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Lebensalltag, Natur und Universum Gedichte über den Lebensalltag, Universum, Pflanzen, Tiere und Jahreszeiten.

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Alt 21.06.2013, 05:43   #1
weiblich Rosenblüte
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Standard Unendlich

Wie ein Wassertropfen
Auf dem heißen Stein
So scheint unser Leben

So begrenzt und klein
Ein ganz kurzer Traum
Rasch zu Ende eben

Trost erfährt ein Tropfen
Ruhend auf dem Stein
Ohne trüben Sinn

Planvoll tanzt er fein
Fast unsichtbar klein
Einst zur Wolke hin

Neues leichtes Leben
Rosenblüte ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2013, 08:11   #2
weiblich simbaladung
 
Dabei seit: 07/2012
Alter: 63
Beiträge: 3.056

Guten Morgen, Rosenblüte,

ein schönes Bild, fein gezeichnet, ohne "Firlefanz",
klar und fein, wie der Wassertropfen.

lg simbaladung

Für mich brauchte es den letzten Vers nicht.
simbaladung ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2013, 12:56   #3
weiblich Rosenblüte
abgemeldet
 
Dabei seit: 05/2010
Beiträge: 2.164

Hallo simsaladung,

ich danke dir!

Die letzte Zeile muss aus zwei Gründen sein.

Der erste Grund: Sie stellt eine Art Fazit dar. Alles vergeht, Neues entsteht daraus - der Lauf der Natur.

Der zweite Grund wird noch nicht verraten. Aber vielleicht errätst du ihn ja.

Lieben Gruß
Rosenblüte
Rosenblüte ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2013, 13:08   #4
weiblich simbaladung
 
Dabei seit: 07/2012
Alter: 63
Beiträge: 3.056

Hi, Rosenblüte,

ich denk, ich weiß schon, was du meinst. Für mich steckt das schon im Titel. Und eigentlich ergibt es sich, für mich, auch aus dem Bild!

Grüße zurück,
simbaladung
simbaladung ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2013, 13:27   #5
weiblich Rosenblüte
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Dabei seit: 05/2010
Beiträge: 2.164

Genau!

Lieben Gruß
Rosenblüte
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Alt 21.06.2013, 16:30   #6
Ex-zonkeye
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Dabei seit: 05/2011
Beiträge: 505

Zitat:
Wie ein Wassertropfen
Auf dem heißen Stein
So scheint unser Leben
Hallo Rosenblüte, die bekannte Metapher schriebe sich "… auf den heißen Stein", wie Du ja sicher selber weißt. Der Leser stolpert also zunächst über das „m“ und kommt ins Grübeln: Ein lyrisches „Wir“, das den Leser mit vereinnahmt, sieht „uns“ als Hilflose, wenn es ans Löschen geht. Etwas anderes als einen „Löschvorgang“ kann man hier nicht unterstellen - in der freien Natur kommen ja kaum Steine vor, die so heiß würden wie ein Bügeleisen oder ein Pizzaofen. Und wenn doch, dann gibt’s da garantiert kein Wasser.
Zitat:
So begrenzt und klein
Ein ganz kurzer Traum
Rasch zu Ende eben
Wenn also der Tropfen versprüht wurde, um zu retten oder zu helfen (s. o.), kann er nicht Gegenstand eines Traumes gewesen sein, sondern nur ein vergeblicher Versuch. Leser mit einem gewissen Selbstwertgefühl (Angesehene Geschäftsführer, gute Musiker, erfolgreiche Ärzte, bei den Schülern beliebte Lehrer, eine aufopfernde Mutti, ein treusorgender Pappi, ein Lebensretter, Mitglieder einer knuddelige Boygroup etc. etc. etc. etc.) sehen sich garantiert anders als Du uns hier in toto darstellen möchtest.
Zitat:
Trost erfährt ein Tropfen
Ruhend auf dem Stein
Ohne trüben Sinn
Wo sollte plötzlich Trost sein, wenn das bisschen Nichts, das wir Deiner Meinung nach darstellen, sinnlos verdampfte? Und falls Sinn wäre: wieso kein trüber, wenn’s doch ans Sterben geht?
Zitat:
Planvoll tanzt er fein
Fast unsichtbar klein
Einst zur Wolke hin
Und jetzt doch plötzlich Planvolles? Ich wäre da nicht so sicher – nicht jedes Wassermolekül schafft es bis in die Dampfform, und ob es in einer Wolke wirklich glücklicher ist als im Ozean, in Deinem Gewebe oder in einem Bierglas, muss dahinstehen.
Zitat:
Neues leichtes Leben?
Ich stell mir vor, es würde eine Hagelwolke aus dem Dampf dieses Gedichtleins, und deren Inhalt zerschmetterte in Sekundenschnelle die Glasveranda des Hobbydichters. Keine gewagte Hypothese bei der momentanen Wetterlage!

Tipp, Rosenblüte: Beim Einbezug physikalischer Momente in Elegien die Naturgesetze und ihr Potential nicht ganz außer Kraft setzen und, vor allem, nicht gleich die gesamte Leserschaft eindampfen wollen. Zu viel Widersprüchliches erzeugt zu viele Widersprüche.

