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Sonstiges Gedichte und Experimentelles Diverse Gedichte mit unklarem Thema sowie Experimentelles.

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Alt 23.11.2010, 18:13   #1
weiblich Lux
 
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Standard Hingabe - Blicklos

Ich fühlte ein spannendes Unwohlsein, als ich mich dir ergab.
Deine Augen habe ich gespürt aber deine Hände waren schwerelos. „Dies ist ein äugendes Spiel“, habe ich gedacht, „denn du beäugst mich und ich beäuge die Dunkelheit.“
Dann hast du meinen Körper getrieben, hast mich angetrieben, nicht hart, sondern sanft und voller Achtgabe. Es war ein plätscherndes Treiben als ich mich in der warmen Abhängigkeit deiner Hände wieder fand, ein sich gegenüber Treiben.
Du hast dich nicht geregt, hast nur mich bewegt und meine Hingabe wurde sorglos als deine sensible Kontrolle mich führte. Um mich herum spannte sich tiefe Schwere und du hieltest mich, so dass mein Blick hinter geschlossenen Lidern ortlos wurde.
Ich habe nichts mehr gedacht als du mich sanft entgleiten liesest und dann hat sich die Schwere aufgehoben und die Spannung wurde weicher und mein Körper fand Halt, aber gedacht habe ich immer noch nicht.


by Lux, 23. Nov. 2010
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Alt 23.11.2010, 21:26   #2
Thing
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Halli Hallo, Lux!

Für meine Begriffe ist der Text zu intim, um in einem Forum sozusagen "preisgegeben" zu werden.
Ich möchte behaupten, daß man solche Ergüsse nur dem Tagebuch anvertrauen darf.

In der vorletzten Zeile hast Du einen argen grammatikalischen Bock geschossen.


Thing
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Alt 23.11.2010, 21:35   #3
weiblich Lux
 
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Hallo Thing,

der Text ist fikitiv und hatte das Ziel, möglichst viele Wort-Gefüge neu zu schöpfen und darüber eine bestimmte Atmosphäre zu schaffen. Ich gebe zu, ein wenig provozieren soll er auch.

Danke für den Hinweis auf den Fehler.

LG
Lux
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Alt 24.11.2010, 07:02   #4
weiblich Ilka-Maria
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Liebe Lux,

das kannst Du besser! Der Text wirkt seinem Inhalt entgegen, nämlich verkrampft. Weshalb? Die mühsame Erfindung von Wörtern und Ausdrücken, um dem Text eine besondere Note zu geben, ging völlig daneben.

"Sich jemandem ergeben" paßt zu Verbrecher und Polizeit, gemeint ist wohl "sich hingeben".

Etwas oder jemanden "beäugen" kenne ich aus der Vogelwelt; und wie kann man "Dunkelheit beäugen"?

Der "getriebene Körper" hört sich bereits komisch an, aber ein "gegenseitiges Treiben" geht gar nicht. Wenn getrieben wird, ist immer einer der Jäger und einer der Gejagte.

Gegen die literarische Darstellung intimster Begegnungen habe ich, anders als Thing, nichts einzuwenden - aber gerade bei solchen Texten meine ich, daß die Wortwahl außerordentlich wichtig ist. Und oft ist weniger mehr. Die Atmosphäre, die Du aufbaust, ist es allerdings wert, den Text nochmal neu zu fassen.

LG
Ilka-M.



Zitat:
Zitat von Lux Beitrag anzeigen
Ich fühlte ein spannendes Unwohlsein, als ich mich dir ergab.
Deine Augen habe ich gespürt aber deine Hände waren schwerelos. „Dies ist ein äugendes Spiel“, habe ich gedacht, „denn du beäugst mich und ich beäuge die Dunkelheit.“
Dann hast du meinen Körper getrieben, hast mich angetrieben, nicht hart, sondern sanft und voller Achtgabe. Es war ein plätscherndes Treiben als ich mich in der warmen Abhängigkeit deiner Hände wieder fand, ein sich gegenüber Treiben.
Du hast dich nicht geregt, hast nur mich bewegt und meine Hingabe wurde sorglos als deine sensible Kontrolle mich führte. Um mich herum spannte sich tiefe Schwere und du hieltest mich, so dass mein Blick hinter geschlossenen Lidern ortlos wurde.
Ich habe nichts mehr gedacht als du mich sanft entgleiten liesest und dann hat sich die Schwere aufgehoben und die Spannung wurde weicher und mein Körper fand Halt, aber gedacht habe ich immer noch nicht.


by Lux, 23. Nov. 2010
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.11.2010, 10:45   #5
weiblich Lux
 
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Beiträge: 839

Liebe Ilka-Maria,

auch hier, vielen Dank für dein Feedback. Der Text enstammt einer Aufgabe meines ehemaligen Literaturlehreres. Damals wurden verschiedene Wort-Neu-Gefüge an der Tafel gesammelt und dann sollte daraus ein Text gemacht werden. Ich fand die Aufgabe schlichtweg doof, weil ich der Meinung war und bin, dass derartige Vorgaben den Autor doch arg in seiner Kreativität beschneiden. Deshalb formulierte ich diesen erotischen Text, nicht zuletzt um meinem etwas biederen Literatur Lehrer damit eins auszuwischen. Ich beschrieb die für mich perfekte Liebesnacht und griff dabei auf einige der vorgegebenen Worte zurück. Vielleicht wirkt es daher so verkrampft, wie du sagst.
Den Text habe ich vor ein paar Wochen wiedergefunden und gestern dann überarbeitet. Eigentlich war ich bis eben auch ganz zufrieden mit der jetzigen Version.. wie gesagt, bis eben.

Zitat:
"Sich jemandem ergeben" paßt zu Verbrecher und Polizeit, gemeint ist wohl "sich hingeben".
Hm.. für mich ist "sich ergeben" die Steigerung von "sich hingeben", bzw...noch etwas anderes... denn es steckt Unwohlsein und etwas Unwilligkeit in diesem Wort.

Zitat:
Etwas oder jemanden "beäugen" kenne ich aus der Vogelwelt; und wie kann man "Dunkelheit beäugen"?
Beäugen bedeutet, etwas genau in Augenschein du nehmen. Das LI wird beäugt und selber hat es nur die Möglichkeit, sich mit der Dunkelheit zu befassen.

Nun gut, ich denke, dann werde ich wohl noch mal müssen und den text ein wenig entzerren und von Unnötigem befreien müssen ;-)

LG und Danke noch mal.
Lux
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Alt 24.11.2010, 11:48   #6
weiblich Ilka-Maria
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Da fragt man sich, wer sich solche Lehrpläne ausdenkt.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.11.2010, 12:04   #7
weiblich Lux
 
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Beiträge: 839

Zitat:
Da fragt man sich, wer sich solche Lehrpläne ausdenkt.
Jap, genau das fragt(e) man sich. Allerdings war es nie leichter als in Literatur, einen Kurs mit 15 Punkten (1+) abzuschließen, denn es fiel dem Lehrkörper ordentlich schwer, unsere Gedichte zu bewerten. Meist war dann eine Tendenz nach oben gegeben. Aber er hat einige Personen auch ganz schön schlecht bewertet, bzw. ihre Werke lächerlich gemacht. Witziger Weise habe ich den alten Knaben unlängst auf einer anderen Gedichte-Plattform im Netz aufgestöbert. Und seine Werke sind für meinen Geschmack.. na ja... lassen wir das.

LG
Lux
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