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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 20.03.2014, 14:22   #1
männlich Walter
 
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Standard Da war ein Wort

Da war ein Wort, das deine Lippen rührte
und deine Stimme, die es trug, entlang
der rauschenden Chaussee, wo ich flanierte -
es währt, trägt mich in stummem Klang.

Wie weiland einst auf Wiesen,
wo Lust und Freude lag:
von stillen späten Stunden
bis in der Lerche frühen Tag.

Es war ein Wort zu jener Stunde,
das leise kam und leise ging.
Wie Wein lag es in deinem Munde,
wie Glück, an dem das Leben hing.



Hans-Walter Voigt
20. März 2014
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Alt 20.03.2014, 14:50   #2
Thing
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Standard Lieber Walter -

was soll ich schreiben?

So schön, daß es mir einen Kloß im Hals stecken läßt.
Favorit -
zum Weinen schön!


Thing
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Alt 20.03.2014, 20:32   #3
männlich Beteigeuze
 
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Hallo Walter!

Gefällt mir sehr, wie Du hier mit vielen verschiedenen Mitteln die Poesie dieses Moments zu greifen verstehst. Besonders gelungen empfinde ich dabei "bis in der Lerche frühen Tag". Um etwas so zu formulieren, muss man Übung im Poeditieren haben.

LG
Beteigeuze
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Alt 20.03.2014, 20:58   #4
Thing
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Leider kann ich meinen Kommentar nicht mehr ändern, lieber Walter -

darum sei Dir dies als kleines PS gewidmet:


Du, Lerche, steig hinauf
an Deiner Töne Leiter!
Mach mir den Himmel auf
und mich im Herzen weiter.
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Alt 20.03.2014, 22:40   #5
weiblich Daisy
 
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Lieber Walter,

dein wunderbares Gedicht erfreut mich an diesem Abend ganz besonders!
Tiefe Gefühle in sehr schöner, harmonischer Sprache dargeboten, ein wahrer Lesegenuss!

Es grüßt dich herzlich
Daisy
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Alt 20.03.2014, 22:57   #6
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Walter Beitrag anzeigen
....
der rauschenden Chaussee, wo ich flanierte -
....
Wie Wein lag es in deinem Munde,
wie Glück, an dem das Leben hing.
Ein gelungener Kunstgriff, lieber Walter, Dein Gedicht ruhig und romantisch klingen zu lassen, voll Harmonie und inneren Frieden ... und dabei den Bogen zu spannen von der rauschenden Chaussee am Anfang zum (berauschenden) Wein und Glück in der letzten Strophe! Da brodelt eine gut getarnte Leidenschaft!

LG
Ilka
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Alt 21.03.2014, 17:46   #7
männlich Ex-Poesieger
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Da war mal ein Furz der aus deiner Rosette kräuselte und ewiglich Leiden schuf. Weil es die Schönheit so schwer hat. Müssen wir so übertreiben, dass eine Metapher herhalten muss? Wie kann denn ein Wort gewesen sein, wenn es nur Gedankenkonstrukt ist. Zuerst ist die Person. Dann hat sie vielleicht Lippen, ein Hirn ein Herz und die Poesiekrankheit. Aber daraus muss doch nicht geschöpft werden.

LG RS aus MBH im HH, 7. E
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Alt 21.03.2014, 18:02   #8
Thing
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Beiträge: 35.077

Das ist, als verlange man von einem Floristen, Sickergruben zu leeren.
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Alt 21.03.2014, 18:03   #9
männlich Ex-Poesieger
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Beiträge: 7.244

Das Leben ist kein Ponyhof.

LG RS
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Alt 21.03.2014, 18:09   #10
Thing
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Beiträge: 35.077

Behauptet ja auch niemand.
Aber ein Poesieforum ist auch kein Schlachthof.
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Alt 21.03.2014, 18:33   #11
männlich Ex-Poesieger
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Beiträge: 7.244

Und ein Wort ist kein Grund.

