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Alt 09.10.2018, 21:46   #11353
weiblich Ex-WUI
 
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Ich hoffe nicht allzu bald .
Hab ich mir schließlich alles ganz bewusst selbst aufgehalst.
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Alt 09.10.2018, 21:50   #11354
männlich Schmuddelkind
 
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OK, dann genieße, was du dir aufgehalst hast!
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Alt 09.10.2018, 21:55   #11355
weiblich Ex-WUI
 
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Mache ich
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Alt 10.10.2018, 07:17   #11356
weiblich DieSilbermöwe
 
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Zitat:
.Um das Geld geht es ja auch nicht wirklich. Ich sehe es ja sogar eher so, dass ich in derjenigen Schuld stehe, die sich die Zeit nehmen, meine Texte zu lesen, denn Zeit ist unendlich wertvoll. Denen dann noch Geld dafür abzuknöpfen, damit sie sich die Zeit nehmen, ist ja zweifach vermessen. Klar, wenn die Leser für sich entscheiden, dass ihnen das Buch die Kohle wert ist, stecke ich die Kröten auch gerne in meine Tasche. Aber wenn 64 Din-A4-Seiten für 30 Euro über die Ladentheke gehen sollen (und viel günstiger kriegt man es wohl im Eigenverlag nicht hin), finde ich das schon bedenklich - und die potentiellen Käufer zum Glück wohl auch.

Und wenn das Buch nicht gedruckt wird, wird es eben nicht gedruckt. Das kann mein Ego gerade noch verkraften.
Ich habe das Buch geschrieben, das ich schreiben wollte und darauf bin ich stolz. Mehr muss ich gar nicht verlangen.
Liebes Schmuddelkind,

jemand schlug hier vor, du solltest es als E-Book herausbringen. Das ist keine schlechte Idee, E-Books sind für den Käufer wesentlich billiger (das erwähne ich, weil es dir offensichtlich wichtig ist). Ilka-Maria hat übrigens schon drei Bücher als E-Book herausgebracht und die sind alle recht preisgünstig.

Ich weiß ja jetzt nicht, welches Buch du geschrieben hast und über welches Thema. Magst du mal mehr dazu erzählen?

Noch eine allgemeine Bemerkung: Die Frankfurter Buchmesse ist eröffnet - vielleicht lassen sich da Kontakte knüpfen?

Übrigens: In unserer Tageszeitung wurden die nominierten Bücher für den Buchpreis vorgestellt. Ich fand kein einziges interessant genug, um es zu kaufen, auch nicht das, was jetzt gewonnen hat.

Und die Rede, die die Preistraegerin hielt (Ausschnitt war in den Nachrichten zu sehen), hat mich endgültig davon überzeugt, dafür bestimmt kein Geld auszugeben. Sie faselte etwas davon, sie sei schon froh, dass manche den Unterschied zwischen Joghurt und einem Buch kennen oder so ähnlich. Sowas empfinde ich als Leser als nicht sehr elegant.
Also: Da würde ich lieber Geld für ein Buch von dir ausgeben.
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Alt 10.10.2018, 09:53   #11357
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Ilka-Maria hat übrigens schon drei Bücher als E-Book herausgebracht und die sind alle recht preisgünstig.
Ich hatte schon einmal angeboten, in den Interessengemeinschaften unter "Workshop Kreatives Schreiben" über meine bisherige Erfahrung zu berichten. Bisher hat niemand Interesse bekundet. Ich veröffentliche über den Selbstverlag "neobooks". Ich biete deshalb preisgünstig an, weil ich der Meinung bin, erst sollte man sich einen Namen machen, wenn man mit Veröffentlichungen noch am Anfang steht; zum anderen aber auch, weil ich nicht darauf angewiesen bin, mit dem Schreiben Geld zu verdienen. Es macht mir einfach nur Spaß. Im Augenblick schreibe ich an meinem ersten Roman, er spielt in Frankfurt und Paris im Anwaltsmilieu und ist eine konfliktreiche Liebesgeschichte zwischen einer Deutschen und einem Franzosen, dessen Mutter mit der Verbindug ihres Sohnes nicht einverstanden ist. Die Sache rührt nämlich an ihre eigene Affäre, die sie 1941 mit einem Soldaten der deutschen Besatzung hatte. Zudem geht es um eine geheimnisvolle Erbschaft, die für allerlei Wirbel sorgt.

Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Noch eine allgemeine Bemerkung: Die Frankfurter Buchmesse ist eröffnet - vielleicht lassen sich da Kontakte knüpfen?
Das ist selbst für erfahrene Autoren schwierig.

Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Übrigens: In unserer Tageszeitung wurden die nominierten Bücher für den Buchpreis vorgestellt. Ich fand kein einziges interessant genug, um es zu kaufen, auch nicht das, was jetzt gewonnen hat.
Ich bekam zwei aus den letzten Jahren geschenkt ("Landgericht" und "Kruso"), war enttäuscht und habe sie ziemlich schnell aussortiert. Selbst gekauft hatte ich mir von Patrick Modiano "Place de l'Étoile"" - gleiche Erfahrung, sofort wieder aussortiert. Die jetzige Preisträgerin? Umstritten. Ihr Erzählstil ist angeblich sperrig, mit Vor- und Rückblenden, ein Stil, der von Schriftstellern längst gemieden wird. Keine Einladung, das Buch zu kaufen.

Fazit: Schmuddel sollte sich wirklich mal mit dem Thema "Selbstverlag" beschäftigen und die Bedenken wegen seines Talentes überwinden. Wenn man den Bogen erst einmal heraus hat, wie es geht, macht es wirklich Spaß. Und wenn es mal klemmt, bietet neobooks einen ausgezeichneten Service. Der größte Vorteil: Der Autor ist völlig Herr über sein Werk, d.h., wenn er es später überarbeiten will, weil er sich weiterentwickelt hat, kann er selbst die erste Veröffentlichung löschen und das Ebook völlig neu einstellen oder aber auch einfach korrigieren und erneut für die Veröffentlichung freigeben.
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Alt 10.10.2018, 10:31   #11358
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Wow! Danke dass ihr euch meinetwegen so viele Gedanken macht.
Mit dem Thema E-Book will ich mich auf jeden Fall noch eingehender beschäftigen - bisher hat mir nur das nicht gefallen, was ich gesehen habe. Was Ilka schreibt, klingt aber ziemlich cool, v.a. dass man auch im Nachhinein noch editieren kann etc.. Muss man aber doch zumindest die Zeit mitbringen, für gute Werbung zu sorgen. Die hätte ich im Moment nicht. Oder wie machst du das, Ilka?

Auch den Eigenverlag will ich nicht ganz ausschließen. Ach, mal sehen. Ich warte erstmal ab, ob da noch was von anderen Verlagen kommt - das könnte sich z.T. noch bis Dezember hinziehen, aber an Geduld mangelt es mir da nicht. Dann mache ich mir weitere Gedanken. Dachte auch schon daran, einen Agenten zu suchen. Hab gehört, ohne Agent werden die meisten Manuskripte einfach weggeworfen, während einem auf Empfehlung eines vernetzten Agenten die Verlage zumindest eine Chance geben.

Aber ich glaube, ich muss wirklich mal richtig in deine Interessengemeinschaft reinschauen, Ilka. Danke. Bisher fehlte mir die Zeit, mich richtig eingehend mit der ganzen Thematik zu beschäftigen.

Zitat:
Ich weiß ja jetzt nicht, welches Buch du geschrieben hast und über welches Thema. Magst du mal mehr dazu erzählen?
"Querfeldein" - hier im Forum aber zu finden als "Briefe an Babsi"; ist ein Briefroman. Vordergründig ist es eine 08/15-Liebesgeschichte, aber es geht eher um innere Vorgänge des Protagonisten und die Sprache, wodurch diese nachempfindbar werden - hoffentlich.

Und vielen lieben Dank für euer Zutrauen und eure erbauenden Worte!
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Alt 10.10.2018, 11:21   #11359
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Zitat:
Zitat von Schmuddelkind Beitrag anzeigen
Was Ilka schreibt, klingt aber ziemlich cool, v.a. dass man auch im Nachhinein noch editieren kann etc.. Muss man aber doch zumindest die Zeit mitbringen, für gute Werbung zu sorgen. Die hätte ich im Moment nicht. Oder wie machst du das, Ilka?
Ich mache keine Werbung, denn ich bin auf Erfolg nicht angewiesen. Für's Klinkenputzen und Leseveranstaltungen abzuhalten, bin ich nicht der Typ. Agenten helfen wenig weiter, weil sie entweder einen Autorenstamm haben oder aber sich ein Abzockerverlag dahinter verbirgt. Über diese Themen haben wir bereits ausführlich geschrieben. Ich bin nicht so bescheuert, ein paar Tausend Euro abzudrücken nur für die Eitelkeit, mich "Autor" nennen zu dürfen. Daran verdienen nur diese Verlage. Der Frankfurter Verlag ist mir die Bude eingerannt, um meine Gedichte zu veröffentlichen, und hat mir immer günstigere Angebote vorgelegt, aber am Ende wollten sie immer noch fast 4.000 Euro haben. Nix da! Ich habe schließlich auch meinem früheren Arbeitgeber kein Geld dafür gegeben, bei ihm arbeiten zu dürfen. Ich mache es in Poetry publik, wenn ich etwas veröffentlicht habe, und damit ist es gut.

