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Literatur und Autoren Literatur allgemein sowie Rezensionen von Büchern, Stücken und Autoren.

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Alt 31.07.2015, 14:08   #1
männlich Sidewinder
 
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Standard Ortheil Aufgaben

Ich möchte hier eine begeisterte Buchempfehlung aussprechen.
Die beiden ersten Bände aus der Reihe für Kreatives Schreiben von Hanns-Josef-Orhteil aus dem Duden Verlag.
„Schreiben dicht am Leben“ dreht sich um Notate jeder Art, im eigenen Leben und der Umwelt.
„Schreiben Tag für Tag“ behandelt verschiedene Spielarten des Tagebuchs mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Ideenspeichern.
„Schreiben unter Strom“ hab ich angelesen, gefällt mir überhaupt nicht (aber das ist sicher eine Frage des Geschmacks).
Ich beschäftige mich seit einigen Wochen damit und besitze schon jetzt ein sehr großes Ideenreservoir, auf das ich ohne die vielen kreativen Ansätze und Anregungen wohl zum größten Teil nicht gekommen wäre.
Ich habe auch viel über mich gelernt beim Journal, das nur nebenbei erwähnt.
Bei jeglichen Fragen zum Inhalt, stehe ich gerne zur Verfügung (ich schreibe jetzt darüber nicht ausführlich, falls es am Ende keinen interessiert)!
Ich bin überzeugt davon, dass sowohl jeder Dichter, als auch jeder Prosaautor, von diesen Büchern profitieren kann, sofern er sich darauf einlässt…
Nur ein kleines Wort der Warnung: Die Arbeit daran ist sehr zeitintensiv, erst recht dann, wenn man an mehreren Textprojekten und Schreibaufgaben gleichzeitig arbeitet.

Grüße
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Alt 31.07.2015, 15:02   #2
weiblich Ilka-Maria
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Das erstgenannte Büchlein steht auch in meinem Regal, die anderen beiden fand ich das Geld nicht wert. "Schreiben dicht am Leben" gibt zwar einige brauchbare Hinweise und Anregungen, aber es steht in keinem akzeptablen Preis-/Leistungsverhältnis: Din-A-5-Format, ca. 150 Seiten, Euro 14,95. Da gibt es Bücher von anderen Autoren, die ergiebiger sind.

Der Duden-Verlag hat natürlich deshalb zum kreativen Schreiben eine "Serie" konzipiert, um sich eine lukrative Geldquelle zu erschließen: Eine Serie soll verleiten, nach dem Kauf des ersten Buches auch die anderen zu kaufen, um die Reihe vollständig zu haben. Nicht ungeschickt. Man hätte nämlich die verschiedenen Genres genauso gut in einem einzigen Buch größeren Formats unter drei Hauptkapiteln herausbringen können, aber dann hätte sich ein Gesamtpreis von ca. Euro 45,00 für etwa 300 Seiten (die zum großen Teil Übungsaufgaben enthalten) kaum durchsetzen lassen.

Zudem stimmt Deine Anmerkung, dass diese Übungsaufgaben sehr zeitaufwendig sind. Sie können nicht alle zu Hause am Schreibtisch erledigt werden, sondern nur durch Beobachtungen in der Öffentlichkeit. Wer den ganzen Tag einem Beruf nachgehen muss, bekommt damit Schwierigkeiten. Wer kann sich in seiner Freizeit schon stundenlang in ein Straßencafé oder auf einen Brunnenrand setzen, Leute begaffen und sich Notizen über sie machen?

Wie gesagt: Zum Reinschnuppern, für zusätzliche Anregungen oder einfach nur als Ergänzung zu bereits Bekanntem ist das erstgenannte Buch in Ordnung. Wer jedoch knapp bei Kasse ist, sollte sich an anderen Autoren orientieren.

Liebe Grüße
Ilka
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Alt 31.07.2015, 15:09   #3
männlich Sidewinder
 
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Hallo Ilka

Das eine Verkaufsstrategie vorliegt, kann ich kaum leugnen.

Zum Thema Preis muss man aber zugeben, dass die Bücher wirklich in Sachen Einband und Papier schön gemacht sind (zumindest finde ich das).

Mit der Zeit ist das wirklich so eine Sache....
Ich habe damit weniger Probleme, vielleicht hat mich das verleitet, dies für Voll-Berufler falsch einzuschätzen.

Dennoch: MIr gefallen die ersten beiden Bücher ausgesprochen gut und derartige Aufgaben auch noch nirgends sonst gesehen.

Grüße
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Alt 31.07.2015, 15:14   #4
männlich Sidewinder
 
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....und man vergesse nicht, neben den vielen für mich wertvollen Tips lernt man eine Menge wichtiger Autoren und ihr "Notierverhalten" kennen.

