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Zeitgeschehen und Gesellschaft Gedichte über aktuelle Ereignisse und über die Menschen dieser Welt.

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Alt 09.12.2019, 00:12   #1
weiblich Unar die Weise
 
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Alter: 38
Beiträge: 5.009

Standard Bleiberecht

Ich möchte mal die Welt bereisen.
- sagst du -
Blumen und Tiere, nie gekannt.

Ich nicht.
- sag ich -
Mir reichen die aus meinem Land.



Ich möchte Leute kennenlernen.
Vielleicht sind sie mit mir verwandt.

Ich nicht.
Mir reichen die von meinem Land.



Ich möchte Feste miterleben.
Auf andre Kulturen bin ich gespannt.

Ich nicht.
Mir reichen die in meinem Land.



Ich möchte sie vergleichen,
das wäre doch dann interessant.

Ich nicht.
Mir reicht mein Land.
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Alt 09.12.2019, 00:36   #2
weiblich Ilka-Maria
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Beiträge: 23.328

Beides hat etwas für sich.

Viele Leute kennen ihr eigenes Land nicht, obwohl sie glauben, es zu kennen.

Alle anderen, die sich hinaustrauen, kann ich beglückwünschen. Sie lernen Neues kennen. Hat nie geschadet, sondern die Gehirnzellen aktiviert!
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2019, 00:47   #3
männlich Heinz
 
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Beiträge: 5.568

Liebe Unar,
find ich niedlich, wie Du da mit dem Fuß aufstampfst. Ganz nehme ich es Dir nicht ab, dass Dir die fremdartige Flora und Fauna, Menschen anderer Länder und deren Kulturleistungen am Allerwertesten vorbei gehen. Was für die Haltung des LI spricht, ist die Liebe und der Stolz auf die eigene Heimat und geradezu tröstlich stimmt mich die Tatsache, dass wir beide zum Stamm der Hermunduren gehören.
Mein Fazit hieße, wenn man mich fragte, wie ich es mit Fremdartigen hielte:
Achte jedes Menschen Heimat (und alles, was damit verbunden ist), aber die deinige liebe.
Liebe Grüße,
Heinz
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2019, 01:32   #4
weiblich Unar die Weise
 
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Standard Vielen Dank für eure raschen Rückmeldungen.

Wie erhofft regt mein Gedicht zum Darüberreden an, also über das Thema meine ich.
(Die Ausführung ist, Gott sei dank, noch nicht bewertet worden. 🙆 )

Liebe Ilka-Maria,
ich lerne grad wirklich mein Land kennen. Soviele Orte gibts noch zu entdecken.
Tatsächlich hemmt mich die Angst vor der unbekannten Fremde am Zu-weit-reisen.
Und Flugangst hab ich, seekrank werd ich und in Zügen bekomme ich Panikattacken.
Oh weh, ich bin echt unflexibel, merk ich grad.
Mich interessieren jedoch andere Kulturen sehr. Vor allem die slawische.
Und geologisch interessiert mich Island.
Ich hoffe ich traue mich mal dahin.

Lieber Heinz,
mir spricht das Gedicht nicht ganz aus der Seele. Die Heimatliebe teile ich mit dem LI, die Verschlossenheit nicht.
Ich mag nur Leute nicht, die ganz wild mit ihren Weltreisen angeben und nicht mal wissen, was zu Hause hinterm nächsten Berg ist. Das erwähnte Ilka ja auch schon.
Aber, letzlich jeder wie ers mag. Manch einen ziehts halt weg, wer weiß warum.

Gruß euch beiden und gute Nacht.
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Alt 09.12.2019, 03:58   #5
männlich Amir
 
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Ich bin kein Fan davon, wenn Leute darüber sprechen, wo sie schon überall gewesen sind. Ausserdem habe ich nicht das Bedürfnis irgendwo zu reisen, vielleicht ändert sich das. Aber Ilka hat recht. In der Heimat gibt es tatsächlich viel zu entdecken und viele wissen davon gar nichts. Mitteleuropa ist ziemlich reich an wilder Natur,die kaum jemand kennt. Schönes Werk.

