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Humorvolles und Verborgenes Humorvolle oder rätselhafte Gedichte zum Schmunzeln oder Grübeln.

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Alt 14.09.2018, 07:55   #1
männlich Nöck
 
Benutzerbild von Nöck
 
Dabei seit: 12/2009
Ort: In den Auen des Niederrheins
Beiträge: 1.448

Standard Der Brauerlehrling

Hat der greise Altbierbrauer
sich doch einmal wegbegeben,
wie ich Düsseldorf bedauer,
was für ein verkorkstes Leben.
Obergärig brauen,
welch verirrter Brauch,
mich beschleicht das Grauen,
Kölsch, das liebt der Bauch.
Braue, braue,
Zunft und Gilden,
dass die milden
Biere fließen
und nicht Düsseldorf versaue,
was wir fern in Köln genießen.

Und nun kommt, wir wollen feiern,
lasst die dunkle Altbiersose,
davon müsst ihr doch nur reihern,
geht euch gar noch in die Hose.
Kölsch wird euch gefallen,
schmeckt auch dir und mir,
lasst es munter wallen,
unser kölsches Bier.

Froh genießen,
Früh und Mühlen,
Kehlen kühlen,
welche Wonne.
Lasst das Kölsch in Strömen fließen,
leuchtet es doch wie die Sonne.

Ach, da kommt der Meister!
„Herr, du glaubst es nicht!
Altbier schmeckt wie Kleister,
Kölsch ist ein Gedicht!“

„Oh du Ausgeburt aus Kölle,
soll die ganze Stadt das saufen?
Dieser Trank ist viel zu helle,
das wird hier bei uns nicht laufen.
Die verruchte Brühe,
die nicht schmecken will,
trinken höchstens Kühe.
Kölner, schweige still!

„In die Hölle,
Kölner Jecken,
weg vom Becken,
geht als Brauer
oder Köbes doch nach Kölle.
Kölner werden niemals schlauer!“

Goethes "Zauberlehrling" nachempfunden
Nöck ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.09.2018, 09:18   #2
männlich MiauKuh
 
Dabei seit: 08/2017
Beiträge: 1.567

Hallo Nöck!

Gestaten? Vorab: cooool, ein bisschen Änderung schlage ich vor, und amüsiere mich. Den Ton hast du getroffen.

Zitat:
Zitat von Nöck Beitrag anzeigen
Hat der greise Altbierbrauer
sich doch einmal wegbegeben,
wie ich Düsseldorf bedauer,
was für ein verkorkstes Leben.
Obergärig brauen,
welch verirrter Brauch,
mich beschleicht das Grauen,
Kölsch, das liebt der Bauch.
Braue, braue,
Zunft und Gilden,
dass die milden
Biere fließen
und nicht Düsseldorf versaue,
was wir fern in Köln genießen.

Und nun kommt, wir wollen feiern,
lasst die dunkle Altbiersose,
davon müsst ihr doch nur reihern,
geht euch gar noch in die Hose. / und es geht euch in die Hose? hier finde ich, dass das "geht" nicht richtig im "Fall"? passt? ihr müsst reihern, geht euch in die Hose. Das ist grammatikalisch nicht richtig.
Kölsch wird euch gefallen,
schmeckt auch dir und mir,
lasst es munter wallen,
unser kölsches Bier.

Froh genießen,
Früh und Mühlen,
Kehlen kühlen,
welche Wonne.
Lasst das Kölsch in Strömen fließen,
leuchtet es doch wie die Sonne.

Ach, da kommt der Meister!
„Herr, du glaubst es nicht!
Altbier schmeckt wie Kleister,
Kölsch ist ein Gedicht!“

„Oh du Ausgeburt aus Kölle,
soll die ganze Stadt das saufen?
Dieser Trank ist viel zu helle,
das wird hier bei uns nicht laufen. // das -> der
Die verruchte Brühe,
die nicht schmecken will,
trinken höchstens Kühe. /Muuh
Kölner, schweige still! /schweige -> schweiget? (ist frecher, passt zum Wortschatz vielleicht besser), der Kölner oder die vielen Kölner?

„In die Hölle,
Kölner Jecken,
weg vom Becken,
geht als Brauer
oder Köbes doch nach Kölle.
Kölner werden niemals schlauer!“

Goethes "Zauberlehrling" nachempfunden
Amüsaaaaant, ich fands gut und hab mich gerne dran beteiligt.
Sauferei ist immer ein Grund für ein gutes Gedicht.
Mög die Suppe fließen! Ha.

:-) Das war spaßig.
MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2018, 10:27   #3
gummibaum
 
Dabei seit: 04/2010
Alter: 65
Beiträge: 10.695

Sehr schön! Statt Goethes Wasser, Nöcks Bier.

Vollendet ins vorgegebene Versmaß und Thema einpasst.

(Der aus Köln stammende Lehrling will die Düsseldorfer vom neuartigen, hellen, milden, untergärigen Bier überzeugen. Aber der Meister kommt noch rechtzeitig zurück, und es bleibt beim alten, dunklen Bier (Altbier) aus obergäriger Hefe.)

Mit großer Freude gelesen.

LG g
gummibaum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2018, 10:50   #4
männlich Heinz
 
Benutzerbild von Heinz
 
Dabei seit: 10/2006
Ort: Hilden, NRW
Beiträge: 4.290

Lieber Nöck,
amüsant und ohne Bösartigkeiten nimmst Du den alten Streit zwischen Düsseldorf und Köln auf die Schippe. (Ich bedaure mitteilen zu müssen, dass auf meiner Tastatur unten links an zweiter Stelle immer noch "Alt" steht und eine Tastatur mit "Kölsch" zu bekommen, erweist sich als schwierig.
Für Wenig-Biertrinker sollte aber erwähnt werden, dass es sich bei beiden Getränken um obergäriges Bier handelt.
Liebe Grüße,
Heinz
Heinz ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2018, 11:15   #5
gummibaum
 
Dabei seit: 04/2010
Alter: 65
Beiträge: 10.695

Als "Wenig-Biertrinker" ist mir ein Fehler unterlaufen.

Danke, lieber Heinz.

LG g
gummibaum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2018, 22:42   #6
Thing
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Beiträge: 35.424

Lieber Nöck,

ein Favorit!!!
gummibaum hat mir aus dem Herzen gelobt.

Lieben Gruß
von
Thing
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.09.2018, 12:55   #7
weiblich Letreo71
 
Benutzerbild von Letreo71
 
Dabei seit: 01/2014
Ort: Niedersachsen
Alter: 47
Beiträge: 3.883

Wieder ein tolles Gedicht, lieber Nöck. Ich muss dich leider abonnieren.

Köstlich, auch für Nicht-Biertrinker. obwohl, so ein schönes, dunkles Hefe...

Lieben Gruß

Letreo
Letreo71 ist offline   Mit Zitat antworten
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