Ja, bei neobooks kann man editieren, so viel und so oft man will. Man kann zum Beispiel sein Werk, soweit es steht, eingeben, aber noch nicht zur Veröffentlichung freigeben. Das geht deshalb, weil es in Zwischenschritten gespeichert werden kann. Merkt man, das alles doch nicht passt, kann man den kompletten Entwurf löschen und von vorn anfangen. Die Freigabe zur Veröffentlichung erteilt neobooks ohnehin erst, wenn alle Felder vollständig und richtig ausgefüllt sind. Die Bedienung der Software hat man schnell heraus.

Man sollte sich vorher schon einige Texte zurechtlegen, damit man nicht ständig unterbrechen muss. Zum Beispiel wird an einer Stelle verlangt, eine Kurzbiografie von sich einzutragen. In anderen Feldern müssen eine Prämisse (ein Satz, der den Inhalt des Werks beschreibt) und ein kurzes Exposé eingegeben werden (dient der Bewerbung bei den Verlagen, mit denen neobooks Partnerschaften unterhält). Der Umfang der erlaubten odeer verlangten Zeichen wird vorgeschrieben. Wenn man aber erst einmal weiß, kann man sich darauf vorbereiten.

Was mir am Anfang Probleme bereitet hatte, war das Titelblatt, weil da eine bestimmte Größe (in Pixel) verlangt wird. Zwar werden Motive für Titelblätter angeboten, aber die passen meist zum Inhalt des Buches nicht. Ich verwende eigene oder Lizenzfreie Fotos, die ich in Power Point bearbeite und dann in JPG-Format umwandele. Am Anfang musste ich mir vom Service-Team helfen lassen, die Bilder auf die richtige Größe zu bringen (ging problemlos und ratzfatz), aber jetzt habe ich den Bogen raus, wie ich es machen muss. Ich muss es nochmal sagen: In allen Belangen sein eigener Herr zu sein, macht irre Spaß.

Zu den Verlags-Partnerschaften von neobooks: Da sind einige bekannte Verlage darunter, die ständig die Veröffentlichungen bei neobooks prüfen und einem Autor, der zu ihrem Programm passt und ihren Ansprüchen genügt, durchaus einen Vertrag anbieten können. Einige Autoren scheinen auf diese Weise schon einen Fuß in die "normale" Verlagswelt gesetzt zu haben.
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Alt 10.10.2018, 11:25   #11360
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Zitat Ilka-Maria

Zitat:
In allen Belangen sein eigener Herr zu sein, macht irre Spaß
Stimmt, aber bei manchen scheitert es schon daran...dass sie noch nicht mal Herr ihres eigenen Verstandes sind...
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Alt 10.10.2018, 11:34   #11361
Thing
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Zitat:
Zitat von Eisenvorhang Beitrag anzeigen
Die Briefe an Babsi sind ein absolut herausragendes Werk.
Wahr, sehr wahr!!!
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Alt 10.10.2018, 11:50   #11362
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Zitat:
Zitat von AndereDimension Beitrag anzeigen
Stimmt, aber bei manchen scheitert es schon daran...dass sie noch nicht mal Herr ihres eigenen Verstandes sind...
AnDi, der geistige Zustand einiger Zeitgenossen ist im Augenblick nicht das Thema. Es geht um Schmuddels "Briefe an Babsi" und darum, dass sie von etlichen Poetrianern als gelungen und lesenswert angesehen werden. Zuweilen kann der Verstand auch dazu genutzt werden, bei einem Thema zu bleiben.
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Alt 10.10.2018, 12:12   #11363
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
AnDi, der geistige Zustand einiger Zeitgenossen ist im Augenblick nicht das Thema. Es geht um Schmuddels "Briefe an Babsi" und darum, dass sie von etlichen Poetrianern als gelungen und lesenswert angesehen werden. Zuweilen kann der Verstand auch dazu genutzt werden, bei einem Thema zu bleiben.

ja, aber dieser Faden heißt "was euch gerade im Kopf rumgeht"...und das muss ja nicht thematisch irgendwo anknüpfen...
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Alt 10.10.2018, 12:19   #11364
Thing
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Es geht um Schmuddels "Briefe an Babsi" und darum, dass sie von etlichen Poetrianern als gelungen und lesenswert angesehen werden. .
Ich gehe noch höher und sage
bewundernswert.

