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Alt 13.06.2021, 08:46   #265
weiblich Ilka-Maria
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Der Trailer wird kaum etwas verraten. Die Chaplin gerät in eine dekadente Familie, deren Angehörige jeder eine eigene Macke hat. Völlig durchgeknallt Sie befindet sich in einem schutzlosen Raum, der ihr zum Verhängnis wird.

Offensichtlich wollte Saura mit seinen Figuren Sinnbilder für den Zustand der zu Ende gehenden Franco-Ära darstellen: reaktionär, krank, bigott und dem Untergang geweiht.

Die Chaplin hat mit Saura mehrere Filme gemacht, u.a. "Du wirst noch an mich denken". Alle seine Filme sind sehr ruhig, aber psychologisch tiefsinnig.
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Alt 13.06.2021, 14:58   #266
männlich Ex-Ralfchen
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hab den schon aber nur espanol



https://www.youtube.com/watch?v=B1-F_9UNbi4
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Alt 18.06.2021, 09:51   #267
weiblich Ilka-Maria
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Habe mir auf ARTE "The Dressmaker" mit Kate Winslet angesehen und fühlte mich gut unterhalten. Der Film hält wunderbar die Balance zwischen Komödie und Tragödie, was nicht jeder Story gelingt; die Figuren sind herrlich skurril und die Kostüme atemberaubend schön. Judy Dench ist in der Rolle der übergeschnappten Mutter der Protagonistin eine Wucht.

Der Film ist in der Mediathek noch verfügbar.
https://www.arte.tv/de/videos/095072...e-schneiderin/
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Alt 18.06.2021, 13:18   #268
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Den habe ich schon einmal gesehen, der ist echt klasse. Auch von mir wärmstens empfohlen.
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Alt 25.06.2021, 00:18   #269
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Ich habe – ich schaue eigentlich sehr wenig – sicher 2000 Bluray und 1000 DVD in meinen Ablagen. vorgestern habe ich mir sicher zum fünften oder sechsten PULP FIKTION angeschaut - ein geiler Film. Und gestern noch einmal - ich denke auch zum vierten Mal - EVENT HORIZON...mit LAURENCE FISHBURN und SAM NEIL und Ein unglaublich wirrer Film. Nun habe ich endlich in meinem Movie Theater TV Apple TV und den Sony Media Player von meinem 4K Beamer angeschlossen. Nun kann ich dann wenn ich mich eigentliche bei Netflix alle neuen Filme sehen. Das ist eher selten der Fall weil ich kaum fernsehe aber es gibt gute Movies die muss man sich anschauen
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Alt 25.06.2021, 00:54   #270
weiblich Ilka-Maria
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Auf Netflix kann ich verzichten, was dort produziert wird, hat mit Kinokunst, soweit ich informiert bin, nichts mehr zu tun. Mit der hohen Kunst der Darstellung scheint es den Bach runterzugehen, denn auf eine solide Ausbildung wird bei den Schauspielern - oder was man darunter noch zu verstehen hat - bei den Streaming-Diensten immer öfter verzichtet, soweit es sich um deren eigenen Produktionen handelt. Wenn ich an Schauspieler wie Michael Caine (den ich für einen der größten halte) oder Robert de Niro denke, können mir die Tränen kommen, was die Zukunft des Films angeht. Solche Großmeister wird es nicht mehr geben. Nur noch Massenproduktion für den schnellen Konsum.

Da greife ich lieber auf die Mediathek von ARTE zurück.

Außerdem habe ich noch über tausend Filme auf Vorrat. So alt kann ich gar nicht mehr werden, um alle anzuschauen.

"Event Horizon" finde ich übrigens klasse, den habe ich auch in meiner Sammlung.
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Alt 25.06.2021, 23:10   #271
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen

Da greife ich lieber auf die Mediathek von ARTE zurück.

Außerdem habe ich noch über tausend Filme auf Vorrat. So alt kann ich gar nicht mehr werden, um alle anzuschauen.

"Event Horizon" finde ich übrigens klasse, den habe ich auch in meiner Sammlung.

Bist du so lieb und erklärst mir wie ich an diese Mediathek von ARTE herankomme
Danke
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Alt 26.06.2021, 05:03   #272
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Ralfchen Beitrag anzeigen
Bist du so lieb und erklärst mir wie ich an diese Mediathek von ARTE herankomme
Danke


Was gibt es da zu erklären?