Das ist jetzt kein Hauptkriterium, hat mich aber auch sehr interessiert.
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Alt 31.07.2015, 15:15   #5
weiblich Ilka-Maria
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Ja, die Aufmachung ist hübsch und ansprechend, und die Aufgaben sind ebenfalls ungewöhnlich, weil sie sich nicht am "bewährten" theoretischen System orientieren, sondern Beispiele bringen, wie bekannte Dichter individuell an ein Thema herangegangen sind. Das ist eine spannende Sache.
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Alt 02.08.2015, 15:53   #6
männlich Sidewinder
 
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Also nach fortschreitender Beschäftigung mit "Schreiben Tag für Tag", kann ich die Aussage bezüglich des Preises nicht mehr so stehen lassen.

Selbst wenn man sich noch nicht für das Tagebuchführen interessiert, kann das Büchlein dieses Interesse schnell wecken und dann ist es mit Gold nicht mehr aufzuwiegen.

Meine Meinung

Grüße
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Alt 02.08.2015, 16:51   #7
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Zitat:
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Also nach fortschreitender Beschäftigung mit "Schreiben Tag für Tag", kann ich die Aussage bezüglich des Preises nicht mehr so stehen lassen.

Selbst wenn man sich noch nicht für das Tagebuchführen interessiert, kann das Büchlein dieses Interesse schnell wecken und dann ist es mit Gold nicht mehr aufzuwiegen.

Meine Meinung

Grüße
Ich bin voreingenommen, weil ich in den letzten Jahren meine Autobiografie gechrieben habe (für meinen Sohn und aus speziellen Gründen), und dabei habe ich ein eigenes Konzept entwickelt. Tag für Tag zu schreiben finde ich nicht sinnvoll, denn es gibt nicht jeden Tag etwas Sinnvolles oder Bermerkenswertes aufzuschreiben. Ich bin ein Etappenschreiber, und meine Beschreibungen sind gespickt mit Fotografien, Zeitungsausschnitten, Randbemerkungen über politisch-historische Ereignisse usw. Ich habe da längst einen eigenen Stil entwickelt.
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Alt 02.08.2015, 17:03   #8
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Gut dass Du das anführst.

Nicht jeder ist ein bereits so passionierter Chronist, der da nicht mehr viel zu lernen hat.
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Alt 02.08.2015, 18:27   #9
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Zitat:
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Nicht jeder ist ein bereits so passionierter Chronist, der da nicht mehr viel zu lernen hat.
Das Gegenteil ist der Fall: Es ist der Anfang vom Lernen.
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Alt 02.08.2015, 20:20   #10
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Okay,

Ich hab nur Helfen und Auskunft geben wollen, aber scheinbar hab ich die Tatsache falsch eingeschätzt, dass die meisten Stamm-User hier Christian Schärf und die von ihm zitierten Autoren in die Tasche stecken.

Gruß
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Alt 02.08.2015, 22:14   #11
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Jetzt sei mal nicht gleich eingeschnappt. In Deiner jugendlichen Unerfarenheit scheint Dir eins nicht klar zu sein: Bei den meisten Menschen lässt sich ein Spaß am Tagebuch- oder Autobiografieschreiben nicht wecken, und zwar aus psychologischen Gründen. Ein Mensch hat großes Talent, schmerzhafte Erlebnisse zu verdrängen, die er nie wieder hochkommen lassen will. Er hat zudem ein Bild von sich, dass er durch Selbstreflexion nicht aufrecht erhalten könnte. Den Schutt vergangener Zeit freizulegen oder den Schutt der aktuellen Zeit chronologisch festzuhalten kann er nicht gebrauchen, wenn er seine seelische Balance beibehalten will. Deshalb wird aus den meisten Tagebuch- und Autobiografieprojekten nichts, sie schlafen schon bald nach dem wohlgemeinten Anfang wieder ein.

Wenn Du zu der Sorte Mensch gehörst, die damit kein Problem haben, dann nutze Deine Entdeckung für Dich und schreibe. Andere dazu zu ermuntern, ist erfahrungsgemäß ziemlich für die Katz.
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Alt 02.08.2015, 22:19   #12
männlich Sidewinder
 
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Hey Ilka,

Ich wollte nicht barsch sein, entschuldige.

Aber das Tagebuch hat doch soviele Facetten!

Es kann neben der Auseinandersetzung mit sich selbst viele weitere Funktionen aufweisen

Ich persönlich habe einiges erlebt, trotzdem halte ich das Schreiben nicht für schädlich.

In erster Linie nutze ich es aber zur Ideenfindung in jede Richtung.

Grüße
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Alt 02.08.2015, 22:28   #13
weiblich Ilka-Maria
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Richtig, Tagebuchschreiben weckt die Kreativität. Es ist ein Stück Kultur, das - ebenso wie das regelmäßige Schreiben privater Briefe - verloren gegangen ist. Für frühere Generationen waren diese Tätigkeiten eine Selbstverständlichkeit, ebenso wie für Frauen aus gutbürgerlichen Familien das Zeichnen zur Standardbildung gehörte.

Was wir über so manche Berühmtheiten der Vergangenheit wissen, haben wir der Tatsache zu verdanken, dass sie fleißige Schreiber waren.
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