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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 06.04.2021, 22:29   #1
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Alter: 74
Beiträge: 16.476

Standard Dentale Ballade

Dentale Ballade

Der Säugling mit dem Rotonager,
ist nun bereits im zweiten Jahr.
Er ist leider ein schräger Plager,
für sein Mum kaum wunderbar.

Sie nahm damals den letzten Schrei,
die Säuglingsbeisser mit Motor.
So wurde Zahn ihm einerlei,
man stelle sich das vor!

Man sieht - und das erkennt man nur,
wenn man die Gene malträtiert -
der Eingriff in die Kindsnatur,
ist hier von mir nicht persifliert.

So kams dann in der Krabbelstube,
dass man ihn rausschmiß in der Not.
Er biss rundum, der wilde Bube,
fünf Kinder bluteten zu Tod.

Zum Glück für Mum das Wunderbare
gabs für den Winzling immer Gnade.
Hängen am Strang ab achtzehn Jahre.
Das ist der Fortgang der Ballade.
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.04.2021, 15:04   #2
männlich Hans Plonka
 
Dabei seit: 03/2021
Ort: 59590 Geseke
Beiträge: 145

Lb. Ralfchen,

die Geschichte hast Du gut gereimt, jedoch dabei kaum auf die Metrik geachtet. X = betonte Silbe x = unbetonte Silbe.

Der Säugling mit dem Rotonager,
xXxXxXxXx
ist nun bereits im zweiten Jahr.
xXxXxXxX
Er ist leider ein schräger Plager,
XxXxxXxXx
für sein Mum kaum wunderbar.
XxXxXxX

Sie nahm damals den letzten Schrei,
xXxXxXxX
die Säuglingsbeisser mit Motor.
xXxXxXxX
So wurde Zahn ihm einerlei,
xXxXxXxX
man stelle sich das vor!
xXxXxX

Man sieht - und das erkennt man nur,
xXxXxXxX
wenn man die Gene malträtiert -
xXxXxXxX
der Eingriff in die Kindsnatur,
xXxXxXxX
ist hier von mir nicht persifliert.
xXxXxXxX

So kams dann in der Krabbelstube,
xXxXxXxXx
dass man ihn rausschmiß in der Not.
XxXxXxxX
Er biss rundum, der wilde Bube,
xXxXxXxXx
fünf Kinder bluteten zu Tod.
xXxXxxxX

Zum Glück für Mum das Wunderbare
xXxXxXxXx
gabs für den Winzling immer Gnade.
xXxXxXxXx
Hängen am Strang ab achtzehn Jahre.
XxxXxXxXx
Das ist der Fortgang der Ballade.
xXxXxXxXx

LG Hans
Hans Plonka ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.04.2021, 18:32   #3
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Alter: 74
Beiträge: 16.476

Servus . toll, dass du dir diese viele Arbeit gemacht hast nur ich kenne mich mit dem Metrum überhaupt nicht aus. Wie müsste das dann geschrieben werden? Danke
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.04.2021, 00:47   #4
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Alter: 74
Beiträge: 16.476

und???
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.04.2021, 20:29   #5
männlich Hans Plonka
 
Dabei seit: 03/2021
Ort: 59590 Geseke
Beiträge: 145

Lb. Ralfchen,

ein Gedicht soll Metrisch geschrieben werden. Das heißt es soll ein einheitliches Muster in der Betonung der Silben haben. Ansonsten ist es nur naive Dichtkunst ohne Technik, so wie z.B. naive Malerei, der ja auch die erlernte Technik fehlt.

LG Hans
Hans Plonka ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.04.2021, 02:01   #6
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Alter: 74
Beiträge: 16.476

Zitat:
Zitat von Hans Plonka Beitrag anzeigen
Lb. Ralfchen,

ein Gedicht soll Metrisch geschrieben werden.
Wie sollte das Gedicht dann richtig geschrieben sein? Danke
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.04.2021, 02:25   #7
weiblich Ilka-Maria
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Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 25.010

Zitat:
Zitat von Hans Plonka Beitrag anzeigen
...
ein Gedicht soll Metrisch geschrieben werden. Das heißt es soll ein einheitliches Muster in der Betonung der Silben haben. Ansonsten ist es nur naive Dichtkunst ohne Technik, so wie z.B. naive Malerei, der ja auch die erlernte Technik fehlt.
...
Diese Aussage stimmt so nicht. Es gibt Gedichte ohne Metrum, die dennoch hochgradig rhythmisch und großartige Dichtkunst sind. Allgemein werden sie "freie Verse" genannt. Wenn sie ohne Versmaß sind und auf Reime verzichten, nennt man sie "freie Rhythmen". Vorläufer dieser Form sind z.B. Klopstock und Dichter der Sturm- und Drang-Epoche. Das bekannteste Gedicht in freier Form stammt aus dem Jahr 1944: "Todesfuge" von Paul Celan.

Daneben gibt es freie Verse, die kein einheitliches Metrum haben, aber gereimt sind. Kästner hat oft solche Gedichte geschrieben.

Es steht dem Lyriker also frei, sich für ein strenges Versmaß mit Reimen zu entscheiden, das er dann allerdings durchhalten sollte, oder aber in freien Rythmen oder freien Versen zu schreiben. Letztere erfordern ein hohes Maß an Ausdruckskraft, Bildhaftigkeit und Einfluss auf die Lesegeschwindigkeit, die mal langsam, mal schneller ist, um den Rhythmus der Verse hervorzuheben.

Hier ein Beispiel, wie wechselnde Lesegeschwindigkeit auf den Rhythmus wirkt:
https://www.lyrikline.org/de/gedichte/todesfuge-66
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt Gestern, 18:43   #8
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Alter: 74
Beiträge: 16.476

Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Diese Aussage stimmt so nicht. Es gibt Gedichte ohne Metrum, die dennoch hochgradig rhythmisch und großartige Dichtkunst sind. Allgemein werden sie "freie Verse" genannt.

Das ist natürlich auch etwas was ich schon mehrfach gehört habe. Ich habe keine Ahnung vom Metrum oder was immer. Ich versuche nur das was mir zu einem Thema einfällt in Reime zu prägen
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
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