Nun gut: Du rufst das Internet auf und gibst "www.arte.tv" ein. Im Menü "Kino" kannst du dir das aktuelle Angebot anschauen, und daraus wählst du den Film, den du sehen möchtest.

https://www.arte.tv/de/

Gestern habe ich mir auf ARTE "Captain Future" mit Viggo Mortensen angesehen. Nichts Spektakuläres, aber toll gespielt. Es geht um einen Witwer, der seine sechs Kinder "naturverbunden" großzieht, angesichts der Beerdigung seiner Frau jedoch mit der sogenannten zivilisierten Welt in Konflikt gerät und Gefahr läuft, das Sorgerecht für seine Kinder zu verlieren. Es ist eine ziemlich ruhige Geschichte, aber ich habe mich dabei ertappt, nach dem Film lange darüber nachzudenken. Ein paar Dinge erfordern Vorwissen, so z.B., wenn ein Bild des Philosophen Noam Chomsky auftaucht, auf den sich das Weltbild des Vaters bezieht. Oder ein Gespräch über den Erziehungsexperten Dr. Spock, den in Deutschland niemand kennt, der aber in den U.S.A. eine Berühmtheit ist und über den ich auch nur deshalb Bescheid weiß, weil mir meine amerikanische Tante in den 70er Jahren ein Buch von ihm geschenkt hatte. Diese Momente könnten deutsche Zuschauer verwirren, für die Gesamtheit der Story sind sie aber unwesentlich.
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Alt 26.06.2021, 13:29   #273
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Türlich weiß ich wie man grundsätzlich alle diese Dinge macht nur ich wusste nicht dass ARTE so etwas anbietet. Muss man da ein Konto eröffnen ich schau mir das einmal an. Danke jedenfalls noch mal für den Tipp
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Alt 26.06.2021, 13:34   #274
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Zitat:
Zitat von Ralfchen Beitrag anzeigen
Muss man da ein Konto eröffnen
Nein. Das ist öffentlich-rechtliches Fernsehen, ein deutsch-französisches Gemeinschaftsunternehmen zur Pflege der Kultur. Ich weiß jedoch nicht, ob die Plattform für Österreich empfangbar ist.

Viele ARTE-Beiträge, vor allem die Dokumentationen, sind aber auch über youtube abrufbar, z.B. diese Doku über die hervorragende Anna Magnani:
https://www.youtube.com/watch?v=SUJIrzfeBck
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Alt 26.06.2021, 21:04   #275
Kurt
 
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Da in diesm Faden schon existent, möchte ich nochmals Hitchcock erwähnen.
Ich finde z.B., sein Film "Frenzy" steht "Vertigo" in nichts nach.
Außerdem dann darin noch die Szene in der die Frau des Kriminalkommissars ihm ein besonders exclusives Luxusmenü kocht: etwas vom Witzigsten überhaupt, das man in Filmen zu sehen bekommen hat..
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Alt 27.06.2021, 02:09   #276
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Zitat:
Zitat von Kurt Beitrag anzeigen
Ich finde z.B., sein Film "Frenzy" steht "Vertigo" in nichts nach.
Da bin ich völlig anderer Meinung. "Vertigo" ist ein Meisterwerk und gilt als der beste Film, der jemals gedreht wurde. Die Story ist komplex, geht psychologisch tief und wurde von den Schauspielern und dem Kameramann exzellent umgesetzt. Jede einzelne Einstellung ist eine Analyse wert. Die Zoom-Szene, die Scotties Schwindelgefühl und Höhenangst demonstrieren soll, hat Filmgeschichte geschrieben. Die Farbauswahl ist spektakulär und eine eigene Betrachtung wert. Dazu kommt der eindringliche Soundtrack von Bernard Herrmann. Paul Hyder (neben weiteren Autoren) hat einer Analyse dieses Films ein ganzes Buch gewidmet:
https://www.amazon.de/HITCHCOCKS-VER...4751585&sr=8-1

Dagegen ist "Frenzy" nur eine Krimi-Geschichte unter vielen ähnlichen, der man die Bühnenstück-Adaption leider in jeder Szene anmerkt: Einheit der Handlung, des Ortes und der Zeit. Für so etwas braucht man keine Kamera, ein Guckkasten wie die Schaubühne reicht völlig aus. Der Story fehlen Tiefe und Rafinesse. Selbst Hitchcocks "Marnie" und "Die Vögel" sind um Klassen besser als "Frenzy", nicht zu vergessen "North by Northwest" und "The Man Who Knew too Much". Eine Szene wie die der überspannten Hausfrau mag ja witzig anmuten, kann aber nicht einen ganzen Film tragen.

https://www.youtube.com/watch?v=G7-C3I4Iqy4
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Alt 07.07.2021, 08:42   #277
weiblich PetScha
 
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Standard Free Solo

"Free Solo" ist ein Dokumentarfilm, der den Freikletterer Alex Honnold bei den Vorbereitungen zu und auf seiner Klettertour auf die 975 Meter hohe Granitfelsformation El Capitan im Yosemite National Park begleitet, die er ohne technische Hilfs- und Sicherungsmittel begeht.