Grüßle.
Amir ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2019, 04:10   #6
männlich Amir
 
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Beiträge: 788

...... Dp.
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Alt 09.12.2019, 06:58   #7
weiblich Unar die Weise
 
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Freut mich, dass auch du dich unter mein Werk gesellst, liebster Amir.
Mich ziehts mal in die Masuren. Und Irland, oder Wales fänd ich toll.
Wo würdest du gern mal hin?

Danke fürs Lob.
Gruß in deinen Tag.
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Alt 09.12.2019, 12:59   #8
weiblich Zaubersee
 
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Liebe Unar;



... das Lyrische Ich und das lyrische Du stellen gegenseitig ihre Art des "Beibenwollens" vor ... ja beide haben natürlich Recht, wie sollte es anders sein, weil ja jeder von seinen Bedürfnissen erzählt und die können sehr unterschiedlich sein. Vielleicht gehen sie ja auch zusammen auf Reisen, einmal in der Heimat und einmal in die Ferne ....


... ich möchte zum Beispiel unbedingt nach Island ... und in die Welt der Nordlichter ... dieses Schauspiel stelle ich mir sooo wunderbar vor ... aber auch noch einmal in den Harz mit seinen wunderbaren breiten Steinbächen und die Donau entlang oder den Rhein .... die Welt und das Leben fühlen und sehen .... überall ....


Danke für Dein Gedicht der verschiedenen Standpunkte ....

und ganz liebe Grüße in Deine Unar-Welt

Zaubersee
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Alt 09.12.2019, 14:16   #9
männlich Ex-Eisenvorhang
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Hey Unar,

mir gehts da ähnlich wie dir: Irgendwann will ich mal in den Norden.
Ich verspürte nie den Drang wie andere fort zu gehen. Sei es für Urlaub oder für ein Leben.
Alleine reisen würde ich wohl sowieso nie. Wären am Flughafen maßlos überfordert, Zugfahren hasse ich wie die Pest, und über die See fahre ich auch nicht gern.

Mich zog es viele Male in meinem Leben immer wieder aufs Land und das, obwohl ich viel in Deutschland unterwegs war und oft umzog.
Mir fiel auf, dass die Menschen in meiner Heimat allesamt sehr warmherzig, offen und freundlich sind.
Das erlebte ich kein zweites Mal in Deutschland und irgendwie besitze ich auch kein "Fernweh".
Ich kannte mal eine Frau, sie nannte Menschen wie mich "Hinterweltler", verschlossen vor neuen Dingen im Leben und irgendwie stehengeblieben.
Darüber denke ich anders.

Eine tiefe Verbundenheit zu seiner Heimat zu besitzen ist nicht schlimm. Ich finde, es hilft einem, sich selbst zu finden, da Heimat eng mit Identität einhergeht.

Viel schlimmer finde ich hingegen Menschen, die nie ruhig halten können. Die ständig getrieben und rastlos sind.
Auf Youtube gibt es einen Typ, der ist so alt wie ich, und reist mit seiner Frau um die komplette Welt, um das unterschiedliche Essen kennenzulernen. Mark Wiens. Er sagte einmal, dass er es nie lang am selben Ort aushalte und er sehr traurig würde.

Jeder soll das Leben führen, so wie er es mag. Ich bereue meine Entscheidung nicht und werde hier wohl auch am Lebensende irgendwann zur Ruhe finden. Dafür kenne ich hier jeden Flecken und die sind wunderschön!

Dein Gedicht gefällt mir.

vlg

EV
Ex-Eisenvorhang ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2019, 14:44   #10
männlich Nöck
 
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Liebe Unar,

du hast die Verbundenheit mit deinem Land anschaulich beschrieben, so muss es auch sein.

Aber wer böse denkt, könnte dein Gedicht auch falsch auslegen und es auf die vielen Einwanderer beziehen, die in deinem/unseren Land leben. Ich weiß, dass du das so nicht gemeint hast.
Und um andere Menschen und Kulturen kennenzulernen, muss niemand mehr sein Land verlassen, alles findet sich hier, direkt um die Ecke. Es kann eine wertvolle Erfahrung sein und den eigenen Horizont erweitern.

Liebe Grüße
Nöck
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Alt 09.12.2019, 14:47   #11
weiblich Unar die Weise
 
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Standard Hallo ihr zwei.

Liebste Mara,
vielleicht treffen wir uns mal, auf Island, an den Lavastränden.
Es stimmt, man könnte sich arrangieren. Einmal nah, dann mal fern.
Das wäre fein. Wenn nur das Fliegen, oder Schippern nicht wären.