Briefe, die man nie vergißt.
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Alt 10.10.2018, 12:27   #11365
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Aber um auch etwas zum Thema beizutragen:

ich habe den ein oder anderen Brief überflogen - und ja, Schmuddelkind hat das sehr gut umgesetzt...überzeugt sprachlich und stilistisch...keine Frage.
Nur...und dafür kann Schmuddelkind nichts...wird sich über das Forum hinaus niemand sonderlich dafür interessieren....obwohl Schmuddelkind alles richtig gemacht hat. Den Menschen da draußen fehlt der Bezug zu den Protagonisten. Spätestens nach dem zweiten Brief legen sie das Buch zur Seite. Es ist eben etwas anderes ob Maria Stewart an den spanischen Botschafter schreibt...oder Schmuddelkind an eine x-beliebige Babsi.

Der Schreibstil wird allgemein überschätzt. Es ist immer die Story...die sich verkauft. Der Verleger wird Schmuddelkind nicht fortschicken...sondern sagen: Ihr Schreibstil ist wunderbar...weiter so...aber liefern sie mir eine Geschichte...die die Menschen da draußen interessiert.
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Alt 10.10.2018, 12:33   #11366
Thing
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Zitat:
Zitat von AndereDimension Beitrag anzeigen
Aber um auch etwas zum Thema beizutragen:

ich habe den ein oder anderen Brief überflogen - und ja, Schmuddelkind hat das sehr gut umgesetzt...überzeugt sprachlich und stilistisch...keine Frage.
Nur...und dafür kann Schmuddelkind nichts...wird sich über das Forum hinaus niemand sonderlich dafür interessieren....obwohl Schmuddelkind alles richtig gemacht hat. Den Menschen da draußen fehlt der Bezug zu den Protagonisten. Spätestens nach dem zweiten Brief legen sie das Buch zur Seite. Es ist eben etwas anderes ob Maria Stewart an den spanischen Botschafter schreibt...oder Schmuddelkind an eine x-beliebige Babsi.

Der Schreibstil wird allgemein überschätzt. Es ist immer die Story...die sich verkauft. Der Verleger wird Schmuddelkind nicht fortschicken...sondern sagen: Ihr Schreibstil ist wunderbar...weiter so...aber liefern sie mir eine Geschichte...die die Menschen da draußen interessiert.

Ich weiß von keinem Dichterforum, aus dem ein wirklich berühmter Dichter mit öffntlichem und finanziellen Erfolg hervorgegangen wäre.
Der Selbstverlage sind Legion.
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Alt 10.10.2018, 13:38   #11367
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Zitat:
Zitat von Thing Beitrag anzeigen
Ich weiß von keinem Dichterforum, aus dem ein wirklich berühmter Dichter mit öffntlichem und finanziellen Erfolg hervorgegangen wäre.
Der Selbstverlage sind Legion.
grundsätzlich richtig...aber 1. muss das ja nicht so bleiben...2. geht der erfolgreichste Roman überhaupt aus einem Forum hervor...Shades of Grey von E.L James. Auch ein Beleg dafür, dass der Schreibstil kaum eine Rolle spielt. E.L. James schreibt beschissen schlecht...aber die Story erfasste den Zeitgeist. Den Zeitgeist zu erspüren und zu erfassen ist ein weiterer Schlüssel zum Erfolg. Bukowski ist da ein gutes Beispiel. Das war ein handwerklich limitierter Autor...aber er fand genau die richtige Sprache für seine Zeit...traf den Zeitgeist. Deshalb wirkt es auch eher lächerlich bis peinlich...wenn ihn heute jemand kopiert.
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Alt 10.10.2018, 13:40   #11368
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Zitat:
Zitat von Eisenvorhang Beitrag anzeigen
Ich frage mich, ob erfolgreiche Lyriker von 2018 überhaupt Foren wie Poetry kennen.

(Jan Wagner bspw)
Ganz klar nein!

Solche Autoren kennen auch Foren...die aber sind von einer ganz anderen Qualität. Das Thema hatten wir ja schon. Hier reden wir von Hausfrauenlyrik...von mehr aber auch nicht. Gibt für einen talentierten Autor überhaupt keinen Grund Poetry zu besuchen...da stolpert er höchstens zufällig drüber - aber auch nur...um sofort wieder zu verschwinden.
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Alt 10.10.2018, 14:07   #11369
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Zitat:
Zitat von Eisenvorhang Beitrag anzeigen
Naja, ich denke, das hat andere Gründe.
Es gibt durchaus gute Lyrik in den Foren!
Natürlich gibt es hier...wie auch in anderen Foren...gute Lyrik, aber es gibt weltweit noch keine drei Autoren...die über ihre Lyrik bekannt wurden. Die Lyrik spielt in der Literatur keine Rolle - hat auch früher nie eine große Rolle gespielt.