Ich habe mit Sport - und erstrecht Extremsport - nichts oder bestenfalls sehr sehr seeehr wenig am Hut und Sportdokumentationen interessieren mich deshalb eher selten. Und wäre 'Free Solo' lediglich ein weiterer Film der Kategorie, die nur die sportliche Höchstleistung würdigt, hätte er mich wohl - im Großen und Ganzen - kalt gelassen; doch diese Dokumentation konnte mich für eine Sportart erwärmen zu der ich bisher keinerlei Zugang hatte. Genauer gesagt: Freikletterer hielt ich für geltungssüchtige Spinner, die für den Adrenalinkick unnötig ihr Leben aufs Spiel setzen. Alex Honnold, dessen Werdegang in 'Free Solo' nachgezeichnet wird, hat meine diesbezügliche Meinung nachhaltig geändert. Die Filmmacher verlieren das Extremsportereignis nie aus dem Fokus, aber im Mittelpunkt steht der Sportler: Nach und nach erfährt der Zuschauer, was den Profibergsteiger motiviert, was ihn seit frühester Jugend antreibt, wie das Freiklettern ihn selbst und sein Leben verändert hat und mit welcher Hingabe er sich seinem Sport widmet. Ja, aus Sicht von uns 'normalen' Menschen bleibt es verrückt, welchem Risiko sich Honnold immer wieder freiwillig aussetzt und ganz sicher ist er ein Besessener; aber ein Spinner? Wohl kaum! Wer sieht, wie hart der Mann trainiert, wie akribisch er sich auf seine Touren vorbereitet, wie er über Jahre jeden Fingerbreit der Felswand erforscht, um den 'sichersten' Weg hinauf auszutüfteln, der begreift, dass es beim Freiklettern um sehr viel mehr als leichtsinnigen Nervenkitzel geht. Der tiefere Sinn dieser Höhenakrobatik erschließt sich dem Zuschauer aber erst vollständig, wenn sich der Freikletterer in 750m Höhe auf einem Felsvorsprung, auf dem sich außer ihm wohl nur Bergziegen und flugfähige Vögel wohl fühlen können, zur Kamara umdreht und man den Ausdruck von Glück (-seligkeit) auf seinem Gesicht erkennt: Hier wird offensichtlich, dass es dem Extremsportler tatsächlich gelingt, sich für die Dauer des Aufstiegs komplett von Angst - von allen weltlichen Sorgen - zu befreien. In solchen nervenaufreibend spannenden Szenen zeigt sich die Klasse dieses Dokumentarfilms: Die Faszination, die El Capitan auf Alex Honnold ausübt und seine Gewissheit, dass er sich gut genug vorbereitet hat, um die Herausforderung der Free Solo Besteigung endlich annehmen zu können, wurde mit sicherem Gespür auf die Zuschauer übertragen und das löscht jeden voyeuristischen Hintergedanken, der nur auf die Tragödie lauert, aus. Wir gaffen nicht, wir erleben mit!

Eine außergewöhnliche Dokumentation, die völlig zu Recht mit einem Oscar ausgezeichnet wurde: Beeindruckend und inspirierend!

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Wolfgang M. Schmitts Format Filmanalyse kenne und schätze ich. Ich teile seine Meinung zwar nicht immer, aber er hat mir schon so manchen Denkanstoß mitgegeben und sein kritischer Blick auf Filme ist auf jeden Fall einzigartig und sehr unterhaltsam. Möchte an dieser Stelle auch mal auf seinen Podcast "Wohlstand für Alle" aufmerksam machen, den er gemeinsam mit Ole Nymoen betreibt. Die beiden sprechen über - ich zitiere: "Ökonomie im weiteren und engeren Sinne – locker, unkonventionell und unorthodox sowie mit Lust an der Erkenntnis." Aktuell besprechen sie die Wahlprogramme der Parteien, die wahrscheinlich nach der kommenden Wahl im Bundestag vertreten sein werden.
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Alt 31.07.2021, 22:21   #278
weiblich Ilka-Maria
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Gerade habe ich eine aktuelle Doku auf ARTE über die Wagenrennen im antiken Rom gesehen. Für alle Fans des Monumentalfilms, insbesondere "Ben Hur" in der Erstverfilmung noch zu Stummfilmzeiten wie auch die legendäre Zweitverfilmung mit Charlton Heston, ein Leckerbissen. Die Doku weist nämlich nach, wie gut die Filmleute die Details rund um das Wagenrennen recherchiert und so authentisch wie möglich ins Bild gesetzt hatten.