Lieber Eisenvorhang,
sich wohlfühlen, da wo man zu Hause ist, ist tatsächlich ein Geschenk.
Ich brauche die Sicherheit im Mirbekannten.
Anschauen, im Fernseh oder Zeitschriften, tue ich mir andere Völker und Staaten gern.
Aber ich muss nicht hin.
Hinterweltlerisch kann schon sein, ist für mich nicht mal eine Beleidigung.


Ich freue mich über eure ausführliche Schilderung und das Lob.

Viele Grüße ausm Wald.
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Alt 09.12.2019, 14:55   #12
weiblich Unar die Weise
 
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Standard Oh, da gesellte sich noch wer dazu.

Zitat:
Zitat von Nöck Beitrag anzeigen
Liebe Unar,

du hast die Verbundenheit mit deinem Land anschaulich beschrieben, so muss es auch sein.

Aber wer böse denkt, könnte dein Gedicht auch falsch auslegen und es auf die vielen Einwanderer beziehen, die in deinem/unseren Land leben. Ich weiß, dass du das so nicht gemeint hast.
Und um andere Menschen und Kulturen kennenzulernen, muss niemand mehr sein Land verlassen, alles findet sich hier, direkt um die Ecke. Es kann eine wertvolle Erfahrung sein und den eigenen Horizont erweitern.

Liebe Grüße
Nöck
Hallo lieber Nöck,
auf die politische Auslegung habe ich gewartet. Auch mir ist diese Lesart eingefallen, als mein Spontangedicht fertig war. Warum nicht? Ich finde es auch dann nicht feindlich formuliert. Es transportiert auch in diesem Bezug beide Standpunkte, hoffentlich ohne wertend zu sein.
Die Vielfalt um die Ecke kann tatsächlich spannend sein.

Unargruß
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Alt 09.12.2019, 15:07   #13
männlich Amir
 
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Zitat:
Zitat von Unar die Weise Beitrag anzeigen
Hallo lieber Nöck,
auf die politische Auslegung habe ich gewartet. Auch mir ist diese Lesart eingefallen, als mein Spontangedicht fertig war. Warum nicht? Ich finde es auch dann nicht feindlich formuliert. Es transportiert auch in diesem Bezug beide Standpunkte, hoffentlich ohne wertend zu sein.
Die Vielfalt um die Ecke kann tatsächlich spannend sein.

Unargruß
Muss man wirklich alles politisch sehen? Muss wirklich nicht sein. Meine Eltern waren ja selber Immigranten, aber ich persönlich würde es niemals so auslegen, wie es Nöck getan hat,aber ja, Nöck hat recht, es gibt solche Leute, die überall irgendwas böses vermuten.


Dein Werk erinnert mich diesbezüglich an Immanuel Kant. Hier ein kleiner Auszug aus einem Artikel.


Zitat:
„Alles Unglück in der Welt kommt daher, dass man nicht versteht, ruhig in einem Zimmer zu sein.“

Zum Schutzheiligen der Stubenhocker wurde er allerdings eher unfreiwillig, denn sie deuteten die Aussage fälschlicherweise so, als erzeuge Reisen das Unglück in der Welt. Tatsächlich aber steht die eigentliche Botschaft im Satz davor:

„Man muss sich selbst erkennen.“

Auf dieser Linie liegt wohl auch die Bewegungsverweigerung Immanuel Kants. Reisen öffnet nicht den Geist, sondern verwirrt ihn. Wer denken will, geht nicht aus, sondern in sich hinein. „Der Weise bleibt zu Hause, das Reisen ist des Narren Paradies“
Amir ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2019, 16:14   #14
weiblich Unar die Weise
 
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Aber Amir,
ich sehe gar nichts Böses daran. Ehr sogar ein Deutlichmachen. Hier gehts doch um jedermanns Recht zu entscheiden, wo und warum er leben/sein will. Also gern auch im politischen Sinne.
Natürlich darf das sekundär in meine Verse gelegt werden.
Ich erhoffte mir eine Diskussion.

Du hast aber recht, mich bewegte nur meine eigene Reiseunlust zu den Zeilen, ganz banal und einfach. Und dass du das so belassen möchtest finde ich lieb.