LG RS
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Alt 21.03.2014, 22:16   #12
weiblich shoshin
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deine dichtung hat so etwas sanftes feinstoffliches..
es geht direkt ins herz und bereitet mir freude!
danke!
lg
shoshin
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Alt 21.03.2014, 23:16   #13
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Poesieger Beitrag anzeigen
Wie kann denn ein Wort gewesen sein, wenn es nur Gedankenkonstrukt ist. Zuerst ist die Person. Dann hat sie vielleicht Lippen, ein Hirn ein Herz und die Poesiekrankheit.
Zuerst ist keine Person, sondern ein Baby (und zwar bereits mit Lippen, Hirn und Herz), das sich erst zu einer Person, also zu einem Menschen mit Persönlichkeit entwickeln muss. Das Wort = die Sprache geht mit dieser Entwicklung einher und ist ein wesentlicher Teil davon, wenn nicht sogar der wichtigste. Ohne Sprache gibt es kein Eigenbewusstsein, das es dem Menschen ermöglicht, nicht nur instinktgesteuert zu funktionieren, sondern u.a. in die Zukunft zu planen und Entscheidungen aus der Vernunft heraus zu treffen.

Was das Gedicht angeht, kann ich sehr gut nachempfinden, dass ein Mensch sich in eine Stimme verlieben kann, und darum geht es hier. Das Wort (oder der Satz oder das Gespräch), das gehört wurde, ist nicht maßgebend, sondern die Stimme, die es trug und die nachhallt. Sie kann sogar berauschen wie Wein. Das ist eine sehr schöne Empfindung und vom Dichter gut umgesetzt. Es ist auch wert, dieses Thema zu verdichten, denn Menschen mit faszinierenden Sprechstimmen gibt es nicht viele.
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Alt 22.03.2014, 12:34   #14
männlich Ex-Poesieger
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Was soll denn ein Eigenbewusstsein sein und Liebe ist auch ohne Worte möglich.

LG RS
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Alt 22.03.2014, 12:42   #15
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Poesieger Beitrag anzeigen
Was soll denn ein Eigenbewusstsein sein und Liebe ist auch ohne Worte möglich.

LG RS
Eigenbewusstsein ist menschliches Bewusstsein, nämlich sich im Spiegel als sich selbst wahrzunehmen, die Vergangenheit reflektieren zu können und in die Zukunft zu denken. oder kurz gesagt: Cogito, ergo sum. Über diese Fähigkeiten verfügt nur der Mensch.

Liebe ohne Worte = Sprache ist nicht möglich. Ohne Sprache gibt es lediglich instinktgesteuertes Verhalten, Anhänglichkeit (aus Abhängigkei und/oder Gewöhnung) und Abhängigkeit (der Mensch als Dosenöffner).
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.03.2014, 12:51   #16
männlich Ex Rivus
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hallo walter voigt!
oh ein zauberhaftes gedicht

vg ... der rivus

oh ilka-maria ... aus dem kontext heraus liest sich deine aussage über die liebe ohne worte recht gruselig ... liebe gibt es doch auch ohne worte ... wie steht es denn mit der liebe zwischen taubstummen ...


vg der rivus
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Alt 22.03.2014, 13:11   #17
männlich Ex-Poesieger
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Durch Behauptungen ist noch lange nicht erwiesen was behauptet wird. Da Liebe ein Instinkt ist und das sogenannte Eigenbewusstsein torpediert, greifen fast alle Ausführungen ins Leere, die irgendwie erklären wollen, was das Gedicht eben nicht geschafft hat, zu berühren.

LG RS
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Alt 22.03.2014, 13:28   #18
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Poesieger Beitrag anzeigen
Da Liebe ein Instinkt ist ...
Du irrst. Sex und Fortpflanzung sind instinktgesteuert und wurden im größten Teil der Menschheitsgeschichte gesellschaftlich gelenkt.