Hier der Link:
https://www.arte.tv/de/videos/075771...ot-und-spiele/

Die Doku zeigt, aus welchen Gründen es extrem schwer ist, eine Vierergespann zu dirigieren. Im Film wird das nur kurz in dem Beratungsgespräch, das Ben Hur mit dem Scheich führt, thematisiert. Aber schon daran sieht man, dass recherchiert worden war.

Gezeigt wird nach Nachbau eines Rennwagens, der extrem leicht sein musste. Im Film wirken die Rennwagen kompakter und schwerer - das stimmt also nicht, war aber wahrscheinlich zum Schutz der Schauspieler und Stuntmen nicht anders machbar.

Was ich nicht wusste: Die beiden äußeren Pferde der Quadriga sind nicht mit dem Rennwagen verbunden, nur die beiden inneren Pferde, die ihn ziehen. Der Wagenlenker hält für jedes Pferd die Lederriemen in den Händen, muss also auf jedes Pferd ständig individuell eingehen, um Kurven zu meistern, das Tempo zu zurückzunehmen und wieder zu beschleunigen usw. - der helle Wahnsinn. Denn gleichzeitig muss er seinen Stand bei jedem Meter ausbalancieren. Das geht in die Knochen. Jedes Rennen musste acht bis neun Minuten durchgehalten werden - genauso lange dauert auch das Wagenrennen im Film.

Die Anzeige, wieviele Runden gefahren wurden, ist authentisch: Sie wurden tatsächlich mit Delphin-Figuren angezeigt.

Ich hatte mich bei dem Film immer gefragt, warum sich Messala nach dem Zusammenbruch seines Wagens von den Pferden zum Krüppel schleifen ließ, statt die Zügel einfach loszulassen. Die Doku gibt Aufschluss: Die Wagenlenker waren mit den Lederriemen verbunden. Sie konnten nicht loslassen.

Bestätigt wurde, dass in der Arena fast alles erlaubt war. Es war ein nahezu rechtloser Raum.

Beeindruckende Erkenntnis: Auch damals gab es eine Fanszene, Schlägereien zwischen den Parteien, Zugehörigkeitsfarben in der Kleidung, Fanartikel zu kaufen usw.

Unglaubwürdig an dem Film "Ben Hur" war indessen, dass sich ein Tribun wie Messala selbst als Wagenlenker in Szene setzt. Wagenlenker entstammten der Sklavenschicht und waren selbst dann, wenn sie nach vielen Siegen zu Stars aufgestiegen waren, nicht angesehen. Andererseits ist von Kaiser Caligula bekannt, dass er zu seinem Vergnügen selbst als Gladiator in die Arena ging. Es scheint also auch damals schon Menschen gegeben zu haben, die sich für den Kick ihres Lebens auf eine niedrigere Standesstufe einließen.

Es gibt in der Doku noch viele andere Details, die bestätigen, welch hohe Qualität der Film "Ben Hur" aufweist. Ich glaube, noch heute ist er der Film mit den meisten Oscars. Zu recht.
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Alt 01.08.2021, 03:51   #279
männlich Ex-Ralfchen
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Das ist eine sehr geile Information… schaue ich mir demnächst an. Punkt. Danke



Ich habe mir gerade - sicher zum fünften Mal - A FISH CALLED WANDA angesehen und mich total schief gelacht da ändert sich nichts. Diese Besetzung und das Drehbuch von John Cleese unglaublich...
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Alt 01.08.2021, 06:50   #280
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Zitat:
Zitat von Ralfchen Beitrag anzeigen
Ich habe mir gerade - sicher zum fünften Mal - A FISH CALLED WANDA angesehen und mich total schief gelacht da ändert sich nichts. Diese Besetzung und das Drehbuch von John Cleese unglaublich...
Einer der Filme, die man wirklich immer wieder anschauen kann. Die Einfälle und die Dialoge sind genial.