Sollte ich jedoch tatsächlich Vielschichtigkeit in die Worte gelegt haben, umso besser.
Nur als unmoralisch/unethisch möchte ich sie nicht interpretiert wissen.
Es geht um Recht, für jeden Einzelnen. Im banalen, wie im größeren Sinne.

Und du darfst natürlich daran Anstoss finden, wenn dich etwas verletzt.
Mich interessiert, was du als böse empfindest.

Die Ausführung über Kant finde ich klasse. Mich verwirren fremde Dinge auch, obwohl ich interessiert und offen bin.
Unar die Weise ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2019, 17:05   #15
männlich Nöck
 
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Liebe Unar,

Zitat:
Zitat von Unar
Ich finde es auch dann nicht feindlich formuliert. Es transportiert auch in diesem Bezug beide Standpunkte, hoffentlich ohne wertend zu sein.
Völlig richtig, ich wollte nur aufzeigen, dass die "Andersdenkenden" dein Gedicht anders interpretieren könnten, damit es ihnen in den Kram passt.

Ich verreise gern innerhalb Deutschlands, z.B. in den Norden, nach Bayern und Baden-Württemberg. Aber auch in Italien, Österreich und besonders Norwegen fühle ich mich inzwischen wie zu Hause. Weiter weg zieht es mich nicht.

Liebe Grüße
Nöck
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Alt 09.12.2019, 17:34   #16
weiblich Unar die Weise
 
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Leider gibts es diese Leute. Aber denen ist nicht zu raten.
Viele Schriften, Zeichen, Aussagen wurden schon umgedeutet und missbraucht.
Ich glaub aber, bei meinem Werk glückt das nicht. Da steht die eigene Entscheidung im Vordergrund.
Unar die Weise ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 16.12.2019, 00:27   #17
weiblich Schreibfan
 
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Interessanter Twist, liebe Unar .
Ich gehöre eher zu der Gruppe derjenigen, die gerne mal eine Ortsbegehung machen. Hat mir schon oft zu einem besseren Verständnis gegenüber manchen Kulturen und auch Verhaltensweisen verholfen. Aber es kann auch sehr reizvoll sein, das eigene Land zu erforschen.
Gruß Schreibfan
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Alt 16.12.2019, 01:56   #18
weiblich Unar die Weise
 
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Halli Hallo.
Bei mir reichts auch zur Ortsbegehung. In der Nachbarschaft kenn ich mich super aus.
Tät dich auch gern mitnehmen, liebe Schreibfan.

Schön Dank für dein Interesse zum Text.

bester Unargruß
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Alt 16.12.2019, 02:38   #19
männlich Vers-Auen
 
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Standard Unsre Heimat

Gebe ich bei Google Bleiberecht ein, so hat das Wort fast nur mit
Flüchtlingen, Migranten, Ausländern, und Zuwanderten zu tun.

https://www.google.de/search?ei=EL_2...=1576454971602


Unsre Heimat

https://www.youtube.com/watch?v=sWPl94rpKrI

Schade das dieses Liedgut auch für politische Zwecke,
von der AFD und von der Pegida missbraucht wurde.

Natürlich und selbstverständlich, müssen wir
Schutzbedürftigen ein Bleiberecht geben.

Wann das Bleiberecht aufgehoben wird, z.B.
wegen Kriegsende, Fristende, Kriminalität, usw.
haben die Politiker und Gerichte zu entscheiden.
Vers-Auen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.12.2019, 05:15   #20
weiblich hi2c3
 
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Beiträge: 22

Hallo Unar!

Finde deinen Text sehr interessant, da ich zur Zeit im Ausland lebe und hier ganz viele Menschen mit der Einstellung des LI treffe. Mir scheint, als möchte mir jeder nur beweisen, wie toll das eigene Land ist, obwohl sie gar nicht wissen, wie es in meinem Land ist. Wenn ich ihnen dann erkläre, dass ich wieder in mein Heimatland zurück gehe, nachdem meine Arbeit hier getan ist, muss mich auch immer rechtfertigen, weshalb ich denn dann überhaupt in ihr Land gekommen sei, wenn es mir hier eh nicht gefallen würde.