Das hier ist ein schönes Forum zur Unterhaltung...will da gar nichts schlechtreden. Aber eines sollte jedem klar sein: Wenn heute einer schreibt wie Heine, Goethe oder Schiller...dann interessiert sich kein Schwein dafür. Die jungen Leute von heute müssen ihre eigene Sprache finden.

Poetry ist da...wie viele andere Foren auch...eher kontraproduktiv. Hier geht es um Lobhudeleien---konstruktive Textarbeit findet so gut wie gar nicht statt. Sind auch nur wenige in der Lage eine solche Textarbeit zu leisten...selbst wenn der Wille dazu vorhanden wäre. Die wenigsten von uns würden noch nicht mal einen Tag in einem professionellen Autoren-Forum durchhalten. Man würde sie...bzw. ihre Texte...in der Luft zerreißen. Nur wenige wollen wirklich die Wahrheit hören----wie im "echten Leben" auch.


Zitat:
Ein Dutzend verlogener Komplimente ist leichter zu ertragen als ein einziger aufrichtiger Tadel.
Mark Twain

FAZIT:
Zitat:

Wie teuer du eine schöne Illusion auch bezahltest, du hast doch einen guten Handel gemacht.
Marie von Ebner-Eschenbach

ich könnte...obwohl schon so viele Jahre in Foren unterwegs...noch keine 5 Leute aufzählen...die ihre Schreibe im Laufe der Jahre verbessern konnten. Die wenigen "Guten" waren von Anfang an gut.
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Alt 10.10.2018, 15:25   #11370
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Zitat:
Zitat von AndereDimension Beitrag anzeigen
2. geht der erfolgreichste Roman überhaupt aus einem Forum hervor...Shades of Grey von E.L James. Auch ein Beleg dafür, dass der Schreibstil kaum eine Rolle spielt. E.L. James schreibt beschissen schlecht...aber die Story erfasste den Zeitgeist.
Grundsätzlich ist fast alles, was du einwendest, richtig, AnDi, trotzdem ist es nicht das edelste Verhalten, einem Autor von vornherein den Mut zu nehmen - soviel zu deinen Äußerungen in puncto Schmuddel. Wenn jeder gleich, als gutmeinende Wahrheit verpackt, Schreibern vor den Bug schießt, wird man bald überhaupt keine Bücher mehr auf dem Markt finden.

Sex & Crime verkauft sich nicht erst seit "Shades of Grey" und den zahlreichen Krimis mit der neuen Masche, Ermittler als Serienhelden auftreten zu lassen, gut. Und klar kann man mit der Beschreibung des Zeitgeistes auch mit schlechtem Stil Furore machen - war auch schon früher so.

Das alles ändert aber nichts daran, dass selbst all diese Strategien, erfolgreich zu sein, Menschen immer seltener zu einem Buch greifen lassen. Dem Buchhandel geht es nicht gut, egal ob mit Prints oder Ebooks. Die Tendenz ist und bleibt rückläufig, auch in diesem Jahr war das wieder ein Thema auf der Buchmesse.

Wer schreiben will, sollte es aus Passion tun, nicht, um damit Geld verdienen zu wollen. Das fällt selbst Autoren schwer, die bereits erfolgreich waren. Deshalb üben sie meistens einen Brotberuf aus, lehren z.B. an eigenen Schreibschulen, sind als Lekoren tätig oder arbeiten im Journalismus. Die Schriftstellerin Helga Glaesener, die meine Tutorin für das Drehbuchschreiben war, sagte mir einmal, sie schriebe immer, egal ob sich ihre Bücher verkauften oder nicht, nämlich allein um des Schreibens willen. Aber sie hatte Glück: Sie hatte es einfach mal bei einem Verlag mit ihren historischen Romanen pobiert (sie hatte schon einige fertig), und eines Tages griff der Verlag zu. Inzwischen hat sie eine konstante Fangemeinde.
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Alt 10.10.2018, 18:01   #11371
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Grundsätzlich ist fast alles, was du einwendest, richtig, AnDi, trotzdem ist es nicht das edelste Verhalten, einem Autor von vornherein den Mut zu nehmen - soviel zu deinen Äußerungen in puncto Schmuddel. Wenn jeder gleich, als gutmeinende Wahrheit verpackt, Schreibern vor den Bug schießt, wird man bald überhaupt keine Bücher mehr auf dem Markt finden.

Sex & Crime verkauft sich nicht erst seit "Shades of Grey" und den zahlreichen Krimis mit der neuen Masche, Ermittler als Serienhelden auftreten zu lassen, gut. Und klar kann man mit der Beschreibung des Zeitgeistes auch mit schlechtem Stil Furore machen - war auch schon früher so.