Heitere Grüße

z
Ex-zonkeye ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2013, 18:13   #7
weiblich Rosenblüte
abgemeldet
 
Dabei seit: 05/2010
Beiträge: 2.164

Hallo zonkeye,

gleich vorweg: Dieses Gedicht ist nicht als naturwissenschaftliche Abhandlung gedacht. Vielmehr bediene ich mich des Mittels der Metapher ("Wie ein Wassertropfen ... So scheint unser Leben").

Die Form des Akrostichons (simsaladung hat es gleich erkannt) hat mir in der Ausführung gewisse Grenzen auferlegt, die in einem normalen Gedicht, dessen Inhalt sich auf Anhieb erschließen würde, zu vermeiden gewesen wären.

Zu deinen Kritikpunkten im Einzelnen:
Zitat:
Wie ein Wassertropfen
Auf dem heißen Stein
So scheint unser Leben
Frage und Antwort aus gutefrage.net:

Zitat:
was meint man, wenn man das sprichwort "wie ein tropfen auf dem heißen stein" sagt??

Das bedeutet, dass das was man tut eigentlich nichts bringt. Ein tropfen auf einem heißen Stein verdunstet sofort und hat kein Effekt.
So erscheint auch unsere physische Existenz: zeitlich begrenzt und sehr unbedeutend angesichts der Totalität des Todes.

Oh, selbstverständlich wird ein Stein heiß, wenn er von der prallen Sonne beschienen wird. Das kannst du selbst nachprüfen.

Zitat:
Trost erfährt ein Tropfen
Ruhend auf dem Stein
Ohne trüben Sinn
Anders als der Mensch, der sich zuweilen trübsinnig den Kopf zerbricht und Todesängste aussteht, ruht der Tropfen auf dem Stein ohne dieses Bewusstsein und schwindet einfach so dahin. Zugegeben, er empfindet auch keinen Trost. Jedoch kann es für uns Menschen durchaus ein tröstlicher Gedanke sein, dass wir in anderer Form, in welcher auch immer, weiter existieren.

Zitat:
Planvoll tanzt er fein
Fast unsichtbar klein
Einst zur Wolke hin
Viele kleine Tropfen, die verdunsten, werden zur Wolke. Wie gesagt, eine Metapher.

Planvoll – darunter mag jeder etwas anderes verstehen, abhängig davon, ob er Naturwissenschaftler, Stoiker, Buddhist oder Christ ist. In diesem Beispiel könnte man es ruhig Chi nennen, die Lebensenergie, die alles durchdringt – unbegrenzt, unendlich, fließend.

Zitat:
Neues leichtes Leben
Ein Mensch, der nicht andauernd um sein bisschen Leben bangt, hat es bestimmt leichter. Ein Wassertropfen ist leicht und hat es garantiert leicht. Er braucht sich mit derlei Fragen nicht herumzuquälen.

Vom getrösteten Tropfen abgesehen, der sich unter dichterischer Freiheit verbuchen lässt und dem Akrostichon geschuldet ist, vermag ich keine Widersprüche zu erkennen.

Gruß Rosenblüte
Rosenblüte ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2013, 23:59   #8
Ex-zonkeye
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Beiträge: 505

Ein Stein, von der Sonne beschienen und darob so heiß, dass aus unerfindlicher Weite hertröpfenldes Wasser auf ihm verzischte, ist weder mir noch Herrn Humboldt je begegnet. Keinesfalls kann dein Mini-Feuchtgebiet als pars pro toto herhalten, o Rosenblüte. Er wäre ein Sonderfall im Universum.

Was Du Dir ausdenkst, wenn du Dein Plätteisen bespuckst, bevor Du es schwingst, ist Dir freilich unbenommen. Aber sei so gut - Herr Humboldt selig ebensowenig wie die kleine zonkeye mögen von Dir mitgegeplättet werden, und sei's auch nur lührisch. Du hast immer noch dass falsche Dativ-emm im Speicher.

Tante Google ist leider oft ein ganz schlechter Ratgeber, nicht nur dann, wenn man nach der Befindlichkeit eines Wassermoleküls sucht. Auch wenn Du dir nicht vorstellen magst, dass manche Deiner Mitmenschen sich nicht als Ameisen sehen, sondern, statt nur zu stoffwechseln, z. B. ein paar hundert jungen Menschen dabei behilflich sind, den Dreisatz zu begreifen und das Klassenziel damit zu erreichen: Das Leben jenseits Deines lyrischen Mikrokosmos findet trotzdem statt.

Ich finde, das ist gut so. Dass Du Dein lyrisches Ich und Dein lyrisches Dasein anders siehst als die eben erwähnten Schüler, stört niemanden. Wenn du möchtest, dass sie wirklich Anteil nähmen an Deiner ganz speziellen Sicht, solltest du ihnen erklären, weshalb, statt sie ungefragt mit auf Deine Herdplatte zu legen. Es ist Deine, nicht ihre.

lg

z
Ex-zonkeye ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.06.2013, 00:10   #9
weiblich Rosenblüte
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Beiträge: 2.164

Ach zonkeye, wir reden mal wieder aneinander vorbei. Gedichte erheben keinen Anspruch auf Objektivität. Sie geben die subjektive Sicht des Autors wieder.

Egal. Deine Kommentare zergehen auf der Zunge wie ein Tropfen auf dem heißen Stein, so kurzweilig sind sie.

Gruß Rosenblüte
Rosenblüte ist offline   Mit Zitat antworten
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