Ich finde es auch mutig, dass du zu deiner Heimatliebe stehst und deine Prioritäten kennst - zu viele Menschen folgen der Masse und hören nicht auf sich selbst. Außerdem wird Heimatliebe - mir scheint vor Allem in deutschsprachigen Ländern - zu oft mit etwas negativem Verbunden.

Deshalb heads up und danke fürs Teilen deiner Gedanken!

Liebe Grüße
hic
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Alt 16.12.2019, 07:09   #21
männlich Vers-Auen
 
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Ort: Jenseits von Eden
Beiträge: 1.220

Standard Heimat Bereicherung

Heimat ist nur das Idyll unserer Erinnerungen, mehr nicht.

Von den Linken Selbsthassern, die da gröhlen „Deutschland verrecke“
„Deutschland du Stück Scheiße“ wird der Begriff Heimat negativ besetzt.

https://taz.de/Die-Deutschen-und-der...riff/!5246134/

„Gesockse von vorne bis hinten durch die ganze Innenstadt“

https://www.youtube.com/watch?v=2tBp...ature=emb_logo

Der alte Mann muss sich halt damit abfinden, dass Deutschland
bund wird, bzw. dass D durch die Zuwanderung bereichert wird.
Vers-Auen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.12.2019, 08:25   #22
weiblich Unar die Weise
 
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Standard Hallo VersAuen.

Damit hat mein Gedicht ja nun nicht zu tun. Der Titel ist irreführend, das gebe ich gern zu.
Ich mag Wortspiele und nutze die Aussage, die das Wort eigentlich hat. Das Recht zu bleiben. Ohne Interpretation. Dass man aber etwas anderes herauslesen kann ist für mich in Ordnung.

Mir gings aber echt um eine regelrechte Reisewelle in meinem Umfeld. Jeder brüstet sich, wie weit er weg war und wieviele Stunden er geflogen ist. Erst neulich mussten wir meine Tante vom Flughafen Frankfurt am Main abholen, weil so spät kein Zug mehr in unsere Richtung fuhr.
Frankfurt ist schon sehr weit weg von mir. Das wäre mir schon weit genug gewesen für einen kleinen Urlaub.
Ich war müde, hatte schon zehn Stunden Arbeit hinter mir und zwei Stunden Arbeitsweg, dann die lange Fahrt zum Flughafen, das Warten aufs Auschecken...
Es war schon mitten in der Nacht, und mein Mann und ich mussten uns die ganze Heimfahrt anhören, wie toll Madeira ist und dass wir unbedingt dort hin müssen blablabla.

Da wars dann wieder, mein Bedürfnis mich zu verteidigen, dass ich in der Nähe Urlaub machen will, auch weil ich Angst vorm Fliegen habe.
Und weil es mir hier einfach gefällt.
Alles jedoch kein Argument.
Auch auf Arbeit. Da gilt man als altmodisch, soll sich nicht so anstellen und mal etwas zugänglicher werden.
Da wird man mit Handyfotos zugeballert...

Hallo hic,
oh weh, das klingt ja auch schlimm. Die Leute, die sich dann so tolerant anderen gegenüber zeigen und ja so weltoffen sind, verstehen Unsereiner nun offenbar nicht.
Ja, ich liebe meine Heimat. Mit ihren Traditionen, ihren Dialekten, ihrer Natur und den Menschen hier. Ich bemühe mich Brauchtum zu erhalten, Altes zu bewahren und Rituale aufrecht zu erhalten.
Ich glaube, das ist meine ewige Aufgabe.
In die Welt hinaus tragen muss ich mich nicht, aber wer herkommen möchte, dem zeige ich gern meine kleine Welt.

------------------------------------------

Kurz um, jeder wie er mag.
In diesem Sinne mag ich euch Dank sagen, für eure Beiträge.
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Alt 16.12.2019, 11:42   #23
männlich dr.Frankenstein
 
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Ein qubikmeter Erde bitte
Ich möchte Pilgern mit dem Zugfleug an überfüllten Stränden meine Zeit verschwenden und an Ständen Stunden stehen
Ich möchte in Usbekistan Deutsche treffen um Radeberger mit ihnen zu trinken.
Das Kreuzfahrt Rätsel im Einkaufspassagenlabyrinth möchte sich lösen und mir den Anker aus der Seele ziehen.
Ich geh niemals raus, auch nicht im Urlaub.
Ich möchte niemand kennenlernen in meiner Strandmuschel. Wo jede Familie für sich sitzt.
Außer aufm Dampfer, da sitzt einer mit am Tisch.
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Alt 16.12.2019, 11:43   #24
männlich Heinz
 