Das alles ändert aber nichts daran, dass selbst all diese Strategien, erfolgreich zu sein, Menschen immer seltener zu einem Buch greifen lassen. Dem Buchhandel geht es nicht gut, egal ob mit Prints oder Ebooks. Die Tendenz ist und bleibt rückläufig, auch in diesem Jahr war das wieder ein Thema auf der Buchmesse.

Wer schreiben will, sollte es aus Passion tun, nicht, um damit Geld verdienen zu wollen. Das fällt selbst Autoren schwer, die bereits erfolgreich waren. Deshalb üben sie meistens einen Brotberuf aus, lehren z.B. an eigenen Schreibschulen, sind als Lekoren tätig oder arbeiten im Journalismus. Die Schriftstellerin Helga Glaesener, die meine Tutorin für das Drehbuchschreiben war, sagte mir einmal, sie schriebe immer, egal ob sich ihre Bücher verkauften oder nicht, nämlich allein um des Schreibens willen. Aber sie hatte Glück: Sie hatte es einfach mal bei einem Verlag mit ihren historischen Romanen pobiert (sie hatte schon einige fertig), und eines Tages griff der Verlag zu. Inzwischen hat sie eine konstante Fangemeinde.

Das hatte ich auch so gar nicht gemeint. Ich will Schmuddelkind oder anderen nicht den Mut nehmen...im Gegenteil. Die Botschaft ist: Einfach machen...unabhängig von Verlagsgröße und Bedeutung...unabhängig von Erfolgschancen und Absatzzahlen. Egal was man macht...macht man es gut...dann stellt sich der Erfolg von alleine ein. Qualität setzt sich immer durch ...nur braucht man nicht selten auch einen langen Atem.
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Alt 10.10.2018, 23:43   #11372
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Zitat:
nur braucht man nicht selten auch einen langen Atem.
Den habe ich.
Kann schon sein, dass den Verlagen der Stil nicht so wichtig ist. Das meine ich auch bei den meisten Neuveröffentlichungen so festzustellen. Und ja, plottechnisch ist es bei mir nicht so prall. Ich schreibe ja, weil es mir danach drängt und ob das jemand drucken will, ist zweitrangig. Da bin ich ganz entspannt.

@Ilka: Hab mir mal diese Neobook-Seite angeschaut und muss sagen, dass mir das deutlich besser gefällt als das, was mir damals ans Herz gelegt wurde. Fast neige ich im Moment tatsächlich dazu, das anzugehen. Ich hätte noch einige Fragen dazu, die ich gerne mal die Tage an dich richten würde, wenn es nicht vermessen ist, so viel Zeit einzufordern. Muss mich aber erst noch gedanklich richtig sortieren und heute habe ich keinen Kopf mehr dazu. Wobei du aber schon einige der Fragen beantwortet hast, die ich dazu hatte, v.a. was die Bedienung und das Titelblatt angeht. Vielen Dank!

Und für die lobenden und motivierenden Worte von Thing und EV vielen lieben Dank! Ich hab ja schon alles erreicht, was man sich wünschen kann, wenn ich so begeisterte Leser vorfinde.
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Alt 11.10.2018, 05:17   #11373
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Zitat:
Zitat von Schmuddelkind Beitrag anzeigen
@Ilka: Hab mir mal diese Neobook-Seite angeschaut und muss sagen, dass mir das deutlich besser gefällt als das, was mir damals ans Herz gelegt wurde. Fast neige ich im Moment tatsächlich dazu, das anzugehen. Ich hätte noch einige Fragen dazu, die ich gerne mal die Tage an dich richten würde, wenn es nicht vermessen ist, so viel Zeit einzufordern. Muss mich aber erst noch gedanklich richtig sortieren und heute habe ich kein.
Jederzeit gerne. Soweit ich deine Fragen beantworten kann.

Ich habe gehört, "lovelybooks" sei auch empfehlenswert, aber mit diesem Verlag habe ich keine Erfahrung. Ich kann nur sagen, dass der am wenigsten anwenderfreundliche Selbstverlag "amazon" ist, von dem sollte man die Finger weglassen. Amazon pusht zwar die Ebooks, vermarktet sie aber nur für den eigenen Kindle-Reader.
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Alt 11.10.2018, 07:10   #11374
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Ich habe einen Tolino-Reader und bin sehr zufrieden. Mehrere Buchverlage haben sich zusammengeschlossen, sodass man vom jeweiligen Verlag die Bücher auf den Tolino herunterladen kann, wenn man die Verlage in der Bibliothek verknüpft. Hört sich jetzt komplizierter an als es ist. Für Kindle-Geräte sind die Bücher dann aber oft nicht lesbar (steht dann immer dabei).