Liebe ist ein modernes Phäomen, das vom Verstand gelenkt wird. Nur, wer die innere Bereitschaft hat, sich zu verlieben, wird sich verlieben und für seine Liebe gegen Konventionen angehen. Diese Paarungsform hat sich in der westlichen Welt durchgesetzt, in vielen Ländern spielt Liebe dagegen immer noch keine Rolle. Da geht es nur um die Familien- bzw. Arterhaltung.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.03.2014, 13:50   #19
männlich Ex-Poesieger
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Ich bins müde Erklärungen an den Kopf geknallt zu bekommen, die sich selbst ernster nehmen, als sie es verdient haben. Versuch doch einfach mal Sex ohne Liebe zu sehen und Arterhaltung als Konvention. Da ist doch dann kein Raum mehr für die Kinderlosigkeit, welche doch in einer sich liebenden Gesellschaft in Arbeitsteilung bei der Großziehung münden kann. Haben wir im Moment nicht eine solche Familienpolitik? Und kommen wir nicht immer weiter vom Thema. Du sagst noch einmal jemand irrt sich und dann wird was passieren. Jeder versucht es so gut wie möglich darzubieten und zu verstehen wie es geht und ist auf solche Art von Wertung nicht angewiesen, weil sie einzig dem Zweck dient zu verletzen.

LG RS
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Alt 22.03.2014, 14:30   #20
Thing
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Selbstverständlich gibt es auch Liebe ohne Worte.
Aber nicht auf Dauer (Taubstumme nehme ich aus; und sie leiden oft sehr darunter, daß sie sich auf Geschriebenes und bloße Gestik/Berührung beschränken müssen. Ich kannte ein Taubstummen-Ehepaar.)



Aber entfernen wir uns durch dieses Zerfasern nicht viel zu weit weg von Walter Voigts Gedicht?
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Alt 22.03.2014, 14:40   #21
weiblich Ilka-Maria
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Lass mal, Thing. Walter guckt aus der Ferne zu, liest den ganzen Sermon und amüsiert sich.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.03.2014, 14:41   #22
weiblich shoshin
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Zitat:
Zitat von Walter Beitrag anzeigen
Da war ein Wort, das deine Lippen rührte
und deine Stimme, die es trug, entlang
der rauschenden Chaussee, wo ich flanierte -
es währt, trägt mich in stummem Klang.

Wie weiland einst auf Wiesen,
wo Lust und Freude lag:
von stillen späten Stunden
bis in der Lerche frühen Tag.

Es war ein Wort zu jener Stunde,
das leise kam und leise ging.
Wie Wein lag es in deinem Munde,
wie Glück, an dem das Leben hing.



Hans-Walter Voigt
20. März 2014
wenn ich die hirnwichserei über die "liebe" hier lese, spüre ich das dringende bedürfnis das gedicht wieder vorzureihen!!!
shoshin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.03.2014, 14:56   #23
Thing
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Daran hast Du gut getan, shoshin!
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Alt 09.04.2014, 09:28   #24
männlich Walter
 
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Hallo alle miteinander,

es fällt mir schwer, jedem einzelnen zu antworten, und ich hoffe auf euer Verständnis.
Doch ich danke Euch sehr für Lob und Kritik, für euer Interesse überhaupt. Ich gestehe: beim Verlauf eurer Diskussion musste ich manchmal schmunzeln, und als ich Ilka-Marias Worte las, wurde mein Schmunzeln größer.
Alles in allem: über euer Interesse habe ich mich sehr gefreut und danke euch nochmals sehr!

Liebe Grüße
Walter
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Alt 09.04.2014, 09:40   #25
Thing
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Alleine schon, daß es in "Best of Poetry" seinen Platz gefunden hat....
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.04.2014, 13:02   #26
männlich Walter
 
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Beiträge: 903

Schöne Ostertage!

Viele Grüße
Walter
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