Zitat:
Zitat von Ralfchen Beitrag anzeigen
Das ist eine sehr geile Information… schaue ich mir demnächst an.
Noch zur Ergänzung: Auf den Film "Ben-Hur" geht die Doku nicht ein, die Vergleiche habe ich von mir aus gezogen.
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Alt 07.08.2021, 14:18   #281
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MEMENTO

Sicher zum vierten oder fünften Mal gesehen. Ein faszinierend gestaltet und geführte Film.


Memento ist ein Kriminalfilm aus dem Jahr 2000 des Regisseurs Christopher Nolan, basierend auf der Kurzgeschichte Memento mori seines Bruders Jonathan. Das markanteste Merkmal des komplexen Films sind die beiden Handlungsstränge, von denen jeweils einer in der korrekten (Szenen in Schwarz/Weiß) und einer in entgegengesetzt chronologischer (Farbe) Reihenfolge der Szenen abläuft. Die Hauptperson Leonard, gespielt von Guy Pearce, wird in seinem Haus von einem Einbrecher überfallen, und verliert nach einem traumatischen Ereignis die Fähigkeit, neue Erinnerungen zu bilden. Memento wurde 2000 in Großbritannien, weiteren Teilen Europas und Kanada veröffentlicht. In den USA und Deutschland erschien der Film erst im Jahr 2001.

https://www.youtube.com/watch?v=MFF0C3j6YDw
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Alt 08.08.2021, 22:55   #282
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Standard Wie Streaming-Anbieter die Filmkunst kaputtmachen ...

Dass es den Steaming-Anbietern bei ihren Eigenproduktionen in erster Linie auf billige und schnell hergestellte Massenware statt auf Kunst ankommt, ist bekannt. Heute hat der Filmanalytiker Wolfgang M. Schmitt ein neues Video eingestellt, in dem er die "Diversity-Regeln" der Amazon Studios bespricht. Was da an Regeln auf die Filmemacher zukommt, ist nicht nur fragwürdig, sondern meiner Meinung gesetzlich angreifbar. Unter solchen Umständen kann kein Schauspieler mehr seinen Beruf ausüben, und ein Autor wird kaum noch ein brauchbares Drehbuch zustandebringen.

Interessant, dass Schmitt außer aus einem Buch des Schauspiellehrers Stanislawski auch aus dem Buch von Michael Caine zitiert. Das habe ich vor einigen Monaten gelesen.

Für Interessenten hier der Link zum Video:
https://www.youtube.com/watch?v=HforSpGafXw
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Alt 13.08.2021, 16:50   #283
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Ich habe mir in den letzten paar Tagen immer wieder einen meiner alten Lieblingsfilme angeguckt:

Gestern:

NO COUNTRY FOR OLD MEN

Ein sensationeller Film für den auch meine Lieblinge die Cohen Brothers (ich habe alle ihre filme) das Drehbuch geschrieben haben

https://www.youtube.com/watch?v=WokmOi6dYwo
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Alt 28.08.2021, 22:05   #284
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"Homesman" mit Tommy Lee Jones, Hillary Swank und, in einer Nebenrolle am Ende des Films, einer ungeschminkten Meryl Streep .

Ein Film, den ich schwer beschreiben kann. Er spielt im unziviliserten Westen der USA, genau gesagt in Nebraska. Die Protagonistin nimmt drei Frauen unter ihre Fittiche, die im harten Leben der kargen Landschaft und und wegen der Rücksichtslosigkeit ihrer Männer den Verstand verloren haben und in den zivilisierten Osten gebracht werden müssen.

Unterwegs findet die Protagonistin einen Helfer, der nach vielen Strapazen und ihrem Tod die Mission zu Ende führt.

Der Flm besticht durch die Landschaftsaufnahmen, die wahnsinnig schön sind, aber gleichzeitig unnahbar und bedrohlich erscheinen. Mir drängte sich ein Vergleich mit den Sandmeeren aus "Lawrence von Arabien" auf, aber von dessen sonnenreiner Romantik war in "Homesman" nichts zu spüren. In diesem Film ist die Landschaft zwar auch weit und unberührt, aber grau, dreckig und lebensfeindlich. Sobald man eine Schaufel in die Hand nimmt, um ein paar Knochen zu beerdigen, wirbelt man Staub auf.

Ein ungewöhnlich schöner Film mit unprätentiösen Darstellern in Hochform. Tommy Lee Jones hatte am Drehbuch mitgeschrieben und selbst Regie geführt. Schade, dass solche Filme wenig Beachtung finden.
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