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Lebensalltag, Natur und Universum Gedichte über den Lebensalltag, Universum, Pflanzen, Tiere und Jahreszeiten.

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Alt 12.02.2012, 15:33   #1
männlich InRotenTränen
 
Benutzerbild von InRotenTränen
 
Dabei seit: 02/2012
Ort: Berlin
Alter: 32
Beiträge: 22

Standard Gedicht 38 vom Buch 5 ("Die Distanz unserer Leben")

Eingeschlossen in unseren Blasen schweben wir durch die Stadt.
Wir schauen aus ihnen heraus und beobachten das Farbenspiel.
Eng umschließt uns ihre zarte und so sensible Haut
und sie grenzt uns trotzdem von allen Anderen ab.

Der Ausblick wirkt so schlicht, wenn wir die Straßen sehen.
Weit geöffnet halten wir unsere Blicke auf die Menschen.
Sie sind alle uns gleich, doch umschließt sie keine Blase.
Unsicher gehen sie schwankend durch all ihre Emotionen.

Wir fliegen hinaus ohne jeglichen kleinen Bodenkontakt.
Still und durchschwiegen streifen wir die Fassaden,
doch auch diese Gemäuer würden unter Leid zerbrechen.
Unser Schmerz sitzt tief in der engstvertrauten Verzweiflung.

Keine Röte finde ich in den weitgehenden Fenstern.
Sture Köpfe treiben sich dort Fäden um den Hals.
Doch wir schenken diesen Wesen kein Stück an Beachtung.
Unsere Hände liegen so sanft auf unseren Augen.

Diese Ruhe hier in unserer Blase erzeugt die Melancholie.
Ziellos gleiten wir hindurch zwischen Schultern und Köpfen.
Zu blind erscheinen uns die engsten Menschen für dieses Problem.
Letztendlich werden wir wütend bis die enge Grenze zerplatzt.

Unser Herz gleicht nur kurz dem eines gesunden Menschens,
doch unsere Seele bleibt für immer ohne reele Konturen.
InRotenTränen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.02.2012, 16:15   #2
männlich Jeronimo
gesperrt
 
Dabei seit: 10/2011
Alter: 66
Beiträge: 4.223

Hallo InRotenTränen,

Du hast die Zwangsjacke des Reimes abgelegt - mich stört das nicht, wenn jemand nicht den vorgegebenen Baukasten verwendet.
Ich finde Deine Texte gut, aber mit Deinen Titeln kann ich nichts anfangen.
Es ist schade, dass sie nummeriert werden wie Worte in einem Katalog.
Inhaltlich haben sie mich angesprochen und mir gut getan.

Jeronimo
Jeronimo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.02.2012, 16:32   #3
männlich InRotenTränen
 
Benutzerbild von InRotenTränen
 
Dabei seit: 02/2012
Ort: Berlin
Alter: 32
Beiträge: 22

Standard die titel...

eine kleine begründung für die titellosigeit/durchnummerierung liegt in meiner personenbeschreibung im profil...

grundsätzlich bin ich von titeln nicht abgeneigt, aber ich habe nun mal mein notizbuch immer bei mir und halte alles immer äußerst spontan fest...
ich mache mir vorher keinen plan sondern schreib einfach los und gucke in welche richtung es geht...
und anschließend möchte ich diesen persönlichen moment und text nicht in einen titel zwängen müssen...
genauso wenig, wie ich mich in reimschemata zwängen lasse...
InRotenTränen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.02.2012, 16:47   #4
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 22.383

Willkommen im Forum.

Dein Gedicht besticht durch den Rhythmus und durch einen Text, der zum Nachdenken anregt, weil er in phantasievollen Bildern Stimmungen beschreibt, die dem Leser viel Spielraum lassen, wie er diese Stimmungen auf sich wirken lassen will.

Abgesehen von ein paar Tippfehlerchen gefällt mir das Gedicht außerordentlich gut.

Gruß
Ilka
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
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Lesezeichen für Gedicht 38 vom Buch 5 ("Die Distanz unserer Leben")

Stichworte
alltag, distanz, stadt

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