Liebe Ilka,

ich hatte bis jetzt kein Interesse an einem Thread über Veröffentlichungen, weil ich noch keinen Roman geschrieben habe, den ich veröffentlichen könnte (und ich weiß auch nicht, ob ich das jemals schaffen werde). Aber mittlerweile interessiert es mich doch.

LG DieSilbermöwe
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Alt 11.10.2018, 07:25   #11375
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Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
ich hatte bis jetzt kein Interesse an einem Thread über Veröffentlichungen, weil ich noch keinen Roman geschrieben habe.
Es muss kein Roman sein. Es können auch Erzählungen, Lyrik, Essays, Sachbücher oder sonst was sein.

Weniger günstig sind Texte, die komplizierte Formatierungen enthalten, weil die Software für Ebook-Reader Formatierungen nur sehr eingeschränkt zulässt.

Vielleicht mache ich doch noch einen Faden im Workshop zum Thema "Selbstverlag" auf. Aber gebt mir noch zwei, drei Wochen Zeit, ich habe gerade privat ein schwieriges Problem zu lösen.
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Alt 11.10.2018, 07:28   #11376
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Natürlich haben wir solange Zeit, drauf zu warten (also ich auf jeden Fall).
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Alt 11.10.2018, 16:16   #11377
Thing
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Es muss kein Roman sein. Es können auch Erzählungen, Lyrik, Essays, Sachbücher oder sonst was sein.

Weniger günstig sind Texte, die komplizierte Formatierungen enthalten, weil die Software für Ebook-Reader Formatierungen nur sehr eingeschränkt zulässt.

Vielleicht mache ich doch noch einen Faden im Workshop zum Thema "Selbstverlag" auf..
Ja, immer egal wo: Es soll ja ein BOHAIJ sein .
Indolente wie ich tauchen dann gern mal unter!
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Alt 11.10.2018, 21:02   #11378
weiblich Ilka-Maria
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Zitat von Eisenvorhang Beitrag anzeigen
Dort wo Reibung stattfindet, findet auch Entwicklung statt.
Die Reibung kommt spätestens vom Lektorat eines Verlags.

Niemand wird als Meister geboren. Wenn ein Manuskript für interessant erachtet wurde und der Lektor die Schwachstellen herausgefunden hat, geht für den Autor die Schweinearbeit erst richtig los: Überarbeiten, streichen, ergänzen, korrigieren, Kapitel einfügen, Figuren ausbauen, Konflikte verstärken, mehr Emotionen einbringen. Nochmal überarbeiten, mehrfach sogar, ohne dabei den Überblick zu verlieren, neu recherchieren, damit sich keine logischen Fehler einschleichen - alles unter Termindruck. So sieht der Alltag eines Autors aus.

So viel zu AnDis Mahnung, seinem langen Atem zu vertrauen. Wer den Eintritt in die literarische Welt gewinnen will, hat ihn bitter nötig.
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Alt 11.10.2018, 22:11   #11379
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Zitat:
Jederzeit gerne. Soweit ich deine Fragen beantworten kann.
Cool. Danke Ilka! Ich komme darauf zurück...

Zur Thematik der individuellen Entwicklung in Schriftsteller-Foren wollte ich noch was sagen: Ich glaube schon, dass bei vielen Leuten eine Entwicklung stattfindet - auf jeden Fall mehr als man an einer Hand abzählen könnte, wie es hier ja angeklungen ist. Bestes Beispiel ist für mich Eisenvorhang. Und auch was mich angeht, will ich doch schwer hoffen, dass ich mich stilistisch ein wenig verbessert habe im Vergleich zu früheren Versen wie den folgenden:

Zitat:
Wenn der Bauer Tränen lacht
weil der Fürst ne Szene macht,
[…]


Das wäre doch mal eine Idee für einen Thread - eure schlechtesten Texte.
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Alt 11.10.2018, 23:05   #11380
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Zitat:
Zitat von Schmuddelkind Beitrag anzeigen
Cool. Danke Ilka! Ich komme darauf zurück...
Cool, ja. Aber ein Handwerk. Ich weiß, wovon ich spreche:

Du hast dir Nächte mit Tippen um die Ohren geschlagen, Figuren aus der Taufe gehoben, in du dich verliebt hast, und sie leiden, lieben, gewinnen oder scheitern lassen ...

Du hast sogar alle Regeln der Schreibkunst befolgt, wie sie dir in jedem Regelwerk vorgekaut wurden und die du folgsam abgearbeitet hast ...

Aber trotzdem wird dein Manuskript abgelehnt. Begründungen:

Das Thema passt nicht zum Verlagsprogramm.

Der Umfang verlangt eine Kürzung.

Der Umang verlang eine Erweiterung.

Die Bewerbungsform wurde nicht eingehalten.

