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Rollenspiele und Bühnenstücke Eigene Bühnenstücke, Rollenspiele und Dialoge.

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Alt 14.06.2016, 13:04   #1
weiblich Ilka-Maria
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Standard Dialog-Geschichten

Ich hatte mir überlegt, ob ich diesen Faden besser unter "Geschichten etc." unterbringe, habe mich aber für diese Rubrik entschieden, weil meine Texte auch unter "Rollenspiele" passen.

Die Idee ist aber nicht, wie in einem Theaterstück die Dialoge durch Bühnen- und Auftrittsbeschreibungen zu ergänzen, sondern durch reine Dialoge Situationen zu beschreiben. Allein durch die Dialoge soll die Szenerie für den Leser erfassbar sein.

Nachfolgend meine beiden Vorgaben. Wer macht weiter?



Ehestreit

„Du hast mich belogen!“

„Nein, habe ich nicht. Ich habe lediglich etwas verschwiegen.“

„Und was hast du damit bezweckt? Dass ich die Wahrheit doch herausfinde und das Vertrauen zu dir verliere?“

„Anders herum wird ein Schuh daraus, Liebling: Wann immer ich dir vertraut und die Wahrheit gesagt habe oder deinen Wünschen nachgekommen bin, hast du mir bei passender Gelegenheit einen Strick daraus gedreht.“

„Zum Beispiel?"

„Die neue Waschmaschine und der Urlaub auf Mallorca. Du hast mir so lange in den Ohren damit gelegen, bis ich mich auf beides eingelassen und das Bankkonto überzogen hatte. Als du dann kein Geld mehr abheben konntest, musste ich mir anhören, ich hätte unsere Finanzen nicht im Griff.“

„Du hättest mir offen sagen können, dass wir uns das nicht leisten können.“

„Ach ja? Dann hätte ich wieder einmal zu hören bekommen, dass du den falschen Mann geheiratet hast, dass du auch den Thomas hättest nehmen können, der jetzt zwei Straßen weiter seiner Frau eine Villa gebaut und einen Porsche vor die Tür gestellt hat.“

„Du bist ungerecht! Ich wollte damit nur sagen, dass du es zu mehr hättest bringen können, wenn du dich angestrengt hättest. Der Thomas hat auch klein angefangen.“

„Ja, ich weiß, der Thomas, der dir vergeblich hinterhergelaufen ist. Der musste erst ein paar Jahre studieren und ansonsten darauf warten, das Geschäft seines Vaters zu übernehmen. Das dauerte dir natürlich zu lange. Ich kleine Wurst verdiente aber bereits Geld und konnte dir jeden Wunsch erfüllen.“

„Eben nicht jeden!“

„Herrgott, ich musste mich schon immer nach der Decke strecken.“

„Aber für deine Zigaretten hat das Geld immer gereicht.“

„Was willst du damit sagen?“

„Dass du ein verdammter Schwindler bist. Du tust so, als hättest du das Rauchen aufgegeben, aber heimlich rauchst du doch.“

„Wer sagt das?“

„Niemand. Als ich die Wäsche in die Maschine legen wollte, war in der Brusttasche deines Hemdes eine leere Zigarettenschachtel, und alles war voller Tabakkrümel.“

„Na und? Ich habe das Rauchen nie aufgeben wollen. Mir ist lediglich deine ewige Nörgelei auf die Nerven gegangen, so dass ich zu Hause nicht mehr geraucht habe.“

„Lügner! Du wolltest den starken Mann markieren, hast es aber nicht geschafft, vom Rauchen loszukommen und wolltest es nicht zugeben. Das ist die Wahrheit!“

„Ach, leck mich doch kreuzweise, ich geh‘ jetzt!“

„Wo willst du hin?“

„Geht dich nichts an.“

„Aber ich bin deine Frau, ich muss wissen, wohin du gehst!“

„Offen gesagt, Liebling, ist mir das völlig egal.“



Zwei Kameraden

„Schling das nicht so schnell runter, sonst kommt dir alles wieder hoch!“

„Ich bin nicht schnell. Ich hab doch kaum etwas auf den Teller gekriegt.“

„Hab ich gesehen.“

„Guck mal dort drüben, der Scherer, wieso hat der so viel?“

„Der hat seinen Arsch verkauft.“

„Was?“

„Junge, der tauscht das, was er hat, gegen das, was ihn am Leben erhält.“

„Wie meinst du das?“

„Na, schau ihn dir an. Hast du jemandem in der Kompanie gesehen, der hübscher ist als er?“

„Du meinst, der ist vom anderen Ufer?“

„Wo haste denn den Ausdruck her? Hier musste nicht mehr vornehm sein, hier spricht man Klartext. Aber nee, der ist nicht schwul, der will nur genug essen, um zu überleben.“

„Könnte ich nicht. Dann lieber verhungern.“

„Du hast keine Ahnung, wovon du sprichst.“

„Hier guck mal, das ist meine Frau. Was soll sie denn denken, wenn ich …“

„Schon gut, hab das Foto oft genug gesehen.“

„Findest du sie hübsch?“

„Sie war hübsch. Auf dem Foto. Vor dem Krieg. Jetzt pack es wieder weg. Hier, nimm noch einen Schlag von meiner Ration, du brauchst das dringender als ich.“

„Du hattest aber auch ordentlich viel auf deinem Teller!“

„Richtig, deshalb kann ich dir etwas abgeben. Und jetzt lass mich in Ruhe und iss.“
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