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Lieber Nöck,
Deine Vorlieben in allen Ehren (und für mich nachvollziehbar). Jetzt kommt das "Aber": Aber Du warst noch nie in Armenien. Als ich das erste Mal da war, glaubte ich "zuhause" angekommen zu sein. So, wie Goethe Griechenland mit der Seele suchte (und nie da war), habe ich unbewusst das Land meiner Seele gesucht und in Hayastan gefunden.
Liebe Grüße,
Heinz
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Alt 17.12.2019, 07:35   #25
weiblich Unar die Weise
 
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Zitat:
Zitat von Heinz Beitrag anzeigen
Lieber Nöck,
Deine Vorlieben in allen Ehren (und für mich nachvollziehbar). Jetzt kommt das "Aber": Aber Du warst noch nie in Armenien. Als ich das erste Mal da war, glaubte ich "zuhause" angekommen zu sein. So, wie Goethe Griechenland mit der Seele suchte (und nie da war), habe ich unbewusst das Land meiner Seele gesucht und in Hayastan gefunden.
Liebe Grüße,
Heinz
Sowas hab ich schon öfter gehört. Schön, wenn sich jemand in einem anderen Land zu Hause fühlen kann. Vielleicht hast du, in einem früheren Leben, mal dort gewohnt. Oder Vorfahren dort.
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Alt 17.12.2019, 07:38   #26
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Zitat:
Zitat von dr.Frankenstein Beitrag anzeigen
Ein qubikmeter Erde bitte
Ich möchte Pilgern mit dem Zugfleug an überfüllten Stränden meine Zeit verschwenden und an Ständen Stunden stehen
Ich möchte in Usbekistan Deutsche treffen um Radeberger mit ihnen zu trinken.
Das Kreuzfahrt Rätsel im Einkaufspassagenlabyrinth möchte sich lösen und mir den Anker aus der Seele ziehen.
Ich geh niemals raus, auch nicht im Urlaub.
Ich möchte niemand kennenlernen in meiner Strandmuschel. Wo jede Familie für sich sitzt.
Außer aufm Dampfer, da sitzt einer mit am Tisch.
Ich hab auch so ein Muschelsyndrom. Ich träume ja immer von einem kleinen Haus, tief im Wald, bei dem es eine Mutprobe ist vorbeizugehen. Wenn das gesammte Dorf dann von der alten Hexe spricht, wenn man über mich redet, hab ichs geschafft.
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Alt 17.12.2019, 10:43   #27
männlich dr.Frankenstein
 
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Oder sie brechen bei dir ein
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Alt 17.12.2019, 13:30   #28
weiblich Unar die Weise
 
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Äh...Nein, sicher nicht!
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Alt 17.12.2019, 13:32   #29
männlich Ex-Eisenvorhang
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Zitat:
Zitat von Unar die Weise Beitrag anzeigen
Ich hab auch so ein Muschelsyndrom. Ich träume ja immer von einem kleinen Haus, tief im Wald, bei dem es eine Mutprobe ist vorbeizugehen. Wenn das gesammte Dorf dann von der alten Hexe spricht, wenn man über mich redet, hab ichs geschafft.
Dann musste bei mir einziehen, ich hab so ein Haus im Wald!
Aber ich warne dich, ich wohn im Keller.

vlg

EV
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Alt 17.12.2019, 13:34   #30
weiblich Unar die Weise
 
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Okay, ich nehm den Dachboden.
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Alt 17.12.2019, 13:35   #31
männlich Ex-Eisenvorhang
abgemeldet
 
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Geht nicht, das haben schon paar versucht und die liegen da noch rum, Platz wäre noch neben dem Kühlschrank oder im Zwinger.
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Alt 17.12.2019, 13:36   #32
weiblich Unar die Weise
 
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Kann ich mich nicht einfach dazwischenlegen? Stille Gesellschaft mag ich.
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Alt 17.12.2019, 13:39   #33
männlich Ex-Eisenvorhang
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Ja, nu klar. Müssen nur noch den Antrag auf Bedarfsgemeinschaft stellen.
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