Die Rechtschreibung ist verbesserungsdürftig

Der Stil passt nicht mehr in die Zeit ...

... usw. usf.

Verlage haben es schwer und sind auf Erfolg angwiesen. Wenn kein richtiger Knaller kommt, setzen sie auf Altbewährtes, um sich über Wasser zu halten. Der Kochbuchverlag braucht den Erfinder einer neuen Küche, auch wenn es die bayrische Küche der Großmutter ist, die Hamburgern weismachen will, dass ein fetter Schweinebraten nebst Pflaumenknödel gesünder ist als Forelle Müllerin oder Lachs in Dillsauce mit Salzkartoffeln. Wichtig ist, dass das niemand mehr weiß und es sich als die neueste Erkenntnis andrehen lässt, vor allem, wenn es mit neuzeitlichem Gesundheitswahn einherläuft, der immer mehr Menschen krank macht. Dann schreibt wieder jemand ein Buch, aber diesmal im Auftrag ...

Und genauso sieht es in anderen Genres aus.
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Alt 12.10.2018, 00:54   #11381
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Standard Verlage

Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Verlage haben es schwer und sind auf Erfolg angewiesen.
Dem Erfolg laufe ich noch immer hinterher, nachdem ich einen eigenen Verlag gegründet habe um meinen Gedichtband bewerben zu können.

Auf Amazon klappt das inzwischen, aber ansonsten ist der Erfolg des Verlages eher erfolglos trotz Anmeldung zum https://selfpublishing-preis.de/ und vielen Klicks auf mein ebay-Angebot für 9,90€

Aber zu meinem 75sten will ich trotzdem ein Gesamtwerk herausbringen, denn die Hoffnung ...usw.
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Alt 12.10.2018, 07:35   #11382
weiblich DieSilbermöwe
 
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Zitat von Eisenvorhang
Zitat:
Einer, der muss und nicht ohne leben kann wird vermutlich zum Meister.
Dichter fürs Publikum werden immer schlecht bleiben.
Lieber Eisenvorhang,

mit Verlaub, ich glaube nicht, dass beispielsweise hier auch nur einer nicht fürs Publikum schreibt. Sonst würden wir alle keine Texte und Gedichte hier öffentlich einstellen.
Ich finde auch nicht, dass es verwerflich ist, fürs Publikum zu schreiben. Bei einer Geschichte ist mein Ziel, die Leser zu unterhalten. Und das kann ich nur erreichen, wenn ich für das Publikum schreibe und den Leser in die geschriebene Welt mitnehme.

Aber ich glaube auch nicht, dass diese Schreiber dann immer schlecht bleiben. Zu den Gedichtformen habe ich hier eine Menge gelernt und mittlerweile bemerke ich grobe Schnitzer sofort. Früher hatte ich davon null Ahnung.

Zitat von Ilka-Maria
Zitat:
Niemand wird als Meister geboren. Wenn ein Manuskript für interessant erachtet wurde und der Lektor die Schwachstellen herausgefunden hat, geht für den Autor die Schweinearbeit erst richtig los: Überarbeiten, streichen, ergänzen, korrigieren, Kapitel einfügen, Figuren ausbauen, Konflikte verstärken, mehr Emotionen einbringen. Nochmal überarbeiten, mehrfach sogar, ohne dabei den Überblick zu verlieren, neu recherchieren, damit sich keine logischen Fehler einschleichen - alles unter Termindruck. So sieht der Alltag eines Autors aus.
Das war übrigens zu Patricia Highsmiths Zeiten schon so. In jedem ihrer Bücher, die ich bis jetzt gelesen habe, ist ein Anhang, in dem geschildert wird, wie das Buch entstanden ist. Und da musste sie oft ganz schön ran. Ob das dem Buch allerdings jedesmal gut getan hat, ist ein anderes Thema.

LG DieSilbermöwe
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Alt 13.10.2018, 12:49   #11383
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Juhuu, ich freu mich auf den German Bowl heute Abend. Bin live im Stadion.
Wer eine Gelegenheit sucht, sich eventuell mit American Football anzufreunden, kann das Spiel auch live auf Sport1 sehen (18:00).

Frankfurt Universe vs. Schwäbisch Hall Unicorns
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Alt 13.10.2018, 14:04   #11384
männlich Schmuddelkind
 
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Das könnte vielleicht sogar sein. Bier gibt's auf jeden Fall.
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Alt 13.10.2018, 18:10   #11385
Thing
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Beiträge: 35.112

Zitat:
Zitat von Thing Beitrag anzeigen
Ja, immer egal wo: Es soll ja ein BOHAIJ sein .
Indolente wie ich tauchen dann gern mal unter!

Das bezog sich auf meine - hm - nicht überragende Künste.
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