
Text spielt bzw. auch in der Überschrift, die ich leider nicht verstehe. Ziehst du da für dich eine Grenze, von der du fürchtest, du könntest sie je überschreiten? Soll das quasi eine rote Linie markieren? Hab irgendwie das Gefühl, es wäre schön gewesen, wenn du deinen eigenen Zweifel statt dessen weiter gesponnen hättest - der wäre einem wohl näher gekommen, weil er dir näher ist.
Außerdem sehe ich in der Praxis der Vergleiche aktuell ein Riesenproblem, weil ich das Gefühl habe, dass man bei der eigenen Einschätzung bevorzugt bis ausschließlich darauf zurück greift, was 1. dazu führt. Dass wir kaum noch richtig liegen, höchstens noch richtiger. Wir sind nicht mehr klug, höchstens klüger. Eigentlich nicht mal das, weil Dummheit ein Phänomen ist, was kollektiv existiert. Oder eben nicht. Wir sind kaum noch glücklich, meist nur glücklicher. Und selten nur noch gut, meisten maximal besser. Geht da jetzt nicht explizit um dich, aber es fällt mir in letzter Zeit einfach immer, immer häufiger auf. Und die daraus entstehende Klarheit, die ist eben flüchtig. Weshalb weitere Vergleiche exerziert werden. Deshalb sollten wir uns 2, denke ich. Auf uns konzentrieren, weil es auch gegenüber der Menschen, mit denen wir uns vergleichen, oftmals einfach unfair ist. Selten wird so ein Vergleich heran gezogen, und man selber sieht sich auf der "Verliererseite".

Zu deinem Text ist mir ein Lied in den Sinn gekommen, weil ich glaube, dass es irgendwie dazu passt:

https://www.youtube.com/watch?v=HRqSg2PrJpY

Peace

Basti
Pacaveli ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.05.2019, 15:37   #6
weiblich Madame Tinnitus
 
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Dabei seit: 06/2014
Ort: Erde
Beiträge: 177

Hallo Pacaveli,
danke fürs Lesen und dein Interesse.
Zunächst mal musste ich deinen Kommentar mehrmals lesen, um zu verstehen, was eigentlich deine Frage an mich ist. Wenn ich dich richtig verstehe, dann ergibt sich daraus meine Antwort:
Mein kleines "Gedicht" ist viel einfacher gedacht, als du daraus liest. Jedenfalls bin ich mir nicht sicher, ob du da viel mehr hineininterpretierst, als in dem Falle beabsichtigt. Individuelle Interpretationen sind aber natürlich durchaus auch gerne gewollt.
Die Frage ist: Werde ich lieber schizophren oder Schwerstalkoholiker? Ganz einfach.
Das lyrische Ich stellt sich hier die Frage, ob man lieber traurig, allein und deshalb eventuell eine schizophrene Neigung entwickeln könnte, weil aus zu viel Einsamkeit, sich eine solche krankhafte Persönlichkeitsstörung durchaus entwickeln kann. Sprich "verrückt werden" oder ob man dem ausweichen, bzw. ob es nicht besser wäre, alkoholkrank zu sein, zu werden und dadurch nicht erkennt, in was für einer emotionalen Lage man sich befindet, man weicht mit dem Akohol der Einsamkeit und der Schizophrenie aus(zumindest in diesem Zustand) dabei hat man auch noch die Chance glücklich zu sein, zu werden-aufgrund der zellzerstörenden Wirkung von Alkohol. "man weißt nicht mehr, was man tut oder was man ist." Heißt nicht, dass man nicht auch als schwerst verblendeter Alkoholiker depressiv und Einsamkeitsgefühle entwickeln kann, also sich der Rolle bewusst sein. Die Einsamkeit ist bei beiden Möglichkeiten vorhanden, jedoch beim Alkoholiker leichter zu ertragen bzw. für ihn dann nicht mehr erkennbar als solche. Die Möglichkeit besteht. Die Selbstwahrunehmung spielt da eine große Rolle.
Es gibt außerdem noch zwei Bedeutungen des Trunkenbolds. Jener in seiner Rolle, der wahrhaftige Trinker und der als Metapher für den verwirrten Geisteszustand im paranoiden/schizophrenen Wahn. In beiden Fällen besteht ein irreversiber Zustand des Geistes. Deshalb der Titel.
Das lyrische Ich ist mit dem Verfasser des Gedichtes übrigens nicht gleichzusetzen.

LG,
MT
Madame Tinnitus ist offline   Mit Zitat antworten
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